Wulffs »400 Fragen, 400 Antworten«

Der »Tagesspiegel« war sichtlich stolz auf seine Exklusiv-Meldung. Online hob er sie mit einem gelben Textmarker-Hinweis hervor; gedruckt brachte er sie ganz oben auf Seite 1.

Sie lautete:

Wulffs Anwalt: Antworten bleiben geheim

Berlin — Bundespräsident Christian Wulff verweigert die Herausgabe von Fragen und Antworten zu seiner Affäre. Dies teilte sein Anwalt Gernot Lehr, der die Fragen für Wulff beantwortet hat, dem Tagesspiegel mit. »Der im Mandantenauftrag geführte Schriftverkehr zwischen Anwälten und Dritten fällt unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht. Aus diesem Grund sowie aus Gründen der praktischen Handhabbarkeit für alle Beteiligten ist eine zusammenfassende Stellungnahme erfolgt«, sagte Lehr. In seinem TV-Interview hatte Wulff gesagt: »Ich geb Ihnen gern die 400 Fragen, 400 Antworten.« (…)

Die Agenturen sprangen sofort darauf an. Schon …

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Der »Tagesspiegel« im Kampf gegen Factual Correctness

Was bisher geschah: Am Mittwoch behauptet der »Tagesspiegel« in einem Artikel, die BBC habe die Bezeichnungen »vor / nach Christus« in Zeitangaben aus übertriebener Political Correctness abgeschafft. Richtig ist, dass die Religionsseiten des Online-Angebotes der BBC auf diese Begriffe verzichten. Eine allgemeine Vorgabe gibt es laut BBC aber nicht. Nachdem ich im BILDblog den »Tagesspiegel«-Artikel als »Urbane Legende von der Political Correctness« kritisiert habe, antwortet nun der »Tagesspiegel«-Autor auf tagesspiegel.de.

Schon der Vorspann ist falsch. Da steht:

Der Journalist Stefan Niggemeier wirft in seinem »Bildblog« dem Tagesspiegel vor, falsch über den Verzicht der BBC auf die zeitliche Einordnung »vor Christus«/»nach Christus« berichtet zu haben. Unser Korrespondent Matthias Thibaut nimmt Stellung.

Es gibt aber gar keinen Verzicht …

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Medien im Blutrausch (2)

Zugegeben: Die Hoffnung, dass Politiker wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann oder Journalisten wie der »Tagesspiegel«-Krawallkommentator Malte Lehming für die im folgenden genannten Argumente zugänglich sein könnten, stellt selbst meinen Glauben an die Kraft der Aufklärung auf eine harte Probe.

Trotzdem.

Matthias Dittmayer schreibt mir:

Ich hatte vor etwas längerer Zeit frustriert von der sogenannten Berichterstattung über »Killerspiele« ein Youtube-Video veröffentlicht, das durch den Blogeintrag »Medien im Blutrausch« ein voller Erfolg wurde. 1,5 Millionen Zugriffe, Artikel in der »Welt«, dem »Tagesspiegel« und sogar eine kleine Meldung in der »FAZ«. Dachte ich mir zumindest. Jetzt nach Winnenden ist alles schlimmer als zuvor. Journalisten, Polizisten, Politiker und Wissenschaftler geben mehr Schwachsinn von sich als je zuvor. Und ihnen wird geglaubt. So sprang der »Focus« …

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Killer-AGs

Das Journalisten-Rennen darum, wer größten Unsinn über die medialen Ursachen für die Gewaltat von Tessin schreibt, ist noch im vollen Gange. Aber der Kollege vom »Tagesspiegel« liegt seit gestern uneinholbar in Führung, als er im Rahmen seiner Motivsuche über die Täter schrieb:

»Aus der Tatsache, dass die beiden die Computer-AG der Schule leiteten, will [Schulleiter] Stern keinen Grund ableiten.«

[via blargh]

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2+2–6=4

Joachim Huber, Medienredakteur des Berliner »Tagesspiegels«, versucht anlässlich der Jauch-Geschichte das Wesen der ARD mathematisch zu erklären:

Die ARD besteht aus neun Landesrundfunkanstalten. Das sind eine Intendantin und acht Intendanten, multipliziert mit rund 600 Gremienmitgliedern, potenziert durch Dutzende Kommissionen.

Das ist rechnerisch abwegig, aber wenigstens ahne ich, was er meint: Die ARD hat zuviele Entscheider. Aber es geht weiter:

Im Leben des gemeinen Zuschauers ist zwei und zwei gleich vier. Im ARD-Leben geht das anders: zwei und zwei ist zehn minus sechs macht vier.

Hä?

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