Stefan Winterbauer, der Blinde unter den Einäugigen beim Braanchendienst »Meedia«, hat das Spiel längst abgepfiffen. Die »taz« sei zum wiederholten Male beim Versuch gescheitert, »Bild«-Chef Kai Diekmann vorzuführen. »Genauso wie Lucy Charlie Brown in letzter Sekunde den Ball wegzieht, lässt sich die taz immer wieder von Kai Diekmann am Nasenring durch die Medienmanege führen«, urteilte er gestern.
Die »taz« hatte Diekmann öffentlich Fragen gestellt zum undurchsichtigen Umgang seines Blattes mit der Nachricht, die Bundespräsident Christian Wulff auf seiner Mailbox hinterlassen hatte. Diekmann machte erst einen Witz daraus, der von »Meedia« gleich aufgeregt nacherzählt wurde, und ließ die Pressestelle dann antworten. »Die Antworten der Bild«, urteilt Winterbauer, »enthielten nichts Brisantes oder Neues, sondern ausführlich dargestellt noch einmal die …
Mein Portrait über Martin Reinl, den Mann hinter, in und unter dem alten Zirkuspferd sowie Wiwaldi, Purzel, Haselhörnchen, dem Jammerlappen und all den anderen, steht heute in der »sonntaz« in der »taz«. Gibt’s auch hier.
In der ersten Ausgabe des Stern hat Chefredakteur Thomas Osterkorn sein »Unwort des Jahres« bekannt gegeben: »sparen«. »Wenn Manager vom Sparen reden«, schreibt Osterkorn, »dann meinen sie meistens: die Kosten für Mensch und Material brutal zu senken, um trotz der Krise die Rendite möglichst hoch zu halten.« Genau so hatte ich es verstanden, als der Stern letztes Jahr dem Großteil seiner Pauschalisten kündigte oder die Redakteure die Order erhielten, keine Freien mehr zu beschäftigen, um als monetäre Melkkuh auch weiterhin ein paar hundert Millionen an Bertelsmann abführen zu können. Aber getäuscht? Das waren gar keine Sparmaßnahmen? Das waren … ähm … ja … also … Oder ist Osterkorn unter die Aufmucker gegangen? Nein, lässt er auf Nachfrage verlauten, »das ist …
»Focus«-Chefredakteur Helmut Markwort hat ein erstaunlich flexibles Verhältnis zur Wahrheit und der Notwendigkeit, ihr zu ihrem Recht zu verhelfen.
Aber der Reihe nach.
Am 20. April berichtete der Hamburger »Focus«-Korrespondent Hubert Gude, dass die Landesschulbehörde Lüneburg ein Verfahren gegen den Geschichtslehrer Eberhard Brandt eingeleitet habe. Brandt ist Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen und ein prominenter Kritiker der dortigen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU). »Focus« schrieb, Brandt habe »offenbar jahrelang den Unterricht an seiner Wolfsburger Schule geschwänzt« und nannte als Quelle »interne Unterlagen der Landesschulbehörde (…), die FOCUS vorliegen«.
In der Überschrift machte die Illustrierte sich die Vorwürfe vollständig zu eigen:
Eine Woche später legte der »Focus« nach. In einem längeren Artikel warf Gude dem GEW-Mann detailliert jahrelange …
Kommen wir zu weiteren Antworten auf die beliebte Frage: »Wer glaubt schon, was in der ›Bild‹-Zeitung steht?«
Die Nachrichtenagentur AP glaubt es. Sie übernahm bekanntlich aus »Bild« die ebenso doofe wie falsche Behauptung, das »Gerangel um die Aust-Nachfolge … zieht offensichtlich auch die Auflage [des ›Spiegel‹] nach unten«, die »Bild« zufällig einfiel, nachdem der »Spiegel« über den Auflagenrückgang von »Bild« berichtete.
(…) Die Einzelverkäufe sind im vierten Quartal 2007 auf 337.500 Exemplare gesunken. (…) Ein Einbruch von fast 20 Prozent und das schlechteste Ergebnis seit 2003. Möglicherweise …