Es ist noch nicht so lange her, da musste man sich Sorgen machen um die Dritten Programme. Es schien, als wäre ihnen ein bisschen der Sinn und das Ziel verloren gegangen — jenseits der bunten Regionalberichte im Vorabendprogramm jedenfalls. Mit ernsten Themen und sperrigen Formaten ließen sich nicht die entscheidenden guten Quoten machen; Experimente bargen jedesmal die Gefahr, dass sie schiefgehen könnten; bald würde auch der letzte Ameisenbär im letzten Zoo beim Wiegen gefilmt worden sein, und besonders sensible Verantwortliche ahnten, dass sich nicht einmal mit »Tatort«-Wiederholungen allein auf Dauer ein Programm machen ließe, für das die Menschen Gebühren zahlen.
Zum Glück fand sich dann aber doch eine vielabendfüllende Aufgabe: Die Dritten Programme sortieren unsere Welt in Hitparaden.
Sie zerlegen sie …
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Vor ein paar Tagen habe ich die Abschrift von einer Podiumsdiskussion bekommen, die ich auf den »Mainzer Tagen der Fernsehkritik« des ZDF im März moderieren durfte. (Alle Diskussionen und Beiträge werden traditionell in gedruckter Form veröffentlicht.) Das Thema lautete, etwas sperrig: »Konsequenzen der Digitalisierung für Fiktion und Unterhaltung«, und es diskutierten Verena Kulenkampff, damals noch stellvertretende NDR-Programmdirektorin, aber schon designierte WDR-Fernsehdirektorin, und ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut.
Und beim nochmaligen Lesen stellte sich bei mir wieder das ungläubige Gefühl ein, das ich damals schon auf dem Podium verspürte:
Ich hatte mir eigentlich für den Schluss die Frage überlegt, ob die Antwort auf die Digitalisierung [für ARD und ZDF] ist, dass Sie viel mehr sehen müssen, dass Sie sich von da [aus dem Internet] Sachen …
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15. Juli 2007
Bestimmt gibt es einen Grund, warum die WDR-Intendantin Monika Piel den »Presseclub« moderiert und nicht jemand, der sowas kann.
Schön wäre zum Beispiel jemand, der es schaffte, bei der Begrüßung von vier Journalisten die Namen von mehr als zwei Zeitungen richtig auszusprechen. Aber das wäre sogar optional, wenn es nur jemand wäre, der wüsste, wer diese Menschen überhaupt sind, mit denen er oder sie da eine Dreiviertelstunde lang am Sonntagmorgen über Politik redet. Und, in einer idealen Welt, die Zuschauer an diesem Wissen sogar teilhaben ließe.
Also eine Moderatorin, die am vergangenen Sonntag Udo Ulfkotte nicht nur als »Publizisten« vorgestellt hätte, ohne jeden weiteren Hinweis, was er wo publiziert. Eine Moderatorin, die gewusst und gesagt hätte, dass Ulfkotte, der bis 2003 FAZ-Redakteur war, …
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5. November 2006
Und dann sagte »Tagesthemen«-Moderator Tom Buhrow, als sei es die normalste Sache der Welt: »Zu den Drohungen gegen die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz jetzt der Kommentar von Birand Bingül vom Westdeutschen Rundfunk.« Hö? Hatten die richtigen Kommentatoren alle frei? Dürfen denn Menschen mit Migrationshintergrund bei uns im Fernsehen Kommentare abgeben, und sei es auch nur zum Thema Menschen mit Migrationshintergund? Also, im richtigen Fernsehen, nicht in irgendwelchen Multikulti-Sendungen im Dritten?
Birand Bingül darf das seit Mai. Und hat es am Dienstag zum zweiten Mal getan. Natürlich merkt man, daß ihm noch Erfahrung und Übung fehlen. Sein Kommentar war zwar schon ein bißchen verquast, aber nicht halb so gaga und überbildert wie der eines Profi-Kommentierers wie Stephan Bergmann vom Bayerischen Rundfunk, der …
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6. Oktober 2002
»Wer kein Geld hat, soll sich bei mir melden«. Wie macht man eine Show, die fast nichts kostet, und wird trotzdem für den Fernsehpreis nominiert? Fragen wir Barbara Schöneberger
Frau Schöneberger, haben Sie sich schon informiert, ob der Deutsche Fernsehpreis dotiert ist?
Nein, aber das war die erste Frage von allen meinen Freunden, als sie erfahren haben, daß ich nominiert bin: Und? Dotiert? Geil!
Und? Ist er?
Ich glaube, nur, wenn Günther Jauch gewinnt. Wenn wir ihn bekommen, dann nicht. Denn wo viel ist, muß noch mehr hin.
Dabei könnten Sie es so gut gebrauchen für Ihre kleine Show.
Ja, denkt man immer. Aber wir wollen gar nicht mehr. Wir kommen mit unserem schmalen Budget ganz gut zurecht.
»Blondes Gift« lebt ja auch davon, daß Sie sagen: Dies hat …
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