Tag Archive for: Welt Online

Supr-Symbolfotos

04 Aug 09
4. August 2009

Vielleicht sollte ich ernsthaft ins Super-Symbolfoto-Geschäft einsteigen. Die Investitionen halten sich in Grenzen (für den Anfang: eine Kamera und ein Scrabble-Spiel), und anspruchslosere Kunden als unsere Online-Medien sind ja kaum vorstellbar.

„Welt Online“:

n-tv.de:

(Es gibt übrigens auch eine ähnlich sinnlose, aber richtig buchstabierte Variante, bei der ist aber leider nur ein „U“ übrig.)

[eingesandt von Matthias Breitinger]

Glück im Unglück

08 Jun 09
8. Juni 2009

Bild.de:

„Welt Online“:

(Keine Ahnung, wie das jetzt wieder kommt. Die Original-Überschrift der Agentur lautet nämlich anscheinend: „Mit Auto gegen Baum — tot“.)

Wie „Welt Online“ andere Medien ausbeutet

19 Mrz 09
19. März 2009

Christian Stöcker hat auf „Spiegel Online“ einen ziemlich schlecht gelaunten Artikel über Google News veröffentlicht. Er ärgert sich darüber, dass Google bei seiner News-Suche nicht mehr nur auf die Online-Medien verlinkt, sondern zunehmend gleich auf die Agenturenmeldungen selbst, die nun auf von Google vermarkteten Seiten veröffentlicht werden. Bei der Berechnung dessen, was wichtig sei, greife Google aber auf die redaktionelle Arbeit der anderen Medien zurück, weshalb Stöcker steil titelt: „Wie Google News Redaktionen ausbeutet“.

Das wäre eine ziemlich indirekte Form der Ausbeutung. Es geht viel direkter. Die Suchmaschinenprofis von „Welt Online“ zeigen, wie.

Auf jeder „Welt Online“-Seite findet sich abgelegen rechts unten eine Rubrik namens „Zweite Meinung“, in der automatisch die aktuellen Nachrichtenfeeds verschiedener Online-Medien einlaufen. Das wurde beim großen Relaunch der Seite als Beispiel für ihre „offene Struktur“ gepriesen, war aber für den Leser immer schon fast ohne praktischen Nutzen.

Nun ist es aber so, dass die Google-News-Maschine offenbar ziemlich dumm ist. Sie hält diese Texte von anderen Medien für einen Teil der jeweiligen Nachricht von „Welt Online“ und indiziert sie entsprechend. Das hat verblüffende Folgen.

Wenn man zum Beispiel bei Google News gerade nach den neuesten Meldungen zu Mark van Bommel sucht („nach Datum sortieren“), führen gleich sieben der ersten zehn Treffer zu „Welt Online“…

…aber kein einziger davon zu einer Meldung über Mark van Bommel. Mit dem Familiendrama in Hildesheim hat der Bayern-Spieler genauso wenig zu tun wie mit dem Zweimonatshoch des Euro oder dem Steuerfluchtstreit mit der Schweiz.

All diese Meldungen tauchen deshalb in den Suchergebnissen auf, weil Bild.de gerade eine aktuelle Meldung über Mark van Bommel veröffentlicht hat und der Bild.de-Feed auf den „Welt Online“-Seiten als „Zweite Meinung“ angezeigt wird.

Das funktioniert mit vielen Suchbegriffen zu aktuellen Nachrichten. Bizarr ist auch das Ergebnis, wenn man bei Google News gerade nach der Schauspielerin Natasha Richardson sucht.

Oben ballen sich die relevanten Meldungen über ihren Skiunfall — aber den Rest der ersten Trefferseite dominiert „Welt Online“ mit den abwegigsten Artikelvorschlägen. Dass die Textanläufe auf englisch sind, lässt sich leicht erklären: Es ist der Nachrichtenfeed von CNN.com, der auf den ganzen Artikelseiten von „Welt Online“ abgebildet wird und gerade aktuell mehrere Meldungen über Richardson enthält. So profitiert „Welt Online“ von diesen Inhalten anderer Medien, die man als scheinbar großzügigen Akt eingebunden hat.

Ich weiß nicht, ob „Welt Online“ das absichtlich so programmiert hat oder ob sich dieser Effekt versehentlich ergibt. Ich würde nur wetten, dass er sich angesichts der überragenden Bedeutung, die die Suchergebnisse von Google für den Besucherverkehr der Online-Medien hat, ganz gut bezahlt macht.

Dass die meisten dieser Treffer für denjenigen, der wirklich nach Informationen über Mark van Bommel oder Natasha Richardson sucht, eine Produktenttäuschung bedeuten, wird man bei „Welt Online“ nicht als Problem sehen. Auf langfristige Kundenzufriedenheit ist die Seite eh nicht angelegt.

[entdeckt hat’s der Lukas]

„Nur den Künstlernamen“

08 Feb 09
8. Februar 2009

Manchmal frage ich mich, ob es nicht bessere Zeiten waren, als man wenigstens annehmen durfte, dass die „Welt“ sowas aus ideologisch motivierter Arschlochhaftigkeit geschrieben hätte und nicht womöglich nur aus Ahnungslosigkeit und im Wahn, eine 103-teilige Bilderstrecke auf „Welt Online“ füllen zu müssen.

Und auch dieser Altkanzler hat nur den Künstlernamen Willy Brandt und heißt eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm.

[via Haiko Hebig]

Der Konjunktiv lebt! (2)

01 Feb 09
1. Februar 2009

Dieser Lottoquatsch lässt alle bekloppt werden:

Vielleicht könnte jemand „Welt Online“ sagen, dass es in der höchsten Gewinnklasse beim Lotto immer auf die Superzahl ankommt? Ach, das haben zahlreiche Kommentatoren unter dem Artikel schon getan. Aber wer liest schon Leserkommentare bei „Welt Online“? „Welt Online“ nicht.

Kurzfristig dachte ich, dass wenigstens Klaus Sattler, Sprecher von Lotto Baden-Württemberg, in dem Artikel als Stimme der Vernunft auftritt. Immerhin sagt er:

Sattler betonte erneut, dass es beim Lotto eine reine Zufallsauswahl gibt und jede Zahlenkombination mathematisch die selben Chancen hat. „Es gibt keine Erfolgsformel im Lotto.“

Zu früh gefreut. Sein nächster Satz lautet:

„Allein die Glückgöttin Fortuna entscheidet, ob sie ihr Füllhorn ausschüttet oder der Jackpot weiter wächst.“

Immerhin wissen wir jetzt, was mit den ganzen griechischen und römischen Gottheiten passiert ist, nachdem damals alle zum Christentum übergeschwenkt sind. Hermes hat ein Versandunternehmen aufgemacht. Demeter vertreibt Bio-Lebensmittel. Und Fortuna überwacht als Ausschüttungsbeamtin das Füllhorn des deutschen Lottoblocks.

[Pointen von Lukas.]