Kann es sein, dass es einen heimlichen Journalistenwettbewerb um den abwegigsten Zeitungsartikel über Google Street View gibt? Falls ja, ist die »Welt« am vergangenen Samstag uneinholbar in Führung gegangen.
Feuilletonkorrespondent Paul Jandl hat etwas entdeckt, das Google Street View noch kaputt macht (außer allem anderen): die Literatur. Nämlich dadurch, dass man sich jetzt die realen Schauplätze großer Romane einfach im Internet angucken kann und dabei feststellt, dass es sich in Wirklichkeit um schnöde Orte handelt.
Montauk, zum Beispiel, ist auf Street View nur ein Ort, »Montauk« bei Max Frisch hingegen ein Sehnsuchtsort. Jandl schreibt:
Die autobiografische Erzählung ist Literatur mit Schauplatz. Google ist bloßer Schauplatz. Ohne Aura, reine Plattheit! Will man rufen und Datenschutz fordern.
Ich will rufen: …
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Es ist alles noch viel schlimmer.
Seit über einem Jahrzehnt schreibt der Journalist Christoph B. Schiltz für die »Welt« auf der Grundlage einer Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) immer wieder über den jeweiligen Krankenstand in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt missversteht er, was diese Statistik misst, und interpretiert die Zahlen falsch. Und seit über einem Jahrzehnt übernehmen Nachrichtenagenturen und vermeintliche Qualitätsmedien seine falschen Interpretationen.
Das BMG misst den Krankenstand mit der Statistik KM 1/13. Es ist eine höchst ungenaue Messung, und die Regierung räumt das selbst auch ein. Es handelt sich um eine Stichtagserhebung: Die Krankenkassen melden dem Ministerium, wieviel Prozent ihrer Versicherten am Ersten eines jeden Monats vom Arzt krankgeschrieben waren. Wenn eine Grippewelle Deutschland vom 5. bis 25. …
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Da ist Sven Felix Kellerhoff, der leitende Redakteur für Zeit– und Kulturgeschichte der »Welt«, aber einer ganz großen Sache auf die Spur gekommen.

In dem Film »Dutschke«, der heute um 20.15 Uhr läuft, habe das ZDF »historische Fakten gefälscht«. Die Filmemacher Daniel Nocke und Stefan Krohmer seien »der Manipulation überführt«. Mit »massiven Fälschungen« erweckten sie bei den Zuschauern den Eindruck, der Hass, der Rudi Dutschke entgegenschlug, sei die Folge »einer ›Hetze‹ der Blätter des Axel Springer Verlages«.
Der Film habe in einer rasant geschnittenen Montage Zeitungsseiten manipuliert und Fotos ausgetauscht.
Tatsache:

(Film)

(Original)

(Film)

(Original)
»Das hat mit seriöser Dokumentation nicht mehr viel zu tun«, schimpft Kellerhoff.
Dabei …
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Philipp Gut mag keine Schwulen mehr sehen. Wo er auch hinguckt, sind Homosexuelle: in der Politik, im Militär, auf der Straße, im Internet, selbst in den Schulen. Philipp Gut fühlt sich davon belästigt. Er hat nichts gegen die Leute an sich, und eigentlich auch nichts gegen ihre Homosexualität. So lange sie sie nur verstecken. Jetzt, da Homosexualität nicht mehr diskriminiert werde, sagt er, gebe es auch keinen Grund mehr, sie zu zeigen.
Philipp Gut ist Kultur– und Gesellschaftschef der »Weltwoche«. Die Schweizer Wochenzeitung hat sich unter Roger Koeppel geschickt eine publizistische Nische erobert, indem sie all die überwundenen geglaubten Ressentiments von ihrem muffigen Geruch befreit und neu als frischen Kampf gegen vermeintliche Denkverbote des vermeintlichen Mainstreams verkauft.
Guts Beschwerde über die »Homosexualisierung …
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Heute sind wir im Finanzressort der »Welt«. Das hier ist die Bildunterschrift:

Und Sie dürfen jetzt raten, was das Foto zeigt.
Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, bevor Sie sich die Auflösung ansehen. Als erfahrener Leser dieser Rubrik können Sie fast drauf kommen.
[gefunden von Peter Knetsch]
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