Die Löwenmutter und der böse Wolf

Anfang der Woche bekam ich eine Interview-Anfrage vom Medi­en­ma­ga­zin »Zapp«. Sie woll­ten sich in der Sen­dung in die­ser Woche Frau Kachel­mann wid­men und ihrer Rolle im Medi­en­spek­ta­kel um Herrn Kachel­mann: »Wie tritt sie auf, warum, woher nimmt sie ihre Selbst­si­cher­heit, warum macht sie seine Sache zu ihrer?« In den gemein­sa­men Inter­views der bei­den sei den »Zapp«-Leuten unter ande­rem auf­ge­fal­len, dass Frau Kachel­mann oft das Wort ergreife, wenn Herr Kachel­mann gefragt werde.

Das geht natür­lich gar nicht: Dass Ehe­frauen ein­fach für ihre Ehe­män­ner ant­wor­ten. Sowas hätte es frü­her nicht gege­ben, und wenn es das heute gibt, ist das natür­lich ein drin­gen­der Auf­trag für das Medi­en­ma­ga­zin des NDR, die­ser Abson­der­lich­keit auf den Grund zu gehen.

Ich habe »Zapp« geant­wor­tet, dass ich Miriam Kachel­mann nicht kenne. Dass ich über alle in der Anfrage genann­ten Fra­gen spe­ku­lie­ren müsste. Dass ich aber nicht wüsste, warum ich das tun sollte.

Es haben sich dann glück­li­cher­weise andere Leute gefun­den. Chris­to­pher Lesko, der Lei­ter der Pfer­de­aka­de­mie Ber­lin. Und ein Experte für Krisenkommunikation.

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Verlorene Ehre

Inken Rame­low, die Geschäfts­füh­re­rin von »Ham­burg On Air«, die für Blät­ter wie »Stern« und »Bild« und Sen­dun­gen wie das ZDF-Magazin »Hallo Deutsch­land« die Drecks­ar­beit erle­digt, droht dem NDR mit juris­ti­schen Schrit­ten, weil das Medi­en­ma­ga­zin »Zapp« in »ehr­ver­let­zen­der, unwah­rer und miss­ver­ständ­li­cher Art und Weise« über sie berich­tet habe.

Obwohl sie bis­lang keine einst­wei­lige Ver­fü­gung gegen den Sen­der erwirkt hat, ließ der NDR in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam den Bei­trag von sei­ner Home­page ent­fer­nen. Auch die regu­läre Wie­der­ho­lung der Sen­dung auf 3sat heute Nach­mit­tag entfällt.

Rame­lows Anwalt beschwert sich u.a. dar­über, dass das Maga­zin seine Man­dan­tin in die Öffent­lich­keit gezerrt habe. Fast könnte man dar­über lachen.

Der »Zapp«-Beitrag:

Nach­trag, 29. April. Das Video ist nun wie­der auf der »Zapp«-Homepage zu sehen. Der NDR hat das Unter­las­sungs­be­geh­ren von Frau Rame­low und ihrer Firma zurückgewiesen.

Nach­trag, 28. April 2013. Nach mei­nem Ein­druck hat sich Frau Rame­low jetzt seit eini­gen Jah­ren von die­ser Form des Jour­na­lis­mus verabschiedet.

Kurz verlinkt (32)

Nach­trag, 27. März. In den Kom­men­ta­ren recht­fer­tigt sich einer Foto­gra­fen und wider­spricht der Dar­stel­lung von »Zapp«; auf die Dis­kus­sion ant­wor­tet wie­derum ein Autor des Bei­tra­ges.

Hauptsache, es ist auf Papier

In einem Bei­trag des NDR-Medienmagazinis »Zapp« über das ver­lo­gene Geschäft der Bou­le­vard­zei­tun­gen mit Sex-Anzeigen hat sich der deut­sche Ober­wer­ber Vol­ker Nickel ein­drucks­voll um das Ehren­ab­zei­chen der Natio­na­len Initia­tive Print­me­dien beworben:

Zapp: Wie sehen Sie das denn in Punkto Jugend­schutz. Ist der nicht betrof­fen, wenn Kin­der so For­mu­lie­run­gen lesen wie »Dreilochbegehbar«?

Vol­ker Nickel, Deut­scher Wer­be­rat: Naja, es wäre schon schön, wenn mehr Kin­der Zei­tung läsen. Und auch die Anzei­gen läsen. Aber Kin­der haben für sol­che Anzei­gen­teile kaum Interesse.

(Der ganze Bei­trag in der ARD-Mediathek.)

Netzeitung jetzt auch mit Video

Toll: »mit Video”! Sogar die klamme Net­zei­tung kommt also nicht mehr darum herum, die achs­obe­gehr­ten Bewegtbild-Inhalte anzu­bie­ten. Und tat­säch­lich bie­tet sie am Ende der ent­spre­chend ange­teaser­ten Agen­tur­mel­dung sogar eine »Kurz-Doku« über Franz Josef Wag­ner an:

Nun ja: Es han­delt sich um die von irgend­je­mand bei YouTube hoch­ge­la­de­nen ers­ten zehn Minu­ten eines halb­stün­di­gen Por­trät Wag­ners vom NDR-Medienmagazin »Zapp« aus dem Jahr 2006. (Ist aber, ande­rer­seits, der erste Video-Treffer, wenn man nach »Franz Josef Wag­ner« googelt.)

[mit Dank an Clarissa]

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