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Was ich noch fragen wollte

Zwei Kollegen von der »Süddeutschen« schrieben gestern über Pläne in der ARD, »Harald Schmidt« nur noch einmal die Woche auszustrahlen, dafür aber eine Stunde lang. Die Quoten hätten sich — vermutlich wegen der unübersichtlichen Lage, wann die Sendung überhaupt läuft — kontinuierlich verschlechtert.

Und dann steht da dieser Satz:

»Obwohl Harald Schmidt nicht in Quoten, sondern in brancheninterner Aufmerksamkeit zu messen ist, demokratisieren schlechte Zahlen, zumal in der vielstimmigen Bürokratie ARD, offenbar jedes Format.«

Und meine Frage lautet:

Hä?

 
— 26. November 2006, 22:35 — 19 Kommentare

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Kommentare:

  1. Ich fürchte, dass das irgendetwas in Richtung »die ARD hat neben der Lindenstraße und dem Tatort auch noch den unglaublich langweilig — äh — »subversiven« Harald Schmidt und deshalb reden wir alle über Harald Schmidt, der von der ARD sogar trotz schlechter Quoten gehalten wird. Am Ende ist die ARD das langweilig — äh — »subversive« Element.
    Nein, auch keine Ahnung. Aber: ich leiste zur Zeit mein Jahr ohne Schmidt, und ich vermisse gar nichts.

    — motowns finest — 26. November 2006, 23:04  #
  2. Sehr eloquent, herrlich.

    — Jon — 26. November 2006, 23:29  #
  3. Gute Frage.

    rene — 26. November 2006, 23:42  #
  4. Ich übersetze es mal:

    Es ist eigentlich piepegal, ob Schmidt noch Zuschauer hat. Solange seine Kollegen von den anderen Sendern und anderen Medien ihn noch zitieren oder über ihn berichten, ist er, laut ARD, ein Gewinn für die ARD, obwohl er eigentlich kein Gewinn mehr ist.

    Macht auch keinen Sinn, oder? ;)

    Farlion — 27. November 2006, 0:15  #
  5. Und inwiefern wird deshalb jetzt sein »Format demokratisiert«?

    Stefan — 27. November 2006, 0:22  #
  6. Richtig muss es natürlich heißen: demokratisieren demontieren. Und: vielstimmige vierstimmige.

    Alexander — 27. November 2006, 0:35  #
  7. Ich wollte fragen, ob da oben Harald Schmidt, »Harald Schmidt« oder gar »›Harald Schmidt‹« gemeint war. Nur wegen der Relevanz.

    Lascha Sobo — 27. November 2006, 0:42  #
  8. »demokratisieren schlechte Zahlen (…) offenbar jedes Format»
    … heißt, dass aufgrund der schlechten Zahlen jetzt diejenigen (von der ARD) mitreden dürfen, die sonst die Klappe halten müssen. Oder so. Kann auch sein, dass es was ganz anderes heißt.

    TK — 27. November 2006, 0:52  #
  9. Jep, genauso würd ich des auch verstehen. Demokratisieren im Sinne von: Zur Abstimmung, zum Abschuss freigeben…

    Was ja auch stimmt, will bei den Öffis ja jeder gern mitentscheiden, weil er sich sonst nicht wichtig vorkommt.

    Batz — 27. November 2006, 2:27  #
  10. Das heißt also, die ARD funktioniert ähnlich wie die parlamentarische Demokratie: Alles Wichtige wird hinter verschlossenen Türen in kleiner Runde ausgekungelt, und über Banalitäten und Kleinkram dürfen Subalterne oder das Wahlvolk abstimmen.

    polarwolf — 27. November 2006, 9:00  #
  11. Das ist doch ganz einfach: »Demokratisieren« bedeutet in diesem Fall, dass »Harald Schmidt« nicht mehr unantastbar ist, d.h wie bei jeder anderen Sendung jetzt auch die Quoten zählen. Oder etwa nicht?

    — Mirko — 27. November 2006, 9:09  #
  12. Also: Schlechte Quoten zählen auch bei Harald Schmidt dann, wenn sie schlecht sind?

    Stefan — 27. November 2006, 9:14  #
  13. […] Mehr Infos auf dwdl.de » Herr Niggemeier hat dazu noch eine Frage » [via Werbeblogger] […]

    Der Blogbote » Blog Archive » Harald Schmidt nur noch am Mittwoch? — 27. November 2006, 10:55  #
  14. Im großen ZEIT-Interview mit HS http://www.zeit.de/2006/48/Harald-Schmidt?page=all steht einfach mal NIX zu Quote o.ä. Also ist diese »demokratische« Diskussion innerhalb der ARD bei ihm selbst (und auch beim ZEIT-Interviewer) noch nicht angekommen.

    — h. aus f. — 27. November 2006, 13:05  #
  15. Das ist alles nur Teil einer großen Kampagne. Die drücken in diesem kryptischen Amtsdeutsch die Komplexität der bisherigen Programmplanung vom Schmidt aus, nur um dann nach Abschluss der Neuordnung ganz einfach sagen zu können: »Harald Schmidt, mittwochs, 22 Uhr.« Das illustriert die Vereinfachung doch quasi simyo-style ;)

    EmmJay — 27. November 2006, 14:22  #
  16. wer demokratisiert wird, der wird vervolkt. das ist gift für herrn schmidt, der sowieso schon unter vervolkungswahn leidet.

    malte — 27. November 2006, 15:10  #
  17. einen pluspunkt für den kommentar (das kommentar?) des tages geht an malte ;D

    — s (17) aus d an der e — 27. November 2006, 18:23  #
  18. Fakt ist:
    Besser ein wenig Schmidt, ein selten wirklich guter Schmidt… als gar kein Schmidt…

    Jott — 27. November 2006, 21:51  #
  19. Oder heißt der Satz: Die ARD muss aus Prestigegründen eine Sendung ohne Quote haben. Und »demokratisieren« ist eigentlich mit »rechtfertigen« zu übersetzen? Vielleicht deshalb, weil nicht das tumbe Fernsehvolk, sondern das demokratische Gebührenzahlervolk entscheidet, was gesendet wird.

    — Ernst — 28. November 2006, 22:11  #

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