Was Jens Voigt an die DDR erinnert

19 Jul 07
19. Juli 2007

Kann mir jemand erklären, was Radprofi-Sprecher Jens Voigt damit meint, wenn er über die Entscheidung von ARD und ZDF, nicht mehr live von der „Tour de France“ zu berichten, sagt:

Das ist ja wie früher in der DDR: Zwei Leute entscheiden gegen den Willen des Volkes.

Soweit mir bekannt ist, haben ARD und ZDF niemandem verboten, sich Live-Bilder von der Tour de France anzusehen, zum Beispiel auf Eurosport, einem Sender, der in über 90 Prozent der deutschen Fernsehhaushalte zu empfangen ist. Meines Wissens haben ARD und ZDF auch nicht verhindert, dass ein anderer Sender an ihrer Stelle von dieser Veranstaltung berichtet; im Gegenteil: Sie haben die Rechte zurückgegeben, damit Sat.1 sie erwerben kann. Und nach jetzigem Kenntnisstand haben ARD und ZDF nicht einmal den Versuch unternommen, die „Tour de France“ an sich abzusagen, sie verbieten zu lassen, ihre Fans zu verfolgen.

Was also genau ist an dieser Entscheidung, „wie früher in der DDR“?

Ich bin kein Sportexperte, aber das bringt mich auf die Palme: Dass diese Leute nicht einfach nur ihr ultrakommerzielles, skrupelloses Geschäft veranstalten, sondern gleichzeitig so tun, als gebe es ein Menschenrecht darauf, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich daran beteiligt und die Einnahmen der Veranstalter und Sponsoren mehrt — durch Lizenzzahlungen und die Aufmerksamkeit, die es dem Unternehmen „Tour de France“ verschafft.

Die „Berliner Zeitung“ hat sich in diesem Jahr übrigens für eine besondere Art der Berichterstattung entschieden: Redakteur Christian Schwager ist vor Ort, berichtet aber unter dem Titel „Die Spritztour“ ausschließlich über „die Tour und die Drogen“ sowie den „Radsport und die organisierte Kriminalität“. Die (vermeintlich) sportlichen Ergebnisse sind auf einen lapidaren Satz am Ende jeder Kolumne reduziert: „Übrigens, in Gelb fährt … .“

Jens Weinreich, Sportchef der „Berliner Zeitung“ und profilierter Sportjournalist der Art, die Kritiker „Nestbeschmutzer“ nennen würden, schrieb vor dem Auftakt:

Kann man sich für einen aufrechten, unabhängigen Sportjournalismus einsetzen, der nicht Promoter von Ereignissen sein will, sondern kritischer Begleiter; der mehr im Blick hat, als nur eine Unterhaltungsfunktion zu erfüllen? Und dann doch wieder, wie üblich, von der Tour berichten? Über die täglichen verlogenen Dramen, die gefallenen und neuen Helden, die wenig später mit gespenstischer Regelmäßigkeit als Betrüger enttarnt werden? (…)

Im Prinzip könnten wir uns hinter dem Allerwelts-Argument verstecken, Journalisten hätten Chronisten zu sein, im Auftrag ihrer Leser. Das stimmt selbstverständlich, aber es wäre zu billig. Denn es gibt Grenzen. Für das, was sich Radsport nennt, wäre ein täglicher Gerichtsreport die angemessene Form. (…)

Diese Form der Berichterstattung, die gewiss nicht nur Freunde finden wird, erscheint uns in diesem Jahr angemessen. Die Aufräumarbeiten im Radsport haben gerade erst begonnen. Es mag einige positive Entwicklungen geben, aber es wird immer noch betrogen und gelogen, vertuscht und geschwiegen, geleugnet und verborgen, verheimlicht und bestritten.

Im Prinzip ist es so: Wer in Gelb fährt, ist völlig unerheblich.

Sein Kommentar zum Ausstieg von ARD und ZDF ist ebenfalls lesenswert.

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95 Gedanken
  1. 1
    Jens says:

    Das jemand, der 1971 in der DDR geboren wurde so einen Vergleich zieht, finde ich befremdlich.

    Übrigens: Wer jetzt die Tour de Farce weder auf Eurosport oder Rendite.1 sehen will, der kann ja persönlich hinfahren. Das war übrigens den meisten DDR-Bewohnern bis Ende 1989 nicht möglich.

  2. 2
    Sebastian says:

    Voigt sieht das Problem nicht. Das ist alles.

    Ein Bekannter von mir meinte in seinem Blog ( http://thebloeg.blogspot.com ) dazu, dass es doch irgendwo eine Frechheit sei, wenn die Kommentatoren von ARD und ZDF Sätze fallen lassen wie (Zitat):

    - Zunächst über fast 160 Kilometer ein ziemliches Einerlei im lockeren Ausdauertempo von 33 — 35 km/h …
    – Im Feld wird Promenadentempo gefahren, .… Wirklich ein ungewöhnlich langsamer Etappenverlauf im Grundlagenausdauerbereich.
    – Es herrscht fröhliche Eintracht im Feld, das ganze heute über weite Strecken zu einer halbwegs erholsamen Ausfahrt zu gestalten.

    Das das klar ist: bitte hört auf zu dopen. Aber wehe ihr fahrt langsamer als ein Motorroller.

  3. 3
    Torsten says:

    Muss man Jens Voigt kennen?

  4. 4
    Stefan says:

    @Torsten: Als „Tour de France“-Gucker wohl ja. Ich hab ihn jetzt mal „Radprofi-Sprecher“ genannt.

  5. 5
    Jens says:

    Gerade in der Tagesschau, wo sich übrigens Monika Piel über die Übernahme der Tour de Farce durch Rendite.1 aufregte, erklärte Jens Voigt sein Unverständnis über die Maßnahme von ARD/ZDF.

    Er sagte sinngemäß, dass er das nicht nachvollziehen könne, da der Radsport doch jetzt bewiesen hätte (falls die B-Probe positiv ist), wie sauber er sei, da man ja einen Dopingsünder erwischt habe.

  6. 6
    Siegfried says:

    Das war eigentlich längst überfällig. Zumindest in meiner Achtung sind ARD und ZDF seitdem gestiegen. Und gewisse Kommentare dazu kann man auch getrost ignorieren. Das sind „gedopte“ Kommentare :)

  7. 7
    Sebastian says:

    Tja, gäbs die DDR noch, könnte Jens Voigt einen Dynamo ans Rad hängen und damit Millionen verdienen.

  8. 8
    Torsten says:

    Ehrlich gesagt: ich halte Radsport mit oder ohne Doping äußerst öde. Das Spannendste an der Tour de France war eine Außen-Reportage von Manuel Andrack, der sich vor zwei doer drei Jahren mit deutschen Fans am Rand der Strecke die Kante gegeben hat…

  9. 9
    Thomas says:

    Was mich an die DDR erinnert ist das gezielte und organisierte Doping von Sportlern.

    Lächerlich dieser Jens Voigt.

  10. 10
    whirlpool says:

    Ich bin ja morgen auf die Radsport-Quoten von Rendite.1 (nettes Wortspiel, Jens) gespannt . Da dürfte der belgische Konzernchef doch etwas enttäuscht sein. Und das Image poliert man damit auch nicht auf, oder habe ich etwas übersehen?

    Und wer es noch nicht gesehen hat auf bildblog:
    http://www.bildblog.de/2388/meinungsdoping-bei-franz-josef-wagner
    Ebenfalls sehr genial!

  11. 11
    Stefan says:

    Aus der Reihe „Die vernichtendsten Urteile der Weltgeschichte“:

    „Das Spannendste an … war noch Manuel Andrack.“

  12. 12
    Ommelbommel says:

    Hat eigentlich schon jemand den obligatorischen Nazi-Juden-Stigmatisierungs-Vorurteilsvergleich gebracht?

    So nach dem Motto: „Es musste sich ja schon einmal in Deutschland eine ganze Gruppe von Menschen unter Generalverdacht stellen lassen. Ich hatte gehofft, wir Deutschen hätten dazu gelernt.“

    Oder irgendwas mit Judensternen oder so. Leute, da wird euch doch mehr einfallen als ein billiger Abstecher in die DDR.

  13. 13
    Marcel says:

    nein Jens @5

    sinngemäß sagte er, dass der dopingfall sinkewitz ein beweis dafür sei, dass der radsport daran arbeitet und die täter erwischt werden würden. er sagte weiterhin, dass er nicht verstehen könne, wie sich die sender abwenden können, wenn der radsport beweißt, dass er gedopte fahrer aussortiert und sperrt.

  14. 14
    Thomas says:

    „Hat eigentlich schon jemand den obligatorischen Nazi-Juden-Stigmatisierungs-Vorurteilsvergleich gebracht?“

    Nö, wenn Du so direkt fragst… ;)

  15. 15
    Jan says:

    Was ich nicht verstehe, warum wird dann überhaupt berichtetet? Die Taz schreibt (gefühlt) seit Tagen in den Leibesertüchtigungen über nichts anderes mehr, als die verlogene, gedopte Tour. Dann kann mans doch auch ganz lassen, oder?

    Wer es sich anschaut, der weiß doch auf was er sich einlässt. da brauche ich niemanden, der mir erzählt, wie verdorben doch der Radsport ist, und das wer „Wer in Gelb fährt, ist völlig unerheblich“ sei. Das hat für mich auch nichts mit Aufklärung zu tun, denn sachlich ist so eine Berichterstattung für mich nicht mehr.

    Mir scheint es eher, als wollten sich die Sportjournalisten endlich vom Geruch der Hofberichterstattung befreien und kritisch berichten. Da wird für mich aber deutlich über das Ziel hinausgeschossen.

    Ich bin mal gespannt, wie die selben Moralhüter über Olympischen Spiele oder auch über die nächtsten Fußballwettbewerbe berichten werden. Und da geht es nicht nur um Doping, sondern auch um Geschichten von seit Kindertagen gedrillten Turnerinnen oder Koruption und Gewalt. Da verstehe ich die Verhältnissmäßigkeit nun überhaupt nicht mehr. Das Stefan bringt MICH auf die Palme!

  16. 16
    Ommelbommel says:

    @ Jan: Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt. Wenn Sportjournalisten jetzt den Sprung schaffen und sich auch mehr auf negative Aspekte anderer Sportarten konzentrieren, dann war es der ganze Skandal auch wert. Wenn nicht, dann kann man wohl davon ausgehen, dass es weitestgehend opportunistisch motiviert ist und nach ein paar Jahren wieder alles beim Alten ist. Das fände ich schade.

  17. 17
    atze says:

    Herr Niggemeier, Sie haben doch neulich diesen klasse Artikel über Paris Hilton geschrieben und sich über die Scheinheiligkeit der Berichterstattung geärgert. Ich finde, dass die Berliner Zeitung gerade ähnliches mit der Tour de France veranstaltet. Wirklich konsequent wäre es doch, gar nicht zu berichten. Alle Fernsehsender, Zeitungen wissen, dass sich nach wie vor sehr viele Menschen für die Tour de France interessieren. Deshalb berichten sie ja darüber. Deshalb berichtet auch die Berliner Zeitung. Nur, dass die Autoren der Berliner Zeitung noch ein bisschen scheinheiliger sind als der Rest mit ihrer aufgeblasenen, albernen Doping-Berichterstattung. Als ob ausgerechnet Journalisten die Hüter von Recht und Ordnung wären — lächerlich. Fantastisch finde ich im übrigen, dass sich nun alle über den SAT1-Coup aufregen. Als ob ARD und ZDF eine Art moralische Instanz wären, der sich gefälligst alle anderen unterzuordnen haben. Die Zuschauer entscheiden eben selbst, was und ob sie die Doping-Tour sehen wollen.

  18. 18
    Julia says:

    @ Sebastian (#2):
    Ich habe die angesprochene Etappe während des Verfassens meiner Diplomarbeit mehr oder weniger mitverfolgt und meine, mich erinnern zu können, dass der Tenor zwar schon „Boah, ist das langsam hier“ war, allerdings mit einem grundlegend anderen Bezug (zumindest im TV): Die Moderatoren kritisierten die Situation, dass ein einzelner Fahrer in für Profi-Radler nicht unbedingt hohem Tempo (für mich unerreichbar hohem Tempo) vorwegfuhr und das Feld ihn mit „normaler“ Geschwindigkeit hätte einholen müssen. Sie spekulierten (und kennzeichneten dies entsprechend) über interne taktische Absprachen zwischen den Teams. Mehrmals wurde betont, dass es bei der Kritik nicht um die Dopingfrage ginge.

    @ Jan (#15):
    „Seit Kindertagen gedrillte Turnerinnen“ sind sicherlich bemitleidenswert und ich weiß, dass ich Dein Argument aus dem Zusammenhang reiße, aber man sollte auch die Sozialisierung und gesellschaftliche Umgebung beachten: Diesen nach wie vor Kindern samt Familie hilft man kurzfristig nur, indem man ihnen den Start ermöglicht und die Weltöffentlichkeit gibt. So traurig das auch ist. Langfristig müsste sich natürlich einiges verändern… vor allem die Moral. Ich habe auch in deutschen Sporthallen zig Krokodilstränen vergossen. So etwas liegt nicht ausschließlich am politischen System, auch wenn es dadurch sehr stark forciert.

    Das Voigt-Interview finde ich im Übrigen nicht weiter kommentierungsbedürftig, nur selbstentlarvend.

  19. 19
    Ommelbommel says:

    @Julia: Das verstehe ich nicht.
    Muss es sich nun ändern oder nicht? Und welche Moral? Und was meinst du mit Krokodilstränen?
    Und vom politischen System war ja gar nicht die Rede. Es geht darum, dass ARD und ZDF jetzt die Konsequenzen daraus ziehen, dass die Tour de France sich als verseucht und korrupt entpuppt.
    Es ist ja löblich, wenn ein Sender da nicht mitmacht, aber die Motivation muss man eben schon hinterfragen, wenn man es dann bei Sportarten, die vielleicht etwas populärer sind oder deren Affären jetzt gerade nicht im Fokus der Presse stehen, wieder nicht so genau nimmt.

  20. 20
    Mathias S. says:

    Der zweite Teil von Voigts Aussage hat meiner Meinung nach erheblich mehr Substanz.
    Warum sollte die Tourorganisation weiter Dopingkontrollen durchführen, wenn die TV-Sender im Falle von erwischten „Sportlern“ aussteigen ?
    Konsequent wäre:
    A.) Vor der Tour die Entscheidung treffen nicht zu übertragen, oder:
    B.) Prämien für erwischte Dopingsünder zahlen
    Der jetzige Schritt ist das beste Plädoyer für eine „unter-den-Teppich“-Politik.

  21. 21
    Sebastian says:

    Nun — sicher.

    Nur die Frage dabei ist: wie schnell ist „normale Geschwindigkeit“? Ich kann den Vergleich von Voigt ja irgendwo sogar verstehen — er denkt, dass da „die Obrigkeit“ entschieden hat, was im Fernsehen laufen darf und was nicht — den Doping-Vergleich der dabei hochkommt darauf kommt er gar nicht.

    Aber genauso die Reporter — die Frage „Was ist denn bitte „normal“, meine Herren Reporter?“ stellt sich da keiner, bevor er draufloslabert. Spätestens nach drei Jahren Jan Ulrich hätte man „eventuell“ jedweden Vergleich in Richtung „das ist langsam“ in die Tonne treten sollen. Als damals die Speere beim Speerwerfen im Gewicht und Schwerpunkt geändert wurden hat auch keiner der Kommentatoren gesagt „da müsste man jetzt aber doch weiter werfen können“. Dass ARD und ZDF-Mitarbeiter gar nicht auf die Idee kommen, dass es „eventuell“ langsamer zugeht, wenn nicht mehr gedopt wird — nee, das ist ja weit hergeholt. „Wir meinen ja nicht langsam wegen Doping und so, aber wenn der da vorne so schnell ist warum sind die da hinten so langsam“. Tja. Warum bloß!? Die haben ja nicht einmal gelernt, eine gewisse „Political Correctness“ vorher festzulegen, sprich Dinge, die man einfach nicht mehr anspricht. Es wird immer noch nur nach Leistung gegiert.

    Das erinnert mich so frappierend an „Schummel Schumi“. Der Mehrheit der Deutschen war es doch sch***egal, WIE der seine Titel gewonnen hat, Hauptsache er hatte sie am Ende.

    Oder an den total mit Steroiden zugedröhnten Barry Bonds von den San Francisco Giants, der demnächst den Homerun-Rekord brechen wird und was Stephen Colbert da gestern zu gesagt hat:
    http://www.comedycentral.com/motherload/index.jhtml?ml_video=90112
    Zitat: „Bonds hat dieseWoche die komplette Serie gegen die (Chicago) Cubs ausgesetzt, weil er geschwollene Knöchel hatte. Was dagegen hilft? Steroide! Ich schlage vor Bonds reibt einfach mal seine Knöchel an seinem gigantischen Kopf“.

    Und bei Jay Leno sitzt der Gitarrist mit „Bonds“-Mütze rum.

    Mir stellt sich einfach die Frage, ob die Sportler nicht eventuell total unterschiedliche Rückmeldungen von ihren Fans bekommen, wenn es selbst bei total zugedopten Sportlern immer noch Leute gibt, die ihnen zujubeln, weil sie einfach nur immer höher schneller weiter sehen wollen — und der Reporter das weiß und sich nicht selbst daran hindern kann, so zu reden.

  22. 22
    Ronnie Grob says:

    Ich kann es nachvollziehen, wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Kindern zuhause vor den Bildschirmen keine mit Drogen vollgepumpten Menschen zumuten möchten. Dann müssten aber konsequenterweise alle anderen, die irgendwie mit Drogen zu tun haben könnten, ebenfalls vom Bildschirm verschwinden. Von Rockbands über Moderatoren bis zu zweifelhaften Gästen in Talkshows.

    Der überhastete Ausstieg, wie er jetzt von ARD und ZDF vollzogen wurde, weckt in mir den Verdacht, dass mehr Wert auf die moralische Einwandfreiheit der entscheidenden Herren gelegt wurde als auf das Wohl des Gebührenzahler. Denn der wurde zweimal reingelegt: Zuerst wurde er in eine mehrwöchige Übertragung eingeführt, die dann urplötzlich abgesetzt wurde (wie es die Privaten Serien machen, die nicht rentieren). Und dann durfte er Konserven sehen und sich fragen, was er wohl alles für schöne Sendungen hätte sehen können, wenn nicht so viel Geld in den doppelten öffentlich-rechtlichen Tour-Tross geflossen wäre.

    Konsequent wäre, gar nicht zu berichten. Die Dopingberichterstattung langweilt mich nämlich ungemein.

  23. 23
    Andreas Schwartmann says:

    Das ist der Beweis: Doping schädigt den Verstand. :-)

  24. 24
    Simon says:

    „Auch Patrice Clerc, Präsident der Tour-Organisation ASO, kritisierte die Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Sender. „Es ist schon paradox. Es wird ein Rennen bestraft, obwohl es große Entschlossenheit im Kampf gegen Doping zeigt. Sollen wir lieber gar nicht kontrollieren und dann über ein sauberes Rennen sprechen? Viele Sportarten machen dies. Wir gehen einen anderen Weg“, sagte Clerc.„
    http://www.sueddeutsche.de/,tt3m11/sport/weitere/artikel/412/124233/

    Die letzten beiden Sätze find ich ja zum Wegwerfen :))

  25. 25
    Tobias Lagemann says:

    Hallo,

    seit geraumer Zeit genieße ich „Daily Dope“ der taz.

    Und da (in der taz) findet sich aktuell das: http://www.taz.de/index.php?id=start&art=2124&id=463&cHash=9d96321b23

    1,6 Millionen Deutsche dopen?

    Angesichts solcher Zahlen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass über Doping berichtet wird und damit auch über die Tour de France. Entsprechend begrüße ich „Die Spritztour“ und bedaure den Ausstieg von ARD und ZDF (da ohne Fernseher lebend, trifft mich der jedoch nicht …).

    Jens Voigts Vergleich verstehe ich übrigens nicht.

    Tobias Lagemann

  26. 26
    Peter Krause says:

    Der Wille des Volkes also.
    Komisch, ich hatte doch glatt geglaubt, daß, hätte man das Volk, also den Gebührenzahler, nach seinem Willen gefragt, gar nicht genug Geld für die Übertragungsrechte zusammengekommen wäre.
    Der Radsport mag zwar ein erstaunlich großes Publikum haben, aber mehrheitsfähig ist es — denke ich — nicht. Eher so eine Art „FDP“ unter den Zuschauern.

    Ansonsten ist es tatsächlich wie in der DDR: dort hat das staatliche Fernsehen auch nicht von der Tour de France berichtet, das Plansoll wurde stets übererfüllt, und blinder Aktionismus war auch nicht gerade Mangelware.
    Wünschen wir uns nicht alle die „Friedensfahrt“ zurück?

  27. 27
    Stefan A says:

    (ich hab mir nicht die kommentare durchgelesen, vielleicht hat es schon einer gesagt)

    Es ist eigenltihc ganz einfach. Diese herren von ARDZDF haben entschieden, dass die tour de France zur Grundversorgung gehört, und daher auch einige GEZ-Millionen dafür verplempert.

    Nun, falls diese Entscheidung richtig war, und TdF tatsächlich zur Grundversorgung gehört, dann ist die Absetzung ein Akt staatlicher Willkür („Wir senden nur wegen Doping nicht mehr“), die uns Bürgern das Recht & Geld nimmt.

    Im anderen Fall, also wenn Radsport keine Grundversorgung darstellt, wurde der Gez-Bezahler Jahrelang um seine Gebühren betrogen; nicht zu vergessen, die Nachmittagssendeplätze.

    Da ardzdf die Tour seit jeher übertragen, muss von Ersterem ausgegangen werden.

    Man beachte, dass die Frage, Grundversorgung oder nicht, gar nicht zur Debatte stand, sondern die Sendung mit einem recht fadenscheinigem Grund abgesetzt wurde. Also hat Voigt schon Recht.

    Ach, und außerdem gibt es noch einige Dörfer, mit nur 3 Programmen über Antenne, kein Kabel…und wenns dumm läuft kein oder schlechter SAT-empfang (oder irgendwelche Mieterquerelen). gerade um diese 10% sollte sich die ARD&ZDF kümmern)

  28. 28
    Steffen says:

    Es würde mich nicht wundern [… wenn] Herr Voigt selber nicht sauber ist und ich sage mal so in 2 Jahren erwischt wird. Wie er vor 2 Monaten oder so im ZDF Sportstudio saß und jeder verdammten Doping-Frage aus dem Weg gegangen ist war einfach bezeichnend und lächerlich […].

    Wie meinte heute der für das Milram-Team fahrende Gerry van Gerwen zu zu Sinkewitz „Der braucht Intelligenz– statt Urintests“. Gleiches gilt auch für Voigt.
    […]

    [Kommentar von mir um Beleidigungen und Unterstellungen gekürzt. — nig]

  29. 29
    T. says:

    In dieser Tour-de-France-Diskussion fehlt noch folgender Killerkommentar:

    DIE DOPEN DOCH EH ALLE!!!!

    Damit ist mein Job hier erledigt, ich empfehle mich.

  30. 30
    Jan(TM) says:

    Wenn ARD und ZDF das vor 5 Jahren getan hätten, mit dem Hinweis „Macht erstmal Ordnung in dem Profiradsportdreckstall, dann senden wir auch wieder!“ wäre das mutig und konsequent gewesen. So ist das einfach nur peinlich …

  31. 31
    Lukas says:

    Ich verstehe das alles nicht: ARD und ZDF sind dafür, dass mehr kontrolliert und rigide durchgegriffen wird, dann funktionieren die Kontrollen (im Training — nicht, dass das weniger schlimm wäre, aber eben nicht bei der Tour) und auf einmal sind alle Verantwortlichen darüber entsetzt, dass die Kontrollen funktionieren und etwas beweisen, was es nicht geben soll. In sämtlichen Nachrichtensendungen inszenieren sich die Gralshüter des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in einer metajournalistischen Bauchnabelschau als große Helden und wundern sich noch, wenn ein Privatsender die Gelegenheit beim Schopfe greift und ein bisschen Quote mitnehmen will. Und was passiert jetzt mit den ÖR-Teams, die jetzt irgendwo mitten in Frankreich hocken, gebucht bis zum Ende der Tour am 29. Juli?

    Was Herr Voigt aber vermutlich eigentlich sagen wollte: „Wenn es ARD und ZDF nicht passt, sollen sie doch nach drüben[tm] gehen.“

  32. 32
    Stefan says:

    Dass das ein Affentanz war und ARD und ZDF vor der Tour hätten sagen sollen: „Nee, lassma“, und dass ihr Abschied an so einem Einzelfall aufgehängt merkwürdig wirkt — keine Frage.

    Aber die Argumentation, dass das Entdecken eines Dopingsünders doch etwas Gutes sei: nämlich ein Beleg dafür, dass doch die Kontrollen funktionieren, die versteh ich nicht. Wenn Du dem Besitzer einer einschlägigen Kneipe sagst: Bei Euch darf nicht noch einmal gedealt werden, sonst machen wir den Laden dicht, und der örtliche Kneipenverband organisiert Kontrollen, und bei der übernächsten Razzia wird wieder ein Dealer erwischt, sagst Du doch auch nicht: Gut, dass die Kontrollen funktionieren, sondern: Scheiße, die dealen ja immer noch. Oder nicht?

  33. 33
    Lukas says:

    Es bestünde ja auch die Möglichkeit, gar nicht zu kontrollieren.

    Natürlich ist das scheiße, dass sowas noch mal/schon wieder/immer noch vorgekommen ist. Aber wenn jetzt mal wirklich ein Fahrer postwendend vom Team rausgeschmissen wird und ein komplettes Jahresgehalt Konventionalstrafe zahlen muss (ich als Teamchef würde ihn auch noch für mögliche Sponsorenausfälle blechen lassen), sehe ich darin eine Chance zum schnellen Umdenken.

    Vielleicht bin ich da auch naiv und es wird weiter gedopt. Aber ich halte es in jedem Falle für sinnvoller, wenn die Öffentlichkeit informiert, als wenn sie abgeschottet wird. Und dass die Zuschauer, an denen sich die ÖRs zehn Tage gütlich getan haben, trotz allem die Tour gucken wollten, hätte denen doch auch auffallen müssen …

  34. 34
    Mathias S. says:

    hm stefan… ist die WADA so unabhängig, dass sie es sich leisten kann die TdF abzuschiessen?

  35. 35
    Mathias S. says:

    uups..ind em Fall die NADA ^^

  36. 36
    cum says:

    Nein, Mathias, weder die WADA noch die NADA kann, so weit ich weiß, die TdF „abschiessen“, rein sportrechtlich. Lustig ist aber folgendes: Wenn ich unter „droit francais“ oder „loi francais“ google oder metagere, finde ich nur Belangloses. Und wenn ich auf der französischen Wikipedia nach „Doping“ suche, finde ich als erstes.… einen Eintrag über Marlies Göhr. Und @25 Tobias: Nur 1,6 Mio Deutsche sollen dopen? Ich gehe eher davon aus, dass 40 Mio dopen. Mit was auch immer.

  37. 37
    Sebastian says:

    @Lukas: die Öffentlichkeit _wird_ informiert und zwar nach dem Motto „Im Dopingsumpf des Radrennsports hat es heute folgende Ergebnisse gegeben…“. Halt keine Live-Übertragungen mehr.

    Denn genau das Problem ist doch bei den Übertragungen zu Tage getreten (wie von mir angesprochen). Irgendwann fragen sich die Kommentatoren, warum die Geschwindigkeit des einen oder anderen oder gar des ganzen Pelotons jetzt im Moment so ist oder warum irgendwer wegziehen kann etc. pp. und da denkt man die ganze Zeit an Doping. Wie soll man denn da überhaupt noch objektiv berichten? Wie soll man mitfiebern in einem Zirkus, in dem jeder Dreck am Stecken haben kann?

    Ich würde insgesamt viel eher mal die Frage stellen: wi soll IRGENDWER überhaupt noch halbwegs sinnvoll LIVE über die Tour berichten, ohne dabei vor Scham im Boden zu versinken? Wie kann man nach Floyd Landis im letzten Jahr und Sinkewitz jetzt überhaupt noch _irgendwas_ kommentieren, bevor nicht wenigstens die A-Proben des jeweiligen Tages geöffnet wurden?

    Wie soll man Leute wie Jens Voigt überhaupt noch irgendwas fragen? Sagen wir der fährt morgen auf Platz 1 — was für eine Frage soll man ihm stellen, bevor man nicht weiß, ob er morgens was gespritzt hat, damit er so schnell fahren konnte wie es Floyd Landis letztes Jahr offensichtlicherweise vor der einen schweren Etappe getan hat und von jetzt auf gleich nach dem Hungerast am Vortag die nächste Etappe gewann? Ich frage mich wie man nach DER Show überhaupt noch Tour schauen kann. Ich käme mir als Fan sowas von verar**** vor jetzt so Sinkewitz sich für die Tour de Swisse offensichtlicher weise mit Testosteron fit gemach hat.

  38. 38
    SvenR says:

    Was mich am meisten wundert, ist dass sich überhaupt jemand wundert, dass im Radsport gedopt wird. Natürlich wird in vielen anderen Sportarten auch mehr oder weniger gedopt. Ich schätze in Ausdauersportarten mehr und z. B. beim Golf weniger. Aber ausgerechnet beim Radsport verwundert zu tun…?

    Ich war vor ein paar Jahren kurz nach der TdF in Frankreich und bin mit dem Auto Pässe hochgefahren, die die ein paar Tage zuvor mit dem Fahrrad hochgefahren sind. Ratet mal wer weniger Zeit für’s Hochfahren gebraucht hat.

    Zum Ausstieg gratuliere ich ARD und ZDF — besser spät als nie.

    Und zu Jens Voigt fällt mir ein, dass man ja bekanntlich mit den Beinen Rad fährt, und nicht mit dem Kopf.

  39. 39
    Einzelfahrt says:

    Die öffentlich rechtlichen reagieren nicht anders als die gescholtenen Sportler und Rennställe selbst auch. Und zwar nur auf Dinge, die man wissen MUß. Je größer die Spitze des Eisberges wird, umso mehr fühlen sich die Beteiligten bemüßigt kundzutun, mit welcher Vehemenz sie doch fortan gegen den Sumpf ankämpfen wollen.
    Dabei hätten alle noch lebenden Radsportjournalisten wissen müsen (und nicht erst seit den letzten 5–6 Jahren), wie verseucht und verlogen der Sport ist, den Sie reinmoderieren. Andernfalls wären sie schlechte Journalisten.
    Die Moral paßt sich immer den eigenen Bedürfnissen an. Und wenn das Bedürfnis Arbeistplatzsicherung ist, dann wird auch ohne Scham, wie bis ins letzte Jahr, den Helden der Tour gehuldigt. Etwa in Rückblenden auf Ulrichs Großtaten, oder mit Erinnerungen an den großen Merckx, oder auch mit Rudi Altig als Insider in Interviews, selbst wenn deren Dopingvergangenheit damals schon bekannt war.

    Sicher gab es jüngst gerade auch von den Radsportjournalisten nicht wenige mea culpas. Aber genau in dem Punkt gleichen sie den Fahrern und Verantwortlichen auf der radelnden Seite mit ihren „wir haben Fehler gemacht, wir lernen daraus und bemühen uns es in Zukunft besser zu machen“-Phrasen aufs Haar.

    Es bleibt der Eindruck, die öffentlich rechtlichen würden nicht Verantwortung übernehmen wollen, sondern sie wollten sich vor der Verantwortung drücken.
    Sie forden Ausschluss, Konsequenz und Selbstreinigung auf der anderen Seite und man hört und sieht die selben Moderatoren wie ehedem und man wird sie weiterhin hören und sehen.

  40. 40
    Jan says:

    Ich bin ja mal gespannt, wie im Winter über die Biathleten berichtet wird. Oder ob man bei 2008 strahlende Schwimmolympiasieger mit Schuhgröße 54 bewundern darf. Wenn schon kritisch berichtet wird, dann aber bitte auch über jede Sportart.

    Mich würde mal freuen, wenn die Berliner Zeitung – oder die öffentlich rechtlichen – zum Beispiel beim Fußball ähnlich Konsequent wären. Wenn vor jeder Sportschau oder auf der Sportseite die aktuellen Negativmeldungen des Spieltages berichtet würden. Angefangen von Skandälchen wie dem Sponsoring von Fußballklubs durch „Staatsbetriebe“ wie der Deutschen Bahn oder öffentlich subventionierte Unternehmen wie der RAG. Dann gings weiter mit dem Spielltäglichen Vandalismus in Bus und Bahn, den Kosten der Polizeieinsätze, Ausschreitungen in Unteren Liegen, 14 jährigen, die schon morgens um 11 betrunken auf den Sonderzug warten, schwulenfeindliche Stimmung auf den Rängen und dem Platz etc. Und am Ende schreibt die Berliner Zeitung: Übrigens die Hertha hat heut wieder verloren.

    Das fände ich konsequent. Aber nicht sich an den kriminellen und mafiösen Strukturen einer einzelnen Sportart hochzuziehen um zu beweisen, dass man jetzt auch kritisch berichtet.

  41. 41
    SvenR says:

    Hä? „Ausschreitungen in Unteren Liegen“ — man, man, man, ich habe einige Zeit gebraucht, um zu begreifen, was Sie gemeint haben.

    LOL

    Aber: Sie haben Recht!

  42. 42
    Marcus says:

    Ich finde Jens Vogt hat recht. Als GEZ Zahler ist man natürlich doppelt verarscht worden. Erst zahlt man brav Gebühren und kann dann doch keine Tour de France sehen. Also zappen auf die Privaten und die nervige Werbung ertragen. Die wird übrigens auch von uns allen bezahlt, denn im Preis eines jeden Produktes für das geworben wird ist ein Teil enthalten der für die Werbung budgetiert wird. Insofern ist man sogar dreifach verarscht worden. Wir haben also alle 2 mal bezahlt und dürfen uns obendrauf zusätzlich noch die Werbung reinziehen. ICH WILL MEIN GELD ZURÜCK!

  43. 43
    Matt says:

    Vorsicht, der folgende Beitrag könnte Spuren von Ironie enthalten…

    @42: Als kürzlich die Weltmeisterschaft im Bogenschießen in Deutschland stattfand und von fast allen Medien komplett ignoriert wurde, da hätte ich mir auch gewünscht, ARD und ZDF wären ihrer Informationspflicht nachgekommen und hätten diese spannende Veranstaltung übertragen. Wozu zahle ich eigentlich GEZ-Gebühren? ICH WILL MEIN GELD ZURÜCK!

    Statt dessen übertrug man stundenlang eine andere Randsportart, bei der mutmaßlich vollgedröhnte Menschen auf Fahrrädern durch Frankreich fahren. Mit welchem Recht wurde diese Veranstaltung überhaupt übertragen? Von meinen Gebühren! Schlimm sowas. Wenigstens ist man jetzt zur Besinnung gekommen und ausgestiegen.

  44. 44
    whirlpool says:

    Ein bisschen Schadenfreude muss erlaubt sein: Nur durchschnittlich 4,7 Prozent Marktanteil für Rendite.1 bei der gestrigen Tour de France-Übertragung. 4,5 Prozent bei Z14-49. Aber die Bild rührt kräftig die Werbetrommel für Sat.1– Tja Gesellschafter eben…

  45. 45
    Matt says:

    @44: Ob die Übertragung für Sat.1 ein Erfolg wird, hängt maßgeblich davon ab, wie Klöden beim Zeitfahren morgen abschneidet.

  46. 46
    Jan says:

    @42

    Ach so, Du hast demnach an die öffentlich-rechtlich subventionierten Privatsender ARDZDF einen Brief geschrieben: „Sehr geehrte Damen und Herren, planen Sie dieses Jahr die TdF zu übertragen? Wenn ja, dann überweise ich nächste Woche meine GEZ-Strafgebühr. Wenn nicht, dann behalte ich sie.“ Oder was???

    Wenn das so funktionieren würde, dann wäre von dem 7-Millarden Budget nächstes Jahr nicht mehr so viel übrig, schätze ich. Mein Brief sähe etwas anders aus, aber er enthielte eine ähnliche Forderung.

    Was ist daran „doppelt verarscht“? Selbst wenn diese Argumentation schlüssig wäre, dann ist das einmal verarscht.

    Und was ist an der privaten werbefinanzierten Übertragung Verarsche? So wenig ich mit Sat.1 auch sympathisiere, aber woher soll den bitte das Geld für die Übertragung kommen, wenn es nicht ÖR subventioniert ist? Welches Finanzierungsmodell würdest Du denn bevorzugen?
    Entweder fährst Du selbst nach Frankreich und guckst Die das Theater live an oder Du bezahlst andere für eine Übertragung.
    Du kannst natürlich auch zur Bäckerei gehen und Dich aufregen, dass Du total verarscht wirst, weil Du das Brot nicht nur nach Hause tragen, sondern auch noch bezahlen musst! Potzblitz, was eine hinterhältige Strategie… für Ware und Dienstleistungen bezahlen, wer hat diese Teufelei nur wieder ausgeheckt… :/

  47. 47
    whirlpool says:

    @45 Das glaube ich nicht. Die Tour-TV-Zuschauer haben mit den Rendite.1-Zuschauern kaum was gemeinsam. Wenn es bei der Tour interessanter wird, werden diese Eurosport gucken, wie schon gestern geschehen. Es waren fast doppelt soviel…

  48. 48
    Stefan says:

    Ui, ein weiteres Beispiel, dass die Kontrollen, äh, funktionieren: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,495538,00.html

    Da werden sich ARD und ZDF aber doppelt ärgern, ausgestiegen zu sein.

  49. 49
    Tim says:

    ich bin auch gegen doping. und wenn die fahrer in der armstrong ära gleich reihenweise mit komischen leistungen oder dummen ausreden auffielen, bekam ich regelmäßig die krise: tausende indizien und nie nie nie liess ein bossdrof, watterot oder emig sich mal ernsthaft auf solche themen ein.
    und jetzt, bei der 180 grade wende, ruft die „dopen doch eh alle“ fraktion endlich‘! richtig so!, weil sie nämlich radsport eh langweilig finden.
    wie wäre es mal stattdessen mit der wirklichkeit?
    es gibt, wie so oft eben halt nun mal SOWOHL, als eben AUCH. menschen gehen an ihre grenzen und weit darüber hinaus (faszinierend), aber sie bescheissen eben dabei auch(frustrierend). wieso kann man das denn bitte nicht darstellen? gerade solchen vögeln wie voigt auf die finger schauen und denen auf die füsse treten, ist journalistische herausforderung!
    aber bei ard/zdf gibts nur schwarz-und-weiss, entweder/oder.
    schade. moralisten, und vom radsport keine ahnung.

  50. 50
    Marcel says:

    „moralisten, und vom radsport keine ahnung.“

    das beschreibt eigentlich einen großteil der kommentatoren, die im moment auf aller seiten und im tv auf den radsport mit dem finger zeigen. danke dafür.

  51. 51
    SvenR says:

    SpON schreibt, nein goe/dpa/sid schreiben unter http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,495552,00.html (Hervorhebung von mir),

    „…Sinkewitz habe die Öffnung der B-Probe beantragt. Nach Angaben des Verbandes sei mit dem Ergebnis frühestens am Sonntag zu rechnen. T-Mobile-Profi Sinkewitz war bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni positiv auf Testosteron getestet worden. […] Nach ZDF-Informationen soll es in dem Kontrollformular der positiven A-Probe auch Hinweise auf einen möglichen Verfahrensfehler geben. Der Kontrollraum soll während der Probe für andere Personen zugänglich gewesen sein…“

    Wir haben heute den 20. Juli, ich glaube vorgestern wurde die auffällige A-Probe bekannt gegeben.

    Wieso brauchen die fast sechs Wochen, um zu Analysieren und Bekanntzugeben?

    Wieso brauchen die jetzt noch mal drei Tage, bis die B-Probe analysiert ist?

    Wieso entwerten die Kontrolleure die gesamte Probe durch einen — meiner Meinung nach — total bescheuerten Verfahrensfehler?

    Können oder wollen die nicht?

  52. 52
    David says:

    @38: Das wundert doch auch keinen. Jedenfalls niemanden, der sich für den Radsport interessiert und täglich fünf Stunden Tour schaut. Es verwundert, wie heuchlerisch insbesondere ARD nun tut, jener Sender, der Jan Ullrich, nachdem dieser eine Sperre wegen Drogenkonsums abgesessen hat, Geld in den dicken Hintern butterte.

    Und, achja, zu den Golfern: http://www.welt.de/sport/article1036940/Gary_Player_bezichtigt_Profis_des_Dopings.html

  53. 53
    SvenR says:

    @ Nr. 52 (David):

    Das hatte ich befürchtet, zum Glück schrub ich ja „und z. B. beim Golf weniger“

  54. 54
    SvenR says:

    Nachtrag zu #51:

    „Sinkewitz‘ B-Probe wird frühestens am Dienstag geöffnet […] Die B-Probe muss nach den Regularien spätestens am 29. Juli geöffnet werden.„
    http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,495578,00.html

  55. 55
    MiR says:

    ARD/ZDF sind doch Heuchler! Jahrelang wurde sich auf dem Rücken von Ullrich, Zabel etc. eine goldene Nase verdient und gedopt haben immer nur die anderen… Nun da diese Herren aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr die Quote bringen, versucht man es eben mit draufhau…äh…„Enthüllungsjournalismus“. Da werden Medienhuren wie Professor Franke und Herrn Seppelt Foren auf allen Frequenzen eingeräumt, um sich dadurch selber reinzuwaschen. Nun ist also der vorläufige Höhepunkt erreicht und der Bildschirm bleibt nachmittags schwarz (okay nicht schwarz, schließlich hat man ja noch genug billig-produziertes Unterschichtenfernsehen für solche Fälle in der Hinterhand) und in den anderen Sendungen wird berichtet, dass jetzt nicht mehr berichtet wird. Doch damit nicht genug, in einer unheilvollen Allianz wird zusammen mit Politikern gegen Sat1 und Eurosport gewettert, die die Dreistigkeit besitzen weiter zu berichten. Wie bigott! Auch sehr interessant sind die „Pressestimmen zum TV-Ausstieg“ im ZDF-Videotext. Erinnert mich irgendwie stark an die Methoden der BILD bei der Auswahl ihrer Leserbriefe. Bei SPON konnte man da ganz andere Sachen lesen. Naja halt Selbstbeweihräucherung ohne Ende. MiR wird schlecht!

    achja: Jens Voigt hat Recht!

  56. 56
    Patrick says:

    @ Mir: Zumindest im ARD-Videotext standen auch etliche Pressestimmen, die sich gegen den Ausstieg aussprachen.

    Und was hätten ARD und ZDF machen sollen, damit sie nicht heuchlerisch sind? Weiter berichten, als wäre nichts gewesen? Oder nur noch über das Doping berichten, was dann ja genauso heuchlerisch gewesen wäre? Selbst wenn es nur eine nach dem Wind ausgerichtete Fahne ist, ist es ja nicht automatisch falsch, da einen Schlusstrich drunter zu ziehen, wenn man einen „Fehler“ gemacht hat.

  57. 57
    Stefan says:

    @MiR (55): Für die Idee, Hajo Seppelt eine „Medienhure“ zu nennen, gibt es wenigstens einen Originalitätspreis. Okay, für die Formulierung ARD und ZDF hätten sich „auf dem Rücken“ von Ullrich u.a. „eine goldene Nase“ verdient, auch.

  58. 58
    Marcus says:

    @55: Kritik und Aufgeregtheiten, alles schön und gut. Ich finde aber man sollte die Kommentare einigermassen gewählt formulieren. Und Schimpfwörter gehören zumindest nach meinem Empfinden irgendwie nicht dazu.

  59. 59
    links for 2007-07-20 « Justitia Colonia says:

    […] Was Jens Voigt an die DDR erinnert « Stefan Niggemeier […]

  60. 60
    Zuschauer says:

    @55
    Die Sender konnten also nur verlieren, außer sie hätten weitergemacht, als wäre nichts gewesen.
    Das Verhalten in der Vergangenheit ist sicher kritikwürdig.

    Aber was sagen die „Heuchler“-Kommentare über den Zuschauer? Warum schauen Leute Sendungen, von denen angeblich alle wissen, dass es nur mit Betrug möglich ist? Was fordern die Heuchler-Rufer eigentlich? Betrogen zu werden, von ihren brav gezahlten Gebühren? Aus Trotz? Oder warum? Real sei das Gezeigte ja sowieso nicht.

    Allein die Reaktionen der Veranstalter auf den Abbruch waren Gold wert. Die haben richtig Panik gekriegt. Vielleicht wirkt das ja etwas nach. Dann hätte es ja doch etwas bewirkt.

  61. 61
    ThomasE says:

    Heute Heute-Journal gesehen? Da wurde ne ‚Blitzumfrage‘ gemacht. Die überwiegende Mehrheit war natürlich dafür das nicht mehr weiter berichtet wurde. War diese ‚Blitzumfrage‘ aus dem Internetauftritt von ZDF entnommen? Darf man eine nichtrepresentative Umfrage einfach so galant als ‚Blitzumfrage‘ deklarieren?

  62. 62
    Stefan says:

    Heute Heute-Journal gesehen? Die Umfrage war eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/13/0,4070,5570157–0,00.html

  63. 63
    ThomasE says:

    Danke Stefan für den Link. Mich interressierte nur die Grundlage darüber was das ZDF als ‚Blitzumfrage‘ meint. ‚Im Beitrag kam das nicht so deutlich raus. Der süffisante Unterton der Moderatorin mit dem die Bestätigung, dass auch das Volk die Entscheidung mitträgt das nun nicht mehr Berichtet wird fand ich, sagen wir mal, überheblich.

  64. 64
    Marcus says:

    Heute ist wieder ein neuer Akt im Theaterstück abgehalten worden, von dem natürlich die Zuschauer von ARD und ZDF nix mitbekommen haben: Rassmussen, Etappensieger und Träger des Gelben Trikots ist nach der heutigen Etappe mehr oder weniger abgeführt worden. Ihm wird vorgeworfen im Vorfeld dreimal für die Dopingkontrolle nicht auffindbar gewesen zu sein. Da wird einer behandelt wie ein Schwerkrimineller dem nichts aber auch gar nichts nachgewiesen ist. Im normalen Rechtsleben ist das unvorstellbar. Das ist ungefähr so als würde mich jemand, der mich dreimal zuhause nicht angetroffen hat bei nächster Gelegenheit einbuchten lassen, weil er davon ausgeht das ich in der Zeit bestimmt eine Bank überfallen habe. Das ist doch total lächerlich.

  65. 65
    Stefan says:

    Och Leute, hört doch mal auf, so einen Unsinn zu schreiben. Natürlich haben die Zuschauer von ARD und ZDF das mitbekommen — die Nachrichtensendungen (ich glaube: sämtliche) haben ausführlich darüber berichtet.

    (Und der Vergleich hinkt sehr.)

  66. 66
    Marcel says:

    „Für die Idee, Hajo Seppelt eine „Medienhure” zu nennen, gibt es wenigstens einen Originalitätspreis. Okay, für die Formulierung ARD und ZDF hätten sich „auf dem Rücken” von Ullrich u.a. „eine goldene Nase” verdient, auch.“

    also bezogen auf ard und zdf kann man das durchaus behaupten. es wird schon seinen grund gehabt haben, weshalb die ör vor allem deutsche fahrer aber auch den radsport allgemein wissentlich protegiert haben. ich sag es noch ein mal und ich kann es nicht oft genug wiederholen: im radsport wird schon immer systematisch gedopt. _immer_. dass endlich mal konsequenzen gezogen wird ist ja super, nur das wie ist mehr als beschissen. genau die, die jahrelang aus eigennutz gekungelt haben stellen sich jetzt mit dem erhobenen zeigefinger hin, fasseln was von moral und wollen von eigenen verfehlungen nichts wissen. das ist einfach zum kotzen. und wenn ich dann welche höre, die sagen „naja man sollte anerkennen dass sich ard und zdf ändern wollen“, dann kann man dies bitte auch für leute wie aldag etc fordern. aber wie immer wird mit zweierlei maß gemessen in diesem schweinesystem

  67. 67
    Stefan Wagner says:

    Hm.
    Meine erste Reaktion war auch: „Jetzt plötztlich?“

    Als ob nicht die vergangenen Wochen jedem klargemacht hätten, daß alle TdF-Fahrer gedopt sind.

    Nun, und bei der ARD wußte man das auch seit Jahren.
    Vor 4, 5 Jahren haben überführte Sportler schon als Ausrede vorgebracht, daß alle dopen.

    Das wurde dann kurz erwähnt, und weiter im Programm.

    Und jetzt fehlt den Reportern eine Sprache oder eine Haltung — das ist Teil des Problems: Geben sie sich empört, so ist es verlogen, weil sie es schon immer wußten und deckten.
    Mit den meisten Sportlern sind sie per Du, aber jetzt ist da der neue Anspruch, den sie nicht erfüllen können.
    Und das ist mir letztlich auch lieber.

    Funktionierende Kontrollen?
    Ich darf mal kurz lachen, oder?

    Bezüglich Fußball: Da habe ich mir lange eingeredet, daß da Doping nicht so viel bringt, und es deshalb seltener praktiziert wird.
    Inzwischen glaube ich auch, daß alle Bundesligaspieler systematisch dopen, weil die gleichen Gesetze gelten: Leistung, Sieg, Sponsoren, Geld und Freude.

    Aber Fußball ist tabu — ich kann mir nicht vorstellen, daß da jemand beginnt aufzuräumen.

    Es ist so schade, weil die Tour auch spannend wäre, wenn alle Fahrer 30% weniger leisteten.

  68. 68
    Marcus says:

    @65: Ich meinte natürlich ‚live‘. Und den Vergleich habe ich zugegebenermassen etwas ‚überspitzt‘ :) Ich bin halt momentan echt stinkig auf ARD & ZDF. Ich fühle mich ein bischen bevormundet.

  69. 69
    Marcus says:

    [Offtopic] Ich weiss das ist sicher die falsche Stelle dafür, aber ich möchte mal Erwähnen das ich ein grosser Stefan Niggemeier Fan bin. Wenn Sie es jetzt hier persönlich lesen: Sie haben sich mit Ihrer Online Arbeit und Aufklärung im journalistischen Bereich grosse Anerkennung erarbeitet. Ihrer ganzen Projekte auch neben dem bekannten Bildblog, das ja mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde zeugen von einem leidenschaftlichen Einsatzwillen. Mehr solche Journalisten mit einer Einstellung wie Sie sie haben und Deutschland wäre besser. Ich bewundere Ihre Arbeit und werde sie natürlich in nächster Zeit weiter verfolgen. Ich wünsche das Ihre umfangreichen Aktivitäten weiter solch grossartigen Blüten trägt und eine noch grössere Resonanz in der Allgemeinheit finden wird. (So..jetzt is aber gut!) Ich kann nur sagen: Weiter so! Grüsse, Marcus.

  70. 70
    Leeres Dreieck | Pi ist genau 3 says:

    […] Jens Voigt an die DDR erinnert kann man bei Niggemeyer kommentiert lesen. Gut, Sportler geben oft Muell von sich, auch Andreas Kloeden, der vor Kurzem behauptete er […]

  71. 71
    Marcus says:

    Um 18:56 hat Norbert König (ZDF) im Anschluss der heutigen Touretappe (Zusammenfassung des Zeitfahrens) mit folgendem Satz abmoderiert: „Die ARD und ZDF haben ja die Live-Berichterstattung abgebrochen. Laut Forschungsgruppe Wahlen finden das 59% der Deutschen gut.“ Hmm, der kann mir viel erzählen dachte ich und schaue im Impressum der Onlinepresenz dieses Institutes nach und finde folgenden Satz: „Die Arbeit des Non-Profit-Instituts wird ausschließlich aus Mitteln des ZDF finanziert.“ Tja, Herr König, die selbstfinanzierten Umfragen sind doch immernoch die besten, nicht war?

  72. 72
    Sebastian says:

    Na jetzt lassen wir aber mal die Kirche im Dorf.

    Die Forschungsgruppe Wahlen ist sicherlich nicht als „abhängig“ zu bezeichnen.

    Grundsätzlich kann man _immer_ so lange ein Forschungsinstitut mit Umfragen beauftragen, bis man die gewünschten Ergebnisse erhält. Es kommt alleine schon auf die Fragestellung an. Der Unterschied zwischen „Finden Sie dass (jetzt wo wieder einer beim Doping erwischt wurde) die Öffentlich Rechtlichen die Übertragung einstellen, in Ordnung“ mit und ohne Klammer ist beträchtlich — darüber hinaus auch die Antwortmöglichkeiten von „ja/nein“ über ein mehrstufiges Antwortmodell (fünf Stufen, zehn Stufen) und der nachträglichen Möglichkeit, die Stufen dann zusammenzufassen („… fanden die Reaktion _mehrheitlich_ gut“ wobei die Antwortmöglichkeiten 5 Stufen hatten und man die dritte Stufe schon zur Ablehnung dazuzählte, was bereits ein 60/40-Verhältnis beinhaltet).

    Wie dem auch sei, klar, vertraue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, aber ich möchte doch wohl bitten, Bild und ZDF nicht in einen Topf zu schmeißen. Die von Stefan verlinkte Umfrage „Interessieren Sie sich überhaupt für’s Radfahren“ finde ich da schon viel interessanter.

    Warum hat eigentlich noch niemand darauf hingewiesen, dass man sich dann die Übertragung von vorne herein eh hätte sparen können? Oder wenn man fragen würde „Interessieren Sie sich für Leichtathletik“ die Antworten vielleicht bei 85% „nein“ rauskommen würden oder „Interessieren Sie sich für die Handball-WM“ vor der WM bei 90% „nein“ gewesen wäre — bis wir dann im Finale standen. Oder Eishockey. Oder oder oder.

    Die Frage AN SICH ist schon total behämmert — die Antwort als Bestätigung zu werten ist sowas von lächerlich ohne einen Vergleich „Vor der Tour“ und „Jetzt“. Aber wer ist bei ARD/ZDF schon so doof, öffentlich zu zeigen, dass die Tour eigentlich gar keiner mehr sehen wollte und man trotzdem Geld dafür ausgegeben hatte.

    Wobei ich bei SPON im Moment wieder eine Zahl von 10 Millionen Euro lese, wo ich doch erst neulich was von 2,6 Millionen (für dieses Jahr) gelesen habe. Aber für 2008 hat man wohl auch schon bezahlt.

  73. 73
    zaphodia says:

    Aber Fußball ist tabu – ich kann mir nicht vorstellen, daß da jemand beginnt aufzuräumen.

    Eigentlich sollte jedem klar sein, daß generell alle Sportarten unter Generalverdacht zu stellen sind. Und ich stelle mir schon vor, wie die Lizenznehmer der Fußballbundesligarechte die Berichterstattung abbrechen, weil gedopte Fußballer in einer Kontrolle auffliegen…

    Gilt das dann auch bei der nächsten manipulierten Sportwette, die auffliegt? Auch hier gilt der Generalverdacht bei allen Sportarten, auf die gewettet werden kann…

  74. 74
    Ommelbommel says:

    @Stefan: Den Vergleich mit der Kneipe finde ich aber auch schwierig.
    Ich weiß nicht, wie ehrlich die Tour de France sich früher um Doping gekümmert hat, es hat ja immerhin immer mal wieder Enthüllungen gegeben. Aber in diesem Fall finde ich es tatsächlich etwas paradox, die Tour de France nicht mehr zu senden, weil eine Dopingprobe positiv war.
    Das Argument, dass die Proben funktionieren, finde ich gar nicht sooo schlecht.
    Um es auf das Beispiel mit der Kneipe anzuwenden: Mal angenommen, ARD und ZDF spielen jetzt Polizei und sagen, wenn in eurer Kneipe gedealt wird, machen wir sie zu. Aber jetzt ist es ja nicht an der Kneipe oder ihrem Besitzer, das Dealen einzustellen, sondern an den Dealern. Auch wenn die wissen, dass die ihre Dealerei ohne die Kneipe auch nicht läuft und entsprechend eine Verantwortung hätten, versuchen die es vielleicht trotzdem, was ja nun das Pendant zum Doping einzelner Fahrer wäre.

    Jetzt führt aber ja nicht die Polizei die Razzien durch, sondern der Wirt in deinem Beispiel. Und der schneidet sich nun ja wirklich ins eigene Fleisch, wenn er offensiv gegen Dealerei angeht. Denn käme ja die Polizei und sagte: „Was, die haben trotzdem noch gedealt? Dann machen wir die Kneipe jetzt zu.“

    In diesem Fall macht man meiner Meinung nach also wirklich die falschen Leute dafür verantwortlich, dass kriminelle Sportler kein Verantwortungsgefühl gegenüber ihrer Sportart haben. Und es funktioniert ja genau, wie der Sprecher von oben sagt: Andere Kneipen gucken nicht so genau hin (zum Beispiel Fußball) und werden nicht zu gemacht.

    Schlimm ist das ganze Gedope natürlich weiterhin und man sollte das wirklich nicht unterstützen, aber der Grund für den Ausstieg ist meiner Meinung nach wirklich schwierig. Es schafft eben wirklich problematische Anreizsysteme unter Sportverbänden.

  75. 75
    entejens says:

    und weil man einen erwischt hat, ist der radsport jetzt sauber? oh wei, da gibts ja jetzt wohl auch keinen korrupten politiker mehr?

  76. 76
    Zuschauer says:

    „Wobei ich bei SPON im Moment wieder eine Zahl von 10 Millionen Euro lese, wo ich doch erst neulich was von 2,6 Millionen (für dieses Jahr) gelesen habe. „
    Die 2,6 Mio waren für die Übertragungsrechte, während der Rest für Team, Technik, Transport etc. verwendet wurde.

  77. 77
    Dietrich Thurau says:

    Ich habe Jens Voigt als intelligenten Menschen kennengelernt. Er hat es nicht verdient, von — wahrscheinlich überwiegend dickbäuchigen — Möchtegernexperten, von denen sich auch einige hier geäußert haben, beleidigt zu werden. Und zu Michael Rasmussen, dem wahrscheinlichen Tour-de-France-Gesamtsieger 2007, muß auch mal gesagt werden, daß gegen ihn kein konkreter Beweis dafür vorliegt, daß er gedopt worden ist. Solange erwarte ich von gebildeten Leuten, die Unschuldsvermutung aufrechtzuerhalten!

  78. 78
    Marcus says:

    In beiden Punkten gebe ich Ihnen recht, und ich habe mich auch, wenn Sie meine Kommentare (siehe oben) gelesen haben deutlich auf die Seite von Voigt und Rasmussen gestellt. Grüsse an Dietrich Thurau (falls Sie der Echte sind!) :)

  79. 79
    SvenR says:

    @ Nr. 77 (Dietrich Thurau):

    Und von schlanken richtigen Experten beleidigt zu werden, hat er verdient? Super Argumentation.

    Wie blind kann man sein, wenn man nicht bemerkt, oder bemerken will, dass die „Leistungsexplosionen“ der führenden und gewinnenden Fahrer ohne Doping gar nicht möglich wären.

  80. 80
    Stefan mit f says:

    Fakten:
    Jens Voigt ist in der DDR sportlich groß geworden. Er wurde aufgrund seiner biometrischen Daten für den Radsport selektiert. Damit wurde gezielt ab diesem Zeitpunkt seine Leistung gefördert. Ein wesentlicher Aspekt war –möglicherweise anfangs ohne sein Wissen– dabei die Suplementation von leistungssteigernden Präparaten. Alles systematisch.
    Und so einer zeigt jetzt mit dem Finger auf andere?
    Lächerlich.

    Zur TdF:
    Hier geht es ja nicht mal nur um Fernsehgelder etc., sondern auch um Merchandising, um die Wirkung auf den Freizeitmarkt. Was hier an Geld durch die Sportartikelhersteller umgesetzt wird, wenn die Illusion eines sauberen Radsports aufrecht erhalten bleibt, darf nicht unterschätzt werden. Seit Jan Ullrich erfolgreich hat dieses Marktsegment wiederbelebt hat, wie vergleichbar der Tennis-Boom um Boris Becker Ende der 80er, fürchten die Hersteller natürlich um ihre Umsätze.

  81. 81
    entejens says:

    @ stefan mit f:
    „Ein wesentlicher Aspekt war –möglicherweise anfangs ohne sein Wissen– dabei die Suplementation von leistungssteigernden Präparaten. Alles systematisch. Und so einer zeigt jetzt mit dem Finger auf andere? Lächerlich.“

    ich will jens voigt nicht in schutz nehmen, da ich nicht weiß, wie seine laufbahn verlief. aber eine solche argumentation, die nur auf spekulationen beruht, ist reines stammtischniveau, leider. und was heißt hier „in der ddr sportlich groß geworden“? zu wendezeiten war er 18–19, da waren die grundlagen gelegt, das stimmt. aber sportlich groß geworden ist er erst später. wenn seine leistungsfähigkeit also auf doping beruhen sollte, dann ist diese praxis deutlich länger in nicht-ddr-zeiten realität. auch leider.
    beim anderen thema: vollste zustimmung.

  82. 82
    Stefan mit f says:

    @entejens:
    Die Karriere von Jens Voigt verlief in der Jugendzeit ähnlich der Jan Ulrichs. Ich weiß jetzt gerade nicht, wie oft er an der Spartakiade teilgenommen hat. Aber das Niveau, welches dort vorherrschte kann man nicht mit den Bundesjugendspielen vergleichen. Was auch mit dem gezielten Aufbau schon im Kindes-/Jugendalter begründet ist. Und diese Grundlagen wird er für den Rest seiner sportlichen Laufbahn mit sich tragen. Im Übrigen habe ich diese Informationen, wie damals im Jugendbereich gearbeitet wurde, aus 1. Hand eines direkt Betroffenen (in Teilen sogar bei einem Stammtisch) erhalten.

  83. 83
    entejens says:

    gut, dann sollte man das aber mit dazu schreiben, worauf das beruht (auch wenn ich der meinung bin, daß man das, was man von einem insider als information bekam, verallgemeinern kann). und welche art stammtisch meinst du denn? ;-)
    daß das leistungsniveau bei den spartaktiaden (zumindest ab bezirksebene) im allgemeinen höher lag als bei den bundesjugendspielen, ist ja bekannt und auch dem profil und den zielstellungen der veranstaltungen geschuldet. das meine ich prinzipiell ohne wertung!
    übrigens, deine formulierung „-möglicherweise anfangs ohne sein Wissen-“ impliziert, daß es später (ab wann zu ddr-zeiten auch immer) mit seinem wissen geschah. eine solche aussage im öffentlichen raum ist ohne nachweise ziemlich riskant … (ich werds aber nicht weitersagen ;-))

  84. 84
    zaphodia says:

    Gibt es denn zum Sportsystem in der DDR keine umfassende Abhandlung in Form eines Buches?

    So mit Auswertung von Akten, Interviews von Verantwortlichen, Betreuern und Betreuten, etc., sprich ein Übersichtswerk?

    Um mal eine Referenz zu haben, ohne daß immer Leute vom Hörensagen verallgemeinern müssen…

  85. 85
    entejens says:

    oh, da gibts bestimmt vieles (ich kenne allerdings nichts). allerdings sollte man diese literatur (wie auch die zu anderen themen der ddr) vorher gut recherchieren, denn es gibt notorische ddr-hasser, die (z. t. auch wider besseren wissens wie z. b. h. knabe) alles negativ beschreiben …

  86. 86
    Marcus says:

    Was liegt noch östlicher als die Ex-DDR? Genau: Kasachstan: „Astana-Profi Alexandre Vinokourov ist nach dem Einzelzeitfahren am vergangenen Samstag, das er überlegen gewonnen hat, positiv auf Fremdblutdoping getestet worden. Das Team Astana hat dies bestätigt und seine Konsequenzen gezogen: Der Rennstall steigt aus der Tour aus. Damit ist die Frankreich-Rundfahrt auch für Andreas Klöden beendet.“ (Zitat von ard.de)

  87. 87
    Stefan mit f says:

    Also bitte. Dafür hat er bestimmt ein plausible Begründung. Er war um 5 Uhr morgens noch beim Blutspenden. Für Opfer und so. Leider hat der behandelnde Arzt den „Rein/Raus“-Schalter am Transfusionsgerät verwechselt. Zufälligerweise hat dies zu einer gewissen Leistungssteigerung geführt, die sicherlich auch mit dem Verzehr von 1,5 Müsliriegeln erzielt worden wäre.

    @entejens:
    Der Stammtisch, den ich meine, war ein echter Stammtisch. Also mit Ausschank von zum Teil alkoholischen Getränken. Meine formulierung „-möglicherweise anfangs ohne sein Wissen-” haben ich deswegen gewählt, weil in einem Beitrag gelesen habe, das Hr. Voigt ein intelligenter Mensch wäre. Vermutlich habe ich mich getäuscht. Ich bin mal gespannt, wann es den Dänen erwischt. Und immer darn denken: Dänen lügen nicht.

  88. 88
    entejens says:

    @stefan: es hätte ja auch ein stammtisch mit experten sein können :-)
    ich versuche letztlich, soweit wie möglich mit fakten zu argumentieren und meine meinung als solche zu kennzeichnen, weil ich die erfahrung gemacht habe, daß viele etwas als fakten verwenden, was sie irgendwo oder irgendwie gehört/gelesen/… haben. leider zählen dazu auch manchmal journalisten …

  89. 89
    Steph says:

    Was hacken hier eigentlich alle auf Jens Voigt herum? Meiner Meinung nach ist er einer der wenigen Ehrlichen. (O.K. das hat man von anderen vorher auch gesagt) Aber trotzdem kaufe ich ihm gerade seine Unschuld ab, weil er im Interview gerade nicht so souverän ist und manchmal richtiggehend verstört wirkt (So nach dem Auffliegen Vinokourows). Außerdem werden die Sportler gerade alle mit dem Thema attackiert — irgendwann wird man da doch kirre und sagt vielleicht mal was Ungeschicktes.

  90. 90
    Andreas says:

    Jens Voigt einer der Ehrlichen? Logisch, bei der Tour 2006 hat er schließlich gefordert: Doper raus und auf den Scheiterhaufen. Fahrersprecher ist er ja auch geworden, der gute Jens. Nur doof irgendwie, dass er gar nichts zu sagen hat bzw.laut STEPH gerade immer dann „nicht so souverän und manchmal richtiggehend verstört wirkt“, wenn ihm kritische Fragen gestellt werden. Zum Beispiel bei seinem Besuch im ZDF-Sportstudio NACH den Telekom-Dopingbeichten, als er scheinbar von den Fragen zum Thema Doping total überrascht wurde. Folge: wenig souveränes Stammeln (in Stephs Worten wohl: ehrliche Betroffenheit über seine betrügerischen Kollegen), Verbreiten von Allgemeinplätzen, misslungene Ausreden (Seine Meinung zum Doping seines jetzigen CSC-Teamchefs Bjarne Riis in den 90ern: Was wisse er davon, damals war ich doch ERST 25 und NOCH vollkommen naiv) und das Runtermachen von Radfahrern, die offen über systematisches Doping im Radsport sprechen, so wie Jesus Manzano seit 2004. Voigts Meinung zu Manzano? Untalentierter spanischer Radprofi, der es zu nix gebracht hat und deswegen jetzt mit dreisten Lügen nach Öffentlichkeit heischt.

    Jens Voigt ist zweifelsfrei einer der Ehrlichen im Fahrerfeld. Schließlich ist Doping im Radsport laut Sat.1 ja auch nur eine Randerscheinung. Ehrlich.

  91. 91
    joffe says:

    es ist an dieser stelle m.E. schon sehr viel über fahrer und doping gesagt worden„„ was mich aber eigentlich zur zeit immer noch aufregt, sind die momentanen moralisten aus der journalistenzunft. zwei beispiele:
    da wird ein interview mit einem „sportbild„reporter auf eurosport zweimal gezeigt, der u.a. für die aktion „lügendetektor“ verantwortlich war. ohne widerspruch darf er rumfaseln, daß die fahrer, die gegen den lügendetektortet waren,vielleicht was zu verbergen hätten.daß einer der fahrer, die bereit waren für den test, nun wegen doping rausgeflogen ist, ist vielleicht noch ne makabre randnotiz— aber die ard, die hier immer so gelobt wrerden, nach ihrem ausstieg nun nils schumann grossen raum in der leichtathletiksendung unter dem titel „eigentlich nichts passiert und „missverständnisse“ ist ja wohl ein weiterer gipfel der gesamten heuchelei.…

  92. 92
    Ronnie Grob says:

    @joffe: Diesen Mitarbeiter von Sportbild habe ich auch gesehen. Sein Vortrag wurde von Eurosport mit „klare Worte von einem Journalisten“ eingeordnet, wenn ich das richtig wiedergebe. Er beklagte sich auch, dass ein Fahrer wie Zabel einfach nicht mit Sportbild reden wolle. Und dass sowas Schaden zufüge, entweder ihm oder dem Radsport. Warten wir mal auf die Leichtathletik-WM. Die wird ab dem 25.8. vom ZDF übertragen.

  93. 93
    franzie says:

    Das Problem ist, daß ARD und ZDF die Grundversorgung gewährleisten müssen. Dafür zahlt der Zuschauer jeden Monat 17 Euro. Den Kauf der Berliner Zeitung kann ich boykotieren, die Rundfunkgebühren bekomme ich nicht zurück. Die TDF ist nach der Fußball WM und Olympia das drittgrößte Sportereigniss und sollte somit Teil der Grundversorgung sein. Es gehört nicht zu den Aufgaben von ARD und ZDF, sich als Richter über das Ereigniss oder die Teilnehmer einzusetzen.

    Wenn sie die Rundfunkgebühren abschaffen und pay TV einsetzen können die von mir aus machen, was sie wollen.

  94. 94
    Dietrich Thurau says:

    Na jedenfalls — Grüße an Jens Voigt zum wiederholten Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour. Klasse gemacht. Herzlichen Glückwunsch auch an Erik Zabel zum Gewinn des Punktetrikots.

  95. 95
    Erste Fahrt zur Hünenburg mit GPS « Wir sind Blog says:

    […] Maps) und es die „Tour der letzten Chance“ genannt. Na ja – 1 2 3 vorbei. Auf Niggemeiers Blog hatte ich mich darüber schon ausgelassen – mehr dazu dort, das muss ich hier ja jetzt […]

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