{"id":10032,"date":"2010-08-29T15:07:03","date_gmt":"2010-08-29T13:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/?p=10032"},"modified":"2015-04-06T23:12:18","modified_gmt":"2015-04-06T21:12:18","slug":"frank-plasberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/10032\/frank-plasberg\/","title":{"rendered":"Frank Plasberg"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man den Moderator einer politischen Talkshow nach Betrachten seiner Arbeit fragen m\u00f6chte, ob er unser politisches System verstanden hat. Ob er wei\u00df, dass es auf einem Wettstreit von Ideen und Personen beruht. Und es darum merkw\u00fcrdig ist, einen Politiker wie Norbert R\u00f6ttgen, der den CDU-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen durch seine Kandidatur um den Parteivorsitz die M\u00f6glichkeit gibt, eine Wahl zu treffen, fast als eine Art selbstm\u00f6rderischen Irren darzustellen. Die Redaktion hat sogar eine fiktive &#8222;Bild&#8220;-Schlagzeile vom Tag nach der m\u00f6glichen Niederlage R\u00f6ttgens gebastelt, damit Plasberg ihn fragen kann, ob er sich das auch gut \u00fcberlegt hat.<\/p>\n<p>Oder der Einspielfilm, in dem gezeigt wurde, dass auch gegen umweltvertr\u00e4gliche Arten der Energiegewinnung immer irgendwo Natursch\u00fctzer demonstrieren &#8211; als sei das keine Binse, als best\u00fcnde Politik nicht immer daraus, Abw\u00e4gungen zu treffen, als belege der Protest gegen ein Wasserkraftwerk irgendwo, dass die Technik auch nicht vertr\u00e4glicher ist als Atomkraft.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsste mal die Eierlik\u00f6r-Vorr\u00e4te in der Redaktion von &#8222;Hart aber fair&#8220; kontrollieren, oder welche Drogen auch immer zu der Idee gef\u00fchrt haben, dem Umweltminister drei Landschaftsaufnahmen von Br\u00fccken zu zeigen, damit er ausw\u00e4hlt, welche seiner Vorstellung vom Einsatz der Atomenergie als Br\u00fccken-(!)-Technologie entspricht (Plasberg: &#8222;A, B oder C, Herr R\u00f6ttgen!&#8220;).<\/p>\n<p>Es war eine l\u00e4cherliche einhundertste Sendung im Ersten, die wie eine doppelte Karikatur wirkte. Eine Karikatur auf eine Berichterstattung \u00fcber Politik, die nur noch daraus besteht, Haltungsnoten zu verteilen. Jeden der erstaunlich zahlreichen Versuche seiner G\u00e4ste, \u00fcber Inhalte zu reden, blockte Plasberg ab und f\u00fchrte die Diskussion auf Stilfragen zur\u00fcck. Und eine Karikatur auf das, was aus &#8222;Hart aber fair&#8220; geworden ist: Die Karnevalsversion einer politischen Talkshow, bestehend nur aus M\u00e4tzchen und einer endlosen Abfolge von T\u00e4-t\u00e4\u00e4\u00e4s. Plasberg stellte R\u00f6ttgen mit ernster Sinnlosigkeit Fragen wie: &#8222;Welche Note w\u00fcrden Sie sich in Rhetorik geben&#8220; und: &#8222;K\u00f6nnen Sie Kanzler&#8220; &#8211; und legte dann treuherzig nach, warum es &#8222;politischer Selbstmord&#8220; f\u00fcr einen Politiker w\u00e4re, die Frage zu beantworten, als w\u00e4re seine Redaktion nicht die erste, die ein entsprechend selbstbewusstes Bekenntnis einem Gast in einem lustigen Einspielfilm immer wieder als selbstm\u00f6rderische Hybris vorhalten w\u00fcrde&#8230;<\/p>\n<p>&#8230; was zuf\u00e4llig ein Begriff ist, der einem einfallen kann, wenn man die Interviews liest, die Plasberg zur Jubil\u00e4umsshow gegeben hat. Nat\u00fcrlich entspricht es dem \u00fcblichen Medienzyklus, dass viele Kritiker den Mann nach Jahren des Lobs jetzt nicht mehr gut finden. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht stimmt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" align=\"right\" style=\"border:0;\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/961642023a4d46aca1fd2ad4e9851f94\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man den Moderator einer politischen Talkshow nach Betrachten seiner Arbeit fragen m\u00f6chte, ob er unser politisches System verstanden hat. Ob er wei\u00df, dass es auf einem Wettstreit von Ideen und Personen beruht. 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