{"id":12511,"date":"2012-01-09T15:55:49","date_gmt":"2012-01-09T14:55:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/?p=12511"},"modified":"2012-01-10T11:16:15","modified_gmt":"2012-01-10T10:16:15","slug":"vom-glueck-bild-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/12511\/vom-glueck-bild-zu-sein\/","title":{"rendered":"Vom Gl\u00fcck, &#8222;Bild&#8220; zu sein"},"content":{"rendered":"<p>Ich frage mich, ob man als &#8222;Bild&#8220;-Zeitung-Macher manchmal darunter leidet, dass man es zu leicht hat. Man kann heute alle Register eines unseri\u00f6sen Schmuddelblattes ziehen, und sich morgen wieder als seri\u00f6se Zeitung geben. Man hat die Wahl, Dinge zu ver\u00f6ffentlichen, Dinge nicht zu ver\u00f6ffentlichen und Dinge zu ver\u00f6ffentlichen, ohne sie zu ver\u00f6ffentlichen. Man kann es mit der Wahrheit ganz genau nehmen oder schon das Konzept &#8222;Wahrheit&#8220; an sich als eine Erfindung von Korinthenkackern abtun. Man muss niemandem Rechenschaft ablegen oder tut es einfach nicht. Und keine Sekunde muss man sich um sein dummes Geschw\u00e4tz von gestern k\u00fcmmern. <\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Fangen wir der Einfachheit halber ganz hinten an: Beim Auftritt von Nikolaus Blome bei <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/guentherjauch\/guentherjauch149.html\">G\u00fcnther Jauch gestern abend<\/a>. Blome ist der stellvertretende Chefredakteur der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung. Sein Dackelblick ist in den vergangenen Monaten so etwas wie das menschliche Antlitz von &#8222;Bild&#8220; in der \u00d6ffentlichkeit geworden. <\/p>\n<p>Auch bei Jauch hatte er es leicht. Niemand wollte so recht die Rolle der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung in dem Spektakel der letzten Wochen thematisieren; es ging um Wulff.<\/p>\n<p>Immerhin stellte jemand eine berechtigte Frage: Warum es zwei Wochen gedauert hat, bis Wulffs angebliche Droh-Nachricht auf der Mailbox von &#8222;Bild&#8220;-Chef Kai Diekmann an die \u00d6ffentlichkeit kam. <\/p>\n<p>Blome hatte einen originellen Erkl\u00e4rungsversuch: Er vermutet, dass der Ausl\u00f6ser die Kritik von Bundestagspr\u00e4sident Norbert Lammert gewesen sei, <a href=\"http:\/\/www.noz.de\/deutschland-und-welt\/politik\/59768994\/bundestagspraesident-lammert-kritisiert-medien-im-fall-wulff\">der es an Silvester gewagt hatte zu sagen<\/a>: &#8222;Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufkl\u00e4rung interessierten Berichterstattung.&#8220; Daraufhin, so Blomes These, h\u00e4tten die sich zu Unrecht angegriffen f\u00fchlenden Journalisten die Mailbox-Sache in die \u00d6ffentlichkeit gebracht. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem, f\u00fcgte er hinzu, sei die Geschichte mit der Nachricht auf der Mailbox ja erst richtig gro\u00df geworden, nachdem Wulff selbst in seinem Interview in ARD und ZDF dar\u00fcber geredet und ihren Inhalt &#8212; Blomes Ansicht nach &#8212; falsch dargestellt habe, n\u00e4mlich als blo\u00dfen Versuch, einen Tag Aufschub herauszuhandeln. <\/p>\n<p>Ich glaube, dass es einen Menschen auf Dauer deformiert, wenn er so etwas sagen kann, ohne dass er schallendes Gel\u00e4chter erntet oder ihm jemand sachte die Hand auf den Arm legt und sagt: &#8222;Herr Blome? Der Bundespr\u00e4sident musste das Interview \u00fcberhaupt nur geben, weil der \u00f6ffentliche Druck so gro\u00df geworden war, nachdem die Sache mit der Mailbox an die \u00d6ffentlichkeit gekommen war.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine bizarre Situation: In der ARD-Talkshow zitiert Jauch, was der &#8222;Spiegel&#8220; unter Berufung auf Springer \u00fcber Wulffs Anrufe bei Diekmann und Vorstandschef Mathias D\u00f6pfner schreibt, und fragt Blome, ob das richtig sei. Was der &#8222;Spiegel&#8220; schreibt. Was er von Springer wei\u00df. Und Blome best\u00e4tigt es. <\/p>\n<p>Die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung fragt \u00f6ffentlich beim Bundespr\u00e4sidenten an, ob sie den Wortlaut seiner Mailbox-Nachricht ver\u00f6ffentlichen darf. Als er Nein sagt, verzichtet sie, ganz das hyperseri\u00f6se Blatt, auf eine Ver\u00f6ffentlichung. <\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt haben Springer-Leute anderen Journalisten ausf\u00fchrlich aus der Abschrift der Nachricht am Telefon vorgelesen &#8212; unter der Ma\u00dfgabe, nicht vollst\u00e4ndig mitzuschreiben und das Gespr\u00e4ch nicht aufzuzeichnen. <\/p>\n<p>Die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung feuert die Munition, die ihr der Bundespr\u00e4sident in seiner Dummheit geliefert hat, nicht selbst ab. Sie reicht sie an andere weiter. Sie kann nach dem gro\u00dfen Knall ihre H\u00e4nde vorzeigen: keine Schmauchspuren.<\/p>\n<p>Sie muss sich keinen Fragen stellen, ob es wom\u00f6glich ein Vertrauensbruch war, Details aus der Nachricht zu ver\u00f6ffentlichen, wenn Diekmann doch gegen\u00fcber Wulff die Sache nach einer Entschuldigung als erledigt bezeichnet hatte. Sie hat sie ja nicht ver\u00f6ffentlicht. Au\u00dfer doch. <\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Letztens hat mich ein Kollege gefragt, wer eigentlich der B\u00f6se in der Geschichte sei, &#8222;Bild&#8220; oder Wulff. Das ist die falsche Frage und in Wahrheit gar keine Alternative. Klar ist, wer der Depp ist und wer der klug Handelnde.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Ich verstehe den Frust dar\u00fcber, in welchem Ma\u00dfe sich die Berichterstattung auf den Bundespr\u00e4sidenten konzentriert und wie wenig sie sich um die Rolle von &#8222;Bild&#8220; k\u00fcmmert. Es gibt daf\u00fcr aber immerhin einen guten Grund: Es geht auf der einen Seite um die Anspr\u00fcche an das deutsche Staatsoberhaupt und auf der anderen Seite nur um die an eine Boulevardzeitung.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Wir haben in den vergangenen Wochen einiges Neues \u00fcber den Charakter von Christian Wulff gelernt. Und nichts Neues \u00fcber den Charakter der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung.  <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann man sich, wenn man will, dar\u00fcber emp\u00f6ren, dass das, was man Kai Diekmann auf die Mailbox spricht, nicht vertraulich bleibt. Oder, alternativ, dass Diekmann nicht die Eier hat, die Grenz\u00fcberschreitung selbst \u00f6ffentlich zu machen und mit offenem Visier zu k\u00e4mpfen. Aber hat irgendjemand etwas anderes von Kai Diekmann erwartet?<\/p>\n<p>Es mag allerdings sein, dass Wulff Grund zur Annahme hatte, er k\u00f6nne sich diese Art der Einflussnahme erlauben. Vielleicht hat das fr\u00fcher geklappt, Freundschaftsdienste auf diese Weise einzufordern. Auch das d\u00fcrfte &#8212; angesichts der Art, wie &#8222;Bild&#8220; f\u00fcr Wulff PR gemacht hat und wie sehr Wulff der &#8222;Bild&#8220; Exklusiv-Geschichten geschenkt hat &#8212; niemanden wundern.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Erinnert sich noch jemand an das Jahr 2004, als der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte die Pressefreiheit in Deutschland abschaffte? Durch das sogenannte &#8222;Caroline-Urteil&#8220; wurde das Recht eingeschr\u00e4nkt, \u00fcber Privates aus dem Leben von Prominenten zu berichten, wenn es keinem anderen Interesse dient als der Sensation oder Unterhaltung. Siebzig Chefredakteure riefen damals <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print-welt\/article337296\/Herr_Bundeskanzler_stoppen_Sie_die_Zensur.html\">in einem offenen Brief<\/a> &#8222;Zensur!&#8220;, weil die &#8222;wichtigste Aufgabe der freien Presse, den M\u00e4chtigen auf die Finger zu schauen, massiv behindert&#8220; werde. Es unterschrieben in einem der traurigsten Akte fehlgeleiteter journalistischer Solidari\u00e4t unter anderem die Chefredakteure von &#8222;Spiegel&#8220;, &#8222;Stern&#8220;, &#8222;Playboy&#8220;, &#8222;Das neue Blatt&#8220;, &#8222;Neue Post&#8220;, &#8222;Das Haus&#8220; und nat\u00fcrlich &#8222;Bild&#8220; und &#8222;Bild am Sonntag&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Bild&#8220; belie\u00df es nicht dabei. \u00d6ffentlichkeitswirksam <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/180\/hof-ohne-berichterstatter\/\">k\u00fcndigte Kai Diekmann damals an<\/a>, Konsequenzen aus dem Urteil zu ziehen und bis auf weiteres auf Homestories \u00fcber Politiker zu verzichten. Nach dem &#8222;Maulkorburteil&#8220; sei unklar, was an kritischer Berichterstattung noch erlaubt sei. &#8222;Deshalb m\u00fcssen wir umgekehrt beim Leser jetzt von vornherein jeden Anschein vermeiden, wir w\u00fcrden mit eingebauter Schere im Kopf nur noch Hofberichterstattung betreiben.&#8220;<\/p>\n<p>Das war damals schon l\u00e4cherlich. Und keine zwei Jahre sp\u00e4ter begann in &#8222;Bild&#8220; der gro\u00dfe (inzwischen abgeschlossene) Liebesroman &#8222;Christian Wulff und sein perfektes Privatleben&#8220;, mit Berichten \u00fcber neue Wohnungen, neue Frisuren,  neue Kinder, neues Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte &#8222;Bild&#8220; dabei die Schere im Kopf. Es war die ganz eigene Schere der kalkulierten Hofberichterstattung \u00fcber Menschen, die sich auf das Spiel von &#8222;Bild&#8220; einlassen und ihr den Stoff geben, den sie begehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Als Nikolaus Blome von G\u00fcnther Jauch gefragt wurde, ob man an der Berichterstattung \u00fcber Wulff &#8212; erst rosarot verkl\u00e4rt, dann gnadenlos vernichtend &#8212; das ber\u00fcchtigte Aufzugs-Prinzip von &#8222;Bild&#8220; erkennen k\u00f6nnte, antwortete der &#8222;Bild&#8220;-Mann erst mit einer witzig gemeinten Bemerkung dar\u00fcber, dass es in der Axel-Springer-Zentrale in Berlin einen Paternoster gebe. Dann fand er es abwegig, und meinte das offenbar leider nicht mehr als Witz, dass man &#8222;Bild&#8220; vorwerfe, aus der &#8222;eher glimpflichen Scheidung&#8220; der Wulffs &#8222;keine Schlammschlacht&#8220; gemacht zu haben. Und schlie\u00dflich sagte er noch, dass einige der PR-Schlagzeilen, die &#8222;Bild&#8220; Wulff in den Zeiten bester Zusammenarbeit schenkte und die Jauch gezeigt hatte, blo\u00df aus den Regionalausgaben von &#8222;Bild&#8220; stammten. Blome sagte die Unwahrheit. Jede der gezeigten Geschichten war in der Bundesausgabe. <\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Es ist schon richtig, dass an einen Bundespr\u00e4sidenten andere Anspr\u00fcche an Ehrlichkeit zu stellen sind als an den stellvertretenden Chefredakteur einer Boulevardzeitung. Das bedeutet aber nicht, dass man ihm und seinem Blatt jede L\u00fcge, jeden schmierigen Trick, jede irrwitzige Pose einfach durchgehen lassen muss.<\/p>\n<p>Ein chronischer L\u00fcgner und Trickser beschuldigt jemanden, zu l\u00fcgen und zu tricksen. Das ist selbst dann ekelhaft, wenn der Vorwurf &#8212; wie offenbar in diesem Fall &#8212; stimmt. Deshalb hat die langj\u00e4hrige Freundin von Wulff Recht, wenn sie bei Jauch r\u00fchrend hilflos fomuliert, sie m\u00f6chte in keinem Land leben, in dem die &#8222;Bild&#8220;-Zeitung bestimmt, was Moral und was richtig ist. <\/p>\n<p>Und deshalb ist der Eindruck so verheerend, dass andere Medien sich von &#8222;Bild&#8220; haben einspannen lassen, der &#8222;Bild&#8220;-Geschichte an den entscheidenden Stellen die eigene Seri\u00f6sit\u00e4t leihen und Seite an Seite mit &#8222;Bild&#8220; k\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>&#8222;Es gab keinen Bruch&#8220; in der Beziehung zwischen &#8222;Bild&#8220; und Wulff, heuchelte Blome. Das ist sowohl angesichts der real existierenden Berichterstattung von &#8222;Bild&#8220; als auch angesichts von Wulffs Nachricht auf der Mailbox offenkundig unwahr. Blome meint nat\u00fcrlich, dass es nie eine innige Beziehung zu Wulff zum beiderseitigem Vorteil gegeben habe. <\/p>\n<p>Das Problem ist, dass bis heute unklar ist, was den Bruch ausgel\u00f6st hat. Es k\u00f6nnte einen konkreten Anlass gegeben haben; vielleicht war es auch blo\u00df die Abw\u00e4gung von &#8222;Bild&#8220;, dass sich inzwischen ein exklusiver Zugang zu Wulff samt sch\u00f6ner Geschichten weniger lohnt als die M\u00f6glichkeit, sich an die Spitze seiner Kritiker zu setzen.<\/p>\n<p>Das ist eine gr\u00f6\u00dfere Leerstelle in der Geschichte und sie korrespondiert mit vielen kleinen Leerstellen, die der Springer-Verlag gelassen hat. Eine Woche lang musste sich die Nation ein Urteil \u00fcber eine Nachricht von Christian Wulff erlauben, das allein auf einzelnen kurzen Satzfetzen beruhte, die der Springer-Verlag lanciert oder freigegeben hat. Offenbar hat bis jetzt noch niemand au\u00dferhalb des Springer-Verlages die Nachricht selbst geh\u00f6rt. Quelle ist allein eine Abschrift des Telefonates.  <\/p>\n<p>Dadurch, dass &#8222;Bild&#8220; das Gespr\u00e4ch nicht vollst\u00e4ndig ver\u00f6ffentlicht hat, sch\u00fctzte das Blatt nicht Wulff, sondern maximierte den Schaden, weil es die Ver\u00f6ffentlichung weitgehend steuern und die Interpretation beeinflussen konnte. (Dass der Bundespr\u00e4sident dann die geschickt sp\u00e4ter nachgeschobene Bitte von &#8222;Bild&#8220;, die Nachricht nun auch offiziell ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen, ablehnte, spricht nat\u00fcrlich wieder f\u00fcr seine umfassende Ungeschicklichkeit und Dummheit in dieser Sache.)<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselmoment in der Aff\u00e4re ist, als der sp\u00e4ter entlassene Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker den &#8222;Bild&#8220;-Reporter Martin Heidemanns am 6. Dezember ins Schloss Bellevue bittet. Er will die Ger\u00fcchte ausr\u00e4umen, dass der zwielichtige Unternehmer Carsten Maschmeyer hinter dem Kredit f\u00fcr sein Haus steckt, und deshalb &#8222;Bild&#8220; verraten, von wem das Geld wirklich stammt. <\/p>\n<p>Das Dokument, mit dem &#8222;Bild&#8220; von der Verbindung zu den Geerkens erfuhr und die Frage aufwerfen konnte, ob Wulff das nieders\u00e4chsische Parlament 2010 belogen hat, bekam das Blatt also vom Pr\u00e4sidentensprecher selbst. Strittig ist, unter welchen Voraussetzungen: Wulff sagt, Heidemanns habe versprochen, den Namen des Kreditgebers nicht zu nennen. Das erkl\u00e4rt vermutlich auch seinen Zorn und seine Drohung mit strafrechtlichen Schritten. Heidemanns sagt, er habe vor Ort diese Forderung ausdr\u00fccklich abgelehnt, und Glaesekers habe ihm das Dokument dann trotzdem gezeigt.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nat\u00fcrlich nicht, wer die Wahrheit sagt. Aber ich wei\u00df, wer Martin Heidemanns ist. Er ist bei Menschen, die mit ihm zu tun haben mussten, ein besonders verhasster &#8222;Bild&#8220;-Mann. Seine Drohungen und auf die Betroffenen erpresserisch wirkenden Methoden sind ber\u00fcchtigt. <\/p>\n<p>Und auf diesen Mann glaubt der Bundespr\u00e4sident seine Entlastungsstrategie aufbauen zu k\u00f6nnen? Ihm l\u00e4sst er die entscheidenden Dokumente zeigen? Ich wei\u00df nicht, ob Heidemanns Stillschweigen versprochen hat oder nicht. Es ist aber auch vollst\u00e4ndig egal, da man schon au\u00dferordentlich blau\u00e4ugig sein muss, um ihm zu trauen.<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Christian Wulff ist, das zeigt auch dieses Detail, nicht dar\u00fcber gestolpert, dass er sich mit &#8222;Bild&#8220; angelegt hat, sondern dar\u00fcber, dass er immer noch glaubte, mit ihr gemeinsame Sache machen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn das w\u00e4re eine verheerende Lehre, die Prominente und Politiker aus der ganzen Geschichte ziehen k\u00f6nnten: Dass es so t\u00f6dlich ist, wie man immer schon angenommen hat, sich mit &#8222;Bild&#8220; anzulegen. Nein, t\u00f6dlich ist es, zu glauben, einen Pakt mit der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen und davon am Ende profitieren zu k\u00f6nnen. Im Zweifel wird nur einer von beiden von einem solchen Pakt profitieren, und das ist derjenige, der es sich erlauben kann zu tricksen und zu l\u00fcgen, heute mit Schlamm zu werfen und morgen seri\u00f6s zu tun, keine Rechenschaft ablegen zu m\u00fcssen und sich keine Sekunde um sein Geschw\u00e4tz von gestern k\u00fcmmern zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">&#183;  &#183;  &#183;<\/p>\n<p>Leseempfehlungen:<\/p>\n<div class=\"kenkel\">\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3791\">Michael Spreng: &#8222;Am Tropf von BILD&#8220;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.noz.de\/deutschland-und-welt\/politik\/59944123\/die-peinlichkeiten-des-praesidenten-und-die-probleme-der-presse\">&#8222;Neue Osnabr\u00fccker Zeitung&#8220;: &#8222;Die Peinlichkeiten des Pr\u00e4sidenten und die Probleme der Presse&#8220;<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/kritik-an-bundespraesident-wulff-wider-die-masslosigkeit-1.1252992\">Heribert Prantl: &#8222;Wider die Ma\u00dflosigkeit&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich frage mich, ob man als &#8222;Bild&#8220;-Zeitung-Macher manchmal darunter leidet, dass man es zu leicht hat. 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