{"id":14779,"date":"2010-04-11T01:05:15","date_gmt":"2010-04-10T23:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/?p=14779"},"modified":"2013-01-21T01:07:53","modified_gmt":"2013-01-21T00:07:53","slug":"annette-frier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/14779\/annette-frier\/","title":{"rendered":"Annette Frier"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re es albern, sie als eine &#8222;Entdeckung&#8220; zu bezeichnen. Wer Annette Frier und ihr schauspielerisches und kom\u00f6diantisches K\u00f6nnen bislang nicht entdeckt hat, muss schon sehr angestrengt nicht aufgepasst haben beim Fernsehgucken in den vergangenen zehn Jahren. Sie brachte ein Funkeln in die Serien, Shows und Filme, bei denen sie mitspielte, eine ganze eigene Kombination von ironischer Distanz und Lebensfreude. Und Witz, nat\u00fcrlich. Aber tats\u00e4chlich schien es oft, als w\u00fcrde das gar nicht genug bemerkt.<\/p>\n<p>Doch wenn sich das Fernsehvolk ab morgen nicht endlich kollektiv in sie verliebt, ist ihm auch nicht zu helfen. Ab morgen (Sat.1, 21.15 Uhr) spielt Annette Frier in der gleichnamigen Serie Danni Lowinski, eine Frau aus kleinen Verh\u00e4ltnissen, die keine Lust mehr hatte, Friseurin zu sein, auf dem zweiten Bildungsweg Anw\u00e4ltin wurde, aber statt einer Stelle in einer Kanzlei nur einen Platz zwischen dem Eingang zum Parkhaus und dem Schl\u00fcsseldienst in einer Einkaufspassage fand, wo sie nun f\u00fcr ein Euro die Minute ihre Dienste anbietet. Diese Danni ist nat\u00fcrlich ein typisches Seriengesch\u00f6pf mit ihrer Kombination aus Dreistigkeit und Unsicherheit, wie sie abwechselnd ihre im t\u00e4glichen Kampf ums \u00dcberleben gest\u00e4hlte Lebenserfahrung ausspielt und an der Welt verzweifelt. Aber Annette Frier macht diese Figur auch in ihren unwahrscheinlichen Momenten realistisch und lebendig und wahr, gibt ihr eine angenehme nat\u00fcrliche Prolligkeit &#8211; und l\u00e4sst einen \u00fcber einige papphafte Nebenfiguren, Inszenierungen und vor allem Kulissen hinwegsehen. <\/p>\n<p>Wenn es sich nicht nach einer Beleidigung anh\u00f6ren w\u00fcrde, k\u00f6nnte man sagen: Sie passt wunderbar zu Sat.1. Annette Frier und &#8222;Danni Lowinski&#8220; sind so, wie der chronisch nach seiner Identit\u00e4t suchende Sender sein m\u00fcsste: warmherzig und leicht, aber nicht glatt und doof. Das Sch\u00f6ne an den Geschichten ist, dass sie bei aller M\u00e4rchenhaftigkeit erkennbar im Hier und Jetzt spielen, auch das soziale Millieu der Zukurzgekommenen aus der Hochhaussiedlung wirkt nicht karikiert oder aufgesetzt. Die 1-Euro-Anw\u00e4ltin lebt hier in einer winzigen Wohnung mit ihrem behinderten Vater, und dass das bei aller Grundsympathie f\u00fcreinander h\u00e4ufig ein Alptraum ist, verschweigt die Serie auch nicht.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist das Gute am Armsein&#8220;, ruft die trotzig-naive Danni ihrem arroganten Porsche-Kollegen zu: &#8222;Man hat so wenig zu verlieren.&#8220; Aber dann steht sie neben einer 16-J\u00e4hrigen, die sich um ihre kleinen Geschwister k\u00fcmmern muss, weil die Mutter gestorben und der Vater \u00fcberfordert und gewaltt\u00e4tig ist, und das Aufmunterndste, das sie ihr sagen kann, ist: &#8222;Im n\u00e4chsten Leben wird&#8217;s vielleicht einfacher. Aber durch das hier m\u00fcssen wir noch durch.&#8220; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re es albern, sie als eine &#8222;Entdeckung&#8220; zu bezeichnen. Wer Annette Frier und ihr schauspielerisches und kom\u00f6diantisches K\u00f6nnen bislang nicht entdeckt hat, muss schon sehr angestrengt nicht aufgepasst haben beim Fernsehgucken in den vergangenen zehn Jahren. Sie brachte ein Funkeln in die Serien, Shows und Filme, bei denen sie mitspielte, eine ganze eigene Kombination<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14779"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14779"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14779\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14781,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14779\/revisions\/14781"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}