{"id":21943,"date":"2015-08-12T15:40:57","date_gmt":"2015-08-12T13:40:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/?p=21943"},"modified":"2015-08-12T15:46:04","modified_gmt":"2015-08-12T13:46:04","slug":"das-kleine-ding-ist-ratzfatz-verputzt-eine-romanze-mit-bruschetta-nudeln-jan-boehmermann-und-penis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/21943\/das-kleine-ding-ist-ratzfatz-verputzt-eine-romanze-mit-bruschetta-nudeln-jan-boehmermann-und-penis\/","title":{"rendered":"&#8222;Das kleine Ding ist ratzfatz verputzt&#8220;: Eine Romanze mit Bruschetta, Nudeln, Jan B\u00f6hmermann und Penis"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/wp-content\/tvroman.jpeg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<blockquote><p>Ein Sommerabend in K\u00f6ln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit diesem unscheinbaren Satz beginnt die Beschreibung einer gro\u00dfen, schicksalshaften Begegnung. Thomas L\u00fcckerath, Chefredakteur des Branchendienstes DWDL, hat den ZDF-Moderator Jan B\u00f6hmermann getroffen. Es war nicht ihr erstes Mal. Es gab eine ungerade Zahl von Bruschettas. Und das Tiramisu ging aufs Haus. <\/p>\n<p>Sie sprechen scheinbar \u00fcber Fernsehen, Radio, Spotify und &#8222;die Sicherstellung von unabh\u00e4ngiger Berichterstattung in einem Medienmarkt mit begrenzten Frequenzen und brachliegender medialer Infrastruktur&#8220;. Aber in Wahrheit geht es um mehr. Was da passiert, an diesem Sommerabend in K\u00f6ln-Ehrenfeld, geht viel, viel tiefer.<\/p>\n<p>Thomas L\u00fcckerath l\u00e4sst uns Anteil nehmen an der Magie dieses Abends. Er sch\u00e4mt sich der Gef\u00fchle und der kaltwerdenden Nudeln nicht. Er hat einen <a href=\"http:\/\/www.dwdl.de\/interviews\/52152\/wir_wollen_zdfneo_und_das_zdf_nach_vorne_ficken\/page_0.html\">kleinen, gro\u00dfen Schicksals-Roman verfasst<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/lueckerath\/status\/631444524536057856\">&#8222;reich an Zwischent\u00f6nen&#8220;<\/a>. <\/p>\n<p>Ich hab ihn blo\u00df um die unn\u00f6tigen Interviewpassagen und einen \u00fcberfl\u00fcssigen Flirt mit der Kellnerin gek\u00fcrzt. Stellen Sie sich die folgenden Passagen bitte mit dezenter Klaviermusik und vorgetragen von William Cohn vor. <\/p>\n<p><b>1. Akt. Einmal Cola, einmal light.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>Ein Sommerabend in K\u00f6ln. F\u00fcnf Jahre nach unserem ersten Gespr\u00e4ch &#8211; damals noch lange vor &#8222;Roche &#038; B\u00f6hmermann&#8220;, geschweige denn &#8222;Neo Magazine Royale&#8220; &#8211; sitzen Jan B\u00f6hmermann und ich wieder auf einen Plausch zusammen. Damals war es nachmittags ein Eis in der K\u00f6lner Innenstadt. Diesmal ein Abendessen bei einem Italiener in K\u00f6ln-Ehrenfeld. <\/p>\n<p>Wir bestellen eine gro\u00dfe Flasche Wasser sowie einmal Cola (Jan), einmal Cola Light (ich). Jan wusste schon aufm Weg ins Restaurant was er nimmt: Spaghetti Bolognese. Ich nehme Salat mit Krabben. &#8222;Und Bruschettas vorweg. Das k\u00f6nnen wir uns teilen&#8220;, schl\u00e4gt Jan vor. Die gl\u00fcckliche, drollige Kellnerin holt unsere Getr\u00e4nke. <\/p>\n<p>&#8222;Ich dreh das mal so. Das macht mich nerv\u00f6s. Das Mikrofon ist ja auf der anderen Seite. Nachher verstehst du gar nicht, was ich hier sage&#8220; Jan dreht das auf dem Tisch liegende iPhone, mit dem ich aufnehme, n\u00e4her zu sich.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>2. Akt: Drei Bruschetta f\u00fcr zwei.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>Die Bruschettas kommen. &#8222;Ja, hier. Einfach in die Mitte&#8220;, sagt Jan. Drei Scheiben f\u00fcr zwei Personen. Sehr clever. Nervenkitzel f\u00fcr Benimm-Fanatiker: Wer krallt sich jetzt das dritte Bruschetta? Jan redet weiter, jeder greift sich erst einmal ein Bruschetta und eine Serviette. <\/p>\n<p>&#8222;Greif zu&#8220;, biete ich an. Jan guckte so sehns\u00fcchtig auf das einsame, letzte Bruschetta auf dem Teller in der Mitte. &#8222;Du hast es Dir heute sicher verdient.&#8220; &#8222;N\u00f6, gar nicht&#8220;, sagt Jan. &#8222;Ich bin heute erst aus\u2019m Urlaub zur\u00fcck gekommen. Aber danke!&#8220; Das kleine Ding ist ratzfatz verputzt.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>3. Akt: Jan schluckt.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>Unser Essen kommt. <\/p>\n<p>Jan dreht seine Nudeln, ich picke die Krabben aus meinem Salat. Das Gespr\u00e4ch wird langsamer. Wir machen trotzdem, was man nicht tut: Reden mit vollem Mund weiter. H\u00f6rt ja keiner. Ist ja f\u00fcr ein schriftliches Interview. <\/p>\n<p>Der Satz bleibt erst einmal lange stehen. Wir essen. Bei unserem allerersten Gespr\u00e4ch vor f\u00fcnf Jahren war die Karriere bei ZDFneo bzw. ZDF noch nicht absehbar. Jan war gerade einer der gelegentlichen Sidekicks von Harald Schmidt. Ich frage, wie er seine letzten f\u00fcnf Jahre umschreiben w\u00fcrde. Als Achterbahn-Fahrt? Jan \u00fcberlegt, kaut, schluckt und antwortet.<\/p>\n<p>Mein Salat war ja ohnehin kalt, aber Jans Nudeln m\u00fcssten es bald auch sein. Beim Interview essen ist auch schwierig.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>4. Akt: Penis geht immer.<\/b><\/p>\n<blockquote><p>Wir sind fertig. Unsere Teller werden abger\u00e4umt. <\/p>\n<p>Unsere Kellnerin kommt pl\u00f6tzlich mit einer Portion Tiramisu aufs Haus an unseren Tisch. Eine Portion und zwei L\u00f6ffel. &#8222;Wir sind ja in K\u00f6ln, da kann man das ja so machen&#8220;, sagt sie. Was f\u00fcr ein Spruch. Aber das Tiramisu schmeckt &#8211; und geht auf&#8217;s Haus. <\/p>\n<p>Unsere Kellnerin kam kurz darauf dann noch auf das versprochene Autogramm zur\u00fcck. Es waren pl\u00f6tzlich sogar zwei &#8211; einmal f\u00fcr sie selbst und noch eins f\u00fcr einen Kollegen, der sich nicht traute selbst zu fragen. Jan signiert zweimal auf dem Kellnerblock. Bei dem Autogramm f\u00fcr den Kollegen malt er einen Penis daneben. Mir rutscht ein &#8222;Aaaahja&#8220; heraus. Jan sagt: &#8222;Penis geht immer&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dwdl.de\/interviews\/52152\/wir_wollen_zdfneo_und_das_zdf_nach_vorne_ficken\/page_0.html\">E N D E .<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Sommerabend in K\u00f6ln. Mit diesem unscheinbaren Satz beginnt die Beschreibung einer gro\u00dfen, schicksalshaften Begegnung. Thomas L\u00fcckerath, Chefredakteur des Branchendienstes DWDL, hat den ZDF-Moderator Jan B\u00f6hmermann getroffen. Es war nicht ihr erstes Mal. Es gab eine ungerade Zahl von Bruschettas. Und das Tiramisu ging aufs Haus. 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