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Stefan Niggemeier | Was im WDR-Duden unter „Transparenz“ steht

Was im WDR-Duden unter „Transparenz“ steht

von Boris Rosenkranz
16 Okt 14
16. Oktober 2014

Das Wort „Transparenz“ stand 1915 erstmals im Duden. Jetzt, knapp 100 Jahre später, ist es zum Modewort geworden, auch in den Sendeanstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. ARD und ZDF versprechen seit einiger Zeit, transparenter zu arbeiten, laut Duden also: nachvollziehbarer bzw. durchschaubarer, auch weil das von außen so eingefordert wird. Und vereinzelt geschieht das nun auch: Die Sender öffnen sich langsam. Beim WDR allerdings haben sie einen eigenen Duden.

Titelgraphik "Die schönsten Bauernhöfe Deutschlands" (ARD)

Vor zwei Jahren produzierte der Sender drei Ranking-Shows, die im Ersten ausgestrahlt wurden. Der WDR kürte „Die schönsten Bauernhöfe/Städte/Schlösser Deutschlands“, präsentiert in je zwei Folgen mit insgesamt 30 Plätzen pro Ranking. Das Ergebnis beruht auf repräsentativen Umfragen, die vom Düsseldorfer Institut innofact erstellt wurden, im Auftrag des WDR.

Nachdem unlängst aufgeflogen ist, dass das ZDF und Sender der ARD, darunter auch der WDR, bei Ranking-Shows manipuliert haben, schrieb der Kollege Stefan Niggemeier hier darüber, dass er in Köln nachgefragt hat, ob er die Ergebnisse jener Studien einsehen könne. Statt: „Klar, warum nicht“, antwortete ihm der WDR, dass es sich bei allen drei Studien um „redaktionsinternes Material“ handle. Anders ausgedrückt: um Geheimakten, die der WDR bis heute nicht rausrücken will.

Das ist vor allem nach den Vorgängen beim ZDF interessant: Dort kam im Sommer tröpfchenweise heraus, dass Redakteure eine repräsentative Studie manipuliert hatten, um eine Sendung mit dem Titel „Deutschlands Beste!“ möglichst gefällig zu gestalten. Als ich damals das ZDF fragte, ob ich die Studie einsehen dürfe, verweigerte der Sender das – wenig später war klar, weshalb.

Wenn also nun der WDR Studien unter Verschluss hält, mit denen er gefällige Sendungen über Bauernhöfe oder Schlösser gestaltet hat – muss man da nicht, nach allem, misstrauisch werden? Die ARD-Sender haben immer betont, sie hätten lediglich bei Online-Umfragen manipuliert, nicht bei repräsentativen Studien. Aber gerade dann, wenn die Studien solide sind, stellt sich doch die Frage, welchen Grund es gibt, sie nicht komplett zu veröffentlichen? Zumal der WDR seit dem Ranking-Geschummel auch die Ergebnisse seiner Online-Umfragen publiziert, selbst wenn es nur klägliche neun Stimmen für die Nenkersdorfer Mühle gab.

Abstimmungsergebnis "Die beliebtesten Mühlen in NRW" (WDR)

Ich habe deshalb also auch noch mal beim WDR nachgefragt. Als Antwort bekam ich am 14. August 2014 dies:

Der WDR hat zu dem Thema „Ranking-Sendungen“ alle relevanten Informationen transparent gemacht und veröffentlicht (siehe auch http://www1.wdr.de/unternehmen/fernsehen174.html). Da es sich um redaktionsinternes Material handelt, können wir Ihnen leider nicht ermöglichen, die konkreten Ergebnisse einzusehen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Übersetzt heißt das: Allein der WDR entscheidet hier, was relevant ist und publiziert wird, sonst niemand. Das ist jene so genannte Transparenz, die im WDR-Duden steht. Dabei gibt es durchaus noch relevante Fragen, die offen sind. Eine davon ist natürlich, ob auch die Rangfolgen der Studien nachträglich verändert wurden. Nach meinen Recherchen ist das offenbar nicht der Fall, was aber kaum abschließend zu klären ist, ohne die Studien eingesehen zu haben. Doch auch wenn die Rangfolgen korrekt sind: Es gibt weitere Fragen.

Wie wurden zum Beispiel aus den, wie es in der Sendung heißt, 500.000 Bauernhöfen in Deutschland die 30 „schönsten“ gewählt? Wer hat die Vorauswahl getroffen und nach welchen Kriterien? Wie viele Bauernhöfe, Schlösser, Städte wurden den Teilnehmern der Studien wie präsentiert? Mit Fotos? Oder kannten alle aus dem Stand das Gut Hesterberg in Neuruppin-Lichtenberg oder das Schloss St. Emmeram in Regensburg? Was wurden die Teilnehmer gefragt?

Diese Reihe ließe sich noch fortsetzen. Deshalb habe ich dem Sender noch mal geschrieben, am 25. August 2014; als Antwort erhielt ich am 3. September 2014:

Die Rangfolge der jeweiligen Sendung für Das Erste wurde repräsentativ von dem Meinungsforschungsinstitut Institut Innofact in Düsseldorf ermittelt; diese Reihenfolge wurde dem WDR von dem Institut übermittelt und von uns auch so abgebildet.

Schön. Aber bekannt und auch keine Antwort auf meine Fragen. Hab ich also abermals geschrieben, dieses Mal einen konkreten Fragenkatalog:

  • Weshalb veröffentlicht der WDR nicht das exakte Studiendesign zu den drei im Ersten gesendeten Rankings?
  • Wie viele Menschen haben an den Umfragen teilgenommen?
  • Wie viele Menschen haben für die jeweiligen Plätze abgestimmt?
  • Mit welcher Umfrage-Methode wurde jeweils die Rangfolge ermittelt? (Als Beispiel: Wie wurden aus, wie in der Sendung genannt: „500.000 Bauernhöfen“ in Deutschland die 30 besten ausgewählt? Wer traf wie die Vorauswahl? Wie wurde den Teilnehmern der Umfrage diese Vorauswahl präsentiert? Welche Fragen wurden Ihnen gestellt? Usw.)

Ich schrieb das am 11. September 2014; am 29. September 2014 kam dann das:

Der WDR hat die Abweichungen, die es bei den von ihm verantworteten Ranking-Sendungen gegeben hat, umfangreich, detailliert und transparent öffentlich gemacht. Bei den von Ihnen angesprochenen Sendungen hat es diese Abweichungen nicht gegeben. Daher sehen wir keinen Anlass, über das Gesagte hinaus detailliert darauf einzugehen.

Bums, aus! Die Studien, die Sendungen – all das dürfen die Zuschauer mit dem Rundfunkbeitrag finanzieren. Das Ergebnis wird ihnen dann präsentiert, ohne es genauer zu erklären. Muss reichen. Und natürlich könnte man sich damit nun zufrieden geben. Muss man aber nicht, wenn die Antworten auf simple Anfragen so abwiegelnd ausfallen. Deshalb schreibe ich jetzt mal an den WDR-Rundfunkrat, das Aufsichtsgremium des Senders; vielleicht kann man da ja erklären, was unter „Transparenz“ im WDR-Duden steht. Und weshalb es ein Problem ist, einfach diese Studien zu veröffentlichen, die Grundlage dreier Sendungen sind und mit deren Ergebnis heute beispielsweise Bauernhöfe werben.

Offenlegung: Ich bin fester freier Mitarbeiter der ARD.

65 Gedanken
  1. 1
    Christian says:

    @ „fester freier Mitarbeiter“ – ich will für die deutsche Sprache mal hoffen, dass da ein gutes Stück Zynismus drinsteckt in dieser Formulierung. Sowas kann doch niemand ernst meinen …

  2. 2
    Boris Rosenkranz says:

    @Christian: Nun ja, so nennt man das landläufig. Nicht ganz fest, nicht ganz frei, irgendwo dazwischen.

  3. 3
    andreas says:

    ich finde das toll, was ihr macht, aber irgendwie gefällt es mir nicht.

  4. 4
    BlueKO says:

    Ja, es ist wichtig hinzugucken. Und ja, es ist wichtig bei vielen Sachen auf den Zahn zu fühlen.

    ABER: Irgendwie hast du dich da jetzt sehr in wirklich unwichtige Details verrannt.

    Nein, „den Zuschauer“ interessiert es inzwischen wirklich nicht mehr, ob bei den Bauernhöfen geschummelt wurde. Und an Stelle des WDRs würde ich auf einen ganzen „Fragenkatalog“ auch keine Antwort mehr geben.
    Schließlich muss das arme Männlein, das auf diese Fragen antworten soll, auch bezahlt werden. Von unseren Gebühren.

    Irgendwann isses auch mal gut mit dem Nachhaken. Such dir doch lieber eine andere, lohnendere, fettere Wade zum Verbeißen. Ich bin überzeugt davon, die gibt es. Es hat bloß noch keiner die Spur aufgenommen.

  5. 5
    Uli says:

    Das sind natürlich Korinthen, aber mich würde schon auch interessieren wer auf der Welt bitte all diese Bauernhöfe kennt und sogar noch in eine Reihenfolge bringen kann. Die Vorstellung ist für mich völlig unwirklich, genauso gut könnte man die schönsten Bundestraßen Deutschlands abfragen und würde bei 100 zufällig Befragten 99 unterschiedliche Antworten bzw. „Hä“s erhalten.

    Ich kann mir höchstens vorstellen das dort ein oder maximal eine handvoll Experten befragt wurden, also vielleicht Historiker, die haben vorausgewählt und eine Reihenfolge erstellt. Eine echte repräsentative Umfrage erscheint mir schlicht unmöglich und das will man vermutlich nicht zugeben.

  6. 6
    Boris Rosenkranz says:

    @BlueKO: Ist das nicht Teil des Stellenprofils eines Pressesprechers, Fragen zu beantworten?

  7. 7
    Belles Lettres says:

    Bei dem Ausdruck „transparent gemacht und veröffentlicht“ würde mich interessieren, worin denn das Transparent-Machen besteht, wenn es daneben noch die Veröffentlichung gibt.

  8. 8
    BlueKO says:

    @Boris: Doch natürlich. Aber irgendwann gibt es einfach auch bei jeder Sache einen Punkt, an dem man keine Fragen mehr beantworten kann und braucht. Den Aufreger, den du mit diesem Blog-Eintrag auf Teufel-komm-raus erzeugen möchtest, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Sorry.

    Beim Lesen dieses Beitrags kam mir jedenfalls sehr schnell das hiesige Video von Bam Bam in der Wühlheide in den Sinn. (Leider hilft die Suchfunktion nicht, es aufzuspüren.)
    Da ist auch klar, dass er bei aller Anstrengung nichts finden wird.

    Schade um die vergeudete Energie.

  9. 9
    Torsten says:

    Der Aufwand, der betrieben wurde, um die Fragen nicht zu beantworten, dürfte deutlich höher gewesen sein als auf so einfach Fragen eine „transparente“ Antwort zu liefern.

  10. 10
    Stefan Niggemeier says:

    @BlueKO: Das Video war nicht mehr zu sehen, weil Facebook die Einbettung irgendwie geändert hat. Jetzt läuft’s wieder.

  11. 11
    Ste says:

    @BlueKO: Naja, mich interessieren schon die Antworten und mehr noch die Art und Weise wie mit interaktiven Material umgegangen wird und wie mit Zuschauern und Interessenten, die nun einmal Fragen haben, umgegangen wird, obwohl mich die Sendungen nicht interessieren. Es geht doch darum was für eine Philosophie gefahren und wie Programm gemacht wird. Ihre Haltung, lieber BlueKO, ist so bequem, zum heulen und ein alter Hut auch.

  12. 12
    nona says:

    Wäre ich involviert und würde so abgekanzelt, wäre ungefähr hier der Punkt erreicht, wo ich anfinge, die eine oder andere überzeugende juristische Keule zu schwingen, um an das Material zu kommen. Redaktionsinternes Material my ass. Verarschen kann ick mir aleene.

    @BlueKO: Das ist unlängst zu einer Respekts- und Prinzipienfrage geworden. Hier geht es um – so sollte man annehmen – durchweg harmloses Material, dessen Erstellung mit öffentlichen Geldern finanziert wurde. Wieso lässt es sich da rechtfertigen, solche Anfragen in dieser Form abzuschmettern? Sowas kann so „redaktionsintern“ sein wie es will, es hat schlichtweg nicht als geradezu „geheim“ zu gelten. Ist ja nicht so als wollte man, meinetwegen, von der Monitor-Redaktion die Privatanschrift eines interviewten Whistleblowers haben.

  13. 13
    xa says:

    @BlueKA et.al:
    Also Aufklärung bei Missständen zu versuchen und verlangen ist also nur dann zulässig, wenn das Medieninteresse groß ist und die öffentliche Empörung tobt – aber nur solange, bis sich die ersten (und hippsten) von schleppender Aufklärung und der Beschäftigung mit den Einzelheiten gelangweilt fühlen und Zeit ist, „to move on“?

  14. 14
    BlueKO says:

    @nona:
    Gegenfrage: Warum reicht denn plötzlich nicht die Veröffentlichung in der Sendung, für die diese Umfrage erstellt wurde?
    Es grenzt schon an Verschwörungstheorie, wenn das plötzlich nicht mehr ausreichen soll.
    (Andererseits ist das Misstrauen nach den Kerner-Sendungen usw. natürlich verständlich und ich teile es auch.)

    Am besten machen wir uns sowieso alle Mann auf in die Ukraine, um nachzusehen, ob das, was der Mann in der Tagesschau erzählt, auch tatsächlich stimmt.

    Es gäbe wirklich wichtigere Themen als diese überflüssigen Sendungen bis ins Tausendstel zu hinterfragen. Mann kann es auch einfach übertreiben.

  15. 15
    Jochen says:

    Ist doch klar: Der WDR schweigt, weil er keine Antwort hat. Wie könnte er auch: Es gibt keinen Weg, aus 500.000 Bauernhöfen die 30 schönsten repräsentativ auszusuchen.

    Was ich dabei überhaupt nicht verstehe: Warum glaubt der WDR überhaupt, er müsse eine repräsentative Liste erstellen? Folgendes wäre doch a) billiger, b) kompetenter, c) individueller, d) ehrlicher und f) transparenter: Wir haben unsere Kollegen vom Landfunk (oder aus den Regionalstudios) gefragt, welche Bauernhöfe ihnen am besten gefallen, und warum.
    Könnte eine anregende und originelle Sendung werden.
    Und wenn’s denn unbedingt sein muss, könnten die Zuschauer hinterher ja noch abstimmen. Wobei ich den Mehrwert nicht kapiere.

  16. 16
    Robert says:

    Sicherlich könnte man das ganze Thema als petitese behandeln, jedoch sollte man bedenken das Glaubwürdigkeit das höchste Guth ist das der öffentlich rechtliche Rundfunk hat. Egal wie schlecht Degeto Filme oder Shows sind solange ARD und ZDF Glaubwürdigkeit haben, haben sie meiner Meinung nach auch eine Existenz Berechtigung. Deshalb ist es wichtig solche Sachverhalte aufzuarbeiten.

  17. 17
    gebimmel says:

    Transparenz heisst in diesem Fall vermutlich einfach: In einer Woche ist eh alles vergessen und wir machen weiter wie bisher. Es ist wirklich bedauerlich, wie hier mit irgendwelchen Worthülsen, wie man sie sonst nur aus der Politik kennt, gearbeitet wird.

    Also ich finde es berechtigt, an dieser Stelle IMMER WIEDER nachzuhaken, schon alleine, weil ich mir nicht gerne „Scheisse“ erzählen und/oder verkaufen lasse. Entweder, es gibt eine Studie und eine daraus resultierende Ergebnisliste und man baut eine Sendung darauf auf, oder es gibt sie eben nicht und dann muss halt die Sendung anders gemacht werden. Fertig. Nur, weil das Thema per se erst einmal eher unterirdisch uninteressant ist, heisst es doch nicht, dass man dem Publikum da jeden Stuss verkaufen kann. Scheisse zu bauen und sich dann noch rausreden zu wollen, ist vielleicht menschlich, aber in diesem Zusammenhang nicht wirklich angebracht.

  18. 18
    Klaus says:

    @4, BlueKO
    >>Nein, „den Zuschauer“ interessiert es inzwischen wirklich nicht mehr, […] <<

    Die meist senilen Zuschauer vermutlich nicht, aber die Zahler sehr wohl! Ich möchte schon gerne wissen wozu das viele Geld, was ich abdrücken muss, eigentlich verwendet wird. Ich habe kein Geld um es aus dem Fenster zu schmeißen! Ich bin zwangsweise dazu verdonnert worden den Mist zu zahlen, obwohl ich seit über zwei Jahrzehnten keinen Rundfunk mehr höre oder schaue.
    Angeblich soll ich das Geld geben, um irgendeine "Grundversorgung" sicherzustellen. So wie es aussieht, wird es für irgendwelchen Unfug ausgegeben. Ich will genau wissen, was die mit meinem Geld eigentlich machen. Außerdem wird es doch kein Problem sein die Umfrageergebnisse, die mit meinem Geld finanziert wurden, eben als PDF zu veröffentlichen. Die Zahler haben darauf einen Anspruch, da sie dem Laden ja schlecht kündigen können.

  19. 19
    BlueKO says:

    @gebimmel: Die „Scheiße“ wird dir aber an ganz anderer Stelle erzählt und weil sich alle um Ranking-Shows kümmern, kommt bloß keiner drauf, dass er sich auch darüber aufregen könne.

    Müssen wirklich „Hallo Deutschland“ und „Brisant“, zwei der überflüssigsten Sendungen dieses deutschen Fernsehens, immer wieder die gleichen Beiträge (nur leicht anders geschnitten) gleichzeitig senden? Der Fernsehkritiker dürfte spielend genügend Beispiele aus seinen Aufzeichnungen ziehen können. Keiner echauviert sich über diese offensichtliche Gebürenverschwendung, weil sie noch nirgends aufgeschrieben wurde.

    Welche Kräfte waren in den vergangenen Jahren am Werk, dass die dirtten Programme ihre Schemen so aneinander angeglichen haben, dass überall um 16 Uhr herum nur noch Wohlfühlmagazine mit angeblichen Service-Themen gesendet werden.
    UND: Mit welcher Berechtigung wird in diesen Sendungen aus 9 verschiedenen voll ausgestatteten Studio von 9 verschiedenen Experten, die von 9 verschiedenen Redakteuren eingeladen wurden, dem Zuschauer erklärt, wie er unfallfrei Löcher in seine Kürbisse schneidet. Besonders, wenn das bereits in einer Sendung um 12:15 im Erstenbesten geschehen ist?

    Nur weil die Netzgemeinde solche Sendungen ignoriert und noch keinen Skandal daraus gezimmert hat, finden diese Vorgänge doch nicht trotzdem statt.

    Nein, man regt sich lieber zum zigsten Mal über ein gut abgehangenes Thema auf, zu dem es wirklich nichts Neues mehr hinzuzufügen gibt.

  20. 20
    kdm says:

    8. BlueKO:
    „Den Aufreger, den du mit diesem Blog-Eintrag auf Teufel-komm-raus erzeugen möchtest,“
    .
    Möchte Boris das?
    & welchen „Aufreger“?
    Du unterstellst Boris Dinge, um sie ihm dann vorzuwerfen. Wie nennt man das?
    .
    Sicher ist das alles „unwichtig“. Aber die Welt und das deutsche TV und der WDR bestehen aus zig solch‘ kleinen Dingen und wenn man’s aös JOurnalist gut macht, kann man mit solch Beispielen wie hier oben das große Ganze bezeichnen (oder bloßlegen), z.B. die Politik dieses Senders: wenn sie schon bei solch kleinen Dingen mauern…

  21. 21
    Ste says:

    @BlueKO: Mir scheint als hätten Sie eine Aufmerksamkeitsproblem; für mich ist der ganze Stil wie Boris das Ding thematisiert völlig unaufgeregt und spannend zu lesen. Für mich ist ja auch der ganze Niggemeier-Blog kein Ding, was ich jetzt superernst-lebenswichtig nehmen MUSS. Sie tun ja so als sei das hier eine Wissenschaft die gefälligst präzise und objektiv zu funktionieren hat. Also warum beschweren Sie sich? Ich schrieb schon einmal vor Monaten auf eine ähnliche Haltung wie die Ihre: Klar haben wir alle was besseres zu tun, aber das heißt ja nicht, dass man sich z.B. dem WDR nicht mehr widmen darf.

  22. 22
    Frank Reichelt says:

    @BlueKO
    Als ich Ihren ersten Kommentar gelesen habe, wusste ich, was nun passieren würde!
    Mein Rat: Gehen Sie nicht weiter auf andere Kommentatoren ein, Sie können nichts gewinnen, aber viele Nerven verlieren!

  23. 23
    Alex says:

    @BlueKO: Natürlich gibt es wichtigere Sachen. Allerdings ist dies hier nur ein einfacher, alltäglicher Blog-Eintrag. Ganz unaufgeregt erzählt Herr Rosenkranz, was aus seinen Anfragen wurde, die er stellte, als das Thema noch heiß war. Er wollte es einfach erzählen. Der Artikel ist doch eher unterhaltsam als aufgeregt.
    By the way, Sie haben übrigens auch schon über 3400 Zeichen / 500 Wörter (Das Zählen war natürlich korinthenkakerisch von mir) in den Kommentaren verbraten.
    Man könnte Ihnen auch sagen: Machen Sie was sinnvolleres als hier alles zu lesen und Stellung zu nehmen, sobald Sie jemand adressiert.

  24. 24
    Harald says:

    welche Dreistigkeit, von einem durch Zwangsgebühren finanzierten Sender zu verlangen, er solle jenen, die die Zwangsgebühren erbringen müssen, auch noch Rechenschaft ablegen.

    Die Zeiten, wo man solchen Ignoranten einfach den Geldhahn durch Abmeldung zudrehen konnte, sind vorbei. Da können sie auf das Verlangen nach mehr transparenz schlicht pfeifen.

  25. 25
    Th. Koch says:

    @BlueKO: Lassen Sie es, in diesem Blog wird niemand mehr lernen, dass es keine richtigen Antworten auf die falschen Fragen gibt: Es ist doch völlig gleichgültig, ob der WDR seine 30 Bauernhöfe ausgelost oder in anderer Weise ermittelt hat, solange niemand den Skandal thematisiert, dass Sendungen über die schönsten Bauenhöfe, Brücken, Wälder und demnächst vielleicht Mülltonnen etc. im Rahmen der „Grundversorgung“ durch die sog. „Demokratieabgabe“ finanziert werden. Dazu werden Sie von Apologeten des Gebührenzwangs wie Niggemeier & Co. aber kein kritisches Wort hören.

  26. 26
    Ste says:

    Schnarch.

  27. 27
    Patrick S says:

    Viel Spaß damit was beim Rundfunkrat zu erreichen…. die nehmen ja ihre Aufsichtspflicht sehr ernst…

  28. 28
    nona says:

    @BlueKO:
    Gegenfrage: Warum reicht denn plötzlich nicht die Veröffentlichung in der Sendung, für die diese Umfrage erstellt wurde?
    Es grenzt schon an Verschwörungstheorie, wenn das plötzlich nicht mehr ausreichen soll.

    Nochmals: Prinzipienfrage.
    Der WDR praktiziert vorgeblich Transparenz. Was ja auch richtig und wichtig ist, schliesslich gehen sie mit Gebührengeldern um. Nun kommen doch tatsächlich Leute daher und nehmen den WDR beim Wort (wieso könnte kaum egaler sein), möchten sehen wie wo warum z.B. das Geld für so eine Studie geflossen ist, und wie die Inhalte solcher Sendungen zustande gekommen sind, weil der Verdacht im Busche ist, dass da ganz und garnicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und dann kommt als passiv-aggressive Antwort wiederholt sinngemäss zwischen den Zeilen zurück „Sie impertinenter Nervbolzen, da könnte ja jeder kommen, das geht Sie garnix an, das hat Sie nicht zu interessieren, und im Übrigen ist alles dazu gesagt…“

    Und das soll also okay sein? Und transparent?

  29. 29
    yxz says:

    @Th. Koch

    Lassen Sie es, in diesem Blog wird niemand mehr lernen, dass es keine richtigen Antworten auf die falschen Fragen gibt: …

    Und du bestimmst natürlich, welche Fragen die richtigen sind. Frei von Kontext, Thema und Bezug. Ich verstehen.

    —-

    Nebenbei:

    Damit wir wissen, wovon wir reden, wenn wir von „Ranking-Shows“ im NDR-Fernsehen reden — das hier sind, abgesehen von denen, die ich vergessen oder übersehen habe, die Listensendungen mit den Jahren, in denen sie ausgestrahlt wurden: […]

    Man könnte angesichts dessen schon zu dem Schluss kommen, dass da im Dritten Programm des NDR noch etwas ganz anderes schief gelaufen ist, als dass der Rhododendronpark Ammerland um seinen Platz als zehntschönster Garten oder Park Norddeutschlands gebracht wurde, weil es angeblich von ihm nicht so gutes Bildmaterial gab wie von Planten un Blomen. Könnte man. Ist der NDR aber nicht.

    (aus: Die Letzten werden die Ersten sein. Oder irgendwas dazwischen.)

    Ich weiß, bezieht sich jetzt auf NDR und nicht WDR. Aber nunja … . Weiter wollte ich jetzt nicht suchen. Ich find ja so Apologeten-Bezeichnungen immer so recht mühsam. Gerade, wenn sie in dieser Absolutheit einfach nicht haltbar ist. Aber ich bin ja auch nur & Co bestimmt.

    (@Stefan Niggemeier, sollte ich die zitierte Stelle missverstanden haben, bitte korrigieren und ich behaupte das Gegenteil.)

  30. 30
    treets says:

    Man könnte Heiner Backensfeld, den damals für diese Sendung verantwortlichen Redakteur fragen. Aber der Godfather of Rankingscheiß im Dritten ist längst beim SWR (nachdem erzuvor jahrelang die Äcker beim HR, NDR, WDR schon bestellt hat).

    Oder man tröstet sich mit dem Gedanken, dass die Auswahl bei solchen Sendungen eher so verläuf (Redakteursgespräch am Appellhofplatz, Köln):

    „Ey, Landlust verkauft sich gut. Wir sollten mal was über Landleben machen.“

    „Die schönsten Trecker?“

    „Nee, hatten wir schon.“

    „Trödel inner Scheune?“

    „Läuft schon.“

    „Landadel-Frauen kochen?“

    „Zweite Staffel in Vorbereitung, außerdem zu teuer.“

    „Gut, dann schönste Bauernhöfe. Schaut mal im Archiv, was wir ausschlachten können. Notfalls über Programmaustausch mit den anderen ARD-Anstalten. Neudreh vermeiden, wenn möglich.“

    Meine Meinung: die Rangliste selbst hat beim WDR keinen wirklich interessiert.

  31. 31
    Flügelschlag says:

    Ich schaue solche Sendungen zwar nicht, aber ich frage mich trotzdem manchmal, wie genau man in an die Ergebnisse kommt (Lediglich ein Foto vorlegen und danach auswählen lassen? Wäre schon deshalb nicht allzu repräsentativ, weil man gut und schlecht fotografieren kann). Oder auch die Vorauswahl; ist da jahrelang ein Team durch Deutschland gezogen und hat alle 500000 Bauernhöfe angesehen und fotografiert (ohne vom Hof gejagt zu werden)? Ist zwar für mein Leben ohne Bedeutung, aber es geht ums Prinzip. Zumal gerade dann, wenn die hübschesten Schlösser/Bauernhöfe/Hotels/etc. mit einem positiven Ergebnis werben können, liegt die Befürchtung nahe, dass eine positive Bewertung erkauft wurde.
    Es wäre doch im Interesse aller, diese Möglichkeit auszuräumen (falls man das kann).

  32. 32
    Uli G. says:

    @BlueKO:

    Wir ist auch völlig egal, ob jetzt die Witzenthaler Würgemühle oder das Inzinger Inzestschloss gewonnen haben – mir kommt nur immer bei diesen Sachen eine Frage in den Kopf:
    Wenn die Sender schon bei derartig unwichtigen Sachen lügen – warum soll ich davon ausgehen, dass sie mir bei anderen Sachen, die wirklich wichtig sind, dann die Wahrheit sagen? Insbesondere da der Großteil der Sender politisch gelenkt wird…

  33. 33
    Danny2 says:

    @Uli G.
    Dann sollte man aber doch nicht erst die Witzenthaler Würgemühle, sondern gleich „diese Sachen“ thematisieren.

  34. 34
    FragenüberFragen says:

    Bin kein Anwalt, daher die Frage:
    Was wäre, wenn ein Journalist einen Bauernhof (mit Laden und Cafe+Unterkunft) auftreiben würde, der NICHT in dem Ranking vorkam?
    Könnte dieser nicht „journalistisch“ begleitet Strafanzeige wegen Betruges gegen den WDR stellen?
    Solch ein Ranking wirkt sich auf die -nicht-Genannten nunmal schädlich aus, im Gegenteil zu den genannten Höfen.
    Ein Staatsanwalt müßte eigentlich das recht haben die korrekten Informationen zu erhalten.

    Fragenüberfragen

    P.S.
    So lange der WDR nicht die Zahlen nennt, denke ich mir meinen Teil,
    dieser lautet:
    Ein Teil der Redaktion ist zu Höfen gefahren (Zahl größer 30) und hat sich bewirten lassen und u.U. hinterher noch einen dicken Proviantkorb geschenkt bekommen.
    Das haben alle Höfe gemacht.
    Hinterher wurden die schönsten Gebäude+das dickste Präsentpaket wahllos zu einem Ranking verbacken…fertig und lecker.
    Nur halt was ich denke, halt mein Eindruck, keine Unterstellung.

  35. 35
    Lars says:

    Witzig, dass der WDR meint, da es bei diesem Ranking angebl. keine Abweichungen gegeben habe, brauche man keine Details herauszugeben.
    Mit anderen Worten: Transparenz gibt es nur, wenn was schief läuft, also nur dann, wenn man erwischt wurde.

  36. 36
    R. Gerr says:

    Wenn ich sehe, dass am Wochenende Millionen im Würgegriff eines größenwahnsinnigen Gewerkschaftsmoguls ersticken, dann sind hier tatsächlich die Proportionen der Relevanz ein wenig verrutscht.

  37. 37
    Twipsy says:

    @35 Wenn ich sehe, was in Syrien und Nahost so abgeht, bin ich, was den Bahnstreik betrifft, äußerst entspannt.
    Solange die Dritten diese Shows machen, kann man sie auch kritisieren.

  38. 38
    JustSmoki says:

    Transparenz ist ein Thema, dass es glaub ich in der Politik bzw. in der Staatlichen Leitung sowieso nie geben wird. Ich will garnicht wissen was für grauenhafte dinge uns verheimtlicht werden^^

  39. 39
    Oliver says:

    Und wenn man schon mal dabei ist, könnte man die Tagesschau auch mal drauf hinweisen, dass sie gefälligst die Gesamtzahl der Arbeitslosen angeben sollen und nicht die von meiner Bundesregierung schön gerechneten Statistiken, wo die fehlende Hälfte gerade krank, in Weiterbildung oder in der Sozialhilfe ist. Ausserdem die genauen Zahlen der Austocker.

  40. 40
    user unknown says:

    In einem Nanobeitrag hat die Sprecherin gesagt: „Wir alle, Christen und Muslime, sollten über den islamischen Fundamentalismus diskutieren.“ und damit rund 40% der Leute von der Diskussion ausgegrenzt, die keiner Kirche angehören und noch 1-2% mit exotischeren Religionen als Christentum und Islam.

    Auf meinen Blogbeitrag http://demystifikation.wordpress.com/2014/10/16/nanu-nano/ bzw. die Emailbeschwerde redete man sich raus, dass es kürzer sei „Christen“ zu sagen als „Nichtmuslime“ – dümmer geht nümmer würde ich sagen, und „Symbolisch für die Muslime auf der einen Seite und der nicht-muslimischen Menschen auf der anderen wurde hier von Muslimen und Christen gesprochen.“ – auch das ist ja wohl Unfug – seit wann sind Christen ein Symbol für Atheisten und Kofessionslose?

    Das ist jetzt auch nur ein Satz, beiläufig gesprochen am Beitragsende, bestimmt von den meisten Leuten überhört. Wer als Christ meint um ihn herum gäbe es nur andere Christen und Muslime, der bleibt ungestört unter seiner Käseglocke. Sind die Macher solche Käseglockenchristen? Man hat es mir nicht verraten, aber empört organisierten Einfluss auf die Sendung zurückgewiesen.

    Viele kleine Nachfragen können die Macher des Fernsehen vielleicht zu mehr Sorgfalt erziehen. Nötig ist es.

  41. 41
    wolf says:

    Neben der Frage der Transparenz und der sicherlich letztlich unbeantwortbaren Frage, was der richtige Einsatz von Gebührengeldern ist, zeigt der Blogeintrag aber aus meiner Sicht auch eine andere relevante Sache auf: ein fehlender reflektierter Umgang mit Wissenschaft im weiteren Sinne. Repräsentative Umfragen/Erhebungen sind nicht gerade einfach durchzuführen, und die Frage von Boris Rosenkranz, wie man von sehr vielen Bauernhöfen in einer sinnvolle Frage auf 30 kommt ist auch vor dem Hintergrund spannend, alleine deswegen würde mich die Antwort auf die Frage interessieren.
    Es mag etwas weit hergeholt sein, aber zu Selbstkritik gehört meines Erachtens auch eine gewisse Methodenkritik. Im Fernsehen werden Schnipsel wissenschaftlicher Methodik verwendet, ohne auch nurmal in einem Nebensatz Einschränkungen zu erwähnen. Wenn dies nebenbei geschähe, würde dies aus meiner Sich implizit langfristig auch einen Kompetenzzuwachs beim Zuschauer bewirken.

  42. 42
    Marcus says:

    Leute (Stefan, Boris)!

    Ich glaube ihr habt da was nicht verstanden. Diese Ranking-Shows sind Ersatzsendungen für Leerzeiten. Diese Sendungen sind egal. Früher gab es die schönsten Bahnstrecken, jetzt halt die schönsten Bauernhöfe und Mühlen. Ich glaube in den Redaktionen wissen die gar nicht, was ihr eigentlich wollt.

    Hört mal bitte auf über Manipulationen in dieser Liga zu schreiben. Das nervt nervt nervt.

    Das ist in etwa so, als würdet ihr RTL vorwerfen, dass bei Bauer sucht Frau gar nicht alles 1:1 so abläuft, wie es in der Sendung suggeriert wird. Die wüssten auch nicht, was ihr eigentlich wollt. Weil die sich einfach nicht vorstellen können, dass wirklich jemand glauben könnte, dass das 1:1 so läuft.

    Und genauso können die sich beim WDR nicht vorstellen, dass es wirklich jemanden gibt, der glaubt, dass diesen Ranking-Shows ein Ranking zugrunde liegt. Eigentlich ist „die schönsten XXX“ doch fast schon eine Redewendung. Die schönsten Bahnstrecken, die tollsten One-Hit-Wonder, die größten Hits der 80er, die schönsten Mühlen, bla bla.

    Schluss jetzt.
    Marcus.

  43. 43
    polyphem says:

    @Marcus: Natürlich, das sind televisonäre Bilderbücher. Aber dann sollen die Sender doch das dämliche, manipulierte Ranking weglassen und die Sendungen „Schöne Mühlen“, „Schöne Bauernhöfe“, „Schöne Weißnichwas“ nennen. Als Bildschirmschoner taugt das Material doch trotzdem.

    Mich stört nicht das Schreiben über Manipulation. Mich entsetzt Manipulation in ÖRR-Sendern, die früher (gaaanz früher) als glaubwürdig galten. Es geht um Manipulationen, die die Reputation von ARD und ZDF massiv beschädigt haben. Ist das nicht zu verstehen?

  44. 44
    Marcus says:

    Doch, klar ist das zu verstehen. Aber es geht schon auch sehr um das Prinzip.

    Wenn die wenigstens bei relevanten Listen geschummelt hätten. Dann würdet auch nicht nur ihr darüber schreiben, sondern es gäbe (vielleicht) einen kleinen oder großen Skandal.

    Aber die haben halt nur bei egal-Listen geschummelt. Das interessiert eigentlich keine Sau. Also… außer euch.

  45. 45
    Maximillion says:

    Schrecklich: Aus einem Diskussionsbeitrag, der sich mit der Frage beschäftigt, ob der WDR bei der Beantwortung von Anfragen hilfreich ist und seinen eigenen Ansprüchen (Transparenz) genügt, ist nun eine Diskussion geworden, wem die gestellten Fragen überhaupt wichtig sind. Warum kann nicht einfach der eine Teil zur Kenntnis nehmen, dass den anderen die Antwort auf die Fragen nicht interessiert und diese Uninteressierten nicht einfach, dass es jemand anders offenbar interessiert. Wenn man sich die Kommentarspalten hier ansieht, kann man sehr genau verfolgen, warum Diskussionen scheitern. Das hat durchaus etwas Aufschlussreiches.

  46. 46
    Axel says:

    Der Knackpunkt ist „repräsentative Studie“. Würde sich die Redaktion transparent machen, würde man als Zuschauer ein Gefühl dafür bekommen, was eine „repräsentative Studie“ aus Sicht des WDR sein kann. Wenn diese Studie das Werk eines Dritten ist, kann es möglich sein, dass dieser darauf besteht, das die Studie nicht herausgegeben wird (aber dann hätte der WDR das wohl auch so gesagt), warum auch immer.

    Wenn man jetzt weiß, was noch so im Funk als Ergebnis „repräsentativer Studien“ herausposaunt wird, könnte auch Ottonormalmensch begreifen, dass hier minimale statistische Standards regelmäßig nicht eingehalten werden. (Aus mathematischer Sicht ist vermutlich jedes Ranking unter 5.000 Teilnehmern schlichtweg abzulehnen.) Die Sonntagsfrage mit üblicherweise 1.013 (plusminus 2) Teilnehmern ist bekanntlich hanebüchener Unsinn, die Fehlerquoten sind riesig, das Manipulationspotenzial gewaltig. (Dazu gibt’s schöne Artikel im Netz von richtigen Mathematikern…) Und dann ist man auch bei den wichtigeren Fragen als den schönsten Mühlen.

  47. 47
    andreas says:

    Eigentlich ich habe es ja schon mit meinem Kommentar hier unter Nummer 3 erschöpfend abgehandelt, aber wegen der lautstarken Diskussion sehe ich mich nun doch zu einem Schlußwort gezwungen:

    Ja, da sind Leute, die fälschen Rankings in irgendwelchen GEZ-finanzierten Fernsehsendungen.
    Ja, inhaltlich ist das egal, sind ja nur so eine Art Bildschirmschoner, aber lügen sollten sie trotzdem nicht.
    Ja, diese Leute hier von dem Blog schreiben sehr schön und recherchieren gründlich und es ist meist die reine Freude, das zu lesen.

    Aber es ist andererseits eine häßliche Wadenbeißerei in die Waden von Menschen, die da irgendwie Ihren Job machen. Manchmal muss das sein, wenn es z.B. um echte Propaganda geht, wie wir sie mehr denn je überall im öffentlich-rechtlichen um die Ohren kriegen, aber oft eben auch nicht.
    Transparenz schließt Vertrauen aus, aber Menschen gegenüber habe ich, wenns geht, lieber Vertrauen, auch wenn sie bei Bauernhofrankings meine Oma ein bisschen verarschen.

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  48. 48
    Linus says:

    Weil die Sendungen so egal sind, muss man keine irgendwie gearteten Standards einhalten und anmahnen dürfen, weiß man ja alles? Was für ein hanebüchener Unfug.

    Wenn das alles so egal ist, warum kommt der WDR dann um Himmels willen auf die Idee, seinem animiertenTestbild unter dem Deckmäntelchen vermeintlich repräsentativer Umfragen eine Art Relevanz verleihen zu wollen? Und es geht hier auch nur sehr nebenbei „ums Prinzip“. Es geht hier vor allem darum, dass der WDR (und nicht nur der) an seinen eigenen Vorgaben scheitert, nicht an denen von Rosenkranz und/oder Niggemeier.

    Aber wenn jede Art von Kritik mit dem Verweis darauf, dass da jemand halt nur seinen Job macht und der ja schliesslich auch egal sei, als Wadenbeißerei abgetan wird, ist eigentlich auch schon alles…egal. Auch der Kommentar dazu. In Afrika verhungern schliesslich die Kinder.

  49. 49
    andreas says:

    @linus: klar darf man anmahnen. muss man aber nicht zwingend alles ins kleinste öffentlich breittreten, denn das macht es zur Wadenbeißerei, es wird dann Selbstzweck. Oft ist das auch gut, hilfreich und sinnvoll, aber das will eben abgewogen sein.

    Wenn schon bei so einem Kleinscheiß totale Transparenz erzwungen wird, wo soll dann am Ende noch Vertrauen Platz haben? Wenn das so weitergeht, dann erstarrt die ganze Gesellschaft quer durch alle Alterstufen, Schichten und sonstwelche Gruppen in Kürze in Aspik. Volle Kontrolle, alles auf Linie gebracht, Freiheit Geschichte. Meine armen Kinder, trotz Nutella ohne Ende.

    Transparenz sollte auf das wirklich Notwendige beschränkt bleiben, da muss eine Ökonomie her damit wir nicht in der totalen Dystopie landen.

  50. 50
    Pamaku says:

    Das ist ja eine tolle Seite

  51. 51
    treets says:

    andreas (49):

    Es handelt sich nicht um eine x-beliebige Firma, wo man bei „Kleinscheiß“ Transparenz erzwingen möchte.

    Ein öffentlich-rechtlicher Sender ist schon per Statut zu größtmöglicher Transparenz verpflichtet. In diesem Fall hat die ARD eine solche Transparenz eigens hervorgehoben. Der WDR beruft sich in einem läppischen Fall („schönte Bauernhöfe“) auf eine eigens beauftragte und per Gebührengeld finanzierte Fremdstudie. Diese als nicht-öffentlich zu deklarieren, das nährt den Gedanken, dass da so manches nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.

  52. 52
    andreas says:

    @treets (51): da ist ganz offensichtlich „so manches nicht mit rechten Dingen zugegangen“.

    es gehen unglaublich viele sachen nicht mit rechten dingen zu. überall. bei jedem, bei jeder institution, in jeder beziehung.

    und mit den heutigen technischen möglichkeiten kann das alles jederzeit offenbar werden. das ist das problem unserer zeit, und es ist kein kleines.

  53. 53
    Linus says:

    @andreas

    Das Problem ist mitnichten die Gefahr, dass Sachen, die nicht mit rechten Dingen zugehen, offenbar werden. Sonders, dass Sachen nicht mit rechten Dingen zugehen.

    Es ist eben doch eine Frage des Vertrauens, wenn der WDR bei so völlig egalen Dingen rumzickt. Und den Spagat versucht, diesen egalen Dingen mit allen Mitteln eine Relevanz angedeihen zu lassen und dann noch nicht mal offenzulegen, wie genau denn das eigentlich vonstatten geht.

  54. 54
    andreas says:

    @linus:

    Es gehen sehr viele Dinge „nicht mit rechten Dingen zu“, und meistens ist das ungefährlich, manchmal ein wenig, und selten eine große Gefahr.

    Dort, wo du Transparenz herstellst, hat das Vertrauen keinen Platz mehr.

    Man sollte es angesichts der ganzen Entwicklungen ums Internet, Social Media, Geheimdienste und Bewertungsportale etc. langsam mal unter Naturschutz stellen, denn Vertrauen ist für eine Gesellschaft überlebensnotwendig.

  55. 55
    Homer S. says:

    @ andreas

    Ich verstehe nicht, warum Offenheit und Vertrauen einander ausschließen sollen. Wo Transparenz, da kein Vertrauen? Gerade wenn man offen miteinander umgeht, zeugt das doch von Vertrauen und Wertschätzung.

    Warum kommt der WDR nicht auf Boris zu und sagt: Guck hier, so erheben wir die Daten und auf diese Art kommen wir zu jenem Ergebnis. Offenheit, die das Vertrauen in die angewandten Methoden stärken kann. Daß es hier nun um semi-spektakuläre Windmühlen geht, geschenkt. Gerade so ein unwichtiges Thema wäre doch die Gelegenheit, die Methode gefahrlos offenzulegen. Wenn ich als Zuschauer einmal weiß, wie die Ergebnisse zustande kommen, kann ich sie einordnen und eben auch Vertrauen in das ganze Prozedere aufbauen.
    Wenn man sich schon bei solchen Petitessen derart um die selbst ausgerufene Transparenz windet… so etwas ist für das Vertrauen des Kunden weit schädlicher.

  56. 56
    user unknown says:

    @Homer S.:
    Wenn die Transparenz erzwungen wird, dann wird das wohl nicht zu Vertrauen führen. Im Gegenteil wird es für den WDR der Beweis sein, dass Misstrauen herrscht und umgekehrt ist es ja wohl auch so dass dem so ist.

  57. 57
    andreas says:

    @homer S.

    Offenheit und Transparenz sind nicht unbedingt das selbe. Offenheit erfordert Vertrauen, entweder ins gegenüber oder in die eigene Machtposition. Transparenz ist einklag- oder erzwingbar, Offenheit nicht.

    Transparenz kann kurzfristig ein Mittel sein, um längerfristig wieder Vertrauen aufzubauen.

    Dauerhafte Transparenz aber neutralisiert Vertrauen, denn Vertrauen bedeutet ja gerade etwas anzunehmen oder vorauszusetzen, ohne sich dessen sicher sein zu können.

    Marge kann dir das aber sicher besser erklären.

  58. 58
    alter Jakob says:

    @andreas:
    Mit Verlaub, aber das ist doch Unfug. Wieso sollte Transparenz Vertrauen neutralisieren. Das ist vollkommen unlogisch. Transparenz sorgt unter anderem dafür, dass man Vertrauen aufbauen kann (da sind wir uns einig). Nur weil aber jemand transparent arbeitet/ist, heißt das ja nicht, dass man alles kontrollieren muss. Man kann also einfach Vertrauen, aber in der Gewissheit dass man auch nachschauen kann, sobald man auf Ungereimtheiten stößt.
    Fehlende Transparenz dagegen ist ein guter Grund, jemandem nicht zu vertrauen.

    Ich habe das Gefühl, hier wird Vertrauen mit Glaube (Gottvertrauen) verwechselt.

  59. 59
    treets says:

    Ich müsste jetzt nur noch wissen, warum ich einem öffentlich-rechtlichen Sender Vertrauen schenken soll. Genauso könnten Politiker, könnten Regierungen und staatliche Verwaltungen eine Forderung nach Transparenz als vertrauens-störende Maßnahme betrachten. Geht´s noch?

  60. 60
    andreas says:

    @alter jakob:

    Das ist kein Unfug, und mit Glaube hat es noch weniger zu tun.

    Wenn jemand transparent ist/arbeitet, gibts nichts mehr zu kontrollieren, und Vertrauen wird irrelevant. Es ist dann neutralisiert, überflüssig, hat kein Gegenüber mehr.

    Dein: „Man kann also einfach Vertrauen, aber in der Gewissheit dass man auch nachschauen kann, sobald man auf Ungereimtheiten stößt.“ ist eher eine Definition permanenten Misstrauens als die von Vertrauen.

    @treets: ja, geht noch.

    Ich habe lange Zeit in vieler Hinsicht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vertraut, jetzt nicht mehr. Das hat aber nichts mit Bauernhofranking zu tun, sondern mit der übelst stinkenden Ukraineberichterstattung (und vielleicht meiner Naivität in dieser Hinsicht).

    Transparenz ist tatsächlich eine vertrauens-störende Maßnahme.
    Oder genauer gesagt oft die Folge von verlorenem Vertrauen.
    Man verliert das Vertrauen und fordert deshalb Transparenz. Bekommt man die, kann das Vertrauen wieder wachsen. Bleibt sie, ist Vertrauen neutralisiert.

    Ein Informationskanal, der dort, wo es drauf ankommt, desinformiert, ist kein Informationskanal mehr, ist wertlos. Wenn es der einzige gesamtgesellschaftlich relevante Informationskanal ist, wird es brisant, denn dann zerfällt das Gemeinwesen in lauter kleine Filterbubbles, die keinen Konsens mehr erlauben.

    Deshalb ist es, um bei diesem Beispiel zu bleiben, sehr wichtig, Sender zu haben, denen man im Allgemeinen vertrauen kann.

  61. 61
    polyphem says:

    Vertrauen ist, wenn Mensch am andreas-Kreuz an unbeschrankten Bahnübergängen einfach durchfährt…..

  62. 62
    Linus says:

    @andreas

    Sie finden, man soll dem WDR ruhig einfach mal vertrauen, wenns um die Reihenfolge der egalsten Bauernhöfe geht, weil sie bewiesen haben, dass man ihnen in der Ukraine-Berichterstattung nicht vertrauen kann? Hä?

    Ganz nebenbei: Vielleicht würde es sie ja interessieren, wie die Ukraine-Berichterstattung zustande kommt. Aber irgendwie wollen sies ja nicht wissen dürfen, weil ja eben Transparenz Vertrauen verhindert. Je bereitwilliger der ÖR-Rundfunk also seine Mechanismen offenlegt, die ihn zu bestimmten Schlüssen kommen lässt, desto weniger Vertrauen haben sie. Also bleiben sie lieber beim Mißtrauen. Was soll das sein? Verwirren Sie mich nicht mit Fakten, meine Meinung steht fest? Oder kann man sich so besser seine Verschwörungstheorien von der Nato-Pressestelle schönsaufen? Blöd nur, dass das der WDR eigentlich gar nicht zugeben kann, das hieße ja wiederum Ver-…äh Mißtrauen schüren.

  63. 63
    andreas says:

    @linus

    schrieb ich weiter oben schon, das es abgewogen sein sollte, dass es Fälle gibt in denen die Einforderung von Transparenz dringend geboten ist und andere, wo es nicht notwendig und kontraproduktiv ist.

    Die Polemik überles ich mal.

  64. 64
    nurmalso says:

    ja ich weiss, aber trotzdem … wenn wdr, ndr und die ganzen anderen anstalten mit ihrem eigenen geld wirtschaften täten, dürfen sie manipulieren wie sie wollen.

  65. 65
    user unknown says:

    @nurmalso:
    So, so – und wieso das? Was verstehen sie eigentlich unter „eigenem Geld“? Haben Sie eigenes Geld? Oder nur Geld des Chefs, das aber eigentlich den Kunden gehört? Gibt es dann überhaupt eigenes Geld? Der Europäischen Zentralbank eigenes Geld?

    @all: Hat man schon „Das Beste aus ‚Verstehen Sie Spaß?'“ untersucht? Ich glaube die Sendung dauert nur 5 Minuten, aber …

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