Die Kalifornier wählen am 4. November nicht nur den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Sie stimmen auch über eine Initiative namens »Proposition 8″ ab, die die Verfassung des Bundesstaates so ändern will, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht mehr heiraten dürfen. Der kalifornische Supreme Court hatte vor einem halben Jahr entschieden, dass die Homo-Ehe laut der kalifornischen Verfassung anerkannt und gültig ist. Die Befürworter von »Proposition 8″ wollen sie deshalb um den Satz ergänzen: »Only marriage between a man and a woman is valid or recognized in California.« Meinungsumfragen erwarten ein knappes Rennen.

Aber das ändert sich garantiert, wenn nur genügend Menschen den folgenden sensationellen Werbefilm gesehen haben, der zeigt, dass man selbst kein Argument kennen muss, und trotzdem überzeugend für die Abschaffung des Heirats-Rechtes von Lesben und Schwulen kämpfen kann:

Meine Lieblingsstelle ist das mit »Ööööääää« nur unzureichend wiedergegebene Geräusch, das die Beifahrerin macht, als ihr Freund sie perfiderweise auffordert, ein Beispiel für ihre These zu nennen, dass an der Homo-Ehe viel mehr negative Dinge hängen, als die Leute so denken. (Ganz abgesehen von dem Überraschungseffekt am Ende, als sich herausstellt, dass es sich wirklich um einen Werbefilm für »Proposition 8″ handelt und nicht um einen Spot, in dem die Verteidiger der Homo-Ehe die Blödheit ihrer Gegner entlarven.)

Videogum hat die Botschaft des Spots schön zusammengefasst:

See, dudes. Don’t let your annoying boyfriend force you into having logic and reasoning to back up your bigoted opinion. You are entitled to your indefensible position, and it’s completely typical of him to throw your friendships with others in your face. What’s he trying to do, put a human face on the question? BREAK UP WITH HIM. And it’s totally possible to love your gay friends, but that doesn’t mean you can’t also kind of hate them. Legally. Chiilllllll.

Bei Radar sind noch mehr tolle Werbevideos zu sehen, die coole junge Leute zeigen, die zum Beispiel argumentieren, dass man sich, wenn man Schwule erst einmal heiraten lässt, demnächst wohl auch noch »intolerant« nennen lassen muss, nur weil man intolerant ist.

Auch die Gegner von »Proposition 8″ werben auf YouTube mit Videos für ihre Position. Eine Serie hat sich die berühmten Mac-gegen-PC-Spots von Apple zum Vorbild genommen:

Apple ist nicht nur stilistisch ein gutes Vorbild für die Gegner von »Proposition 8″. Das Unternehmen hat am Freitag auf seiner Startseite bekanntgegeben, ihre Kampagne zu unterstützen:

No on Prop 8

Apple is publicly opposing Proposition 8 and making a donation of $100,000 to the No on 8 campaign. Apple was among the first California companies to offer equal rights and benefits to our employees’ same-sex partners, and we strongly believe that a person’s fundamental rights — including the right to marry — should not be affected by their sexual orientation. Apple views this as a civil rights issue, rather than just a political issue, and is therefore speaking out publicly against Proposition 8.

[via Indecision 2008, Andrew Sullivan]