Lesen und lesen lassen
Das Vorlesen eigener Artikel gehört zu den bislang noch unterschätzten journalistischen Stilformen. Dabei bietet ein schlechter Vortrag eine gute Chance, von argumentativen, logischen und sprachlichen Schwächen des Textes abzulenken.
Gunnar Schupelius zeigt, wie es geht.
Gunnar Schupelius schreibt für die »B.Z.« jeden Tag über etwas, das ihn ärgert. Die Straße vor dem Kanzleramt (vgl. »Tagesspiegel«-Artikel von Januar 2008) ärgert ihn. Wenn er auf dem Weg nach Moabit, anstatt schnell durch den Tiergartentunnel zu fahren, den Schleichweg am Bundeskanzleramt vorbei nimmt, muss er ganz oft abbiegen. Dabei müsste man das Lenkrad kaum bewegen, wenn die Kanzlerin die Leute durch ihre Rabatten fahren ließe. Wenn das schon nicht geht, aus Sicherheitsgründen, würde Schupelius am liebsten unter dem Vordach des Paul-Löbe-Hauses langfahren. Da müsste er zwar genau so oft scharf lenken wie jetzt, aber nicht so schnell. Außerdem bräuchte man dann nicht diese Teerpiste zwischen Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt, über die jetzt alle fahren müssen. Wobei: So viele sind das eh nicht, sagt Schupelius.
Klingt ein wenig krude? Nicht wenn Sie es sich vom Vizesieger im Vorlesewettbewerb der Dritten Klassen erzählen lassen:

Gunnar Schupelius liest: »Gunnar Schupelius: Die Straße vor dem Kanzleramt«
»VideoBlog« nennt die »B.Z.« diese neue Form, es handelt sich also um die Zukunft. Wir sollten uns dem nicht verschließen. Deshalb der Aufruf: Macht den Schupelius! Der Lukas ist mit gutem schlechtem einem Beispiel vorangegangen:
Wir feiern das Ende der vorlesungsfreien Zeit! Wenn viele mitmachen, können wir einen richtigen Lies-es-wie-Schupelius-Vorlesewettbewerb veranstalten. Über Gewinnmöglichkeiten und Abstimmungsmodalitäten entscheiden wir dann.
— 8. Februar 2009, 20:34 — 69 Kommentare
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Wahrscheinlich ist mein Ironiedetektor wieder auf halber Strecke verloren gegangen, denn „das Ende der vorlesungsfreien Zeit“ sieht für mich nach doppelter Negierung aus, die einfach nur Quark ergibt.
Ansonsten: Prust. Gerne mehr.
— Patrick — 8. Februar 2009, 21:04 #
Ich bin beim Anschauen bis »…Slalom fahren« gekommen. Dann hatte ich genug. Was ist eigentlich dieses »Berlin« von dem neuerdings alle reden?
— Schnitzel — 8. Februar 2009, 21:06 #
@Patrick: Wenn die vorlesungsfreie Zeit vorbei ist, wird wieder vorgelesen.
— Stefan — 8. Februar 2009, 21:15 #
@Stefan: Ah jetzt, ja. Danke. Wie schon vermutet: Ich hatte die doppelte Bedeutung nicht bemerkt und gedacht, jetzt, wo die vorlesungsfrei Zeit in den Unis angefangen hat, könnten die fleißigen Studenten auch mal Zeit finden, solche Videos zu machen.
Filed under: Doof wie Patrick (473)
— Patrick — 8. Februar 2009, 21:20 #
Würd gerne mitmachen, aber leider hat die vorlesungsfreie Zeit bei mir erst letzte Woche angefangen!
— BloodyFox — 8. Februar 2009, 21:32 #
Oh, aber obwohl… Stefan? Kannst du vielleicht den LKA-Artkel von BILDBlog lesen… ich bin da nicht wirklich durch die Chronologie und den Argumentationsgang durchgestiegen. Oder vielleicht kannst du ja den Lukas dazu überreden. Das wär toll. Oder vielleicht die Anke Engelke. Promis lesen BILDBlog. Was für eine schöne Publicityaktion das wär…
— BloodyFox — 8. Februar 2009, 21:35 #
HAHAHA!
Schupelius auf dem Weg von North Cothelstone Hall nach Thrumpton Castle, via Nether Addlethorpe, Middle Fritham und Paul-Löbe-Haus… Unter der Scheitelperücke hat sich Loriot versteckt, nicht erkannt?
— Selim — 8. Februar 2009, 21:40 #
Es gibt Hoffnung:
Wenn man die Journalisten nur oft genug zwingt, ihre eigenen Texte vorzulesen — das ist doch das lang geforderte »Lasst Architekten in den selbstgeplanten Häusern wohnen!«. Insofern verstehe ich gar nicht, was du, Stefan, daran auszusetzen hast.
Und was kommt als nächstes? Hartmut Mehdorn fährt den ICE von Hamburg nach Berlin?
— paul — 8. Februar 2009, 21:42 #
Lukas ist toll mit seiner Schupelius-Parodie… Und der Penis auf Blatt 2 hat mir die Tränen ins Gesichts getrieben vor lachen…
— Dominik — 8. Februar 2009, 21:52 #
genial ;)
— moep — 8. Februar 2009, 21:52 #
das mit der vorlesungsfreien zeit war einmal. durch die bachelor/master studiendeformen, kann sich doch niemand mehr zwei tage fehlzeiten erlauben.
@8: wenn der mehdorn mal regionalexpress am freitagabend fahren muesste, das waehre eine strafe die er verdient haette.
— esox — 8. Februar 2009, 21:52 #
ich will auch!
— kreske — 8. Februar 2009, 21:55 #
@kreske: Na, dann richts wie ran. Ärgern, Text schreiben (oder hier aussuchen), vorlesen, aufnehmen, irgendwo hochladen.
— Stefan — 8. Februar 2009, 22:04 #
Kann man nicht auch Wagner-Briefe lesen? (ich meine nicht die an Cosima)
— Twipsy — 8. Februar 2009, 22:10 #
Hallo paul
(8)»Und was kommt als nächstes? Hartmut Mehdorn fährt den ICE von Hamburg nach Berlin?«
Interessant Idee!
In unseren Zukunftsprojektionen fährt Herr Mehdorn tatsächlich den ICE und die DB-AG, nicht von\nach, sondern VON Berlin AN die Wand!
MfG
Eurer TransRapid
(Die long distance Technologie)
— Stefan Müller — 8. Februar 2009, 22:15 #
[gelöscht]
— pecas — 8. Februar 2009, 22:27 #
der Schupelius hätte ja wenigstens seinen text mal halbwegs auswendig lernen können XD
sehr gute parodie vom lukas! :D
— zuufff — 8. Februar 2009, 22:46 #
@Stefan: Der »Lies-es-wie-Schapelius-Vorlesewettbewerb« im vorletzten Satz hat ein »a« zuviel und ein »u« zu wenig.
— Der Postillon — 8. Februar 2009, 23:19 #
Stimmt. Danke!
— Stefan — 8. Februar 2009, 23:21 #
Das erinnert an Stoibers »Transrapid-Rede« — genauso wirr und ohne die Route auf einem Flipchart nachzuzeichnen unmöglich nachzuvollziehen. Wurde der Hall eigentlich nachträglich draufgesetzt?
— ldeora — 8. Februar 2009, 23:46 #
Das ist doch unfair für dem Herrn Schapelius, weil dem Lukas sein Text tut viel zu gut sein. Der hat die 3. Klasse doch bestimmt überspringt und ist schon in der 4.
— SheephunteR — 8. Februar 2009, 23:47 #
Mir war das alles zu unemotional — wenn es ihm ein Anliegen ist, muss er sich mehr reinhängen! Nicht für die Kamera reden wir, sondern für den Zuschauer! Ich habe mir das zu Herzen genommen — meine Version geht gerade zu YouTube. Ich melde mich dann mit dem Link.
War eine prima Gelegenheit, meine erste (ins neue Notebook eingebaute) Webcam mal anzuwerfen. Audio ist noch nicht so dolle.
Bitte beachten: Mit Basteltipp am Schluss!
— Torsten — 9. Februar 2009, 0:55 #
Super, super, super! Habe mich weggeschmissen vor Lachen. Erhöht es die Siegchancen, wenn das Fernsehlexikon im Hintergrund zu sehen ist?
— Björn — 9. Februar 2009, 2:24 #
Es wird eh zu wenig (vor-) gelesen heutzutage. Ein positiver Nebeneffekt könnte ja sein, dass die BZ-Journalisten vorlesend bemerken, was für ein umständliches Geschwurbel das ist. Zum Inhalt fällt mir nix ein, außer: braucht man in Berlin ein Auto?
— gerrit — 9. Februar 2009, 2:27 #
Gegen Videos spricht zunächst mal nichts, aber wieso soll ich einen Redakteur anglotzen, der mir was vorliest?
Hätte er sich mal in seine Blechkiste gesetzt, und die Strecke filmend abgefahren, um anschließend eine hübsche OpenStreetMap-Grafik einzubinden, die den Schlamassel, um den es sich zweifelsarm handelt, zu illustrieren, …
Ich bin mal nicht so: http://www.openstreetmap.de/ka.….;layers=B0
Einmal monatlich komme ich da mit dem Rad lang, und der Weg ist tatsächlich wie von einem Schwachsinnigen entworfen — am schlimmsten, wie so oft, die affige Radwegspur — völlige Schikane, bei dem PKW-Aufkommen. Allerdings will ich nicht ausschließen, daß der Verkehr gerade wegen der unergonomischen Anlage so gering ist, und ansonsten größer wäre.
— Stefan W. — 9. Februar 2009, 3:15 #
Offensichtlich fördert das Vorlesen der geschriebenen Machwerkes auf keinen Fall die Qualität der Inhalte. Manches sollte man besser bleiben lassen…
— Britta Stahl — 9. Februar 2009, 9:29 #
Ich finde es gut, dass der Pofalle neben der Politik noch ein zweites berufliches Standbein hat.
— archeophyt — 9. Februar 2009, 9:30 #
Die Stadt ist aber auch in schlechtem Zustand, wenn man beim Autofahren ständig lenken muss. Da hat der Herr Schupelius völlig recht! Und wenn statt des verkippten Asphalts ein Park auf der besagten Wiese wäre, könnte man da auch viel, ähm, naturnäher autofahren.
— gnaddrig — 9. Februar 2009, 9:45 #
Sehr schön, nach powerpoint karaoke nun ein neuer Extremsport: acrobat reading.
— schläfer — 9. Februar 2009, 10:18 #
Achso, man macht irgendeine pseudolustige Aktion und achtet darauf das das Fernsehlexikon immer schön im Bild ist und schon wird man hier als Held abgefeiert.
— GEZ Preller — 9. Februar 2009, 11:25 #
lustig, habe ich vor einem jahr mit meinen qype-beiträgen versucht, mich zb auf eine leiter mitten auf dem rosa-luxemburg-platz gestellt und einen text über marthalers premierenfeier in der cantamaggio in die kamera hineingelesen, mit verve und lässigkeit. die aktion war zwar vielbeachtet und voll knorcke gewesen, fand aber bei QYPE keine mehrheit.
schupulius sollte sich eine weltzeituhr an den kopf pappen und seine herbeigeholten ausführungen stotternd vorlesen, das würde die stets gutgelaunten BZ-leser sicher amüsieren..
— lokalreporter — 9. Februar 2009, 12:50 #
Die Parodie muß gelobt werden. Wunderbar.
— Thom — 9. Februar 2009, 13:09 #
Herrlich! Als nächstes könnten TV-Moderatoren ihre Moderationen aufschreiben und auf Tafeln in die Kamera halten. Bei dem ein oder anderen Sender dürfte das zu lustigen Ergebnissen führen!
— owy — 9. Februar 2009, 13:33 #
Ist die Situation vor Ort wirklich so ein Schlamassel? Ich habe mir die Sache mangels eigener Anschauung bei Google Maps von oben angesehen. Gut, man muss als Verkehrsteilnehmer zweifelsohne einen Bogen um das Kanzleramt schlagen. Aber eine vierspurige Straße mit zusätzlichen Abbiegespuren plus Radweg als provisorische Teerpiste zu beschreiben, halte ich für unzutreffend. Auch den Schlenker in die Otto-von-Bismarck-Allee kann man sich sparen, sondern einfach dem Verlauf der Willi-Brandt-Straße (ja, so heißt die »namenlose Teerpiste« offiziell) folgen. Allenfalls die Fahrbahnmarkierungen auf der Paul-Löbe-Allee sehen auf dem Luftbild etwas gewagt aus, was die Kurvenradien angeht.
Genug zum kruden Inhalt. Es geht ja hier um die Form: Sind wirklich alle Artikel zum Vortrag geeignet, bzw. sollten sie es sein? Redemanuskripte zu verfassen ist doch nicht umsonst eine besondere Kunst.
— VolkerB — 9. Februar 2009, 13:55 #
@owy: Wenn, dann richtig: »Marco Schreyl — Gesammelte Moderationskarten in 17 Bänden«, demnächst bei Suhrkamp.
— Lukas — 9. Februar 2009, 13:57 #
Und wie bindet man hier jetzt Videokommentare ein?
— Armin — 9. Februar 2009, 14:37 #
»Die Parodie muß gelobt werden. Wunderbar.«
Lukas ist sehr lustig bei sowas, das stimmt :) Ich hatte irgendwann mal seine Videos bei Youtube durchgeschaut. Den hätten sie mal bei dieser neuen RTL-Show »TV Helden« unter Vertrag nehmen sollen. Seine Kai Diekman-Kamera-Verfolgung würde ja auch absolut in dieses Konzept passen.
Dieser Name übrigens: Schupelius, das ist doch als hätte es Loriot erfunden inklusive des Vorlesens von »Ich ärgere mich«-Artikeln. Irgendwie ist das richtig lustig.
— Thomas — 9. Februar 2009, 15:04 #
Also nach Studium der Openstreetmap-Karte sowie den Bildern bei Google Maps verstehe ich den Schupelius-Text nicht. Vielleicht kann das ja jemand aufklären.
Er kommt also über die Heinrich-von-Gagern-Straße. Wegen der Sperrung der Straße vorm Kanzleramt kann er die Paul-Löbe-Allee nicht geradeaus überqueren, sondern muß rechts auf diese abbiegen. Und dann links in die Straße des Anstoßes, die sowohl bei OSM wie Google Maps gar nicht namenlos ist, sondern Willy-Brandt-Straße heißt.
Soweit richtig? Denn an dieser Stelle verlässt mich das Verständnis. Der Text geht nämlich so weiter: »dann noch einmal links in die Otto-von-Bismarck-Allee und wieder rechts in die Willy-Brandt-Straße.« Dies deckt sich irgendwie nicht mit dem, was zu sehen ist. Bei Google Maps sieht es nicht so aus, als könnte man links in die Otto-von-Bismarck-Allee einbiegen, und selbst wenn: Wieso sollte man dann rechts in die Willy-Brand-Straße einbiegen, die einen dann dahin zurückführt, wo man herkam? Und was würde es helfen, wenn man auf der Konrad-Adenauer-Straße am Kanzleram vorbeifahren könnte?
Mag das mal jemand für Nichtsortskunde auf Basis der OSM-Karte erklären?
— Hans — 9. Februar 2009, 15:07 #
Es sollte natürlich heißen: »Und was würde es helfen,wenn man auf der Konrad-Adenauer-Straße am Paul-Löbe-Haus vorbeifahren könnte?«
— Hans — 9. Februar 2009, 15:08 #
@31 — der heißt schupelius, nicht schupulius..
— lokalreporter — 9. Februar 2009, 15:10 #
Hans: Ist das jetzt Ironie?
— Thomas — 9. Februar 2009, 15:10 #
Wieso Ironie? Ich begreife den Text wirklich ab der genannten Stelle nicht mehr. Wieso muß man auf die Otto-von-Bismarck-Allee abbiegen? In Kommentar 34 fragt jemand das doch so ähnlich, denn sowohl auf Google Maps wie OSM sieht es so aus, als wäre es logischer einfach der angeblich namenlosenen Straße weiter »geradeaus« zu folgen, und dann in einem Bogen nördlich der Schweizer Botschaft lang schlußendlich dann auf der Willy-Brand-Straße zu landen (auf der man laut Karten eh schon war).
Entweder konstruiert Schupelius sich hier ein Problem, weil er unbedingt unnötig abbiegt (aber wie kommt man dann eigentlich auf die Willy-Brand-Straße Richtung Moabit? Auf dem Satellitenbild sieht das aus, als wäre da eine bauliche Trennung in der Mitte), oder er ist nicht mal in der Lage sein vermeintliches Problem nachvollziehbar zu erklären.
— Hans — 9. Februar 2009, 15:16 #
Ich weiß gar nicht, warum das Vorlesen eigener Artikel jetzt so mokant sein soll.
Auf Bloggerlesungen oder Buchlesungen sitzen Autoren auf eine Bühne und lesen aus ihren Blogs oder Büchern vor. Und das bestimmt auch mehr oder weniger gekonnt.
Und wenn das vorlesetalent kritisiert werden soll, dann kann man das ohne Umschweife tun, und nicht so tun, als wären vorlesende Journalisten eitle Fazkes (Tatsache ist: Es sind nämlich alle Journalisten, es ist schön, wenn der eigene Artikel mit Namen in der Zeitung steht und das sogar auf der Eins.)
— Marc — 9. Februar 2009, 15:20 #
@Marc — wenn man artikel schon runterliest, sollte das auch groove haben, mensch..
— lokalreporter — 9. Februar 2009, 15:28 #
@38 (Hans)
Ich glaube, nach dem Abbiegen rechts auf die Paul-Löbe-Allee kann man nicht die erste links (die Willy-Brandt-Straße) nehmen, diese sollte ja gesperrt sein. Also wird erst bei der dritten Straße links eingebogen (die tatsächlich keinen Namen hat, oder ist sie eine Verlängerun der Konrad-Adenauer-Straße?).
— tmp — 9. Februar 2009, 15:59 #
@45: Ne, gesperrt ist doch die Fortführung der Heinrich-von-Gagern-Straße vor dem Kanzleramt vorbei. Die erste links ist doch gerade das neugebaute Dings, während eine Straße weiter — die direkt vorm Paul-Löbe-Haus überdacht vorbeigeht — ebenfalls gesperrt ist.
Zumindest sieht das für mich alles so aus.
— Hans — 9. Februar 2009, 16:18 #
@Hans: Ja, so ist es auch. Leider kann ich die Fragen, die das in Bezug auf Schuppis Kolumne aufwirft, nicht beantworten.
— Stefan — 9. Februar 2009, 16:22 #
Muss/darf ich einen eigenen Text vorlesen?
Muss ich meine Augen auch so weit aufreißen?
Darf ich auch auf englisch lesen? Weil meine Texte sind im Moment alle auf Englisch).
— Sebastian — 9. Februar 2009, 16:25 #
Aus gesundheitlichen Gründen würde ich davon abraten. Meine haben anschließend getränt und waren für den Rest des Tages gerötet.
— Lukas — 9. Februar 2009, 16:42 #
»Meine haben anschließend getränt und waren für den Rest des Tages gerötet.«
Wer weiß woran das lag.
— Thomas — 9. Februar 2009, 17:03 #
Ich bin weitsichtig vielleicht reichen ja 5 Dioptrien ;-)
— Sebastian — 9. Februar 2009, 17:04 #
Na das wurde aber auch Zeit, dass jemand dem Schupelius Gunnar, einen Sortentypischen Schrein aubaut! Nun herrscht wieder Gerechtigkeit auf diese Welt.….….…
Danke und sowas jetzt und heute!
— martina wiebitte — 9. Februar 2009, 17:50 #
Klingt für mich jetzt auch nicht unmotivierter (oder wie auch immer) als die Gastkommentare in der Tagesschau… :-/
— Désirée — 9. Februar 2009, 18:16 #
Ausnahmsweise: Ich finde das original lustiger als die Parodie
— Peter — 9. Februar 2009, 18:18 #
Siehe auch Jochen Reinecke (schon ein wenig älter):
http://blog.zeit.de/berlinjournal/?p=309
— jt — 9. Februar 2009, 20:58 #
Interessant finde ich, dass bei 0:40 ein iPhone eine eMail empfängt ;)
— Julian — 9. Februar 2009, 20:58 #
Oha !
Der Parodist hat scheinbar einen guten Musikgeschmack.
Der Kenner erkennt : Tomte›s »Hinter all diesen Fenster« in Posterform.
1a !!
— badenmeister — 9. Februar 2009, 23:49 #
Für mich liegt hier wohl der Versuch vor, den Kolumnisten der Zeit, Harald Martenstein, zu kopieren — Ort der Handlung (Berlin Mitte) und Darbietung weisen doch stark in diese Richtung. Dass das nicht auf Anhieb gelingen kann ist doch klar und sollte nicht noch hämisch kommentiert werden; hier sucht ein einfallsloser Mensch nach Orientierung, nach Möglichkeiten der Verbesserung. Ist doch schön!
— strichundstrich — 10. Februar 2009, 0:09 #
»dann muss ich wieder das Steuer herumreißen«
Wäre wohl gerne Seemann geworden; was für ein Knaller
— Markus — 10. Februar 2009, 0:12 #
Ich war amüsiert über die Parodie, aber wieso findet sich ein männliches Genital im Bilde?
— PhilipS — 10. Februar 2009, 0:37 #
Die Parodie von Lukas ist wirklich klasse, Kompliment dafür! :)
Beim Text von Lukas fällt mir aber spontan auf, dass »Züge mit Bänken an den Aussenwänden« im Tunnel manchmal etwas unbequem sein könnten. ;)
— Neuhier — 10. Februar 2009, 0:46 #
Verdammt, das stilisierte Genital wollte ich ja auch noch kommentiert haben!
Wie dem auch sei — ich fahre immer die Strecke Alt-Moabit, Willy-Brandt-Str., und da mit dem Rad kommend, könnte ich sogar gerade durchstoßen zur Otto-v.-Beuysern-Str., aber für PKW ist hier gesperrt, und das Gelände ist wie ein Übungsparkours für den Fahrradführerschein, wie ich ihn als 10-jähriger besucht habe — gibt es sowas noch? — gestaltet: Irrsinnig viele Zeichen, Spuren, Ampeln — möglichst viel Gedöhns auf engem Raum.
Obwohl kaum Verkehr ist übt sich die Ampel Ecke OvB-WBS diesen zu regeln.
Die kleinen Umwege die man da vollführen muß sind wohl als Schauspiel für die Kanzlerin einerseits gedacht, die in einer Mußeminute hinausschauen kann, um sich daran zu freuen, wie ihre Untertanen brav Pirouetten vollführen, Steuer rumreißen — so könnte das als Inspiration für ihr politisches Handeln taugen.
Auf der anderen Seite unterwirft man als Untertan brav sich den Zwängen des Regelwerks, den von der Exekutive aufgezeichneten Linien, und gibt so der eigenen staatsbürgelichen Gebrochenheit Ausdruck. Wenn der Radweg mit doppelt durchgezogener Linie symbolisiert: wie eine baulich getrennte Spur zu betrachten — dann darf man eben die Kurve nicht schneiden, auch wenn sonst kein Fahrzeug weit und breit ist.
Mittwoch oder Donnerstag komme ich da wieder durch — vielleicht mache ich ein paar Fotos. :)
Was der Zeitungsmensch aber für eine Route beschreibt will ich en Detail nicht nochmal nachvollziehen — so spannend ist es auch nicht. Aber er fuhr (mehrmals?) am PLH vorbei — das liegt ja quer zu meiner Route.
— Stefan W. — 10. Februar 2009, 2:04 #
Sammlung der Rechtfertigungs– und Nachbesserungstechniken
Also, die Technik habe ich auch schon genutzt: Nicht-ganz-zu-Ende-Gedachtes einfach mal mündlich vortragen, dann wirkt’s schon überzeugend. Das war noch an der Uni, man hat es mir durchgehen lassen, meine Scham hält sich in Grenzen.
Bei einer kleinen Recherche zur Auseinandersetzung zwischen Micha Brumlik und Franz Alt, zur Frage, ob Alts „Jesus — Der erste neue Mann“ antisemitisch sei, fand ich jetzt in einem obskuren Mitglieder-Rundbrief südwestdeutscher Wasserwirtschaftsfreunde eine Rechtfertigungstechnik von Franz Alt, die mir in dieser Deutlichkeit bisher noch nicht untergekommen ist:
Brumlik hätte, bevor er über seine Bestseller Kritisches schreiben durfte, erst mit ihm, Franz Alt, persönlich sprechen müssen. Vergleiche (auch sonst ein hübsch gockelhaftes „Interview“):
http://www.wasserkraft.org/mit.….202008.pdf
Wie sieht’s aus? Gibt es schon eine gute Sammlung journalistischer/publizistischer Rechtfertigungs– und Nachbesserungstechniken?
— Martin Rath — 10. Februar 2009, 10:10 #
Hahaha! Großartig! Ich habe Herrn Schupelius sofort einen Leserbrief geschrieben. So viel Engstirnigkeit verdient Respekt: Eine wunderbare Blüte des Journalismus.
— JonasA — 10. Februar 2009, 14:19 #
der arme Gunnar Schupelius muss sich immer sooo ärgern…er tut mir richtig leid.
Aber nichts desto trotz muss ich sagen, über alle Videos von ihm herzlich gelacht zu haben…
— Leo — 10. Februar 2009, 19:22 #
Ich habe zwar eifrig Bilder gemacht (bis der blöde Akku von 2 Balken auf 0 sprang und »Akku leer« verkündete), aber sie sind nicht sonderlich geworden, und ich denke man kann ihnen nicht viel entnehmen:
http://home.arcor.de/hirnstrom.….eramt.html
Beim draufklicken läd man das große Bild, welches im Firefox bei mir noch nicht in voller Größe dargestellt wird, wie das Lupensymbol mit dem Plus anzeigt.
Operauser sind auf sich gestellt.
Die ersten Bilder sind in Fahrtrichtung Norden aufgenommen, das vorletzte kann ich nicht recht einordnen, und beim letzten habe ich mich umgedreht. Da sieht man 3 helle PKWs quer fahren, die wahrscheinlich auch auf den Betrachter zu abbiegen.
Direkt hinter dem Radwegschild und rechts davon sieht man im Hintergrund 2 PKWs fast in einer Frontalansicht, die das Zick vom Zick-Zack noch vor sich haben.
Vielleicht kann man also doch was erahnen — ich glaub’s nicht. :)
— Stefan Wilhelm W. — 14. Februar 2009, 1:45 #
[…] schon dann unter der biblischen Vorzeile “Mein gerechter Zorn” beschwert, wenn er bei seinem Auto unnötig oft das Lenkrad benutzen muss oder wenn die BVG eine Haltestelle um einige Meter versetzt, war ich sofort angefixt, als ich seine […]
— ZEIT ONLINE - Berlin-Journal » Funkturm Restaurant - ein Kontrollbesuch — 22. März 2009, 12:27 #
[…] die Kaffeeweiber begleiten ihn zu Fuß durchs Internet, wordpress clustert Blogs über ihn und Niggemeier erklärt, was man davon halten soll. Mein Gott, muss der Mann wichtig […]
— jepblog » Blog Archive » Award für Schupelius 2.0 — 27. März 2009, 9:17 #
[…] jedenfalls musste die „B.Z.” einen Widerruf drucken. Und weil Schupelius seine Kolumnen bekanntlich immer auch noch mal in die Kamera spricht, gibt es von dem Widerruf auch eine Videoversion, der es […]
— Släsch, Släsch, Schupelius « Stefan Niggemeier — 19. Oktober 2010, 21:07 #