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Re:Publica

Tom Junkersdorf packt aus

Tom Junkersdorf, seit einem Jahr mit einigem Erfolg Chefredakteur der „Bravo”, war vorher bei „Bild”. Zu seiner Amtszeit als Unterhaltungschef nahm sich „Bild” Sibel Kekilli in einer Weise vor, die das Berliner Landgericht als höhnische Herabsetzung und Eingriff in die Menschenwürde bezeichnete.

Junkersdorf sagt von sich, er habe mit „Bravo” Tokio Hotel „gemacht”. Dem „Kress-Report” sagte er:

„Ich habe von Kai Diekmann bei ‚Bild’ einiges gelernt, was mir jetzt bei ‚Bravo’ nützt: Themen setzen, an Themen glauben und sie mit Gewalt durchziehen.”

Ein spannender Gesprächspartner also. Und das einstündige Telefonat, das Planet-Interview.de mit Junkersdorf führte, muss ein richtig interessantes Gespräch gewesen sein. So interessant, dass der Verlag zwei Drittel der Antworten Junkersdorfs nicht zur Veröffentlichung freigab.

Zum Glück haben die Leute von Planet-Interview.de (ähnlich wie die „Zeit” vor ein paar Wochen bei einem Interview mit Oliver Kahn) die wunderbare Idee gehabt, das Interview auch ohne die Antworten Junkersdorfs zu veröffentlichen. Das liest sich ganz wunderbar:

Was hören Sie eigentlich selber für Musik?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen —

Und so:

Haben Sie sich schon mal einen Klingelton runtergeladen?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen —

Und (offensichtlich im Zusammenhang mit dem Fall Sibel Kekilli) auch so:

Die Folgen, die diese Kampagne für die Schauspielerin hatte, sind Ihnen wohl bekannt.
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Vielleicht wäre sie auf anderem Wege nicht zu dieser tollen Rolle gekommen.
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Sollen wir denn eigentlich alles wissen über die Vorgeschichten von Schauspielern? Ist das Ihr Streben, alles im Privatleben aufzudecken?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Also, ein Goldener Bär ist ja schon noch etwas anderes als das Amt der Bundeskanzlerin.
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Sie haben dann auch Bilder aus Ihren Pornofilmen abgedruckt.
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Empfanden Sie das als würdevoll?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Man hätte ganz normale Portraits verwenden können. Doch so, wie die Bild verfahren ist, hat es Frau Kekilli enorm geschadet, auch psychisch glaube ich.
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Sie empfinden keinerlei Reue?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

(…) Wenn ich Sie richtig verstehe: Sie führen sämtliche Unwahrheiten in der Bild auf den großen Redaktions-Apparat zurück, in dem viele Sachen schief laufen, weil so viele Redakteure zusammenarbeiten? Die zahlreichen Klagen von Personen des öffentlichen Lebens und die Gegendarstellungen, welche Bild regelmäßig abdrucken muss: alles nur ein Resultat von schlechter Organisation?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Und warum hat dann der Deutsche Presserat die Berichterstattung der Bild über Frau Kekilli gerügt und eine Verletzung der Menschenwürde beanstandet?
Junkersdorf: — Antwort wurde gestrichen –

Das ganze Interview steht hier.

 

(Mein bittere, vernichtende Pointe wurde von mir gestrichen.)

— 30. August 2006, 14:23 — 5 Kommentare

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Nie mehr von .htaccess-Dateien träumen!

Ich glaube immer noch, dass Textpattern theoretisch die schönste Blog-Software überhaupt ist: so kühl und streng, logisch und reduziert, elegant und flexibel. Aber damit Textpattern auch praktisch die schönste Blog-Software wäre, müssten ungefähr zehnmal so viele Leute Textpattern nutzen. Die würden dann Dokumentationen schreiben und Anleitungen, sie würden Foren mit ihren Antworten füllen und viele praktische Plugins programmieren, und wenn man auf irgendein Problem stieße, würde man nach einer kurzen Suche im Internet die Antworten finden. So wie bei Wordpress halt.

Trotz vieler netter, hilfsbereiter Experten hab ich’s nicht geschafft, meine Probleme mit Textpattern zu lösen. Und nachdem ich einmal nachts von .htaccess-Dateien, Kommentar-Einbau-Regeln und Kalender-Plugins geträumt habe, beschloss ich, dass ich eigentlich genug Sachen im Leben habe, mit denen ich meine Zeit verschwenden kann (Fernsehen zum Beispiel), und nicht auch noch Experte für exotische Web-Software werden muss.

Deshalb ist dies hier jetzt einfach ein schnödes Wordpress-Blog. Die alten Kommentare zu importieren, ist mir leider nicht gelungen, und auch in den Einträgen und Artikeln ist noch nicht alles, wie es soll. Aber im Grunde scheint’s zu laufen.

Danke noch mal an die Textpattern-User, die mir freundlich und geduldig versucht haben zu helfen — womöglich war ich einfach zu doof für Textpattern.

— 28. August 2006, 0:50 — 8 Kommentare

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Baustelle

Schade ist ja, dass durch den Siegeszug der Blogs die typischen Homepage-Baustellenschilder weitgehend verschwunden sind.

Hier gehört jedenfalls eins hin, denn ich bau gerade um. Also vielleicht lieber morgen nochmal wiederkommen, wenn’s hoffentlich nicht mehr an ganz so vielen Stellen hakt.

— 24. August 2006, 19:33 — 4 Kommentare

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Politically Incorrect: Kein Kommentar

Ich weiß nicht, ob es sich um eine technische Panne handelt, einen erzwungenen Schritt — oder ob „Politically Incorrect“ einfach sein Hassausstoß-Kontingent für dieses Jahr schon überschritten hat. Jedenfalls: da sind keine Kommentare mehr.

— 18. August 2006, 22:43 — 5 Kommentare

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Falsch verbunden (2)

Für alle, die (wie ich) fassungs- oder ratlos vor dem sitzen, was sich da seit gestern abend (leider auch unter meiner Beteiligung) in dieser komischen Parallelwelt der Blogs aufgeschaukelt hat, zwei Stimmen der Vernunft:

Robert Basic und Jörg-Olaf Schäfers.

— 17. August 2006, 21:44 — Keine Kommentare

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