Super-Symbolfoto (93)

Viel­leicht täu­sche ich mich, aber kann es sein, dass das Online-Angebot des »Han­dels­blatts« um Wieder-Aufnahme in diese kleine Reihe bettelt?

Und als Bonus die Frage: Wie, glau­ben Sie, hat Handelsblatt.com den Arti­kel mit der Über­schrift »Wie die Infla­tion die Ren­ten frisst« illustriert?

Rich­tig.

Wir unterbrechen diese Sätze für eine Werbebotschaft

Neu­lich hat »Focus Online« bekannt­ge­ge­ben, sich nicht am all­ge­mei­nen Wett­her­un­ter­zie­hen von Bezahl­schran­ken zu betei­li­gen. Das Ange­bot soll kos­ten­los blei­ben. Zu groß sei die Gefahr, Stamm­le­ser zu verprellen.

Doch die Umsonst­heit hat ihren Preis. Die Stamm­le­ser müs­sen dafür an ande­rer Stelle beson­ders hart im Neh­men sein (vom Jour­na­lis­mus jetzt mal ganz abge­se­hen): Sie müs­sen sich dar­auf ein­stel­len, dass »Focus Online«-Artikel mit­ten im Absatz von Wer­be­bot­schaf­ten im Fließ­text unter­bro­chen werden.

Nach Anga­ben des Wer­be­ver­mak­ters Tomor­row Focus han­delt es sich um einen Test. Die Wer­be­form werde den Kun­den noch nicht ange­bo­ten, ob sie bei »Focus Online« ein­ge­führt wird, sei noch offen, sagt eine Spre­che­rin. Die ers­ten Erfah­run­gen seien aber »sehr posi­tiv«. (Ich hatte kon­kret nach Reak­tio­nen von Lesern gefragt, halte es aber eher für unwahr­schein­lich, dass sich die Ant­wort dar­auf bezieht und stimmt.)

Es han­delt sich um eine ver­schärfte Form von In-Text-Advertising. Das besteht sonst in der Regel dar­aus, dass ein­zelne Wör­ter im Text unter­stri­chen sind und beim Über­fah­ren mit der Maus dazu ver­meint­lich pas­sende Wer­bung ange­zeigt wird. Hier nun schiebt sich die Anzeige auch ohne (absicht­li­ches oder ver­se­hent­li­ches) Zutun des Lesers in den redak­tio­nel­len Text.

Selbst für den durch­schnitt­lich des­in­ter­es­sier­ten Online-Medien-Nutzer muss dank sol­cher und ähn­li­cher Zudring­lich­kei­ten längst unüber­seh­bar sein, wie groß die Not der Ange­bote ist. Wer­be­for­men wie diese sind Monu­mente der Ver­zweif­lung, eine wei­tere Eska­la­tion im zuneh­mend gewalt­sa­men Ver­such, die Auf­merk­sam­keit der ebenso zuneh­mend abstump­fen­den Leser auf die Bot­schaf­ten der Wer­be­kun­den zu lenken.

Ver­mut­lich muss man froh sein, dass die Wer­bung nicht mit­ten im Satz steht oder ein­zelne Wör­ter unter­bricht, aber wahr­schein­lich ist auch das nur eine Frage der Zeit. Die Krea­ti­vi­tät, die man im deut­schen Online­jour­na­lis­mus ver­misst, sie scheint in die Erfin­dung solch immer neuer, immer noch auf­dring­li­che­rer Wer­be­zu­mu­tun­gen zu fließen.

Sie haben übri­gens noch wei­tere ori­gi­nelle Ideen bei »Focus Online«. Wenn man einen Arti­kel eine Weile offen lässt, erscheint oben eine Zeile, die einen infor­miert, dass es seit dem letz­ten Besuch »neue Arti­kel von FOCUS Online« gebe, und dazu auf­for­dert, die Seite »jetzt« zu »aktua­li­sie­ren«. Mit einem Klick kommt man dann auf die Startseite.

Die Ein­blen­dung erscheint natür­lich unab­hän­gig davon, ob tat­säch­lich in der Zwi­schen­zeit neue Arti­kel auf »Focus Online« ver­öf­fent­licht wur­den. Sie kommt ein­fach immer auto­ma­tisch nach zehn Minuten.

Super-Symbolfoto (92)

[ein­ge­sandt von Twi­psy]

Super-Symbolfoto (91)

»… Die Frau soll drei Gramm im BH und den Rest im Kör­per über die Grenze geschmug­gelt haben. …«

[mit Dank an Philip]

Super-Symbolfoto-Unterschriften (1)

Aus dem Online-Auftritt der »Schaum­bur­ger Nach­rich­ten«:


[mit Dank an BILDblog-Leser Stef­fen P.]

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