Kurz verlinkt (45)

Trotzdem betrachtet etwa „Springer“-Chef Matthias Döpfner direkte Bezahlung für werbefinanzierte Inhalte als gewissermaßen gottgegebenes Vorrecht, das auch für Verlage gelten müsse. Im Gespräch mit dem „manager magazin“ sprach er im Zusammenhang mit kostenlosen Inhalten im Netz von „abstrusen Phantasien spätideologisch verirrter Web-Kommunisten“. Dass journalistische Angebote online fast ausschließlich kostenlos verbreitet werden, sei ein „Unsinn“. Springer sei aber „nicht groß genug“ gewesen, „um diesen Wahnsinn allein zu stoppen“.

Döpfner sagte nicht, ob er auch die Anteilseigner der ProsiebenSat.1 Media AG für Wahnsinnige hält. Oder die Eigentümer der RTL Group. Wo die doch seit Jahrzehnten die Kostenloskultur des privaten Rundfunks nähren mit ihren Angeboten. Springer selbst besitzt Anteile an mehreren Privatradiosendern.

„Spiegel Online“-Redakteur Christian Stöcker entlarvt die Quatsch-Argumentation von Mathias Döpfner.

52 Replies to “Kurz verlinkt (45)”

  1. „Abstruse Phantasien spätideologisch verirrter Web-Demagogen“ sehe ich auch am Werke.

    Klingt irgendwie, als stünde die Mauer noch.

    Aber so gerne ich den Untergang Springers feiern würde, für so unausgemacht halte ich das.

    Der Springerverlag weiss sicher selbst, ob er sich ein Scheitern leisten kann, und wieviel Werbeeinnahmen er kompensieren muß. In Hamburg, wenn es da keine lokale Konkurrenz gibt, klappt das vielleicht eher als in Berlin. Oder wenn immer mehr Konkurrenten folgen. Versuchen kann er’s ja mal.

    Mikropayment käme bei den Usern wohl besser an, aber wenn zig Anbieter hier und da ein paar Cent von mir wollen, und das dauernd, dann steigt auch wieder die Gefahr von Mißbrauch und Betrug. Bei Heise habe ich bisher immer abgewunken, wenn man 2 € für einen Artikel zahlen soll, wo das Heft 5 gekostet hat. Sicher – bis man zur Bücherei gefahren ist, und den Artikel kopiert hätte…

    Aber wenn man nichtmals weiß, ob er liefert, was man sich verspricht?

    Der Klamauk, der die Aktion begleitet deutet aber vielleicht darauf hin, dass sich hier jemand als Stuntman inszeniert.

    P.S.: Gibt es eigentlich auch Miniaturen vom Springergebäude?

  2. Auch die Berliner Morgenpost bietet seit heute gewisse Inhalte nur kostenpflichtig an. Führt dafür aber auch eine „wunderbare“ Begründung ins Feld:

    „Das Online-Magazin „Slate“ hat vor einiger Zeit Kriterien für erfolgreiche Bezahlinhalte aufgestellt: Die müssen demnach unverzichtbar sein, wunderbar gestaltet (sic!), absolut zuverlässig und einfach zu nutzen. Die Berliner Morgenpost und Morgenpost Online entsprechen dem Kriterienkatalog, den „Slate“ für erfolgreiche kostenpflichtige Inhalte aufgestellt hat.“

    Zitat von der MoPo:

    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1223720/Neu-Bezahlinhalte-bei-Morgenpost-Online.html

    ;-)

  3. Das Holzzeitalter neigt sich dem Ende zu, die Dinosaurier sterben aus und ich bin live dabei. Wie sie brüllen, sich winden und wild um sich beißen, ein tolles Spektakel.

  4. Matthias Döpfner ist nicht nur ein Dampfplauderer, wie man z.B. regelmäßig an der Diskrepanz seiner Reden über journalistische Ethik und der Realität seiner Zeitungen sehen kann. Er ist auch wenig kreativ. Fast die exakt gleiche Wortwahl hat er schon vor fünf Woche in einer Debatte mit Ariana Huffington auf dem Monaco Media Forum verwendet.

    Damals ist auch schon der Quatsch mit den Internet-Kommunisten gefallen. Dass ausgerechnet dem Chef des lautesten medialen Vertreters der (marktorientierten) Freiheit nicht bekannt ist, dass es im real existierenden Kommunismus keine freien Medien gab, egal ob elektronisch oder auf Papier, ob kostenlos oder gegen Bezahlung, zeigt, wie absurd und nur seinem ideologisch bornierten Standpunkt geschuldet Döpfners Rhetorik ist.

    Darüberhinaus ist es auch naiv, anzunehmen, dass das Produkt abendblatt.de, das trotz lokalem Zeitungsmonopol in der Hansemetropole im Rücken nicht kostendeckend arbeit, Geld einspielen würde, wenn man es hinter einer Zollschranke versteckt, das Produkt selbst aber gleich bleibt. Denn die absurden Multiklickibunti-Bilderstrecken werden von der Redaktion fleißig weitererzeugt, auch bei neuen, von Anfang an nicht frei zugänglichen Artikeln.

    Von daher halte ich es, wie so oft, mit ahoipolloi…

  5. „Döpfner sagte nicht, ob er auch die Anteilseigner der ProsiebenSat.1 Media AG für Wahnsinnige hält. Oder die Eigentümer der RTL Group. Wo die doch seit Jahrzehnten die Kostenloskultur des privaten Rundfunks nähren mit ihren Angeboten.“

    Dieser Vergleich ist lustig, aber falsch: Historisch gesehen, darf es die „kostenlosen“ privaten Rundfunksender in ihrer derzeitigen Form nur deshalb geben, weil für die journalistisch wichtigen Inhalte bereits bezahlt wird, nämlich bei den öffentlich-rechtlichen. Die privaten Rundfunksender müssen also nicht das leisten, was die ÖR leisten und auch nicht das, was die Verlage zu leisten hätten.

    Denn anders ist es ja bei der gedruckten als auch der Presse im Internet. Hier müssen die Verlage das (fast) das komplette systemrelevante Angebot an Journalismus selbst unter marktwirtschaftlichen Bedingungen produzieren, dürfen also nicht nur Quatsch und Boulevard produzieren, sich leicht verkaufen lässt, sondern auch eben Quaität.

    Das ist eine Bürde, von der man die Verleger genauso wie die privaten Rundfunkveranstalter befreien sollte. Dann können sie sich auf den entsprechenden Free- und Paid-Content konzentrieren, der betriebswirtschaftlich Sinn macht.

  6. Die Musikindustrie, und in Teilen die Filmindustrie, hat es bekanntlich geschafft, ihre potentielle und tatsächliche Kundschaft massenhaft zu verprellen, indem sie sie pauschal des Diebstahls bezichtigt, nur weil diese Kundschaft über Internetzugänge verfügt. Es hat gedauert, bis sich die wenig überraschende Erkenntnis durchsetzten konnte, dass die Kundschaft das wirklich nicht besonders nett fand, dass das also wenig klug war, und wahrlich keine Werbung für die Industrie. Bei Verlegern dieses Schlages scheint sich daraus kein Lerneffekt ergeben zu haben – denn die im Internet präsente potentielle Kundschaft wird offenbar pauschal als Schmarotzer angesehen, wenn nicht als Diebe. Ich muss sagen, ich fühle mich wenig motiviert, Leuten mein Geld in den Hals zu schmeissen, die mich ständig zu beleidigen versuchen.

    („abstruse Phantasien spätideologisch verirrter Web-Kommunisten“…? Ist der Mann noch ganz beisammen? Und vor allem, wo war er die letzten knapp 20 Jahre?)

  7. Über viele der Kommentare zu der Thematik bin ich doch etwas verwundert.
    In der Ökonomie gelten doch noch immer die Regeln:
    „Es gibt kein freies Mittagessen“ und „Wer bezahlt, bestellt die Musik“.

    Komplett durch Werbung finanzierte Inhalte haben deshalb bei mir keinerlei Relevanz!!!
    Ich glaube ja auch dem Mazadverkäufer nicht, daß alleine Mazda Autos bauen könne, oder dem Versicherungsvertreter der Allianz, daß nur seine Firma mich gut versichern könne.
    Aber wer es glaubt, wird seelig. Jeder läßt sich halt so gut verarschen, wie er möchte.

    Presseinformationen im Netz sind für mich nur interessant, wenn eine „Bezahlzeitung“ dahintersteht und dann auch nur mit einer gesunden Skepsis.
    Allerdings müssen sich die Verlage wirklich ein brauchbares Bezahlkonzept überlegen. Ich habe nämlich keinen Goldesel im Keller und deshalb neben den Abokosten für die NZZ nicht unendlich viel Geld für andere Zeitungen übrig. Sinnvoll wäre daher ein Konzept mit einer kostenlosen Übersicht (mit knapper Inhaltsangabe und Autorennennung – für Schirrmacher würde ich z.B. niemals etwas bezahlen) und dann Preisen pro Artikel (am besten anonym per Telephon zu zahlen, wenn das technisch machbar wäre).
    Die Preise müssen in einem vernünftigen Verhältnis zur gedruckten Ausgabe stehen. 1,90 für die Gesamtausgabe und 2,00 Euro für einen Artikel werden sich nicht durchsetzen.

    Es ist ja schön, daß ich die FAZ, die FR etc. z.Z. kostenlos im Netz neben der NZZ noch durchforsten kann. Aber so wird sich Qualitätsjournalismus nicht finanzieren lassen.
    Was nicht kostet, ist nichts wert!!!!!!!!

    Um gute Preise durchzusetzen müssen sich die dt. Zeitungen aber bestimmte nicht nachmachbare Kompetenzen konzentrieren. D.h. Recherche, Recherche, Recherche. Ich will nicht wissen, was irgendein dt. Regierungsfuzzi in Kabul sagt, aber für einen guten Lagebericht eines unabhängigen Journalisten lege ich den ein oder anderen Euro hin.
    Die Wiedergabe der Äußerungen von Ackermann auf der Bilanzpressekonferenz lese ich auf der Netzseite der Bank. Die Zeitung muß die Angaben nachprüfen und den kritischen Hintergrundbericht mit Vergleichen zur Vergangeheit liefern. Das kann ich nicht selbst tun, deshalb würde ich dafür bezahlen.
    Um eine Birne in die Lampe zu schrauben, hole ich ja auch keinen Handwerker, aber wenn das Dach neu zu decken ist, dann bezahle ich einen Handwerker, weil ich das nicht selbst kann.
    Und nach Afghanistan kann ich eben nicht selbst zur Recherche, aber die Netzseite der Verteidigungsministerums kann ich selbst aufrufen.

    Mfg

    A. Pachl

    PS Wer tut mal was gegen die Pseudonyme in den Foren. Wer nicht sein Gesicht zeigt, hat für mich schon ein dickes Minus in Sachen Glaubwürdigkeit. Denn trotz Schäuble und Schilly – wir sind noch nicht die DDR oder das 3. Reich.

  8. Warum macht eigentlich jede Industrie immer wieder auf’s neue die gleichen Fehler?
    Stellt sich bei den Zeitungs- und Buchverlagen eigentlich niemand die Frage, wofür Kunden eigentlich Geld zahlen?
    Die meisten Musikmenschen haben inzwischen, zähneknirschend, akzeptiert, dass ihre Kunden offenbar dann Geld zahlen, wenn es einfacher ist -,99 € abzudrücken, um einen Song zu bekommen als sich auf merkwürdigen Torrent Seiten rumzudrücken, wo man vorher nicht weiß, was man da runterlädt.
    Als Vielmusikhörer mag ich das Napster Modell sehr gerne. Das ermöglicht mir überall die Musik zu hören, die ich gerade mag.

    Bei Zeitungen/Zeitschriften sind Kunden offenbar gewillt, Kohle abzudrücken, wenn man etwas bekommt, dass anderenorts nicht zu haben ist. Bei der „Zeit“ einen echten Mehrwert (Audio-Abo, E-Paper etc.). Bei „Test“ (und anderen Zeitschriften) unabhängige Testberichte über interessante Produkte, für die Kunden x Euro pro Bericht (!) zahlen.

    Und dann gibt es noch die Pornoindustrie, die von Anfang an auf Bezahl-Content gesetzt hat. Das mag die „igittigitt“ Ecke des Netzes sein, aber man sollte sich deren Geschäftsmodelle wenigstens mal ansehen. Die haben über den Umgang mit dem Geld ihrer Kunden einiges verstanden und leben offenbar gut damit.

    Ich persönlich könnte mir vorstellen, ein paar Cent pro interessantem Artikel zu zahlen, wenn es schnell und einfach geht.
    Also eine interessante Einleitung, dann Schnitt und wenn man weiterlesen will 5-10 Cent/Artikel mit einem Klick. Klar, das ist lästig zu verbuchen, aber da käme sicher ein Batzen Geld zusammen.

    Ich dachte immer, dass Manager sich genau mit solchen Fragen auseinander setzen, aber offenbar bin ich immer noch viel zu naiv…

  9. Bedauerlicherweise nutzt auch Stöcker Pseudoargumente, die einem den Lesespaß verhageln: „Es gibt keine Kostenloskultur im Internet. Das Internet, das kann jeder beim Blick auf seine Telefonrechnung am Monatsende sehen, ist alles andere als kostenlos: Es kostet 20 Euro im Monat, oder 35, je nachdem, an welchen Anbieter man sich bindet.“

  10. @ Thomas Television: Mir ist es gänzlich neu, dass die Verlage gezwungen werden, „systemrelevante Angebote“ im Internet zu verbreiten. Bei den privaten Vollprogrammen gibt es Gesetze, die Nachrichten und unrentable Sendungen von Drittproduzenten vorschreiben, aber fürs Internet?

  11. Hoffentlich machen die bild.de auch bald kostenpflichtig. -Dann werden endlich weniger Leute diesen Quatsch lesen…

  12. @Albrecht Pachl: Da ist viel Wahres dran. Bliebe zu klären, wie z.B. mit den Artikel von dpa und Co. umgegegangen wird. Heute werden diese nicht selten in allen Medien 1 zu 1 übernommen. Selbst in der Tagesschau. Da macht man sich nicht einmal Mühe, die Quelle anzugeben.

    Wenn ich für dpa-Meldungen, die nur etwas umgeschrieben und mit Material von Wikipedia unterfüttert wurden, wie es heute durchaus vorkommt, Geld bezahlen müsste, wäre ich schon leicht angesäuert.

    Insgesamt ist das alles ist eine große Chance für den Journalismus, man muss sie nur richtig nutzen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man auch heute noch guten Journalismus auf Holz machen kann, für den sich Leser finden, die etwas mehr ausgeben und Anzeigenkunden, die es nicht für verschenkt halten.

  13. „Springer ist trotz alledem zu wünschen, dass es klappt mit dem kostenpflichtigen Online-„Abendblatt“, auch ohne staatlich sanktionierte Geldeintreiber im Rücken. Jeder Journalist würde und sollte sich freuen, wenn für Information und Analyse auf Web-Seiten künftig Geld gezahlt würde. Die ganze Branche wird mit Spannung beobachten, ob der MUTIGE SCHRITT womöglich doch erfolgreich sein kann.“ (Aus dem gleichen Text von Stöcker – ich reiß das jetzt auch mal so aus dem Gesamtzusammenhang, gelle?)

  14. @4/Patrick L.:

    Jaauu!

    Noch was: Döpfner beschimpft die Internet-User im Allgemeinen (sic! man muss sich diese Anmaßung mal richtig auf der Zunge zergehen lassen) wie ein Rohrspatz als „spätideologisch verirrte Web-Kommunisten“. Und dann schimpft er aber auch wie eine neidische Elster gegen „den Suchmaschinenkonzern Google“, der habe „eine Marktmacht erreicht, gegen die sich Rockefeller wie ein harmloser Kioskbesitzer“ ausnehmen würde.

    Armer verlorener Mann. Er tarnt seine Habgier noch nicht mal richtig.

  15. @freebe:

    „Mir ist es gänzlich neu, dass die Verlage gezwungen werden, „systemrelevante Angebote” im Internet zu verbreiten.“

    Genaugenommen ist es ungefähr so: Die politischen Entscheider vertrauen zunächst darauf, dass die Gesellschaft und ihre Akteure, etwa Verlage oder Medienkritiker, sowie das Umfeld in dem sie sich bewegen, also der Markt, dazu in der Lage sind, den Bedarf nach Journalismus und dessen Finanzierung entsprechend zu regeln. Würde das versagen, müsste dann in zweiter Instanz theoretisch der Staat einschreiten denke ich, etwa mit Subventionen oder mit einem geänderten Rundfunkstaatsvertrag, der den ÖR nicht nur eine Mehrwertaufgabe, sondern eine Grundversorgung im Internet zuschreibt.

    Meiner Meinung nach, ist dieser Zustand schon gegeben und es sollte schnellstens gehandelt werden. :)

    Das heißt also schon, dass die Verlage „systemrelevante Angebote“ schaffen müssen, wenn sie nicht wollen, dass es jemand anders tut/tun solll/muss.

    Mann kann es auch mit dem Grundgesetzt begründen, dass nämlich Eigentum verpflichtet, etwa dazu die Arbeitsplätze der Journalisten und anderen Mitarbeiter der im journalistischen Verlagsgeschäft zu erhalten und wichtiger eben die Aufgabe des Journalismus weiterhin zu erfüllen.

  16. Tatsächlich würde ich wünschen, dass jemand es versucht, echten „Qualitätsjournalismus“ per Internet-Abo zu finanzieren. Als alter LWN-Abonnenten weiß ich, dass das klappen kann.

    Die Häme über abendblatt.de basiert ja nicht darauf, dass sie es mit einem Abo versuchen, sondern, dass sie sich selbst als Qualitätsangebot sehen…

  17. Interessante Argumentation, die Hr. Döpfner da vorträgt. Ob Karl Marx sich wohl freuen würde, wenn er wüsste, dass seine Ideologie sich wenn schon nicht in der realen Welt immerhin im web durchgesetzt hat?

  18. „Spätideologisch verirrte Web-Kommunisten“ sind besonders köstlich, wenn man parallel dazu das Geheule von einem „Top-Blogger“ wie Michael Arrington liest, der gegen das Content-Farming wettert und die Existenzgrundlage des Profi-Bloggens gefährdet sieht. Wer zuletzt lacht, ist Journalist :) –Detlef

  19. mir wäre neu dass

    1. die musikindustrie tatsächlich allein über ein modell wie itunes ihren andauernden freien fall gestoppt hätte (geschweige denn dass itunes vorreiter in sachen DRM-losigkeit war)
    2. die „pornoindustrie offenbar gut damit lebt“ – ich meine gerade erst bei nerdcore (oder so) eine reportage verlinkt gesehen zu haben in der das exakte gegenteil berichtet wurde, nämlich dass die pornoindustrie wie alle anderen anbieter digitalen contents im moment einen ziemlich heftigen absturz aufs parkett legt.
    auch dass gigantische zeitungssterben dass momentan in den USA zu besichtigen ist, das zählt alles nicht? sind alle immer nur doof und keine hinreichenden internetversteher?

    vielleicht muss man die frage mal anders stellen: WAS bräuchte es denn damit selbst so berufene allroundexperten wie die hier anwesenden gewillt wären zumindest eine teilproblematik in sachen „gratisinternet fressen geschäftmodell contenterstellung auf“ gibt, die nicht nur damit zu tun hat dass alle contentersteller (die u.a. auch den anwesenden blogbetreiber bezahlen) blöd, doof und, schimpfwort des jahres, „qualitätsjournalisten“ sind?

    es könnte doch offensichtlicher kaum sein, dass bisher niemand – *niemand* – eine wirkliche antwort auf diese problematik gefunden hat. dass es in niemandes interesse sein kann, in einer fernen zukunft nur noch information über rein werbefinanzierte (und dementsprechend „unabhängige“) institutionen zu bekommen wurde ja schon erwähnt. ansonsten gibt es aber kein einziges bekanntes lösungsmodell, dass sich als im grossen stil und langfristig funktionierend herausgestellt hat. trotzdem tun hier alle so als wären sie im besitz des ei des kolumbus und machen sich über diejenigen lustig, die es noch nicht gefunden haben (dabei isses doch so einfach!), oder so wie die hier thematisierten herren döpfner&co sich in panischen aktionismus und dummes geschrei verrennen.

    klar, einfach darüber zu lästern. aber wäre es nicht viel interessanter, das tatsächliche problem ins auge zu fassen und es zu diskutieren? hier tun 9 von 10 kommentaren so als *gäbe es die problematik gar nicht erst*. wirklich?

    und wenns wirklich so sein sollte: wo bleibt die weltweit anrollende welle von leuten, die wissen wie mans besser macht und es besser machen? wo sind die denn alle?

  20. Es ist doch so: Es hat sich unter einem großen Teil der „aktiven Nutzer“, vulgo: „Nerds“ ein Preis für Content im Internet etabliert. Dieser liegt bei genau 0 Euro/Dollar/Yen, you name it.

    Falls ich es wirklich drauf anlege, bekomme ich alles, wirklich alles kostenlos. Ich muß mir den Spiegel nicht kaufen, ich warte einfach bis Montag ca. 16.30 Uhr und habe ihn als .pdf, ich muß nicht mehr ins Kino oder in die Videothek, ich kenn doch xyztorrent.com, Musik bei itunes? Ach was, warum Geld ausgeben, wenn ich es auch umsonst bekomme? (das Argument es sei auf „dubiosen torrent-Seiten“ nicht sicher, was man bekommt, ist in meinen Augen Bullshit [sorry], denn die „Community“ ist inzwischen derart groß und unnachgiebig, dass es sich ein torrent-Portal gar nicht mehr leisten kann mit Fakes aufzuwarten, die sind schneller tot als man denkt. Außerdem gibt es mittlerweile Suchmaschinen die die Files sogar verifizieren, das nur mal am Rande). Zur Not kann ich mich immer noch limewire oder eines alten Esel-Clients bedienen, ich finde schon was ich will.
    Es geht doch schon soweit, daß ich heute Nacht (in gut einer Stunde) über ein Streamportal das ThursdayNightGame aus der NFL (auf NFL Network, ein Sender, der in den USA PayTV ist) mit 1.100 kbs auf meinen Rechner gestream bekomme, dieses über Crossover und meine alte DBox2 auf meinen TV leite und schön auf der Couch liegen kann und mich über einen gelungen Auftakt in den Weihnachtsurlaub freue. Frag mal nach bei PremiereSKY, wie sich da die Abo-Zahlen entwickeln. Genau! Schöne neue Welt, nicht wahr?

    Diese „Mentalität“ gibt es schon und ich will mich gar nicht herausreden: Ich kann die Argumente schon verstehen: Es ist alles da, also kann ich es mir auch nehmen. Ich denke je jünger der Durchschnittsnutzer wird, umso stärker wird diese Mentalität ausgeprägt sein. Da wird es auch kein zurück mehr geben, „we already crossed the point of no return“ würden sie in Altenstadt dazu sagen…

    Für mich ist das Netz relativ eindeutig Medium Nummer Eins. Ich möchte das es so bleibt wie es ist, bin mir aber auf der anderen Seite sehr wohl bewusst, dass wir uns an einem Scheideweg befinden. Die Rechtsabteilungen der Content-Hersteller werden immer aggressiver, die Innovationen im Netz muss man mit der Lupe suchen, weil keine Bank mehr irgendwelche StartUps finanziert, das PE-Geld ist schon so gut wie durch und es wird auch schlicht und einfach immer weniger produziert weil in der OldEconomy eben das Geld auch weg bricht.

    Wie kommen wir aus dem Dilemma wieder raus?
    Der Ansatz von Springer ist IMO grundlegend falsch. Der Preis ist absurd hoch (nicht im Vergleich zur Kneipe aber zum Internet-Markt), der Zeitpunkt ist denkbar schlecht gewählt, das Alleinstellungsmerkmal fehlt und mit dem Kommentar outet man sich als Netzfern. Kaum etwas wird mit größerer Verachtung gestraft als OldEconomyGuys, die das Netz und deren Dynamik nicht verstehen aber beherrschen wollen.

    Meines Erachtens kann es nur auf die „Kultur-Flatrate“ hinauslaufen. Von mir aus wird die über den Provider eingezogen. 100 Euro im Monat und gut ist. Alle Inhalte grenzübergreifend verfügbar, es erfolgt eine Auswertung der gezogenen Inhalte über die Log-Datenbanken des Providers und die dazugehörigen Produzenten werden anteilig ausbezahlt.
    So eine Datenbank ist kein Problem, da bei rechtlich freiem Zugang die Produzenten ihren Content ja mit einem Wasserzeichen versehen können. Ist ein Aufwand von ´ner halben Stunde und die Auswertung ist genauso „kompliziert“ wie ein Einzelverbindungsnachweis.
    Ich bin mir relativ sicher, dass wir mit dieser Faltrate einen enormen Qualitätsanstieg in vielen Medien beobachten würden.

    Wird so kommen, bin ich sicher. Vielleicht nicht heute oder morgen, vielleicht sind es auch keine hundert Euro, sondern ein paar mehr aber das wird schon werden.

  21. ich verstehe den gedankengang. man könnte ihn aber auch boshaft so formulieren:

    aus bequemlichkeit, gewohnheit und einer alleshabenwill-motivation heraus lassen wir uns sehenden auges auf einen totalen überwachungsstaat mit gigantischem verwaltungsapparat und himmelschreiendem unrecht (was soll meine mutter, die zweimal im monat eine email verschickt, mit einer kulturflatrate) ein.

    kann es das wirklich sein? WOLLEN wir überhaupt, dass es das ist? also für mich ist das big brother in reinform und sehr gruselig, und ich stehe dabei ja sogar eigentlich noch auf der seite derjenigen, die ein interesse an so einem vergütungsmodell haben müssten.

    und: ist es nicht vielmehr so, dass die kulturflatrate (die am rande bemerkt bis heute alle antworten auf realisierbarkeit im echten leben schuldig geblieben ist) nur deshalb immer wieder in der diskussion auftaucht, weil sie das einzige modell ist, dass einem spontan als „allumfassende lösung“ erscheint?

    ist nicht viel wahrscheinlicher – und realitätsgerechter – dass es eine solche ultimative lösung gar nicht geben kann sondern dass es vielmehr auf ein modell mit namen „riesengrosses gewurschtel und chaos“ hinauslaufen wird? und auch sollte? das wäre nämlich dann eigentlich sogar fast schon der status quo. nur dass sich halt im moment noch die fronten hochgradig unversöhnt gegenüberstehn, und die eine seite die andere nicht verstehen mag. und das beziehe ich jetzt ganz explizit auch auf diejenigen, die die bösen althergebrachten contentersteller so gerne durch den kakao ziehen, für die massiven probleme aber null verständnis haben (wollen). selbst hausherr niggemeier ist immer mal wieder seltsam blind auf diesem auge, verliert sich beim machbarkeits- und bezahlbarkeitsthema gerne in etwas luftiges schwadronieren und würde, so scheint es, eher den teufel tun als auch mal die ja doch sehr realen probleme wirklich so zu konfrontieren und sezieren wie er es mit seinen lieblingszielen sonst auch tut. mehr als ein seltsam verschämt wirkender „ich arbeite übrigens ausserhalb des webs für zeitung XY“ disclaimer ist nicht drin, der umstand dass er – wenn ich das richtig verstehe – selbst ebenso sein geld nach wie vor notgedrungen mehrheitlich in den verkrusteten prä-web-strukturen verdient wird überhaupt nicht thematisiert.

    ich kann mir nicht helfen – ich finde die auseinandersetzung mit diesem thema irgendwie sehr einseitig, wenn man sich darauf beschränkt immer nur irgendwelche vertreter der alten medien, die aktuell die nerven verloren haben als sau durchs dorf zu treiben. der spott wirkt sehr aufgesetzt solang man selber auch keine antwort auf die fragen hat, die diese herren zu beantworten suchen, ganz unabhängig davon wie blöd die jeweils vorliegenden ideen auch sein mögen. es bleibt da irgendwie ein beigeschmack von: wenigstens suchen die anderen aktiv nach lösungen.

  22. @mosley: Ich weiss nicht, ich verstehe deine Kritik zwar ein wenig, aber etwas differenzierter sollte man das schon sehen. Ich verstehe die letzten Blogeintraege etwas anders: Es geht darum, dass die Leute, die verantwortlich Paid-Content durchsetzen wollen, den Internetleser an sich erst einmal als Feind ansehen, ihn z.T. sogar als abstrakte Masse beleidigen. Und mit dieser Denkweise im Hinterkopf entwickeln sie dann ein Bezahlmodell.

    Aber wie immer in der Marktwirtschaft ist der Leser als Kunde Koenig: Ich muss mich mit ihm beschaeftigen, seine Beduerfnisse analysieren und dann versuchen, diese bestmoeglich zu befriedigen. Und wenn ich das sicherstellen kann, dafuer einen Preis verlangen.

    Haben die Verlage schon ein einfaches Bezahlsystem, plattformuebergreifend, das ich auf vielen unterschiedlichen Websiten nutzen kann, mit der Option anonymer Zahlungen entwickelt? Eins, das einigermassen sicher ist und mit dem ich in maximal zwei Klicks bezahlen kann? Auch einzelne Artikel fuer wenige Cent (so wie ich es von einer Papierzeitung gewoehnt bin: Kaufpreis/Artikelanzahl=wenig)

    Haben sie sich ueberlegt, wie man so ein System einfuehren kann, ohne gleich alle Nutzer zu verprellen („Wenn Sie heute Zeitung xy kaufen, liegt dort ein Coupon ueber 5 Euro Online-Guthaben bei“)? Haben sie ueberlegt, welche Leistungen den Nutzern etwas wert sind, evtl. welche zusaetzlichen Services ich einfuehren kann, damit Leute dafuer bezahlen?

    Und wenn nein, liegt es vielleicht in erster Linie daran, dass man die Leser aus dem Internet, die unverschaemterweise die eigene Website ansteuern und dort einfach so Artikel lesen, allgemeiner eigentlich dieses ganze komische Internetdings, nicht ausstehen kann, sich nicht damit beschaeftigen will? Die Geisteshaltung einiger Verantwortlicher legt genau das nahe, und meiner Meinung nach hat der Hausherr nichts anderes getan als diese Haltung belegt, analysiert und kritisiert.

  23. Ach – sehr schön finde ich auch das hier (Originalzitat Iken – „In eigener Sache“)

    „Zudem benötigen die Bürger verlässliche wie verletzliche Leitmedien, die das Geschehen bündeln und aus dem Meer von Informationen als Inseln der Relevanz herausragen.“

    Der Bürger? Unfähig, selbst zu denken?

    Kann mir mal jemand den Mund wieder zuklappen?

  24. Ich plädiere dringend für verbale Abrüstung – und zwar sowohl beim Verfasser des/der Artikel(s) als auch bei den Kommentatoren. Im Grunde bezichtigt jeder den anderen der einseitigen Sicht der Dinge. Ausfälle wie „Quatsch-Argumentation“ tragen rein gar nichts zu einer sachlichen Auseinandersetzung bei. Es galt hier einmal das ungeschriebene Gesetz, sich nicht auf ein evtl. vorhandenes niedriges Niveau des anderen zu begeben – das hat Herr Niggemeier in dieser Causa meines Erachtens selber durchbrochen.

    Ich kann nichts Schreckliches daran erkennen, wenn ein Redakteur glaubt, seine Erzeugnisse verkaufen zu wollen. Man lasse doch einfach das Publikum entscheiden, ob man für Springer-Artikel bezahlen möchte.

    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, ob das Angebot der F.A.Z. mit ihrem Archiv (ebenfalls kostenpflichtig) ein Erfolg ist oder nicht.

  25. Interessant ist, das der Springer-Chef kostenlose Inhalte fuer „abstrusen Phantasien spätideologisch verirrter Web-Kommunisten”, die Webseite vom Abendblatt und der Berliner Morgenpost aber mit kostenloser Opensource-Software („entwickelt von ’spätideologischen Web-Kommunisten'“) betrieben wird.

  26. Was kann man dagegen tun?

    Ich finde die web-community muss richtig stark Front machen gegen diese Entwicklung.

    Diese Abkassierer sollen doch deutlich spüren, dass es hier nichts zu holen gibt.

    Ich hoffe, dass das Abendblatt daran zugrunde geht. Dann wars das erstmal mit dem doppelten (Werbung+Zahlen) Abzockversuch dieser Freaks, die nach 15 Jahren das Web immer noch nicht kapiert haben.

  27. *seufz* irgendwie isses eigentlich schon gar nicht den versuch der diskussion wert, so klar wie hier die feindbilder aufgestellt sind.

    naja, dann eben nicht.

  28. @37: Ich versuch es trotzdem mal:

    Das Argument, dass keine Kostenlos-Mentalität im Internet herrsche, weil die User monatliche Gebühren an ihre Provider entrichten, ist nett, aber albern. Ich zahle für den Zugang, nicht für die Inhalte. Nur weil ich für mein Auto schon bezahlt habe und Kfz-Steuer entrichte, bekomme ich ja auch das Benzin nicht umsonst.

    Hauptargument von Verfechtern (kosten-)freier Online-Angebote ist immer wieder, dass die Reproduktion digitaler Inhalte keine Kosten verursacht, deshalb der ökonomische Wert einer solchen Kopie gegen Null gehe. Das stimmt. Allerdings entstehen Kosten bei der Produktion. Es ist widersprüchlich, sich zu weigern, dafür zu zahlen und gleichzeitig über mangelnde Qualität zu meckern.

    Die Anbieter von Inhalten müssen sich überlegen, wie sie die Produktionskosten refinanzieren können. Das sollte man garantiert nicht machen, indem man seine Konsumenten beschimpft, völlig richtig. Aber ist es eigentlich so verwerflich, für eine Leistung, die man erbringt und die andere nutzen, Geld zu verlangen? Für den Fall, dass jetzt jemand mit dem Qualitätsargument um die Ecke kommt: Niemand zwingt mich, das Angebot des Hamburger Abendblattes zu nutzen – egal ob kostenpflichtig oder nicht.

    Leider ist genau das die Richtung, in die die Kommentare zu solchen Themen mir zu oft gehen: Es geht plötzlich nicht mehr um die Frage, wie die Verlage ihre Kosten sinnvoll decken können, sondern ob sie es überhaupt dürfen. Ich halte das Springer-Modell nicht für sinnvoll und erfolgversprechend. Aber aus meiner Sicht haben sie jedes Recht, das zu versuchen, und ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

    Und generell würde es der Diskussion sicherlich sehr weiterhelfen, wenn die Säugetiere ihre Häme gegenüber den „aussterbenden Dinosauriern“ ein wenig herunterfahren könnten.

  29. @Daniel: Natürlich darf man für eine Leistung im Web Geld verlangen. Wenn man das zunächst nicht getan hat, muss man sich auf Fragen einstellen. Dabei ist es, wir sind uns einig, kontraproduktiv die potentiellen Kunden zu beschimpfen. Das HA macht m. E. weitere Fehler. So wird Google dämonisiert und praktisch als Schmarotzer des „hochwertigen“ Contents beschimpft. Gerade gegenüber dem Googlebot lässt allerdings das HA den Zugriff auf die Seiten unbeschränkt zu. Da frage ich mich, wer da wohl von wessen Leistung profitiert. Offenbar will man ja in den Index. Dann ist es ziemlich verlogen über den Erfolg von Google zu meckern. Nun kann man seinen Browser ja als Googlebot „tarnen“. Das HA gibt diese „Lücke“ auch zu, meint aber, dass könnten nur geübte Nutzer des Web ausnutzen. Im Klartext: „wir nehmen Geld nur von Deppen!“
    Die Qualitätsdiskussion geht m. E. vom HA aus, schließlich wird das als Begründung für den Sinneswandel angeführt. Man wird das Eigenlob hinterfragen dürfen und stellt fest, dass der Springer Verlag Redakteure entlässt, Agenturnachrichten – 1:1 abdruckt oder kaum verändert und insgesamt ziemlich einseitig berichtet, wie eigentlich alle Springer Zeitungen. Eine Frau Ypsilanti bricht ihr Wort gegenüber dem Wähler, während die GAL in Hamburg bei einer Koalition mit der CDU anerkenneswerten Mut beweist. Dass es in Hamburg nichts Besseres als das HA gibt, heisst ja nicht, dass die Zeitung deshalb gut ist. Bei einem Verzicht auf das Abo erleidet man m. E. keinen sonderlichen Verlust. Regionale Themen werden, soweit sie von Belang sind und nicht Gartenzwergkriege betreffen auch in Rundfunk und TV behandelt.

  30. Wo ist denn der Aufschrei zur Löschung von Artikeln in diesem Blog? (in den Kommentaren)?

    Da fetzt sich Niggemeier plötzlich mit irgendwelchen Regional-Politikern über Bezahlwege via Hamburger Abenblatt, BILD, NDR-ZAPP und erwähnt nicht mal ansatzweise, dass das alles nichts bringt, weil er sowieso lautlos einknickt und löscht wenn es ernst wird.

    Niggemeier schreibt, bekommt eines auf die Schanuze und Ruhe ist. Komisch.

  31. Eine Verlinkung auf den von Stefan hier in diesem Blog gelöschten Artikel führt zu:

    „Your comment is awaiting moderation.“

    Das hatte ich auch noch nicht, daß ein hausinterner Link in diesem Blog solches auslöst.

    Es nimmt tatsächlich groteske Züge an.

    Es geht um den Artikel „Anrufen & Verlieren“, der sich einmal wieder mit dem allseits beliebten Call-In-TV befaßte, sich richtigerweise mit Marc Doehler von wwww.call-in-tv.net solidarisierte.

    Und der nun verschwunden ist – heimlich, stillschweigend, warum auch immer.

  32. @Stefan

    Nachtrag:

    Die beiden anderen Kommentare, die wahrscheinlich aufgrund meiner E-Mail-Adresse nun ebenfalls in der Moderationsschleife hängen, brauchen nicht mehr veröffentlicht zu werden. Ich bin diese erfolgreich umgangen, wie Sie nun sehen.

  33. Wo ist eigentlich das Problem? Springer will Geld für seine Inhalte, das ist sein gutes Recht. Ich bin nicht bereit für Springer-Inhalte zu zahlen, das ist mein gutes Recht.
    Andere stellen ihre Inhalte gratis zur Verfügung, das ist deren gutes Recht.
    Und wenn jemand eine Webseite betreibt, auf der man kommentieren kann, dann sollte er auch das Recht haben, diese Kommentare zu moderieren.

    Aber Ihr könnt natürlich auch den Typen als Mörder beschimpfen, der Eure Weihnachtsgans so brutal umgebracht hat.

  34. Ich denke jeder weitere Aufregung um Bezahlinhalte für Onlineausgaben, ist umsonst.Auch wenn der Reporter in seinem guten Artikel, Döpfner sinngemäß „Quatsch mit Soße“ unterstelllt.

    Auch um die Holzmedien macht die große Krise keinen Bogen.Schön wäre es ja wirklich. Aber soviele Pressebälle für die noch verbliebenen Journalisten kann man garnicht veranstalten.Um mit diesen Einahmen notleidene JournalistInnen zuunterstützen.Wobei auch immer.

    So kapitalistisch Döpfner Absichten sind und so ungeschickt er dieses in die Erdumlaufbahn geworfen hat. Es hat langfristig gesehen auch eine soziale Komponente!

  35. Sorry fürs OT, aber seit heute sind wir auch unter die Blogger gegangen. Unter Zweidioten.de bloggen wir ab sofort über uns, das Leben und was sonst so passiert. Mit Sicherheit werden wir auch hin und wieder über Technische Errungenschaften und und und bloggen. Würde mich freuen, wenn du mal vorbeischaust! ;)

    Viele Grüße,
    Christoph

  36. Ich teile das Argument bei Spiegel Online nicht. Die Einführung des Privatfernsehens war ein Wechsel vom Staatsmonopol zu einem Oligopol. Statt dreier gab es sieben Fernsehsender. Sie waren die Plattform, um Werbung für sechzig Millionen Menschen zu schalten.

    Das Internet ist aber ein Angebots- und Nachfragepolypol. Der Anteil an Werbeeinnahmen für den einzelnen verringert sich also so sehr, daß er von Werbeeinnahmen nicht mehr leben kann.

  37. Das Internet ist ein Angebots- und Nachfragepolypol. Der Anteil an Werbeeinnahmen für den einzelnen verringert sich also so sehr, daß er von Werbeeinnahmen nicht mehr leben kann.

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