Ges­tern sind die Nomi­nie­run­gen für den den Grimme-Preis 2011 bekannt­ge­ge­ben wor­den. Das ist eine gute Gele­gen­heit, für die Seite tittelbach.tv zu werben.

Rai­ner Tit­tel­bach ist freier Jour­na­list und TV-Kritiker. Er schreibt über Fern­seh­filme und Krimi-Reihen und sieht sie im Zwei­fels­fall alle. Auf sei­ner Inter­net­seite, die er seit Herbst 2009 betreibt, sam­melt er nicht ein­fach nur seine Texte. Er ver­linkt und sor­tiert, er emp­fiehlt und ana­ly­siert, es ist eine gewal­tige Daten­bank, eine ideale Kom­bi­na­tion aus Ser­vice und Feuilleton.

Zum Bei­spiel jetzt zu Grimme. Ich wüsste nicht, an wel­cher Stelle man so umfas­send, zugäng­lich und zuver­läs­sig infor­miert würde über die nomi­nier­ten Filme wie hier. Tit­tel­bach ana­ly­siert kurz die Ent­schei­dung und nennt seine eige­nen Favo­ri­ten. Er hat zu jedem nomi­nier­ten Film eine Kurz­kri­tik ver­fasst, die zur Lang­fas­sung ver­linkt. Dort fin­den sich, wie zu jedem der Hun­derte bespro­che­nen Filme, Inhalts­an­gabe und Kri­tik, ein Urteil in Form von bis zu sechs Ster­nen, Anga­ben zu Beset­zung und Stab, Sen­de­ter­min, Ein­schalt­quote, manch­mal Ver­weise auf YouTube-Clips. Hin­ter vie­len Namen in der Über­sicht lie­gen Links zu Inter­views und Portraits.

Als Bonus­ma­te­rial sam­melt Tit­tel­bach Infor­ma­tio­nen zu Sound­tracks in Fern­seh­fil­men. Man kann sich die Filme eines Tages anzei­gen las­sen und in den bes­ten Pre­mie­ren und Wie­der­ho­lun­gen der nächs­ten Tage stöbern.

Rai­ner Tit­tel­bach sucht und fin­det (anders als ich) das Gute und Wert­volle im Fern­se­hen. Er schreibt über das Selbst­ver­ständ­nis sei­ner Seite:

Die Spit­zen­pro­duk­tio­nen inner­halb des Fern­seh­films und TV-Reihen wie »Tat­ort«, »Bloch« oder »Bella Block« sind im inter­na­tio­na­len Ver­gleich seit Jah­ren Weltspitze.

In den Medien aber fris­ten diese oft außer­ge­wöhn­li­chen Filme ein Schat­ten­da­sein. Mit der Medi­en­krise schrump­fen die Fern­seh­sei­ten vie­ler Tages­zei­tun­gen, Agen­tu­ren über­neh­men die Rolle der TV-Kritik. Das Zufalls­prin­zip und der Zwang zum Popu­lä­ren bestim­men die Aus­wahl der Themen. (…)

tittelbach.tv rich­tet sich an Zuschauer, die gute Fern­seh­filme zu schät­zen wis­sen und sich auf einen »Tat­ort« genau so freuen kön­nen wie auf einen gelob­ten Kino­film. Auf der Seite befin­den sich pro Monat bis zu 100 Vor­be­spre­chun­gen von TV-Premieren und sehens­wer­ten Wie­der­ho­lun­gen — kom­pe­tent, knapp, klar, vor­ur­teils­frei, ver­glei­chend, ver­läss­lich, bei einem Vor­lauf von zwei bis drei Wochen. Die so ent­ste­hende Fernsehfilm-Datenbank wird nach und nach auf­ge­stockt um einige Kri­ti­ken der bes­ten Fern­seh­filme der letz­ten zehn Jahre.

Schwer zu glau­ben, dass ein ein­zi­ger Jour­na­list all das stemmt. Es impo­niert mir, wie kon­se­quent er die Mög­lich­kei­ten des Medi­ums Inter­net nutzt. Eine »hoch­wer­tige, sys­te­ma­ti­sche Fernsehfilmkritik-Datenbank« soll tittelbach.tv wer­den, und Rai­ner Tit­tel­bach hofft natür­lich, dass sich damit ein­mal auch Geld ver­die­nen lässt. Vom Print-Journalismus ver­spricht er sich nicht mehr viel.

Ich wün­sche ihm, dass tittelbach.tv sein Publi­kum fin­det. Nur über die fünf­ein­halb Sterne für die ZDF-Klimakterium-Klamotte »Kli­ma­wech­sel« müss­ten wir viel­leicht noch­mal reden.