Euer Song für Malmö

15 Feb 13
15. Februar 2013

Das Lustige ist ja, dass das Rennen bei „Unser Star für Malmö“ am Ende genauso ausgegangen wäre, wenn es nicht das neue Stimmverfahren gegeben hätte. Wenn nicht Radiohörer und eine Jury jeweils ein Drittel zum Ergebnis beigetragen hätten, sondern es — wie früher — bloß auf das Votum des Fernsehpublikums angekommen wäre.

Cascada hätte trotzdem gewonnen. Weggefallen wäre nur die spannende Dramaturgie, bei der die Bayernbläser LaBrassBanda, die anfangs wie die sicheren Sieger aussahen, scheinbar von fünf erratischen Juroren um den Titel gebracht wurden.

Bemerkenswert ist, dass der Jury nun nicht nur vorgeworfen wird, undemokratisch zu sein — was ein bisschen albern ist, denn genau dafür ist sie ja da. Vor allem wird ihr vorgeworfen, nicht undemokratisch genug gewesen zu sein, indem sie den überaus massentauglichen Stampfer „Glorious“ mit immerhin acht von zwölf Punkten bedachte.

Jurymitglied Peter Urban erklärte hinterher, warum „Nackert“ von LaBrassBanda bei seinen vier Kollegen und ihm durchgefallen ist: Sie fanden einfach die Qualität des Songs nicht überzeugend. Dass es ein tolles und mitreißendes Spektakel ist, wenn die ungewöhnliche Blascombo live auf der Bühne Party feiert, ändere daran nichts. 

Ich kann das gut nachvollziehen, jedenfalls bin ich auch bis zum Schluss nicht warmgeworden mit dieser Komposition. Der Unterhaltungswert, diese Jungs nach Malmö zu schicken und zu gucken, wie sie auf die Grand-Prix-Welt reagieren und die Grand-Prix-Welt auf sie, wäre vermutlich erheblich gewesen. Aber das war offenkundig nicht das Kriterium, das die Jury bei ihrer Entscheidung anlegte, und das ist womöglich genau richtig so.

Nun also, nach dem Wunsch des Publikums und mit dem Wohlwollen der Jury, die Danceflooristen von Cascada. Das Ergebnis macht den Bruch mit der Casting-Show-Phase im Auswahlverfahren komplett. Es wird ein sehr anderes Eurovisions-Erlebnis werden als in den vergangenen Jahren: mit einer erfahrenen, professionellen und international erfolgreichen Interpretin und ohne das Gefühl, ein Nachwuchstalent auf einem Karriereweg ins Ungewisse zu begleiten. 

Man kann Cascada schlecht ihre Professionalität vorwerfen, und dass ein Titel gewinnt, der einem breiten Massengeschmack entspricht, ist kein Versehen, sondern Prinzip eines Wettbewerbs, dessen Reiz zu einem Großteil darin besteht, dass Zuschauer nach ihren ganz subjektiven Kriterien über Musik abstimmen und nicht irgendwelche vermeintlichen oder tatsächlichen Fachleute.

Aber jenseits der Frage, ob es Natalie Horler gelingen wird, für Malmö ein noch nuttigeres Kleid zu finden, gibt es wenig Anlass, ihrem Auftritt im Finale entgegenzufiebern. Es bleiben als Spannungselement natürlich die Unwägbarkeiten des Wettbewerbs: Wie weit ihre internationalen Fans Cascada nach vorne tragen werden, und ob die platte Kommerzialität des Beitrags sich als Fluch oder Segen herausstellen wird. Aber das Mitfiebern mit einem noch nicht fertigen Nachwuchskünstler oder auch der Reiz einer Konfrontation deutscher (oder bayerischer) Exzentrizitäten mit dem internationalen Geschmack, wird fehlen.

Wirklich ärgerlich am Sieg Cascadas ist, wie sehr er sich bei „Euphoria“ bedient hat, Loreens Siegertitel aus dem vergangenen Jahr — dem „Vorbild“ des Songs, wie es Peter Urban halbdiplomatisch nannte. Das schien auch eine größere Sorge zu sein bei den (halb)professionellen Grand-Prix-Beobachtern gestern in Hannover: Dass man sich nicht blicken lassen könne in Malmö mit etwas, das von den internationalen Freunden und Kollegen als kalkulierte Kopie wahrgenommen werden dürfte.

Man kann den Gedanken, wie „wir“ nun dastehen in der Welt mit diesem Beitrag, natürlich mit gutem Grund für völlig bekloppt halten. Aber der Eurovision Song Contest funktioniert als Nationenwettbewerb, und Cascada tritt in dieser Logik nicht nur für sich, sondern „für Deutschland“ an. Genau diese leicht neurotische Komponente — die Frage, wie wir uns der Welt präsentieren wollen, und die mit Spannung erwartete Antwort, wie die Welt das und uns findet — macht einen wesentlichen Reiz dieses merkwürdigen Wettbewerbs aus.

Der ist natürlich, wenn man ihn nicht wichtig nimmt, ohnehin egal. Ich fürchte nur, mir ist er in diesem Jahr nun auch egaler als sonst.

Vom Vorentscheid in Hannover aber bleibt die Erinnerung an eine Show mit erstaunlicher dramaturgischer Wendung. Und daran, was Anke Engelke spontan zu Peter Urban sagte, als der ihr erzählte: „Ich hab auch schon mal im Fettnäpfchen gesessen.“ — „Kenn ich gut. Komm rein.“

110 Gedanken
  1. 1
    Uli says:

    „Aber jenseits der Frage, ob es Natalie Horler gelingen wird, für Malmö ein noch nuttigeres Kleid zu finden, gibt es wenig Anlass, ihrem Auftritt im Finale entgegenzufiebern.“
    Ich habe zuerst „mutigeres Kleid“ gelesen, aber genau an die Wortwahl habe ich auch gedacht. Zumal sie sich auch noch auf ein Podest stellt, hat die Frau denn keine Freunde die ihr sagen wie Scheiße das aussieht?

  2. 2
    kasuppke says:

    Nur zwei Anmerkungen:

    „mit einer erfahrenen, professionellen und international erfolgreichen Künstlerin“

    Erfahren: ja. Professionell: Meinetwegen. International erfolgreich: durchaus. Aber „Künstlerin“? Es gibt das schöne Wort „Interpretin“, und das passt hier irgendwie, finde ich, und es wird anders als alle anderen Worte, die mir spontan einfielen, auch nicht beleidigend.

    Und: Normalerweise wird Anke Engelke hier, mal mehr, mal weniger verdient, mit Lobeshymnen überschüttet. Gestern hat sie nach meiner Einschätzung und nach der vieler anderer, auf ganzer Linie versagt. Es gibt keine Rechtfertigung für lustlos abgelieferte Arbeit. Dass das hier mit keinem Wort angesprochen wird, finde ich ein bisschen schade.

  3. 3
    Stefan Niggemeier says:

    @kasuppke: Meinetwegen Interpretin, ja. Und ich fand Anke Engelke toll, sogar besonders toll.

  4. 4
    Alberto Green says:

    Man kann Cascada schlecht ihre Professionalität vorwerfen, und dass ein Titel gewinnt, der einem breiten Massengeschmack entspricht, ist kein Versehen …

    Das ist es ja, was mich fertig macht. Und das obwohl ich genau weiß, dass in unserer Republik sehr viele tiefer gelegte Honda Civics mit Nightwish-Heckaufkleber herumfahren und dass dicke Endvierziger mit Schnurrbart und Karohemd mit Buchstaben drauf so etwas gut finden. Fürchterlich.

    (Ja, und ich weiß, dass ich ein furchtbar arroganter Schnösel bin, der sich seinen Elfenbeinturm in Köln-Mülheim gebaut hat.)

  5. 5
    kasuppke says:

    @Stefan Niggemeier

    Das wundert mich wirklich. Ich find Anke Engelke sonst oft toll, gestern fand ich sie: auffallend lustlos, krampfhaft witzig und irgendwie wie eine Abiturientin, die den Abi-Ball moderieren darf.

    Und anders als sonst musste ich mich gestern bei ihr mehrfach fremdschämen, unter anderem beim „Tack så mycket, das heißt Danke auf Schwedisch, hoff ich.“ Das war beinahe moikeske Anbiederung.

  6. 6
    Stefan Niggemeier says:

    @Alberto: Um welche Buchstaben handelt es sich konkret?

  7. 7
    Klaus says:

    Das Problem bei dem Wettbewerb: Die Option einfach überhaupt nicht teilzunehmen steht nicht zur Auswahl! Dabei wäre das in 90% der Fälle die beste und preiswerteste Option. Gerade beim Staatsfunk, der durch Steuergelder finanziert wird, wäre diese Option zwingend erforderlich. Aber es ist ja nicht deren Geld was da jährlich verblassen wird. Dem Volk muss man wohl, wenn man denn die Brotrationen schon beschneidet, wenigstens die Spiele bieten!

  8. 8
    Alberto Green says:

    (ach ja, und: Hach, ist die Frau Engelke wieder großartig gewesen!)

  9. 9
    Wrdlbrmpft says:

    Bei welchem Musiklabel sind Jurymitglieder Anna Loos (Silly), Roman Lob, Tim Bendzko und Mary Roos nochmals unter Vertrag? Was? Bei dem gleichen wie die Gewinnerin Cascada? Und die Jury-Stimmverteilung war so diametral entgegen der eigentlich ausgeglichenen Radio und TV-Zuschauermeinung?
    Tsis, Zufälle gibts.…..

  10. 10
    Alberto Green says:

    Stefan, du kennst doch diese Flanellhemden, wo unsinnige Zahlen und Buchstabenkombinationen draufgeflanscht sind. „74 Crazy Time 28479 est.“ und so.

  11. 11
    Jan-Hendrik says:

    Grundsätzlich teile ich Ihre „übermüdeten Gedanken“, aber „nuttigeres Kleid“ finde ich ziemlich daneben.

  12. 12
    Stefan Niggemeier says:

    @Wrdlbrmpft: Tim Bendzko ist bei Sony. Und wenn die Jury so abstimmen würde wie das Publikum, bräuchte man keine Jury. 

    (Zu Ihrer Theorie kann ich nichts sagen. Ich fand die Erklärungen von Peter Urban überzeugender. Ist es nicht einfach so, dass es in Deutschland in diesem Bereich ungefähr nur noch Universal gibt?)

  13. 13
    Twipsy says:

    Funfact: 4 der 5 Jurymitglieder sind bei Universal unter Vertrag, genau wie Cascada. „Wes Brot ich ess, des Lieb ich wähl“

  14. 14
    Twipsy says:

    Lied meinte ich

  15. 15
    Stefan Niggemeier says:

    @Jan-Hendrik: Ich auch, aber ich hab sie ja nicht gezwungen, es zu tragen!

  16. 16
    Stefan Niggemeier says:

    Mal angenommen, da gab es also die große Universal-Verschwörung. (Und ich kann überhaupt nicht ausschließen, dass es so war.) Ist es nicht schön, dass die ganz egal war, weil sich auch das Publikum für Cascada entschieden hat?

  17. 17
    Twipsy says:

    Bendzko ist auch bei Universal
    7http://www.universal-music-publishing.de/home/news-detail/article/118747/universal-music-publishing-nimmt-tim-bendzko-unter-vertrag/
    @15 Bist Du etwa auch bei Universal Ähm, aber erwähnen sollte man es schon.

  18. 18
    Trantor says:

    „Seine Live-Qualitäten konnte Tim Bendzko bereits im Frühjahr als Support von SILLY unter Beweis stellen.“

    Is‘ ja wie Kölscher Klüngel.… :)

  19. 20
    Uli says:

    Ich würde behaupten mit einem anderen Song hätte LaBrassBanda gewonnen, die Jungs hatten schon wesentlich bessere Titel als „Nackert“.

    Stellt sich natürlich noch die Frage aller Fragen: Wie weit schafft es „Glorious“ wohl im ESC? Reicht massentauglich tatsächlich für eine gute Platzierung? Ich prophezeie momentan eine Platzierung im unteren Mittelfeld, je nach Konkurrenz.

  20. 21
    Dingenskirchen says:

    @Stefan(16):

    Die Radiohörer zählen nicht zum Publikum? Bei Berücksichtigung von Publikum und Publikum hätte es (bei dem gewählten Zusammenzähl-Modus) Gleichstand zwischen Cascada und La Brass Banda gegeben. Das Votum der Jury gab den Ausschlag.

  21. 22
    Kien says:

    Diese Frauchen-ist-selbstbewußt-und-trotzdem-sexy-Masche der Vortragenden halte ich in Sachen Sexismus für ursächlicher als Politiker mit unangebracht ausgeprägter Libido.
    Könnte auch mal jemand schreien oder titeln.

  22. 23
    Gero says:

    Die Frage, ob Cascada auf jeden Fall gewonnen hätten, ist wohl nicht so einfach zu beantworten: Einerseits ist das Radiovoting ebenfalls ein Zuschauervoting, mit dem Unterschied, dass das Abstimmen in diesem Fall kostenlos ist. Die Organisation/Aufteilung nach Radiostationen war natürlich komplett sinnlos. Andererseits waren die Leitungen für die Telefonabstimmung noch offen als die Ergebnisse des Internetvotings verkündet wurden. Das hat mit Sicherheit noch Leute zum (mehrfachen) Anruf motiviert. Zumindest ging es mir nach dem Jury Voting so. LaBrass Banda waren dabei nicht unbedingt mein Favorit. Ich bin bei sowas immer schrecklich unentschlossen. Das allerdings ausgerechnet der dreisteste Abklatsch gewinnt hätte nun echt nicht sein müssen. Und ja, mir persönlich ist das irgendwie peinlich, auch wenn das völlig irrational ist ;-)

    Was mir auf jeden Fall gestern zum ersten Mal so richtig bewusst wurde ist die Tatsache, dass die Beteiligung einer Jury vor allem Rauschen mit sich bringt: Die Blitzkids haben mit Sicherheit von keinem Jurymitglied 12 Punkte bekommen. Der Auftritt war zwar nett, aber beim ESC genauso chancenlos wie LaBrass Banda. Wahrscheinlicher ist ein ähnlicher Effekt, den man ja auch beim ESC beobachten kann: Am Schluss gewinnt nicht unbedingt der Act, der von wenigen Ländern 12 Punkte bekommt. Viel wichtiger ist es, aus allen Ländern vergleichsweise viele Punkte zu bekommen. Hat man allerdings nur eine kleine Stichprobe (im Fall der Jury 5 Leute), kommt so ein „komisches“ Voting zu Stande. Mir erschließt sich da auch nicht, warum beispielsweise Roman Lob oder Peter Urban ein besseres Gespür für den Teilnehmer des nächsten ESC haben sollten als der „normale“ ESC Fan zu Hause.

    Der ESC wird mit Sicherheit trotzdem wieder ‚ne tolle Show, mitfiebern werde ich allerdings wohl nicht mit Deutschland.

  23. 24
    Dingenskirchen says:

    Fun fact: der Ton war unter aller Kanone. Das trifft natürlich La Brass Banda ganz besonders, da sie wohl als Einzige *komplett* live gespielt haben. Bei den anderen kam die Musik aus der Konserve, live wurde lediglich gesungen.

  24. 25
    Peter F says:

    Wer wählt eigentlich die Lieder der Bands aus?
    Ich hätte mich gefreut, wenn es LaBrassBanda und nicht das übliche 08/15-Gedudel geworden wäre, noch dazu so eine schamlose Kopie.
    Aber leider ist „Nackert“ einfach nicht gut. Die Jungs haben so viele andere gute Lieder, warum das gewählt wurde verstehe ich nicht.

  25. 26
    Haco says:

    Mit dem Gefallen-Wollen, ist schon richtig, aber erst wenn es soweit ist, beim Contest. Die Leistung Raabs war ja, dass es ihm erstmal darum ging was uns gefällt. Wir sollten den Song, die Interpreten gut finden. Und nicht drauf schielen, was den anderen gut gefallen könnte.

    LaBrassBanda bilden recht gut die Stimmung in Deutschland ab: Rückzug ins Regionale, und ansonsten recht unbekümmert sein Ding machen und andere machen lassen. (Und auch die Schwulen hätten mit ihnen beim Eurovision endlich im neuen Jahrtausend ankommen können… )
    Insofern wären sie eine gute Wahl gewesen.

  26. 27
    Stefan Niggemeier says:

    @Gero:

    Die Blitzkids haben mit Sicherheit von keinem Jurymitglied 12 Punkte bekommen. 

    Das möchte ich genauso beweislos bestreiten. Und das Kriterium der möglichen Siegchance im Finale ist vielleicht für viele gar keins. 

    Mir persönlich wäre eine spektakuläre Niederlage mit LaBrassBanda in Malmö lieber gewesen als ein guter vorderer Platz mit Cascada.

  27. 28
    Stefan Niggemeier says:

    @Dingenskirchen: Den Sound kann man sich ja oben im Video anhören, mir kam der jetzt nicht so überdurchschnittlich unterkanonig vor.

    Und: Wer hat denn LaBrassBanda gezwungen, live zu spielen und dieses Risiko einzugehen? (Ah, lassen Sie mich raten: Universal?)

  28. 29
    Spielkind says:

    Simple Theorie: Cascada hat gewonnen, weil es einfach keinen überzeugenden Konkurrenten gab. Ich wollte ja unbedingt für wen anrufen — ich fand nur niemanden auch nur ansatzweise gut genug dafür. Und so ging es vielleicht vielen — Blitzkids war vielleicht noch am ehesten brauchbar, am Ende war der Song aber auch eher egal. Und LaBrassBanda hat für mich nicht funktioniert — mag es der schlechte Ton oder der doofe Song gewesen sein, was auch immer. Und dann landet man halt beim kleinsten gemeinsamen Nenner, da machste nix. Da muss man nicht mal an den Haaren eine Verschwörung herbeiziehen.

  29. 30
    kasuppke says:

    „Wer hat denn LaBrassBanda gezwungen, live zu spielen und dieses Risiko einzugehen?“

    Vielleicht so etwas wie Musikerehre? Nicht, dass ich deren Auftritt in irgendeiner Form gelungen gefunden hätte (außer den Verzicht auf Schuhe), aber mir wirkten sie zumindest wie echte Musiker.

  30. 31
    Stefan Niggemeier says:

    Ich reiche mal gerade ein Zitat von ARD-Grand-Prix-Chef Thomas Schreiber weiter:

    Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, bevor sie die Radioergebnisse kannte. Das Ergebnis war also keine Reaktion auf das Radiovoting. Wer die Mitglieder der Jury kennt, weiß, welch großen Wert sie bei ihrer Entscheidung auf ihre Unabhängigkeit gelegt haben. 

    (Quelle)

    Noch einmal: Ich kann nicht beurteilen, ob die Universal-Sache eine Rolle gespielt hat oder nicht oder ob sowas überhaupt denkbar ist. Ich fand die inhaltliche Erklärung von Peter Urban aber einleuchtend.

  31. 32
    Laura says:

    Was ich nicht verstehe: Warum haben LaBrassBanda überhaupt live gespielt? Beim ESC selbst dürften sie es doch auch nicht. Die machen Spaß, keine Frage, aber der Reiz liegt ja gerade darin, dass sie sich an ihren Instrumenten austoben (was sie nicht dürften beim Wettbewerb).

    Cascada hat natürlich genretechnisch deutliche Parallelen zu Euphoria. Das als Abklatsch zu bezeichnen finde ich dennoch zu harsch, das ist ja so, als wenn man nach dem Sieg einer großen Pianoballade keine mehr hinschicken würde, weil es ein Abklatsch ist.

  32. 33
    Stefan Niggemeier says:

    @kasuppke: Wenn sie Musikerehre hätten, würden sie doch nicht am Grand-Prix teilnehmen wollen.

    (Wo das Live-Spielen von Instrumenten im Finale nicht zulässig ist.)

  33. 34
    JBK says:

    Stefan, du als Experte: es gibt ja jedes Jahr an den Siegertitel des Vorjahres angelehnte Beiträge, hat das jemals etwas gebracht?

  34. 35
    kasuppke says:

    @Stefan Niggemeier

    Das war mir noch gar nicht bewusst. Ich weiß: Das war mal als Wettstreit von „Komponisten“ gedacht. Aber ist das noch zeitgemäß? Außer Schlager, Balladen und Disco-Pop kommt doch fast nichts ohne Instrumentierung auf der Bühne aus, oder es wirkt zumindest ausgesprochen lächerlich.

    Gibt es einen nachvollziehbaren Grund für diese Einschränkung, durch die man ja ernsthafte Musiker wirklich ausschließt?

  35. 36
    Kien says:

    @Stefan:
    Urbans Erklärung ist bei LaBrassbanda einleuchtend aber nicht bei den 8 Punkten für Cascada. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum eine Jury in dieser Besetzung Cascada auf den dritten Platz setzt.

  36. 37
    BlueKO says:

    Ein Sieg der Bayern wäre nur in einem Aspekt spannend gewesen:
    Die Übersetzung des Textes für das ESC-Programmheft ins Englische und Französische.

  37. 38
    amfenster says:

    Cascada hat natürlich genretechnisch deutliche Parallelen zu Euphoria. Das als Abklatsch zu bezeichnen finde ich dennoch zu harsch, das ist ja so, als wenn man nach dem Sieg einer großen Pianoballade keine mehr hinschicken würde, weil es ein Abklatsch ist.

    Naja, aber die Parallelen zwischen dem Cascada-Song und „Euphoria“ beschränken sich ja nicht nur auf das Genre. Akkordfolge, Melodie, der Songtitel nicht zu vergessen … ich finde, dass da schon ziemlich dreist „angelehnt“ wurde.

  38. 39
    Gero says:

    An Stefan:

    Okay, erwischt ;-)

    Ich streiche das mit Sicherheit, das ist auf jeden Fall unglücklich gewählt gewesen. Was ich damit ausdrücken wollte: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die komplette Jury so überzeugt von Blitzkids war. Ich hab gelesen, dass dir die Blitzkids ganz gut gefallen haben, von daher macht das keinen Sinn sich über diese theoretische Möglichkeit zu streiten. Sie waren (meiner Meinung nach) gut, absolut herausragend waren sie (meiner Meinung nach) allerdings nicht. 

    Mir ist natürlich klar, dass es ein „objektiv betrachtet“ hier eigentlich nicht gibt. Da stellt sich dann aber wieder die Frage, warum die Personen in der Jury „objektivere“/„bessere“ Kriterien anlegen sollten. Welche Kriterien vor allem? Und haben die alle die gleichen Kriterien? Rein rethorische Fragen, aber was ich an der Stelle halt echt nicht verstehe ist die Tatsache, dass Betty Dietrich von der Jury Null Punkte bekommen hat. Welches halbwegs nachvollziehbare Kriterium rechtfertigt das?

    Roman Lob saß vermutlich vor zwei Jahren noch zu Hause vor dem Fernseher und hat sich den ESC angeschaut. Das ist natürlich nur eine wilde Behauptung, ich weiß. Aber mit welcher Begründung verleiht man seinem Votum nun so viel Gewicht?

    Aber Schwamm drüber. Das schöne am ESC (und am Vorentscheid) ist auf jeden Fall, dass man sich vorzüglich über Nebensächlichkeiten Streiten kann. In diesem Sinne, noch ein schönes Wochenende!

  39. 40
    Gunnar says:

    Es hat also ne Olle gewonnen, die in ihrer Freizeit mit dem Bohlen naive Jugendliche fertigmacht. 

    Zum Glück hab ich mir gestern Abend ‚Stirb langsam 5‘ angesehen, wobei das auch kein Highlight war.

  40. 41
    Markus says:

    Der Sinn des Radiovotings war mir vorher nicht ganz klar und nach dem Abend gestern denke ich, dass das nicht wiederkommen wird. 

    Abgesehen von der Ähnlichkeit mit Euphoria gibt es bereits jetzt 3–4 Lieder für Malmö, die ungefähr in die gleiche Schublade gesteckt werden könnten. Und auch schon früher wurden europaweit bekannte Gruppen nicht unbedingt mit Ruhm gesegnet: Blue, DJ Bobo, Tatu, …

    Nachdem Thomas Schreiber es gestern angesprochen hatte, dass die Quote entscheidet, sieht es im Moment ja nicht so sehr danach aus. Warum aber auch machen die Donnerstags die Show? Wäre nicht ein Freitag — sowohl für Anreisender in der Halle als auch für Zuschauer daheim — besser gewesen?

  41. 42
    Oliver says:

    Zum Cascada Kleid fällt mir nur der alte Spruch ein „Nix gegen dicke Beine, aber Bockwürste gehören in die Dose!“ — Loreen hat aber schon bwiesen, dass es nicht auf die Optik ankommt. Allerdings war da das Lied auch besser.

    Mit der Blaskapelle hab ich das Problem, dass ich die auch als Native-Speaker nicht verstehe.

  42. 43
    Johannes Floehr says:

    In den letzten Jahren haben viele nach dem Vorentscheid gerufen: „Oh weh! Damit werden wir Letzter!“. Dass dieser #aufschrei (hihi) in diesem Jahr fehlt, liegt an zwei Dingen: Zum einen ist der letzte Platz für Belgien reserviert (http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​J​I​X​L​p​y​j​n​eRE), zum anderen ist uns leider schnurz, auf welchem Platz Cascada landet. Wie Stefan schon ähnlich schrieb: Mit einem originellen Beitrag mit Pauken, Trompeten und Bayrisch untergehen, wäre mir lieber gewesen.

    Oder mit der Heilsarmee, wie die Schweiz.
    http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​o​A​j​j​H​3​G​d​sQ4

  43. 45
    Eule says:

    @Spielkind (#29): Das sehe ich auch so. Ich hatte mir vor der Sendung die Songs bei YouTube angesehen und fand (und finde immer noch) Betty Dittrich mit „Lalala“ herausragend. Das Video dazu ist echt klasse. Der Livegesang war es leider nicht mehr, der Text schwer zu verstehen, die Performance kam sehr statisch rüber, alles sah recht bemüht aus. Bei anderen Künstlern war es ähnlich; am Ende hat Cascada einfach die abgerundetste Show abgeliefert in der halt alles exakt so gewollt aussah/sich anhörte. Eine bestehende Fanbasis plus „Naja, die kann’s wenigstens“-Faktor ergibt am Ende dann wohl den nötigen Vorsprung.

    (Disclaimer: In meiner persönlichen Hitliste liegt Cascada ziemlich weit hinten, aber noch klar vor LaBrassBanda.)

  44. 46
    kasuppke says:

    Die Nummer aus der Schweiz gefällt selbst mir als Metaller: ist wenigstens Gute-Laune-Musik, die nicht so typisch 2000er betont gelangweilt rüberkommt.

    Die bairische Kombo punktet doch nur über Sympathie und Andersartigkeit. Dabei wäre etwas in Richtung „moderne Volksmusik“ durchaus interessant, eine halbwegs griffige Melodie ist aber immer Voraussetzung.

  45. 47
    teemaedchen says:

    Was mir hier fehlt:
    Es wird geschrieben, dass Cascada nach dem traditionellen Voting (also Televoting) gewonnen hätte. Das stimmt so, ja.
    Was jedoch nicht mit einbezogen wird:
    LaBrassBanda konnte in der Praxis ab dem Juryvoting gar nicht mehr gewinnen. Rein theoretisch und rechnerisch natürlich schon, aber innerhalb dieser wenigen Minuten so zu voten, dass der 7-Punkte-Unterschied ausgeglichen werden kann (also LaBrassBanda auf Platz Eins voten und dann andere so hochvoten, dass Cascada 7 Punkte weniger hat) — quasi unmöglich.
    Also habe ich es ganz einfach gelassen. Wie vielen ist es wohl auch so ergangen?

  46. 48
    Frank Reichelt says:

    Ich habe gestern Abend Fußball geschaut, Mönchengladbach -Rom.
    Sechs Tore, drei Elfmeter, ein Platzverweis und das alles Live und ohne Playback.
    Superunterhaltung!

  47. 49
    Wetter says:

    Man kann auch ganz kurz und knapp sagen:

    Mit Raab wäre das nicht passiert. Kaum ist er weg, macht der ARD alles falsch, was man falsch machen kann. Sie habe einfach nicht die Köpfe und Leute a la Raab, die da mal bissl mit Gefühl rangehen und nicht nur auf Effekthascherei abfährt. 

    Aber gut… ich bin schon der Meinung das es eine reine „Demut Tour“ nach Melmö wird. An die Qualität einer Lena kommt sie nicht ran (ihr Song war in Grunde das beste Stück von allen anderen ^^) und der Rest wird von ARD/ZDF Seite schon erfolgreich torpediert (z.B. gefühlte 10min Fussweg bis zur Bühne… oh man -.- )

  48. 50
    Stefan Niggemeier says:

    @Wetter: Ungefähr das komplette Produktionsteam der Sendung war dasselbe, das auch die Shows „mit Raab“ gemacht hat.

  49. 51
    Martin says:

    Nur mal kurz. Ich finde das Siegerlied ja eher bei der Swedish House Mafia „Don’t You Worry Child“ abgekuckt.

  50. 52
    Olaf Mertens says:

    Angesichts der musikalischen Qualitäten von „Glorious“ würde ich es vorziehen einen Laubbläser oder wahlweise einen Motorroller nach Malmö zu schicken.
    Deutschland braucht dringend besseren Musikunterricht!

  51. 53
    Dr. P. says:

    Warum verliert denn außer Nr. 39 hier keiner ein Wort darüber, daß Betty Dittrich von der Jury so mißachtet wurde? Stefan Niggemeier hatte sie in seinem gestrigen Vorbericht doch auch noch auf Platz 1 gesetzt.

    Von den Radiohörern noch durchweg auf Platz 2–4 gesetzt, war dies doch der einzige Titel, der
    1.) eine eingängige Melodie bot,
    2.) in Europa mitgesungen werden kann,
    3.) noch auf den 4/4-Takt setzt und
    4.) beim Wettbewerb in Malmö einen schönen dritten Platz hätte bringen können. Mehr ist bei der Länderkonstellation der Teilnehmerländer sowieso nicht mehr drin.

    Aber nein, es muß ja diese „Escada“-Tante sein. Da kommt am Ende wieder ein verdienter Platz 22 raus.

    Fazit: Fröhlichkeit und Gute-Laune-Musik kommt bei den Radiohörern noch an, ist aber in weder bei den Künstlern (Jury) noch beim Televoting-Stimmvolk in Deutschland mehrheitsfähig. 

    Früher war alles besser (vgl. Texas Lightning).

  52. 54
    Dennis says:

    @kasuppke „Gibt es einen nachvollziehbaren Grund für diese Einschränkung [nur Stimmen live, Band nicht], durch die man ja ernsthafte Musiker wirklich ausschließt?“

    Es wird beim ESC alles penibel vorbereitet, um die Umbauten der 24(?) Acts in den 90 Sekunden, in denen die kleinen Postkartenfilmchen laufen, durchführen zu können. 6 Mikrofone pro Act sind da eventuell zu überblicken, aber eine Schlagzeugmikrofonierung hätte nochmal so viele, plus dann noch die Kanäle für Gittarren, Bass, etc — das lässt sich so nicht verlässlich genug vorbereiten, als dass man es in einer Live-Situation so durchziehen kann.
    Denk nur mal daran, wie lange so ein Umbau zwischen Vorgruppe und Hauptact bei nem normalen Konzert braucht, und wie lange selbst dann, trotz Soundcheck, in den ersten beiden Liedern am Sound rumgefeilt wird, damit es gut klingt.. für eine TV-Show schlichtweg nicht zu machen.

  53. 55
    Yippieh says:

    So, zuerst einmal Anke Engelke war wieder richtig klasse. Haben mit 10 Freunden geschaut und viel Spass gehabt. Ich bab sie zuletzt live auf der Berlinale gesehen, Super. Immer so schön schräg und doch unaufgeregt, nüscht am Auftritt zu kritisieren im Gegenteil. Bitte immer so weitermachen, kleine Fehler sind dazu menschlich und machen sie nur sympathischer. Das Lied ist okay und absolut keine 1:1 Kopie. So klingt 50% Europop leider heute. Vermute sogar damit landen wir unter den ersten 10. Ansonsten lach ich ja nur noch über jeden der was von Schiebung oder Verschwörung faselt. Und falls doch GOTT SEI DANK. Was hätten wir uns blamiert mit der Oktoberfesttruppe. Wir haben hier fassungslos gesessen als die dran waren. Das Radiovoting muss hingegen unter Garantie gehackt sein. Favouriten hatte wir alle jeweils andere…btw: Österreich hatte es zuletzt auch mal mit so einer Spassnummer a la BrassDingens probiert und wurde *hust* dafür ganz schön ausgelacht.

  54. 56
    Dingenskirchen says:

    @45: ihre Gesangeinlage nach der Bekanntgabe war auch nicht schlecht.

  55. 57
    Yippieh says:

    @Wetter : WER hats denn unter Raab und WER für die ARD produziert…? Und was war an Raab 10 x „Lena singt“ soviel besser beim Vorentscheid vor 2 Jahren ? Da hast aber mit Deinem Posting ganz schön ins … gegriffen ;)

  56. 58
    Dingenskirchen says:

    @56: „Das Radiovoting muss hingegen unter Garantie gehackt sein.“

    Weil so ein Retorten-Plagiat wie Cascada dort auf Platz 2 gekommen ist? Hm, möglich … ;-)

  57. 59
    Erwin Huber says:

    jetzat brachma oach koan mallog mö!

  58. 60
    Wetter says:

    @Niggemeier: Und wieviel % wurde von der ARD bestimmt? Ich mag nicht ganz glauben, das dies Raabs Produktionsteam allein zerbrochen hat, dafür war der Unterschied zwischen den letzten beiden Jahren dann doch etwas zu krass. 

    Naja.. wir werden ja sehen wie es am Ende wirklich ausgeht. Ein gutes Gefühl habe ich dabei einfach nicht. Dafür war diese „Professionalität„von Cascada zu widersinnig gegenüber Raabs Einstellung: „Spaß haben, um jeden Preis! Und das mag auch das Publikum.“

  59. 61
    Wetter says:

    @Yippieh: Man muss da schon unterscheiden. Er hatte eine Vision und wollte es versuchen. Hat ja schließlich niemand davor gemacht. Ist schief gegangen, na und? Dafür war alles drum herum ziemlich gut und lustig. Die Show mit Raab und Engelke war doch beste Unterhaltung, oder nicht? ^^

  60. 62
    Oliver says:

    @53 Dr. P.: Weil die Nummer einfach schlecht ist. Ich habe das Lied vorhin zum ersten Mal gehört. Eingängig ja, aber es ist zu schnell wieder aus dem Ohr raus. Es hat keinen Text (also gar keinen) und die Melodie ist seit Conny Froboess einfach ausgelutscht.

    Das Ganze ist auch nicht retro mit wirklicher Liebe zu dieser Zeit entstanden, sondern wirkt auf mich altbacken und uninspiriert — man wollte irgendwie anders sein und wusste nicht wie. Mit dem Tiefgang einer Mama Cass oder dem Gefühl einer Petula Clark hat das nichts zu tun und insgesamt finde ich an dem ganzen Lied nichts Erwähnenswertes. Es hat schon seinen Grund, dass Peter Kraus heutzutage so selten in den Charts auftaucht und diese Nummer ist noch weit unter seiner Klasse.

    Übrigens auch die Blaskapelle und das Cascada Lied sind 4/4 Takt. Es krankt wie immer an zu wenig Mut und zu alten Konzepten. Statt wirklich was Innovatives zu versuchen, covert man den Siegertitel des letzten Jahres. Ja, das kann noch so professionell sein und wird nicht funktionieren, es wird mit etwas Glück kein Totalabsturz.

  61. 63
    Chio Schuhmacher says:

    Alles gut und schön, wenn nur die Jury nicht aus 5 Menschen bestanden hätte, von denen 4, ebenso wie CASCADA bei UNIVERSAL unter Vertrag sind.

  62. 64
    Ste says:

    @61: Guten morgen!

  63. 65
    Dr. P. says:

    @Oliver: Das sind wohl die falschen Maßstäbe zur Beurteilung des Wettbewerbs. Die „Charts“ taugen nicht mehr zur Beurteilung guter Musik, seitdem dort Klingeltöne auf den oberen Positionen landen. Und ich habe die Teilnehmerliste nochmal durchgesehen: Petula Clark ist gestern gar nicht angetreten. Sondern ein Haufen von Möchtegern-Weltverbesserern, die mit ihren Titeln „Mauern einreißen“(„Ivory“) wollten.

    Gemessen am zwölfköpfigen Teilnehmerfeld ist das Juryurteil zu Betty Dittrich nicht nachvollziehbar.

    Letztlich bot sich mit Dittrich die Möglichkeit, wieder an den „Grand Prix“ anzuknüpfen, stattdessen schicken wir eine Teilnehmerin zum „Song Contest“, die in der Tradition der in den vergangenen Jahren von den Nachfolgestaaten der Sowjetunion gesandten Beiträgen steht.

  64. 66
    Eule says:

    @Dr. P. (#65): Im Grunde richtig, aber ihr Liveauftritt war leider eine Bauchlandung, von daher ist das Ergebnis wenig überraschend.

  65. 67
    inga says:

    Da gibt die Jury (aka „Universal“-Verschwörung) „Cascada“ mit 8 Punkten weniger als die Radiohörer (10 Punkte) und die Zuschauer (12 Punkte). Raffiniert! 0815-Amateurverschwörungen hätten da ja platt 12 Punkte vergeben.

  66. 68
    S. Nossek says:

    Das Lied passt doch optimal zu Deutschland:
    Guttenberg, Schavan, Cascada

  67. 69
    JJ Preston says:

    Sehr schön finde ich auch die Reaktion des Labels von LaBrassBanda.
    „Schön“ in dem Sinne, wie schlecht man doch als Verlierer sein kann, wenn man da, wo man herkommt, es gewohnt ist, DDR-Volkskammerwahlergebnisse zu erzielen.Da titelt nämlich der — anscheinende — Betreiber des Labels:
    „ESC: 00-NICHTS FÜR MALMÖ ! Fachjury für Euroschrott darf Radiohörer & Fernsehzuschauer ausschalten“

    Mann, muss das kacke sein, wenn man endlich mal am großen Geld und einem halbschicken Türstopper schnuppert und dann doch leer ausgeht. Wobei jener Autor ohnehin etwas cholerati… äh, cholerisch daherkommt, wenn man sich seine Beiträge im Blog des Labels so ansieht:
    — „Petition für einen Rücktritt der Bayerischen Justizministerin und Aufnahme einer Untersuchung im Fall Mollath“
    — „Die Liga will den Fans in den After schauen. Geht‚s noch?”
    — „Auf dem rechten Auge blind!“
    Wobei eines wohl eine Erklärung bieten könnte, zumindest für die Geisteshaltung, wenn schon nicht für mangelnde Entspanntheit:
    — „HANFTAG in München am 7. Juli 2012“

    Na, jedem das Seine. Hätten sie Stil, wären sie vermutlich nicht independent…
    Oder war’s doch bloß die übliche bayerisch-königliche Großmannssucht, die schon dafür sorgte, dass die Besucher von Disney-Parks in den USA denken, in Deutschland würden alle Lederhosen und Dirndl tragen — oder Zweifingerbart?

  68. 70
    martin III. says:

    unglaublich. es gibt also leute die sich für cascada schämen und stattdessen lieber diese bayrischen kasper nach malmö geschickt hätten? klar, glorious ist zwar retorten-ware und peinlich offensichtlich nach euphoria-schema gestrickt, aber dieses unartikulierte geröchel (immerhin, „hannover!“ war deutlich zu verstehen) von dem zottelhaarigen typen und seinen unbeschuhten kumpels kann doch wohl nicht ernst gemeint gewesen sein? in meinen augen war das noch aufgesetzter und nerviger auf eine bestimmte masche gebürstet als der siegerbeitrag — „guckt mal, wir sind total toll anders und voll kreativ und so überhaupt nicht mainstream, KAUFT UNS!“.

  69. 71
    Oliver says:

    @65 Dr. P. Wenn man sich die Charterfolge von Lena und Loreen anschaut, dann ist es gerade doch ein Indikator für eine erfolgreiche Teilnahme.

  70. 72
    kasuppke says:

    @martin III.

    Ich geb Ihnen sogar anfangs Recht: Das Lied war schwach, und es war offenkundig „auf eine bestimmte Masche gebürsten“.

    Was aber die Frisuren der Musiker und die Tatsache, dass sie barfuß aufgetreten sind, damit zu tun hat, das müssten Sie mir mal erklären. So verbohrt kann man doch gar nicht sein, dass man das ernsthaft als Argument vorbringt.

  71. 73
    Marcello says:

    Ich hab Betty gesehen und sofort gedacht: Das muss es werden! Geile Grand-Prix-Nummer, niedliche Protagonistin, süße Performance — der perfekte ESC-Song. Als dann nach dem Radiovoting die peinlichen Bayern vorn lagen, wollte ich schon meine Auswanderung vorbereiten ;-)

  72. 74
    H.M.Voynich says:

    Mehr als die 0 Punkte der Jury für Betty Dittrich wundern mich die 7 Punkte für Ben Ivory. Oder gilt das Nichttreffen jeglicher Töne in diesem Genre als Stilmittel?

  73. 75
    martin III. says:

    @kasuppke: dochdoch, ich bin 87 und CSU-wähler, da ist sowas wichtig. es könnte aber auch sein dass haare und barfüße für mich mit in dieses krampfhaft zurechtgezimmerte „wir sind ja soo alternativ“-klischee gehören und mich deshalb aufregen.

  74. 76
    Stefan says:

    EIne Band die keine Schuhe anhat, kann nicht gewinnen. So steht es im deutschen GG. Schade nur, dass Hr. Niggemeier so eine schlechten Musikgeschmack hat (und dabei ein so guter Jorunalist ist) …

  75. 77
    Ste says:

    VOR Peter Jackson hätten die Hobbits mit Bierplautze noch den Sieg davon getragen.

  76. 78
    Helen says:

    Stefan, diesen Satz kapiere ich nicht: „Bemerkenswert ist, dass der Jury nun nicht nur vorgeworfen wird, undemokratisch zu sein — was ein bisschen albern ist, denn genau dafür ist sie ja da.“

    Eine Jury ist für die Demokratie da? 

    Was ist daran albern, eine willkürliche Jury, die von einem Intendantenherrscher willkürlich eingesetzt wurde, undemokratischer zu finden als Abstimmung?

  77. 79
    Ste says:

    @Helen: Ich hab Niggemeier so verstanden dass er meint, die Jury sei dazu da, die „Tyrannai der Masse“ (von irgendwem aus der Politik mal ins Mikro gesporchen) zu durchbrechen und mit angeblicher Expertise und Exquisität von einer erlesenen Gruppe eine(n) Kandidaten/in zu wählen. Oder so.

  78. 80
    Tilman_s says:

    @60 Wetter
    Sie fanden die letzten beiden Jahre gut? Ich schätze ja Lena durchaus, ihr Auftritt war gestern ein Highlight, aber die Show vor zwei Jahren war eine einzige Werbeveranstaltung für ihr Album — eine Unverschämtheit, die uns ARD und Brainpool damals präsentierten. Und letztes Jahr? Dieser Revolutionäre Gedanke mit den Livevotings war doch in wahrheit nur der Versuch, den Leuten noch mehr Anrufe aus der Tasche zu leiern — und führte letztlich nur dazu dass das Ergebnis zufällig entschieden wurde, weil die Platzierungen sich im Sekundentakt änderten.

    USFO war eine tolle Castingshow, ESC in Düsseldorf ein schöner Event. Alles andere was ARD & Brainpool gemeinsam auf die Beine stellten war eher erbärmlich…

  79. 81
    JJ Preston says:

    @Helen (#79)
    Nein, das haben Sie nicht richtig verstanden. Gemeint ist:
    Die Jury IST DAFÜR DA, UNDEMOKRATISCH zu sein. Demokratie ist die Diktatur des Volkes, ergo kann eine Jury, deren Aufgabe es ist, gerade nicht den Willen anderer abzubilden, sondern ihre eigene Meinung gewichtet einzubringen, nur per Definition undemokratisch sein. Zu deutsch: Der Vorwurf geht ins Leere, GERADE WEIL die Jury ihre Aufgabe erfüllt hat.

    Was der „Volkswille“ allein einbringt, haben wir 2008 und 2005 gesehen. Daher ist die Jury als Fach-Korrektiv durchaus sinnvoll. Übrigens waren die Debakel von 2008 und 2009 (da wurde ohne Vorentscheid nominiert) der Grund dafür, dass Raab mit ins Boot geholt wurde, und damit Voraussetzung für den ersten Sieg seit 1982.

  80. 82
    walter says:

    @Stefan und @Dingenskirchen:

    Dass der Ton bei LaBrassBanda unter aller Kanone war, kann man ganz einfach prüfen, wenn man sich ihre (Live!)-Aufnahme vom Videodreh im Münchner Ampere anhört:
    http://​www​.testspiel​.de/​u​n​s​e​r​-​s​o​n​g​-​f​u​e​r​-​m​a​l​m​o​e​-​l​a​-​b​r​a​s​s​b​a​n​d​a​-​n​a​c​k​e​r​t​-​l​i​v​e​-​a​r​d​-​m​o​r​g​e​n​m​a​g​a​z​in/
    (das zweite Video)

    So hört sich das an, wenn sie jemand mischt, der sich damit auskennt. Der Unterschied ist eklatant, wenn der für die Jungs typische Polkatechnoteil kommt, geht es ab. Beim Vorentscheid klang das, als wäre die Musik an der Stelle leisergedreht worden.

    Aber eigentlich ist das alles egal. Ich gönne Cascada ihren Erfolg. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr letzter war ist sehr groß.

    LaBrassBanda hingegen werden weiterhin auf den Festivals dieser Welt abräumen, die Ausnahmemusiker werden weiterhin Unterricht geben, kurz: Sie brauchen den ESC nicht wirklich, um Erfolg zu haben.

  81. 83
    Dr. P. says:

    @Oliver Nr. 72: Die Charterfolge von Lena und Loreen unterstreichen doch nur meine These, daß heute alles in den Charts oben landet, was auch nur im geringsten für mediale Aufmerksamkeit sorgt (und somit keine Mehrheitsmeinung mehr beinhalten muß).

    Aber vielleicht hätten wir uns nach den Charts richten sollen:
    Wir hätten HEINO nach Malmö senden sollen, der dann in Abwandlung des Titels „Junge“ den anderen Ländern Europas den Spiegel vorhält: „…Und wie ihr wieder ausseht! Löcher im Haushalt! und ständig dieser Lärm!“.

  82. 84
    Oliver says:

    Wie wäre es damit? Die Stimmen der Südländer hätten wir. :-)

  83. 85
    Ospero says:

    @53: Texas Lightning? Die, die ausschließlich per Televoting (also auf dem Cascada-Weg) gewählt wurden und in Athen dann mit gerade mal 36 Punkten und Platz 14 abgestraft wurden? Das ist besser als die Ergebnisse der letzten Jahre und das erwartbare Ergebnis von Cascada? Warum? Wenn 2006 etwas bewiesen hat, dann, dass so spezifisch westliche Genres wie Country beim ESC nicht richtig funktionieren (Dänemark 2001 mal außen vor, aber damals war die Länderstruktur auch noch komplett anders).

    Und warum soll gerade mal drei Jahre nach Lena „bei der Länderkonstellation“ nicht mehr als Platz 3 für Deutschland drin sein? Bitte? Waren Polen, die Türkei und Portugal für ein gutes deutsches Ergebnis so viel wichtiger als Italien, San Marino oder (hust) Österreich? Was hat sich geändert?

  84. 86
    Dr. Klaus Trophobie says:

    Ich musste beim lesen der Kommentaren gerade herzlich lachen wie die BrassBayern als „ernsthaft„bezeichnet wurden…
    Eigentlich schade das ich von dem deutschen Text kein Wort verstanden habe, der ist doch bestimmt bissl lustig, oder?

    Davon ab hoffe ich inständig das die Interpretin von Cascade beim ESC etwas geschlossenere Kleidung trägt, dann schaffe ich es vielleicht ihr beim Singen mal ins Gesicht zu sehen — *sing* bin halt auch nur ein einfacher Mann…

  85. 87
    Nääät says:

    Finden es denn wirklich alle so offensichtlich, dass „Glorious“ von „Euphoria“ abgekupfert ist? Ich glaube, dass diese Ähnlichkeit daher kommt, dass beide Songs dem Genre der elektronischen Tanzmusik zuzuordnen sind. Ich bin kein Cascada-Fan und kein Musikexperte, aber alle Songs von Cascada klingen doch mehr oder weniger so. Und wirklich viele gute Alternativen gab es nicht (meine Fernsehzuschauermeinung). LaBrassBanda hatte auf jeden Fall den größten Unterhaltungsfaktor, auch oder vor allem weil ich nicht ein Wort verstanden habe, aber der Leadsänger hat insgesamt gefühlte zweieinhalb Minuten nur rumgetrötet und beim dreiminütigen Auftritt sollte es (eigentlich) um den Gesang gehen, das einzige, was beim ESC-Auftritt dann nicht vom Band kommt.
    Mir gefiehl Mobilée echt gut. Die Stimme der Sängerin kam etwas schwach in der Fernsehübertragung rüber, aber ihr habt ja auch getwittert, dass z.B. bei BLITZKIDS mvt. der Bass, der in der Halle richtig geknallt und den Song ausgemacht hat, vermutlich auch nicht so gut im Fernsehen übertragen wird.
    Das jetzige ESC-Teilnehmerauswahlverfahren finde ich prinzipiell gut. Nur sollte beim Internetvoting vielleicht was dran gedreht werden, dass man mit einer E-Mailadresse nicht bei allen neun Sendern für den gleichen Interpreten abstimmen kann. So erkläre ich mir jedenfalls das mehr oder weniger monotone Radio-Ergebnis.

  86. 88
    BlueKO says:

    Die Verschwörung geht weiter: Österreich hat aus den fünf Vorschlägen einen Universal-Titel ausgesucht:
    http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​X​K​p​q​Q​p​l​D​VP0

  87. 89
    Unbeliebt says:

    Und ich mach mich mal unbeliebt: warum korreliert sexuelle Ausrichtung und schlechter Musikgeschmak?

  88. 90
    Guru Meditation says:

    Ich fand den Aspekt im Kommentar von Stefan Niggemeier, besonders interessant, dass es vielleicht gar nicht darum geht zu gewinnen, sondern um die Frage wie wir uns anderen EuropäerInnen zeigen wollen. Mir wäre es lieber mit echten MusikerInnen auf Platz 20 zu landen als mit so einer Konserve auf vielleicht Platz 15.
    LaBrassBanda ist sicherlich eine der derzeit genialsten Livebands und hat von daher auf dem ESC nichts zu suchen :p. Naja in Wirklichkeit hätte ich mich sehr gefreut, wenn wir von einer coolen Liveband repräsentiert worden wären.

  89. 91
    Ospero says:

    @92: Und welchen tieferen Sinn hätte es, von „echten MusikerInnen“ (was für eine grenzenlos arrogante Einstellung! Wer stellt eigentlich die Lizenzen für „echte MusikerInnen“ aus? Die Gema?) bei einer Veranstaltung repräsentiert zu werden, bei der die Musik zwangsweise vom Band kommt?

  90. 92
    kasuppke says:

    @Ospero

    Ich finde, man kann schon zwischen Musikern, die Lieder schreiben und Instrumente spielen und zwischen Interpretinnen à Natalie Horler unterscheiden, die mit jeder Menge Nachbearbeitung belangloses Zeug trällert.

    Aber ich gönn ihr den Auftritt in Malmö: Genau da gehört so etwas hin. Einiges andere, so die geniale Nummer der Schweizer, ist da eine Perle vor eine Horde Säue.

  91. 93
    H.M.Voynich says:

    Danke für den Tipp nach Österreich, hab ich mir zum ersten Mal angeschaut, und es war unterhaltsam. Und es wurde sogar ein Song gewählt, dem ich dies nicht mißgönne.
    (Blabla, BlueKo, ich hör dich nicht. Universal-Verschwörung, ja, ach, ehrlich? Vor einem Jahr hätte Österreich Europa überrennen können, wenn sie HMBC (gegen deren Willen) geschickt hätten, „Vo Mello bis ge Schoppornou“ versteht man zwar noch viel weniger als deutsche Barfüßler, aber das wäre mal gute Laune gewesen, die auch im Ohr ankommt.

  92. 94
    H.M.Voynich says:

    Wo bleibt denn da das Positive? Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt!
    (Zitat, vermutlich von einem gewissen Kästner?)

    Das Positive liegt auf der Hand: nach dem letzten Jahr kann es nur noch besser werden.
    Keine Ahnung, ob das mit meiner sexuellen Ausrichtung korreliert oder auch nur koinzidiert, aber der ESC von 2012 war der ödeste, den ich je bewußt mitterlebt habe. Und das will was heißen.
    Da war kein einziger Song, der auch nur den Versuch unternommen hätte, sich in meinen Gehörwindungen festzusetzen.
    Von den Vorjahren habe ich heute noch Außenseiter im Ohr, Aftur heim von Sjonnis Freunden, Anna Rossinellis kurze Liebe aus der Schweiz, der finnische naive Oskar …; Daniel Diges‘ Algo Pequenito hat mich so gefesselt, daß ich erst in der Wiederholung bemerkte, was da nebenbei auf der Bühne passierte. Ganz zu schweigen von Alexander Rybak, der leicht sogar gegen Johnny Logan gewonnen hätte.
    Selbst der portugiesische Arbeiterkampfsong von 2011 drängt sich noch gelegentlich in meine Erinnerung.
    Von 2012 blieb nichts hängen. Gar nichts.

    Auf den Grand Prix stimme ich mich mit einer Liste meiner persönlichen Lieblinge ein, die sicher nicht jedermanns Geschmack sind, aber selbst Hoffmann und Hoffmann waren besser als 2012:
    http://​www​.youtube​.com/​p​l​a​y​l​i​s​t​?​l​i​s​t​=​P​L​9​D​7​3​7​3​2​1​A​E​6​5​D​14C

  93. 95
    ts says:

    Ich fände es ja gut, wenn sie das Lied unplugged vortragen würde wie vor dem Vorentscheid im ARD-Morgenmagazin. 

    http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​y​Q​X​n​S​I​s​8​-20

    Klingt viel weniger nach Loreen, und vor allem kann die Frau verdammt noch mal singen, und ich finde es jammerschade, dass das bei dem ganzen Gewummere mehr oder weniger untergeht.

    Ansonsten bin ich nur heilfroh, dass es nicht „Lalala“ geworden ist.

  94. 96
    Patrick says:

    @97
    Wow. Hat meine Meinung total gedreht. Finde das jetzt richtig gut.
    Danke für den tollen Hinweis, hat mich zum ersten Kommentar hier jemals motiviert.

  95. 97
    Stefan Weierstraß says:

    @89, Nääät: Ja, sehr offensichtlich.

    Ich habe am Abend zufällig gegen Ende in die Übertragung geschaltet, als schon einer der Schnelldurchläufe lief. Vorher hatte ich (bis auf einmal Betty Dietrich im Radio, fand ich übrigens grausam) keines der Lieder gehört und auch keine Diskussionen über den Vorentscheid verfolgt.

    Als ‚Glorious‘ im Schnelldurchlauf angespielt wurde, habe ich mich sofort und sehr extrem an ‚Euphoria‘ erinnert gefühlt.

  96. 98
    martin III. says:

    @97: danke für den link, damit können wir das arrogante gekoller über „echte musikerInnen“ und „interpretinnen“ wohl zu den akten legen.

  97. 99
    S. Schwarzmeister says:

    @100
    Hey hey hey, aber die ANKE oder die INNA hätten das doch viel besser und super ironischer gemacht, und dabei vielleicht sogar noch ein Pils getrunken.

  98. 100
    Thorium says:

    Viele der Kommentare zeigen meines Erachtens auch, warum viele fähige Musiker da von vorneherein nicht mitmachen. Es wird einfach zu ernst genommen und viel zuviel gemeckert hinterher. Anders als in so manch anderem Land können viele sich so ne Show einfach mal locker ansehen, ohne sich ständig über alles aufzuregen. Der ESC soll doch auch eine Spaßveranstaltung sein. Lena wurde ja auch zerrissen als sie gewann. Und die Show an sich? War doch das spitzigste, was seit langem als Show in Deutschland gezeigt wurde. Da bringt das sonst so eintönige deutsche Fernsehen, dass außer Talk und Kochshows bald nichts mehr kennt, mal was anderes, dann passt es auch nicht. Und Anke Engelke ist mit die beste Moderatorin die wir in diesem Land haben. Aber man muss sich eben auch mal auf einen anderen Stil einlassen, neben Jauch und Co. Der Moment als Mary Roos den 1 Punkt vergab, war mit das lustigste, was ich seit langem im dt. TV gesehen habe.

  99. 101
    mcbexx says:

    Der Blas-Refrain ab 2:44 kommt mir irgendwie bekannt vor — ich komm‘ nur ums Verrecken nicht drauf. Ärgert mich fast so sehr wie das Euphorious-Cover.

  100. 102
    dennis says:

    Von wegen Plagiat Euphoria lehnt sich ziehmlich Stark an You stolen my hearts an identisch die gleiche melodie.

    Von wegen alle bei Universal Tim Bendzko ist bei sony wie LabrassBanda auch :D so viel zu euern Verschwörungstheorien

  101. 103
    Manuel says:

    Überall liest man ja jetzt die Plagitsvorwürfe und es ist wieder mal ärgerlich, wie wenig die Journalisten, die über Musik schreiben, tatsächlich von Musik (unabhängig von Geschmack) verstehen.

    Ich habe mal die Vorwürfe in meinem Vlog betrachtet und aufgeklärt:

    https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​r​m​G​R​f​V​7​T​pMg

  102. 104
    Torsten Fuchs says:

    Cascada mit dem trashigen Eurodance ist für mich die Fortsetzung der Diktatur des Geschmacksproletariats mit den Mitteln der (Un-)Kultur. Was diese „Band“ bislang musikalisch verbrochen hat, wird nur noch von der Hermes House Band unterboten. Am schlimmsten sind die Take A Hit-Make A Hit-Nummern von Cascada.

    Ich dachte, die Zeit von E-Rotic, Rednex, Captain Jack und Aqua sei lange vorbei.

  103. 105
    Karin says:

    Massengeschmack ja, aber ich dachte beim ESC käme es darauf an, wie man sich in 3 Minuten so präsentiert, dass man in den restlichen 2 Stunden Show nicht untergeht. Dafür wäre La Brass Banda 100mal besser geeignet gewesen als Cascada. Professionalität und Massengeschmack hin oder her. Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass Cascada eine von gefühlten 1000 Dance-Acts mit Sängerinnen in kurzen Kleidchen sein wird.

  104. 106
    hedgehoque says:

    Ich möchte Cascada scheitern sehen!
    Wahrscheinlich nehme ich diesen merkwürdigen und allein historisch erklärbaren Musikwettbewerb zu ernst. Herr Niggemeiers Einordnung der Situation trifft ja auch den Punkt. Aber in diesem Fall lässt sich die Symbolik nicht mehr ausblenden. Da steht auf der einen Seite das auf Erfolg getrimmte, angepasste, kalkulierte Produkt, knapp am Plagiat vorbei, das dann auch die Jury noch autoritär durchdrücken musste. Eurodance? Chartmusik? Klingt sowieso alles gleich. Dafür ist es eingängig und sicher besser geeignet, in den Hitradios des Kontinents zu plärren. Und es steht für Anpassung, es symbolisiert eben genau die Mechanismen, die eben diese Hitradios zu dem gemacht haben, was sie sind. 

    Dagegen stehen die verrückten Bayern, die der Serie genial-ungewöhnlicher deutscher Eurovision-Beiträge noch einmal eine neue Facette hätten hinzuzufügen können. Nach dem diletantisch-liebenswürdigen Guildo Horn, dem dadaistischen Stefan Raab, der dezenten Countryparodie Texas Lightning und einem soulig-überzeugendem Max Mutzke war das gar nicht mehr so einfach. Aber die Herren Blechbläser haben Jazz-Qualitäten und ganz bestimmt ihren eigenen Stil. Nein, ich muss den Song nicht öfter hören. Aber es geht um den frischen Wind, der — bitte festhalten — mich tatsächlich in den vergangenen Jahren immer ein wenig stolz auf unser Land machte. Natürlich ist das auch die Folge eines Minderwertigkeitskomplexes. Wir gelten als steif und pünktlich. Da möchte man der Welt das Gegenteil beweisen, am besten mit unübersehbaren Zeichen. Wo die deutschen Tugenden als positiv bewertet werden, kann das dann wieder niemand nachvollziehen. Deshalb könnte die Nudistenhymne auch keine Punkte aus dem Kaukasus erwarten. Allenfalls aus England. Aber das ist ja auch eindeutig cooler, oder?

  105. 107
    Chio says:

    Genauso ist es, lieber hedgehoque. Danke für den Beitrag.

  106. 108
    H.M.Voynich says:

    Ich muß mal eine dumme Frage stellen:
    gerade habe ich mich gewundert, wo der ESC2013 bleibt, in die Wikipedia geguckt und festgetellt, daß der just diese Tage stattfindet. Liegt es an mir, oder wo bleibt die Berichterstattung? Wenn man nicht mal beim Niggemeier etwas darüber erfährt, ist das kein gutes Zeichen (2012 war schon ein trauriges Jahr, verglichen mit den drei Vorjahren. Eigentlich hatte ich gehofft, danach könne es nur noch besser werden …)
    Das erste Halbfinale war schon vergestern. WTF?

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] in Malmö sehen. Stefan Niggemeier hat sich dieser Diskussion angenommen, und kommt zu dem Schluss, dass Cascada genau der Beitrag ist, den der Großteil der Voter in Malmö sehen will. Letztlich kann ich mich dieser Meinung nur anschließen, auch wenn ich es weiterhin verwunderlich […]

  2. […] Punktzahl abstrafte, hatte aber sicherlich gute musikalische Gründe. Dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier zufolge fand die Jury “die Qualität des Songs (‘Nackert’) nicht […]

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