Der Wetter-Astrologe

In Hamburg, Köln und Berlin wurden am 2. Weihnachtstag mehr als zehn Grad gemessen. Es ist warm in Deutschland.

So warm, dass der Online-Auftritt von »Bild« von einem »Tropenwinter« spricht. Dabei sind die Temperaturen auch ein persönlicher Affront gegen das Blatt. Offenbar will sich das Wetter partout nicht an den Trend halten, den »Bild« Ende Oktober vorgegeben hatte:

(Die warmen Tage der vergangenen Woche sind das, was auf der Grafik mit dem tiefsten roten Punkt, der Schneewolke und dem blauen »-12°C« beschriftet sind.)

Seit einiger Zeit veröffentlicht die »Bild«-Zeitung alle drei Monate solche Langfristprognosen über das Wetter. Sie denkt sie sich nicht selber aus, sondern lässt sie sich ausdenken von den Experten von wetter.net.

Redaktionsleiter von wetter.net ist …

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Eine Vorzeigejournalistin

Kuno Haberbusch: Im Rückblick: Das ist kein Ruhmesblatt für unsere Branche generell, die Kachelmann-Berichterstattung, oder?

Sabine Rückert, »Die Zeit«: Ich bin mit meiner sehr zufrieden.

(Dialog auf der Jahrestagung des »Netzwerkes Recherche« am vergangenen Freitag; irreführende Links von mir.)

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Sonnengrüße von der Tanja May

Jörg Kachelmann hat heute Mittag über Twitter ein Dokument veröffentlicht, das einen interessanten Einblick in die journalistischen Methoden des Burda-Verlages bietet. Es ist nach seinen Angaben eine Nachricht, die die »Bunte«-Chefreporterin Tanja May zusammen mit einem großen Blumenstrauß an eine Zeugin verschickt hat. Darin bat sie die Zeugin darum, sie doch noch vor ihrer Aussage vor Gericht zu treffen.

Leider ist das Foto auf Twitpic jetzt gelöscht worden. Von wem oder warum, weiß ich nicht, jedenfalls nach Kachelmanns Angaben nicht von ihm selbst.

So sah das aus:


(Verpixelung von Handynummer und E-Mail-Adresse von mir.)

Kachelmann twittert dazu:

Wann wird man durch Hubert Burda befördert?

Wenn man solche Telegramme mit gaaaanz viel Blumen an Zeuginnen schickt. Man beachte: Erst zu BUNTE, dann …

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Herdentriebtäter

Die elementarste Aufgabe [der Medien], das Doppelleben des netten Herrn Kachelmann zu enthüllen, war lange vor Prozessbeginn erledigt.

Schreibt Georg Altrogge, Chefredakteur des Braanchendienstes »Meedia«.

Auf mehrmalige Nachfrage von Kommentatoren, ob er (sinngemäß) noch alle Vokale im Alphabet hat, begründet Altrogge diese Definition der »elementarsten Aufgabe« mit der »Medienrealität«:

Nennen Sie mir ein Leitmedium, das nicht detailreich über eben dieses Thema berichtet hätte. Und natürlich gehört es zu den Aufgaben der Medien, bei prominenten Personen im Zusammenhang mit einem öffentlich geführten Gerichtsverfahren auch über diese Dinge zu berichten. Das war nie anders und wird nie anders sein. Niemand, der in der Branche operativ Verantwortung trägt, würde diesen Grundsatz ernsthaft in Zweifel ziehen.

Bereits vor einem Jahr hatte Altrogge in ähnlichem Zusammenhang erklärt, …

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Jörg Kachelmann: Die Katastrophe mit Daisy

Jörg Kachelmann gehört seit langem zu den schärfsten Kritikern des staatlichen Deutschen Wetterdienstes (DWD). Aus dessen Pannen schlug die von ihm gegründete Firma Meteomedia erhebliches Kapital: zum Beispiel 2002, als der DWD nicht entsprechend vor dem verheerenden Orkan Anna gewarnt hatte, und den Auftrag, für die »Tagesthemen« das Wetter vorzusagen, an Kachelmann verlor.

Nun hat das Tief »Daisy« die Medien in einen apokalyptischen Schneechaosrausch versetzt (der WDR änderte am Freitag und Samstag wiederholt sein Programm, doch Daisy ließ sich auch von insgesamt 120 Minuten Sondersendungen nicht überreden, im Sendegebiet eine Katastrophe anzurichten). Kachelmann macht nicht nur den Medien, sondern auch dem DWD Vorwürfe.

Ein Gastbeitrag.

Es hätte viel zu lernen gegeben für die obersten Wetter– und Katastrophenschutzbehörden. Nach Lothar, Anna, Kyrill und …

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