Levi Johnston, der uneheliche Vater des Enkelsohns der ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin, wird sich möglicherweise für ein amerikanisches Erotikportal ausziehen und hat einen Werbefilm für Pistazien gedreht.
Das ist die Nachricht, und die Menschen in den führenden deutschen Online-Boulevardredaktionen, also bei sueddeutsche.de, »RP-Online« und »Spiegel Online«, die diese Information heute auf den Tisch bekommen haben mit dem Auftrag, daraus einen klickträchtigen Artikel zu machen, haben vermutlich unser Mitleid verdient. Sie haben sich bestimmt auch etwas anderes unter Journalismus vorgestellt, als das tägliche Aufplustern solcher Nichtigkeiten durch rituelles Interpretieren und Halluzinieren.
Da geht’s ihnen wie mir.
Und die Sache mit Johnston ist in der Zusammenballung von Vergangenheits– und Möglichkeitsformen nun besonders anspruchsvoll, schließlich ist er der Nicht-mehr-noch-nicht-Schwiegersohn der Nicht-mehr-Gouverneurin und Noch-nicht-Präsidentschaftskandidatin, genau genommen sind …
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Ich wollte da keine unnötige Verwirrung stiften. Ich dachte, ich hänge einfach oben an das grüne Logo meines Blogs ein rotes Schild, auf das ich den Namen von Nils Minkmar schreibe, solange er hier mitbloggt. Und dann kriegen seine Blog-Einträge rote Überschriften und meine bleiben grün. Zusätzlich, dachte ich, schreibe ich über die Einträge von Nils Minkmar »von Nils Minkmar«.
Ich hatte das für narrensicher gehalten. Aber Bernd Graff, der Chef-Internetschlechtfinder von sueddeutsche.de, hat für die morgige »Süddeutsche Zeitung« einen Artikel über Twitter und den Amoklauf geschrieben, in dem es heißt:
(…) Nils Minkmar, Feuilletonist der Fankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und derzeit Vertretungsblogger von Stefan Niggemeier, griff die Frage nach der Verwerflichkeit auf und antwortete: Ja, das sei »in jeder Hinsicht unangemessen.« …
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Sie scheint täglich größer zu werden, die Panik der Medien, aus ihren Internetangeboten womöglich nicht auch den allerletzten Klick herausgepresst zu haben. Bei jetzt.de, dem Online-Jugendableger der »Süddeutschen Zeitung«, treibt die Verzweiflung gerade besondere Blüten. Gestern fand jedes Mitglied auf seiner persönlichen »jetzt-Page«, die ein Gästebuch enthält und verschiedene Möglichkeiten, sich anderen vorzustellen, plötzlich ein großes Bild wieder:

Es handelt sich, wie die Redaktion mitteilte, um einen »besonderen Adventskalender«: Um die Türen zu öffnen und zum Beispiel einen Fisch durch die Winterlandschaft springen zu lassen, muss man jetzt.de viele Klicks schenken. Das passiert mithilfe des »jetzt.de-Weihnachtsspiels«, das Besucher von sueddeutsche.de (und dieses Blogs) schon unter den Namen »Klick it like Beckham« kennen.
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Vor zwei Jahren hat das Kammergericht Berlin ein erfrischend klares und verbraucherfreundliches Urteil gefällt. Es stellte fest:
Ein Link, der aus einem redaktionellen Zusammenhang auf eine Werbeseite führt, muss so gestaltet sein, dass dem Nutzer erkennbar ist, dass auf eine Werbeseite verwiesen wird.
In dem Prozess ging es damals um Bild.de.
Das Internetangebot einer Zeitung wie der »Süddeutschen« müsste schon aus Sorge um seinen guten Ruf darauf verzichten, seine Leser mit solchen Tricks in die Irre zu führen. Sogar ohne juristischen Fingerzeig.
Sollte man denken.
Aber sueddeutsche.de bietet Werbekunden seit geraumer Zeit in verschiedener Form die Möglichkeit, sich gegen Geld unauffällig in den redaktionellen Inhalt zu schleichen. Im Ressort Fitness scheint es zur Zeit zum Beispiel ein Unterressort »Alles über …
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