Mit der Wahrheit hat’s Anne Hoffmann nicht so, aber das ist ihr Beruf: Sie ist Chefredakteurin der von der WAZ-Gruppe herausgegebenen Zeitschrift »Die Aktuelle«.
In der »Aktuellen« stehen Woche für Woche Geschichten, die entweder unwahrscheinlich sind oder unaufregend (oder, im schlechtesten, aber häufigsten Fall: unwahrscheinlich und unaufregend). Deshalb gibt sich die Redaktion viel Mühe, auf dem Cover einen falschen Eindruck über den tatsächlichen Inhalt zu erwecken.
Dort heißt es zum Beispiel:

Es stellt sich dann heraus, dass der »Schock« darin besteht, dass Heidi Klum neulich anscheinend mal ungeföhnt auf die Straße gegangen ist, was zwei kleine Fotos dokumentieren. Von einer »weinenden Seele« ist nicht mehr die Rede, im Inneren fragt die »Aktuelle« nur noch besorgt:
Hat sie keine Zeit mehr …
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Vergangene Woche habe ich Günther Jauch in seinem unaufgeräumten Büro in Köln besucht, um ihn zu überreden, endlich mit »Stern-TV« aufzuhören. Es hat nicht ganz geklappt, obwohl ich so dicht dran war. Aber den Versuch kann man auf FAZ.net nachlesen (oder, für die ganz Harten, in einer noch längeren Version hier im Blog).
Das Interview ist übrigens (weil wir neulich die Diskussion hier hatten) natürlich autorisiert. Anders hätte man aus einem solchen fast zweistündigen Gespräch auch keinen druckbaren Text machen können. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, beim Abtippen der Aufzeichnung zu merken, welche Irrwege ein solches Gespräch nimmt, wieviele Sätze, die in der Situation völlig klar waren, aufgrund des reinen Wortlautes völlig unverständlich in der Luft …
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4. April 2010
Eine Sendung wie Wasser aus dem Hahn. Moderator Günther Jauch über ein merkwürdig unbeachtetes, aus der Zeit gefallenes Magazin und seine fehlende Lust auf Neues.
(Langversion eines Interviews für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«)
· · ·
Neulich war meine Fernbedienung kaputt. Ich lag auf dem Sofa, war zu faul aufzustehen und habe versehentlich eine ganze Sendung »Stern-TV« gesehen, ohne ein einziges Mal umzuschalten. Herr Jauch, das war hart.
Na, mit dem Sehverhalten sind Sie auch in der Minderheit. Nur etwa ein Drittel der Zuschauer sieht die komplette Sendung. Klar: Wer um Viertel nach Zehn guckt, hält nicht zwangsläufig bis Zwölf durch. Dafür kommen Leute um elf Uhr von irgendwo anders und bleiben eine Stunde dran. Uns hilft es auch, wenn wir eine Serie über …
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Kollege Alexander Kühn vom »Stern« hat sich in seiner Fernseh-Video-Kolumne »Was kuckt Kühn« auch gefragt, welchen Jahresrückblick er denn sehen soll. Den von Günther Jauch, der in dem Sender, mit dem der »Stern« verwandt ist, »Stern-TV« moderiert und produziert. Oder den von Johannes B. Kerner im ZDF.
Dann hat er verglichen, wer da eingeladen ist:
»Beim Jauch sehen wir heute Mario Barth, Sarah Connor, Sarah Connor ihre Mutter und Paul Potts. Der Kerner, der hat den grantelnden Reich-Ranicki, der hat die feuchte Charlotte Roche, der hat den starken Mathias Steiner und als Special Guest den Udo Lindenberg. Deswegen — so ungern man’s auch sagt: Heut‹ entscheide ich mich mit vollem Herzen für Johannes B. Kerner, ›Menschen 2008′.«
Stern.de hat diese Empfehlung …
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In der »Süddeutschen Zeitung« erschien gestern ein längeres Portrait über Lutz Marmor, den neuen Intendanten des NDR. Es analysierte sportliche Hobbys, Wandschmuck, Schreibtischmodell und Anzugwahl, um zum Ergebnis zu kommen: »Er ist freundlich, grundsätzlich gut gelaunt (…). Ein vergnügter, ehrgeiziger Rheinländer.«
Um die Frage zu klären, ob der neue Intendant des NDR Humor hat, hätte allerdings ein Blick auf einen Text genügt, der nur einen Bruchteil so lang war und am Tag zuvor in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« erschien. Er lautete:
Gegendarstellung
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat am 20. Januar 2008 auf Seite 50 den Artikel »Bitte nicht weitersagen« veröffentlicht. Darin heißt es: »Als am Freitag vor einer Woche der NDR-Intendant Jobst Plog mit einer Gala im ›Studio Hamburg‹ verabschiedet wurde, war sie …
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