Die 136 superlativsten Programmideen der Dritten

Es ist noch nicht so lange her, da musste man sich Sorgen machen um die Dritten Programme. Es schien, als wäre ihnen ein bisschen der Sinn und das Ziel verloren gegangen — jenseits der bunten Regionalberichte im Vorabendprogramm jedenfalls. Mit ernsten Themen und sperrigen Formaten ließen sich nicht die entscheidenden guten Quoten machen; Experimente bargen jedesmal die Gefahr, dass sie schiefgehen könnten; bald würde auch der letzte Ameisenbär im letzten Zoo beim Wiegen gefilmt worden sein, und besonders sensible Verantwortliche ahnten, dass sich nicht einmal mit »Tatort«-Wiederholungen allein auf Dauer ein Programm machen ließe, für das die Menschen Gebühren zahlen.

Zum Glück fand sich dann aber doch eine vielabendfüllende Aufgabe: Die Dritten Programme sortieren unsere Welt in Hitparaden.

Sie zerlegen sie …

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Die ARD gehört nicht Frau Piel

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört der Gesellschaft.

Ich kann mir keinen amtierenden Intendanten von ARD und ZDF vorstellen, der diesen Satz so sagen, geschweige denn danach handeln würde. Formuliert hat ihn immerhin ein ehemaliger Intendant, der frühere NDR-Chef Jobst Plog. In einem Leserbrief an die »Funkkorrespondenz« zu einem Artikel von Jakob Augstein schreibt er über die Kamikaze-Strategie der ARD-Vorsitzenden Monika Piel und seines Nachfolgers Lutz Marmor:

Kaum nachvollziehbar ist die Strategie der Rundfunkanstalten in der Auseinandersetzung mit den Verlagen. Das fängt damit an, dass sie Vergleichsverhandlungen ausgerechnet dann begonnen haben, als das Gericht zu erkennen gab, dass die Klage der Verleger abweisungsreif war. Problematischer: Die Rundfunkanstalten sind möglicherweise dabei, eine mühsam erkämpfte und vom Bundesverfassungsgericht gerade bestätigte Rechtsposition aufzugeben. (…)

Man …

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Jümmer geht’s nimmer

Falls ich neulich suggeriert haben sollte, dass der NDR schöne neue Fernsehserien in seinem Programm vor dem Publikum versteckt, war das irreführend.

Der NDR macht das auch mit gruselig misslungenen neuen Fernsehserien.

Sie werden das vermutlich nicht mitbekommen haben, aber der NDR hat eine neue Gerichtskomödien-Serie produzieren lassen. Sie heißt »Jümmer Justizgeschichten — Wenn Ostfriesen streiten«, und ist, grob gesagt, eine Mischung aus einer Ohnsorg-Theater-Aufführung aus den späten sechziger Jahren und einer besonders abwegigen Folge »Barbara Salesch«. Falls Sie fünf Minuten Lebenszeit entbehren können, könnten Sie sich hier einen kleinen Eindruck verschaffen:
 

45 Minuten geht das so. Die Sendung scheint nicht in irgendeiner Mediathek zu sein. Auf Wunsch verrate ich aber gerne, wie …

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Ein Mann für den letzten Dreck


Fotos: NDR

Der NDR hat eine wunderbare kleine Fernsehserie produzieren lassen. Das darf aber niemand erfahren.

Deshalb hat der Sender sicherheitshalber nicht groß Pressearbeit gemacht für den »Tatortreiniger«. Es wäre ein Leichtes gewesen, Aufmerksamkeit für diese Serie zu generieren, denn die Hauptrolle spielt der wunderbare Bjarne Mädel, der mit dem Bürotrottel Ernie in »Stromberg« und dem Dorfpolizisten Schäffer in »Mord mit Aussicht« zwei Kultfiguren geschaffen hat. »Stromberg«-Regisseur Arne Feldhusen führte auch beim »Tatortreiniger« Regie.

Aber den Programmzeitschriften scheint niemand Bescheid gesagt zu haben. In der »TV Spielfilm«, die sonst zuverlässig auf Neustarts hinweist, fehlt hier das markante Textmarker-Gelb und jede weiterführende InformationWeiterlesen

NDR verwischt Spuren am »Tatort«

Anders als YouTube behauptet, war es nicht der »Nutzer«, der den Zusammenschnitt von Auto-Szenen aus dem jüngsten Hannoveraner »Tatort« gelöscht hat. Es war der NDR, der das Videoportal nach eigenen Angaben »aus urheberrechtlichen Gründen darum gebeten hat, das Video offline zu stellen«.

In dem Film waren liebevoll alle Szenen aus dem Charlotte-Lindholm-»Tatort« aneinandermontiert worden, in denen Volkswagen im Bild waren — immerhin sechseinhalb Minuten. Mit Einblendungen in der VW-Hausschrift Futura hatte der Nutzer den möglichen werblichen Effekt der jeweiligen Darstellung kommentiert.

Das Video trug den schlichten Titel »Product Placement«. Der Sender weist diese Unterstellung empört zurück. »Da nach Auskunft des Produzenten für die Überlassung der PKW ein marktüblicher Preis gezahlt wurde, kann rechtlich von Product Placement keine …

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