Es ist nicht immer ganz einfach zu erklären, warum die Nachrichten von RTL einen so guten Ruf haben.
Am Dienstagabend berichtete »RTL aktuell« über den Auftakt des Prozesses um den Doppelmord in Krailling. Ein 51 Jahre alter Postzusteller ist angeklagt, seine beiden Nichten brutal getötet zu haben.
Positiv lässt sich über den RTL-Beitrag vielleicht sagen, dass er innovativ ist. Zumindest habe ich das noch nie gesehen: Dass ein Reporter im Gerichtssaal steht und sich in genau dem Augenblick, in dem der Angeklagte hereingeführt wird, dabei filmen lässt, wie er einen offensichtlich vorher zurechtgelegten Text aufsagt, der lautet:
Auf einmal ist es still im Gerichtssaal. Jedes Gespräch erstirbt, als der Angeklagte hereingeführt wird. Zu groß ist das Entsetzen über die Tat, auch noch zehn Monate …
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© »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«
28. August 2011
In der vergangenen Woche sind mehrere erstaunliche Dinge passiert. RTL hat sich für einen Bericht in seinem Knallmagazin »Explosiv« entschuldigt. »Die Verallgemeinerung und Überzeichnung des Beitrags war ein Fehler«, sagte ein Moderator. »Wenn wir damit Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür.« Die Sätze könnte der Sender natürlich in jeder seiner Magazinsendungen ausstrahlen, ohne dass es unpassend wäre, tut es aber sonst nicht.
Dann schaffte es die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt, innerhalb von nur einem Tag festzustellen, dass der Beitrag zwar »ärgerlich, aber keinesfalls rechtswidrig« war. Normalerweise sind nach diesem Zeitraum bei den deutschen Medienaufsichtsbehörden noch nicht einmal die Leute geweckt, die die Leute wecken sollen, die sich darum kümmern, Leute zu finden, die wissen, wie man an diese …
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Der verlogenste Artikel zum Weltfrauentag stand dann aber doch nicht in »Bild«, sondern im Online-Auftritt des »Manager Magazins«. Der Medienredakteur Klaus Boldt, dessen Artikel berühmt dafür sind, dass man mit den in ihnen geflochtenen Girlanden eineinhalb mal sämtliche Karnevalsfeiern des südlichen Rheinlandes ausstatten könnte, hat Anke Schäferkordt getroffen, die erfolgreiche Geschäftsführerin von RTL, eine Frau.
Boldt hat sich in Schäferkordt verliebt. Ich weiß nicht, ob es etwas Erotisches ist, ihre Ausstrahlung, ihre Bilanzen oder auch nur ein gemeinsames Desinteresse am Medium Fernsehen. Ich fürchte, mit einmal kalt Duschen wird es nicht getan sein, aber ein Eimer Wasser über den Kopf könnte sicher nicht schaden.
Boldt ist ganz entrückt angesichts der Tatsache, dass diese Frau so erfolgreich ist und dieser erfolgreiche Manager …
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Von Lena Meyer-Landrut weiß man, dass sie keine privaten Fragen beantwortet. RTL aber ist ein Privatsender. Bei der ersten Pressekonferenz der deutschen Delegation in Oslo kam es zu einer Art Showdown.
RTL-Reporterin: Wer aus Ihrer Familie ist dabei, wer unterstützt Sie? Und wie wichtig ist es tatsächlich, auch jemanden aus der Family dann hier zu haben?
Lena: Nööööööt.
Stefan Raab: Man muss auch nicht jede Scheiße beantworten, Lena.
Lena: Nein, nein. Das beantworte ich nicht.
RTL-Reporterin: Familie zur Unterstützung dabei zu haben, findet Ihr scheiße?
Lena: Nein, die Frage. Also die Familienfrage an sich.
RTL-Reporterin: Okay. Also Familie ist immer Tabu?
Lena: M-h!
Stefan Raab: Joa, muss Frauke Ludowig halt mal ohne so’n Käse auskommen. Müsst ihr …
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25. April 2010
Jürgen Hesse scheint sich für seine Fernsehkarriere die Haare neu gemacht zu haben. In einem Film auf der Homepage seiner Karriereberatungs-Firma ist er noch mit wirrer, leicht toupiert wirkender Mähne zu sehen. In seiner RTL-Sendung »Endlich wieder Arbeit« trägt er nun einen seriösen, nur dezent verwuschelten Kurzhaarschnitt und grau statt blond.
Haare sind wichtig. In der ersten Folge am vergangenen Sonntag gelang es Hesse, einem verzweifelten arbeitslosen Pferdepfleger allein dadurch einen Traumjob zu verschaffen, dass er mit ihm zum Friseur ging. (Okay, neue Anziehsachen gab’s auch.) Am Ende fragte man sich, wie es sein kann, dass die Bedeutung guter Frisuren für den Arbeitsmarkt all die Jahre so unterschätzt werden konnte und ob Peter Hartz heute gefeierter Bundespräsident sein könnte, wenn …
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