Neues von Werther: Suizid-Häufung nach breiter Suizid-Berichterstattung

Selbstmord ist ansteckend. Berichterstattung über Suizide erhöht die Zahl der Suizide. Eine neue Studie aus den Vereinigten Staaten liefert weitere Indizien dafür, dass dieser sogenannte „Werther-Effekt“ tatsächlich existiert.

Die Forscher, unter anderem von der Columbia Universität in New York, untersuchten Selbsttötungen von Jugendlichen in den Vereinigten Staaten zwischen 1988 und 1996. Einerseits Fälle, bei denen sich mehrere Jugendliche innerhalb einer begrenzten Zeit an einem Ort das Leben nahmen. Und andererseits Fälle, bei denen es bei einem einzelnen Suizid blieb. Dann verglichen sie die Berichterstattung in den Zeitungen jeweils nach dem ersten Suizid. Sie stellten fest, dass es signifikante Unterschiede gab.

In den Fällen, in denen es zu weiteren Suiziden kam, hatten die Zeitungen im Durchschnitt häufiger und ausführlicher über Suizide berichtet, mehr Details wie den Namen des Opfers, Zeit, Ort und Methode genannt und häufiger Abschiedsbriefe erwähnt. Die Berichterstattung hatte im Durchschnitt häufiger auf der Titelseite stattgefunden oder war durch ein Foto illustriert; die Beschreibung war expliziter und die Überschriften waren sensationalistischer gewesen.

Die Studie kann keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung und den Folge-Suiziden herstellen, sondern nur eine Korrelation. Die Ursachen für Suizide und ihre Häufung sind komplex, und die mediale Berichterstattung macht sicher nur einen Faktor unter mehreren aus. Die Studie stützt aber die Annahme, dass eine bestimmte Form der Berichterstattung über Suizide die Wahrscheinlichkeit weiterer Suizide erhöht.

48 Cluster von Suiziden von 13- bis 20-Jährigen zwischen 1988 und 1996 bilden die Grundlage der Untersuchung: Keine gemeinsamen, abgesprochenen Suizide, sondern Häufungen an einem Ort mit drei bis elf Suiziden innerhalb eines Zeitraums von bis zu einem halben Jahr. Jedes dieser Cluster verglichen die Forscher mit zwei Suizid-Fällen in ähnlichen Städten, in denen es nicht zu weiteren Suiziden gekommen war.

Sie betrachteten dabei auch Ort und Art des jeweils ersten Suizids, um auszuschließen, dass es besonders auffällige, dramatische oder öffentliche Fälle waren, die für eine größere Berichterstattung sorgten und dadurch zu mehr Nachahmern führten. Todes-Ort und -Art unterschieden sich aber bei den Fällen mit einer anschließenden Häufung nicht signifikant von den Fällen ohne eine anschließende Häufung. Was sich unterschied, war die Berichterstattung.

Einen Zusammenhang mit der Entstehung von Suizid-Häufungen gab es nicht bei allgemeinen Zeitungs-Artikeln über das Thema, sondern nur bei Berichten über konkrete Selbsttötungen von Individuen. Die stärksten Effekte gab es bei Berichten über Suizide von Teenagern — wenn die Leser also mit dem Betroffenen identifizieren können — und von Prominenten — wenn die Leser den Betroffenen verehrten.

Die untersuchten Fälle lagen zwar alle vor dem Aufkommen von Social Media. Sie sind aber nach Ansicht der Autoren immer noch relevant. In einer Untersuchung von 2011, bei der 14- bis 24-Jährigen gefragt wurden, woher sie von einem Suizid erfuhren, hätten zwei Drittel Zeitungsberichte als Quelle genannt, noch vor Freunden und Verwandten (55 Prozent) und Online-Medien (44 Prozent).

Die Ergebnisse sind konsistent mit vielen anderen Studien über den „Werther-Effekt“. Sie bestätigen, welche Bedeutung Empfehlungen wie die der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention haben, nach denen in der Berichterstattung u.a. vermieden werden sollte:

  • einen Suizid auf der Titelseite oder als „TOP-News“ erscheinen zu lassen
  • ein Foto der betreffenden Person (besonders auf der Titelseite) zu präsentieren und Abschiedsbriefe zu veröffentlichen.
  • den Suizid als nachvollziehbare, konsequente oder unausweichliche Reaktion oder gar positiv oder billigend darzustellen bzw. den Eindruck zu erwecken, etwas oder jemand habe „in den Suizid getrieben“. („Für ihn gab es keinen Ausweg“).
  • die Suizidmethode und den Ort detailliert zu beschreiben oder abzubilden

Mir fehlt jetzt noch eine Studie, ob die vielen Journalisten, die diese Empfehlungen ignorieren, nicht an die beschriebenen Folgen ihrer Berichterstattung glauben — oder sie sie bewusst in Kauf nehmen.

 
Die Studie:

 
Aus dem Archiv:

Die schönsten Milchglasscheiben Deutschlands: Was hr und WDR mit Transparenz meinen

Heute zeigen uns der Westdeutsche und der Hessische Rundfunk, wie man Transparenz und Aufklärung vorgaukeln und die Zuschauer trotzdem weiter verschaukeln kann.

Beginnen wir mit der Erklärung des WDR vom Dienstag über seine Hitlisten-Sendungen. Darin heißt es:

Damit [mit der Überarbeitung der Konzepte] reagiert der WDR auf eine gründliche Prüfung seiner bisherigen Ranking-Sendereihen im Fernsehen, die nach der Diskussion um eine Ranking-Show des ZDF veranlasst worden war. Im Gegensatz dazu basieren die Ranking-Sendungen im WDR Fernsehen allerdings nicht auf repräsentativen Umfragen, sondern auf Online-Votings.

So, Hefte raus, Klassenarbeit. Hat der WDR Ranking-Shows produziert, die, wie beim ZDF, auf repräsentativen Umfragen basierten?

Die richtige Antwort lautet: Ja.

Aber das würde man angesichts der Formulierung der WDR-Presseerklärung nicht erahnen. Der zweite Satz spricht, anders als der erste, nicht mehr von allen WDR-Ranking-Reihen, sondern nur von denen, die im WDR-Fernsehen liefen.

Dass er 2012 insgesamt sechs Ranking-Shows (jeweils zwei Teile von „Die schönsten Bauernhöfe / Schlösser / Städte“) im Ersten ausgestrahlt hat, die auf einer repräsentativen Meinungsumfrage beruhten, kann der WDR so geschickt verschweigen.

Auf meine Nachfrage gibt der Sender an, die Umfragen habe das Institut Innofact in Düsseldorf im Februar bzw. März 2012 unter jeweils gut 1000 Menschen durchgeführt. Die Ergebnisse will er mich aber nicht einsehen lassen,

„da es sich um redaktionsinternes Material handelt.“

Redaktionsinternes Material? Das ist ein lustiger Grund. Warum sollte der WDR nicht die Unterlagen des Umfrageinstituts herausgeben? Warum will er nicht einfach die konkrete Fragestellung und die Antworten der Befragten nennen?

Ich kann es mir nämlich tatsächlich nicht vorstellen, wie diese bundesweite, repräsentative Umfrage abgelaufen sein soll, bei der zufällig ausgewählte Menschen sich entscheiden sollten, ob sie den Wintringer Hof in Kleinblittersdorf im Saarland schöner finden oder den Meierhof Rassfeld in Gütersloh oder das Gut Hesterberg in Neuruppin-Lichtenberg, das angeblich auf Platz 1 landete.

Aber diesen Fragen wollte sich der WDR auch nicht stellen, deshalb hatte er ja so getan, als beruhten seine Ranking-Shows, anders als die des ZDF, gar nicht auf repräsentativen Umfragen und als sei jede mögliche Veränderungen an den Ergebnissen schon deshalb nicht so schlimm.

Auf meine Frage, warum der Sender in seiner Presseerklärung diese Shows verschwieg, antwortete der Pressesprecher:

Die Überprüfung dieser Sendereihe für das Erste hat keine Auffälligkeiten ergeben. Der WDR sah keine Veranlassung, auf diesen Umstand explizit hinzuweisen.

Oder überhaupt auf ihre Existenz.

Und dann war da ja noch der hr, der — gemeinsam mit dem WDR — eine Reihe trauriger Hitparaden-Sendungen fürs Erste produzierte, darunter die Show „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“. Dass die Redaktion damals das Ergebnis der Online-Abstimmung von Hand veränderte, hatte der Sender 2012 nach langem Zögern zugegeben. In der vermeintlich großen Aufklärungsrunde jetzt ließ er sie einfach unter den Tisch fallen. Unter dem Blendwort „Transparenz“ in der Überschrift der hr-Pressemitteilung ist dann auch nur noch die Rede von Eingriffen in die Ergebnisse von Online-Votings „im hr-fernsehen“, nicht im Ersten.

Ich habe den Sender deshalb gefragt:

  • Die Presseerklärung und die Aussagen von Herrn Reitze scheinen sich ausschließlich auf Sendungen im hr-Fernsehen und im Radio zu beziehen. Hat der hr auch seine Ranking-Shows im Ersten untersucht?
  • Wie bewertet der hr die auffälligen nachträglichen Veränderungen bei der Sendung „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“, die 2012 von fernsehkritik.tv dokumentiert wurden?
  • Der hr hatte damals angegeben, die Ergebnisse des Online-Votings nachträglich „rechnerisch gewichtet“ zu haben und angegeben, dies sei „ein übliches Verfahren“. Bedeutet das, dass der hr auch bei seinen anderen Ranking-Shows im Ersten entsprechend eingegriffen hat?
  • Wie hat der hr in seinen Ranking-Shows im Ersten das Votum der Prominenten-Jury ermittelt?
  • Wie wurde das Jury-Votum mit dem Ergebnis der Online-Voten kombiniert?

Anstelle von Antworten schrieb mir der Unternehmenssprecher:

Der hr hat alle Ranking-Sendungen, die in den Jahren 2011 bis 2014 erstausgestrahlt wurden und die er zu verantworten hat, überprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt. Die von Ihnen thematisierte Ranking-Serie für das Erste war eine Gemeinschaftsproduktion von WDR und HR mit wechselnder Federführung. Zu der von Ihnen angesprochenen Folge „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“ haben wir, die für diese Folge federführend waren, bereits ausführlich im Jahr 2012 Stellung genommen. Bei jenen Sendungen, für die der hr weiterhin die Federführung inne hatte, ist in der Moderation explizit darauf hingewiesen worden, wie die Rangliste entstanden ist: nämlich auf Basis des Online-Votings und der Abstimmung einer prominenten Jury. Damit war transparent, dass es sich bei der Rangliste nicht ausschließlich um die Zuschauermeinung handelte.

Sie meinen das nicht so, mit der Transparenz. Wirklich nicht.

Sie müssen glauben, dass ihr Vorrat an Glaubwürdigkeit unendlich ist.

Ranking-Shows: Die traurigsten Klickzahlen des Nordens

Dann schauen wir uns doch mal an, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer des NDR tatsächlich abgestimmt haben, bei diesen Ranking-Sendungen, die (mehr oder weniger) darauf beruhen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer des NDR angeblich abgestimmt haben.

Zum Beispiel über die „spektakulärsten Rücktritte“. Howard Carpendale eroberte dabei im Online-Voting den ersten Platz. Mit sagenhaften 64 Klicks.

Die spektakulärsten Rücktritte
Platz Kandidat Klicks
1 Howard Carpendale 64
2 Margot Käßmann 48
3 Karl-Theodor zu Guttenberg 47
4 Horst Köhler 46
5 Uwe Barschel 43
6 Willy Brandt 28
7 Oskar Lafontaine 19
8 Michel Friedman 17
9 Rudi Völler 15
10 Franz-Josef Strauß 13
11 Erich Honecker 12
12 Christian von Boetticher 11
13 Guido Westerwelle 11
14 Andrea Ypsilanti 10
15 Corny Littmann 9
16 Ole von Beust 9
17 Jan Ullrich 8
18 Modern Talking 8
19 Franz Müntefering 7
20 Walter Mixa 7
21 Silvana Koch-Mehrin 5
22 Dagmar Berghoff 5
23 Hans Karl Filbinger 5
24 Gregor Gysi 4
25 Michael Schumacher 3
26 Rosi Mittermaier 2

Dagegen war es geradezu eine Massenbewegung, die die Hüttener Berge auf den ersten Platz ihrer Abstimmung katapultierte:

Die schönsten Wälder des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Hüttener Berge 152
2 Harz 79
3 Darßwald 69
4 Griever Holz 62
5 Langenberger Forst 51
6 Jasmunder Buchenwald 50
7 Darguner Wald 46
8 Mellenthiner Heide 25
9 Ruheforst Brodau 24
10 Sachsenwald 21
11 Teutoburger Wald 21
12 Schwarze -/Harburger Berge 20
13 Reinhardswald 20
14 Katinger Watt 19
15 Klövensteen 16
16 Wohldorfer Wald 16
17 Hasbruch 15
18 Solling-Vogler 13
19 Eilenriede Hannover 12
20 Tide-Auwald Heuckenlock 7

Oder das Wattenmeer:

Die schönsten Naturparadiese des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Wattenmeer 110
2 Usedom 40
3 Feldberger Seenlandschaft 39
4 Harz 34
5 Rügen 34
6 Hiddensee 32
7 Naturpark Weserbergland 30
8 Geltinger Birk 28
9 Lüneburger Heide 26
10 Helgoland 22
11 Elbtalauen 22
12 Peenetal 20
13 Naturpark Stettiner Haff 19
14 Schaalsee 19
15 Northeimer Seenplatte 18
16 Friesische Moore 16
17 Ivenacker Eichen 15
18 Neuwerk 11
19 Naturpark Solling-Vogler 9
20 Drömling 6
21 Heuckenlock 5
22 Naturpark Münden 4
23 Neßsand 3
24 Stapelholm 3
25 Fischbeker Heide 2

Es brauchte nur eine mittelengagierte Zahl von Fans, um vom NDR zum „beliebtesten Komiker des Nordens“ gekürt zu werden:

Die beliebtesten Komiker des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Kay Ray 1071
2 Panzer 599
3 Grammel 254
4 Ceylan 219
5 Emmi & Herr Willnowsky 211
6 Loriot 189
7 Schmitz 176
8 Erhardt 140
9 Waalkes 109
10 Boes 108
11 Krömer 98
12 Tufts 95
13 Dittrich 81
14 von der Lippe 77
15 Knop 73
16 von Hirschhausen 63
17 Hallervorden 52
18 Schubert 48
19 Oschmann 48
20 Jaschke 45
21 Schneider 43
22 Stelter 33
23 Feddersen 26
24 Wischmeyer 26
25 Schmidt 23
26 Krüger 23
27 Herr Holm 22
28 Dennis & Jesko 11
29 Asmussen 10
30 Dall 9
31 Thielke 3

Die Freunde von Dschingis Khan waren fast ein wenig überengagiert:

Die beliebtesten Kult-Schlager
Platz Kandidat Klicks
1 Dschingis Khan 4929
2 Verdammt, ich lieb‘ dich 699
3 Nur die Liebe lässt uns leben 261
4 Einmal um die Welt 238
5 Er gehört zu mir 192
6 Schuld war nur der Bossanova 191
7 Marmor, Stein und Eisen bricht 166
8 Ein Bett im Kornfeld 154
9 Ein Stern 148
10 Du hast mich tausendmal belogen 147
11 Über den Wolken 137
12 Zigeunerjunge 133
13 Und es war Sommer 131
14 Mendocino 124
15 Ein Lied kann eine Brücke sein 120
16 Hello again 116
17 Ein bisschen Frieden 115
18 Santa Maria 115
19 Himbeereis zum Frühstück 111
20 Es fährt ein Zug nach nirgendwo 106
21 Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben 100
22 Im Wagen vor mir 99
23 Ti amo 94
24 Komm doch mal rüber 87
25 Weiße Rosen aus Athen 86
26 Wer Liebe lebt 84
27 Wahnsinn 83
28 Barfuß im Regen 79
29 Er hat ein knallrotes Gummiboot 78
30 Ein Festival der Liebe 77
31 Ich liebe das Leben 76
32 Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? 74
33 Carnaby Street 71
34 Der Junge mit der Mundharmonika 70
35 Biene Maja 69
36 Schön ist es auf der Welt zu sein 68
37 Oh, wann kommst du? 65
38 Blue Bayou 62
39 Ganz in Weiß 61
40 Marleen 60
41 Fiesta Mexicana 58
42 So schön kann doch kein Mann sein 57
43 Auf der Straße nach Süden 56
44 Ich wär‘ so gern wie du 55
45 Tanze Samba mit mir 54
46 Schöne Maid 53
47 Du kannst nicht immer 17 sein 51
48 Siebzehn Jahr blondes Haar 50
49 Anita 44
50 Wunder gibt es immer wieder 43
51 Jenseits von Eden 42
52 Guildo hat euch lieb 41
53 Tränen lügen nicht 40
54 Amigo Charly Brown 39
55 Sieben Fässer Wein 39
56 Theater 37
57 Theo wir fahr’n nach Lodz 36
58 Und dabei liebe ich euch beide 33
59 Michaela 28
60 Goodbye Mama 25
61 Blau blüht der Enzian 23
62 Ein bisschen Spaß muss sein 22
63 Paloma Blanca 21
64 Lass die Sonne in dein Herz 20
65 Immer wieder sonntags 19
66 Viva la noche 18
67 Ich bin verliebt in die Liebe 15
68 Der Puppenspieler von Mexiko 14
69 Sommernacht in Rom 9

Und die der MZ ETZ 250 erst!

Die beliebtesten Motorräder Norddeutschlands
Platz Kandidat Klicks
1 MZ ETZ 250 32384
2 MZ ES 250/2 Trophy 1687
3 AWO 425 1077
4 Münch Mammut 1030
5 Puch 250 SGS 771
6 Puch 175 SVS 617
7 Kawasaki Mach 3 602
8 Yamaha XT 500 594
9 Horex Regina 350 571
10 BSA A 65 536
11 Cagiva Elefant 900 466
12 Moto Guzzi V7 GT 850 California 429
13 Moto Guzzi V 850 Le Mans 353
14 Benelli 750 Sei 337
15 Honda Gold Wing GL 1500 326
16 Honda Bol’dor 324
17 Yamaha XS 650 319
18 Laverda 750 SFC 294
19 Ducati 916 293
20 Ducati 750 SS 270
21 EMW R 35 / 2 256
22 BSA 750 Rocket 3 247
23 Zündapp KS 601 239
24 Bosshoss 237
25 Royal Enfield Bullet 500 225
26 BMW R 50 214
27 DKW RT 350S 212
28 Triumph Bonneville T 120 191
29 Honda CB 750 Four 183
30 Harley Davidson Fat Boy 178
31 Red Porsche Killer 176
32 Ducati Monster 173
33 Yamaha XJR 1300 170
34 Benelli 500 Quattro 168
35 Jawa 350 167
36 BMW R 69 S 162
37 MV Agusta 750 S 160
38 BMW 80 GS 157
39 Vincent 1000 Black Shadow 154
40 Harley Davidson Panhead 151
41 Norton Commando 750 150
42 Indian Chief 145
43 Motobi 250 Sport Special 133
44 Aprilia Tuono 1000 R 124
45 Gilera Saturno 122
46 Hercules K 125 119
47 Ural M 72 118
48 Kawasaki Z1 116
49 Suzuki Hayabusa 101
50 Moto Morini 3 1/2 94
51 Düse 1 91
52 Buell Lightning S1 86
53 Kawasaki Ninja ZX – 9 R 73
54 Hercules 322 71
55 Suzuki GT 750 66
56 Maico M 250 B 59
57 KTM 400 EXC – Racing 58
58 KTM 950 Adventure 57
59 Suzuki Intruder 1400 55
60 Da Changjiang 24

Und so weiter:

Die beliebtesten Tiere Norddeutschlands
Platz Kandidat Klicks
1 Seehund 153
2 Eisvogel 143
3 Eichhörnchen 137
4 Fischotter 128
5 Seeadler 100
6 Austernfischer 98
7 Igel 95
8 Fischadler 93
9 Storch 91
10 Möwen 88
11 Luchs 85
12 Kegelrobbe 83
13 Wildkatze 81
14 Wildschwein 79
15 Kranich 77
16 Schweinswal 75
17 Basstölpel 73
18 Biber 71
19 Uhu 70
20 Schleiereule 68
21 Hase 65
22 Graureiher 63
23 Wattwurm 60
24 Baummarder 57
25 Maus 55
26 Elefantenbaby Rani 53
27 Hirsch 50
28 Schwarzspecht 48
29 Fuchs 45
30 Waschbär 43
31 Steinkauz 40
32 Küstenseeschwalbe 38
33 Turmfalke 35
34 Kaninchen 32
35 Nordseegarnele 29
36 Kormoran 26
37 Rohrweihe 24
38 Trottellumme 24
39 Schwan 21
40 Siebenschläfer 19
41 Dachs 15
42 Wiesenweihe 9
43 Löffler 8
44 Ameise 8
45 Qualle 8
46 Lachs 8
47 Star 4
48 Wasserfrosch 2
49 Wasserspitzmaus 2
50 Waldkauz 2
51 Hirschkäfer 2
52 Schellente 1
53 Hermelin 1
54 Haubentaucher 1

Die besten Witze des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Bauern-Witze 114
2 Ostfriesen-Witze 106
3 Klein Erna-Witze 64
4 Blondinen-Witze 56
5 Politiker-Witze 44
6 Bundeswehr-Witze 42
7 Witze aus der Damenabteilung 39
8 Seemanns-Witze 37
9 Paar-Witze 33
10 Pfarrer-Witze 32
11 Tier-Witze 26
12 Auto und Verkehr 21

Die besten Sportler des Nordens
Platz Kandidat Klicks
1 Seeler 214
2 Schmeling 96
3 Nerius 88
4 Hrubesch 80
5 Stich 70
6 Magath 66
7 Kumbernuss 60
8 Hens 58
9 Schockemöhle 46
10 Dietzsch 45
11 Kolbe 40
12 Frömming 39
13 Dittmer 37
14 Bruhn 36
15 Romeike 35
16 Völker 34
17 Holdorf 32
18 Brehme 31
19 Stanislawski 30
20 Kaltz 29
21 Doll 28
22 Thiedemann 26
23 Haas 25
24 Koch 24
25 Dahlinger 20
26 Kuhweide 17
27 Von Cramm 15
28 Schenk 13
29 Kiefer 12
30 Effenberg 11
31 Schult 10
32 Schultz 8
33 Blunck 7
34 Michalczewski 6
35 Gäbler 5
36 Danneberg 4
37 Blin 3
38 Schümann 0

Die schönsten Operetten
Platz Kandidat Klicks
1 Der Vogelhändler 74
2 Die Fledermaus 60
3 Der Zigeunerbaron 47
4 Das Land des Lächelns 43
5 Die lustige Witwe 40
6 Im weißen Rößl 38
7 Orpheus in der Unterwelt 33
8 Der Zarewitsch 32
9 Die Csárdásfürstin 30
10 Wiener Blut 29
11 Der Bettelstudent 27
12 Der Vetter aus Dingsda 26
13 Gräfin Mariza 25
14 Eine Nacht in Venedig 24
15 Die Blume von Hawaii 23
16 Paganini 22
17 Der Opernball 21
18 Schwarzwaldmädel 20
19 Der Graf von Luxemburg 19
20 Frau Luna 17
21 Maske in Blau 16
22 Wie einst im Mai 9
23 Boccaccio 8
24 Der fidele Bauer 5
25 Ein Walzertraum 5
26 Gasparone 5
27 Meine Schwester und ich 5
28 Der verlorene Walzer (Zwei Herzen im Dreivierteltakt) 4
29 Die Zirkusprinzessin 4
30 Gräfin Dubarry 4
31 Ball im Savoy 3
32 Giuditta 3
33 Der Favorit 2
34 Die Dollarprinzessin 2
35 Friederike 2
36 Madame Pompadour 2
37 Saison in Salzburg (Salzburger Nokerln) 2
38 Bezauberndes Fräulein 1
39 Der liebe Augustin 1
40 Die Keusche Susanne 1
41 Marietta 0
42 Viktoria und ihr Husar 0

WDR sieht in Auffälligkeiten bei Ranking-Show im Ersten keine Auffälligkeiten

Wir halten also fest: Der NDR hat bei seinen Ranking-Shows nach Gutdünken Plätze verändert, der WDR hat bei seinen Ranking-Shows nach Gutdünken Plätze verändert, der RBB hat bei seinen Ranking-Shows nach Gutdünken Plätze verändert (obwohl er das vor ein paar Tagen noch bestritt) und der HR hat bei seinen Ranking-Shows nach Gutdünken Plätze verändert.

Ich glaube nicht, dass das alles ist.

In ihren Pressemitteilungen gehen WDR und HR ausschließlich auf Sendungen ein, die in ihren Dritten Programmen gelaufen sind. Sie haben aber auch gemeinsam Ranking-Shows fürs Erste produziert.

Auf Nachfrage nach diesen Sendungen teilt mir der WDR mit:

2009 bis 2013 gab es eine gemeinsam mit dem hr produzierte Sendereihe von zehn Folgen mit wechselnder Federführung. Themen waren zum Beispiel die schönsten Weihnachtslieder oder die beliebtesten TV-Tiere. Hier wurde in den Moderationen deutlich darauf hingewiesen, dass sowohl die Zuschauer als auch eine prominente Jury über die Rangfolge abgestimmt haben.

Außerdem haben wir 2012 eine ARD-Gemeinschaftsproduktion verantwortet mit je zwei Folgen „Die schönsten Bauernhöfe/Schlösser/Städte“. Hier wurden 50 Items redaktionell ausgewählt und die Rangfolge der besten repräsentativ von einem Meinungsforschungsinstitut ermittelt und auch so abgebildet.
 
Unsere Prüfung hat für die ARD-Sendungen keine Auffälligkeiten ergeben.

Das ist erstaunlich. Denn eine dieser Sendungen ist schon kurz nach ihrer Ausstrahlung auffällig geworden.

Es handelt sich um die Show „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“, die am 19. April 2012 im Ersten lief. Sie wurde von Kim Fisher und Ralf Schmitz moderiert, und der Hessische Rundfunk fand das Ergebnis so relevant, dass er es in seinen Radio-Nachrichten verkündete:

 
Das Magazin fernsehkritik.tv hatte damals schon auf diverse Unstimmigkeiten hingewiesen. Eine Bud-Spencer-Fanseite hatte damals berichtet, dass Bud Spencer und Terence Hill bei der Online-Abstimmung auf dem ersten Platz gelandet seien. Das sei den Betreibern von der Redaktion mitgeteilt worden. In der Sendung selbst lagen die beiden aber plötzlich nur auf Platz 20.

Dafür verantwortlich sein soll das Votum einer „prominenten Jury“. Deren Existenz wurde in der Sendung tatsächlich vage angedeutet. Im Presseheft zur Show war davon allerdings noch keine Rede gewesen. Dort behauptete der HR-Fernsehdirektor Manfred Krupp:

In der Fernsehshow „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“ zeigt das Erste die 25 Lieblingskomiker-Duos der Zuschauer, die per Online-Abstimmung auf DasErste.de aus einer Liste gewählt worden sind.

Ja. Nein.

Der Off-Sprecher sagte zu Beginn der Sendung:

Sie haben im Internet abgestimmt. Und das Ergebnis Ihrer Wahl präsentieren Kim Fisher und Ralf Schmitz.

Drei Wochen und mehrere Nachfragen sollen nach Darstellung von fernsehkritik.tv damals nötig gewesen sein, um von einer Pressestelle Antworten auf naheliegende Fragen zu bekommen. Der HR erklärte schließlich:

Schon bei den ersten Zwischenergebnissen des Online-Votings war ein sehr schneller Anstieg der Stimmen für Bud Spencer und Terence Hill auffällig — unproportional zum Verlauf der weiteren Ergebnisse. Es wurde offensiv auf entsprechenden Fan-Seiten im Internet zur Abstimmung aufgerufen.


Wir haben die Ergebnisse daher rechnerisch gewichtet, damit wir keine zu großen Verzerrungen durch eine kleine, aber sehr aktive Fan-Gemeinde bekommen. Dies ist ein übliches Verfahren. Deshalb sind online-Votings auch nie repräsentativ und müssen durch die Stimmen der Jury ergänzt werden.

Dass die freihändige rechnerische Gewichtung ein innerhalb der ARD „übliches Verfahren“ ist, ja, das kann man angesichts der Meldungen der vergangenen Tage als bestätigt sehen. Ob es ein in dieser Form zulässiges Verfahren ist, insbesondere wenn diese Änderungen nicht transparent gemacht werden, ist eine andere Frage.

Lustig aber auch die Behauptung, dass Online-Votings immer durch Jurystimmen „ergänzt“ werden müssten. Wie diese „Ergänzung“ passierte, verriet der HR nicht. Die Ergebnisse seien „kumuliert“ worden, hieß es nur vage.

Der HR wollte gegenüber fernsehkritik.tv damals nicht einmal die vollständige Liste der Mitglieder der ominösen „prominenten Jury“ nennen. „Mehr als zehn Personen aus dem Unterhaltungsfach“, gehörten dazu, hieß es nur, „darunter Eckart von Hirschhausen, Désirée Nick, Hellmuth Karasek, Bülent Ceylan, Jan Fedder, Olaf Schubert und Gayle Tufts.“

Sowie, so würde ich mutmaßen, irgendwelche weiteren Leute, die man sich notfalls bei weiteren Nachfragen noch ausdenken würde, samt ihrer Abstimmungsergebnisse oder jedenfalls deren Kumulation.

Das sind die Auffälligkeiten der von WDR und HR produzierten Sendung „Die beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“ (wiederholt im Mai 2012 im HR-Fernsehen, im Oktober 2012 im WDR-Fernsehen, im Oktober 2012 im NDR-Fernsehen, im April 2013 im HR-Fernsehen), die schon im Mai 2012 öffentlich geworden sind.

Mein Eindruck ist: Wenn der WDR bei der Prüfung dieser Sendungen keine Auffälligkeiten gefunden hat, hat er sie nicht geprüft.

Die Rache des Rhododendron: NDR vertut sich mit Ranking-Show-Manipulations-Erklärung


Screenshots: NDR

Wir müssen noch einmal über die Rhododendron-Gärten im Ammerland sprechen. Die sind ja vom NDR um den ihnen eigentlich zustehenden Ruhm als zehntschönster Park des Nordens gebracht worden. Fernseh-Programmdirektor Frank Beckmann hatte am Freitag als Ergebnis angeblich akribischer Recherchearbeiten im Haus eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es heißt:

Bei der Sendung „Die schönsten Gärten und Parks des Nordens“ wurde der Elftplatzierte „Planten un Blomen“ aufgrund besseren Bildmaterials bei sieben Stimmen Abstand zum Nächstplatzierten (Rhododendronpark Ammerland) auf Platz zehn vorgezogen. Der Rhododendronpark Ammerland war damit nicht mehr Teil der Sendung.

Das stimmt nicht.

Der Rhododendronpark Ammerland war auch auf Platz 11 Teil der Sendung.

Die Sendung „Die schönsten Gärten und Parks des Nordens“ (ausgestrahlt am 20. Dezember 2013, 1. Januar 2014, 21. April 2014 und 29. Mai 2014) ist nämlich 90 Minuten lang und besteht aus den Top-20, nicht nur den zehn Bestplatzierten.

Das lässt aber nun den Eingriff in die von den Zuschauern im Internet bestimmte Reihenfolge völlig rätselhaft erscheinen. Warum die Rhododendren der Familie Hobbie wegen des angeblich nicht so attraktiven Bildmaterials um einen Platz nach hinten verschieben, wenn es dann trotzdem in der Sendung ist?

Der NDR räumt auf Nachfrage ein, dass die Darstellung in der Stellungnahme der Programmdirektion falsch ist, hat aber eine Art Erklärung. In der Regel gebe es von den Hitlisten-Formaten jeweils zwei Versionen: eine in Spielfilmlänge und eine von 45 Minuten Länge. Die würden in einem Aufwasch produziert oder jedenfalls so geplant, dass im Grunde nur ein einziger Schnitt vor Platz zehn nötig ist, um aus dem 90-Minüter einen 45-Minüter zu machen. Auch von der Garten-und-Parks-Hitparade war eine solche kürzere Version geplant. Die hätte dann mit den Rhododendron-Gärten begonnen; die Redaktion fand dafür aber die Bilder von Planten un Blomen attraktiver.

Tatsächlich gibt es in der Sendung von dem Hamburger Park faszinierende historische Bilder der Gartenbau-Ausstellung 1963, die vielleicht einen reizvolleren Einstieg in die Sendung dargestellt hätten als die schnöden Rhododendren.

Es scheint also, als hätte die Redaktion am Ergebnis der Abstimmung herumgedoktert, um eine spätere Neukonfektionierung der Sendung ein bisschen attraktiver wirken zu lassen. Diese Kurzfassung wird aber nach den Worten eines NDR-Sprechers nun gar nicht mehr das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Und der Versuch des Senders, sich als Kämpfer für Transparenz und vorbildlicher Aufklärer in eigener Sache zu präsentieren, wirkt angesichts der falschen Darstellung in der Stellungnahme der Fernseh-Programmdirektion ein bisschen weniger überzeugend.

Die Letzten werden die Ersten sein. Oder irgendwas dazwischen.

Das klingt eigentlich nach einer tollen pädagogischen Maßnahme: die Verantwortlichen eines Fernsehsenders zu zwingen, sich noch einmal gründlich mit dem, was sie in den vergangenen Jahren produziert haben, auseinanderzusetzen.

Es hilft nur nichts. Sie merken nichts.

Sie lachen mit, wenn man sich über einen Sendungstitel wie „Die spannendsten Seen Norddeutschlands“ lustig macht. Doch im Zweifel haben sie die Quote der Sendung im Kopf (beinahe eine Million Zuschauer bei der Viertausstrahlung in der Primetime am Sonntagabend im vergangenen Januar), und die ist, was zählt.

Der NDR hat sich zwar, angeblich systematisch und akribisch, mit all den Listen-Formaten auseinandergesetzt, die er in den vergangenen dreieinhalb Jahren hergestellt hat. Er hat dabei entdeckt, dass die verschiedenen Redaktionen im Zweifel nicht zögerten, die Ergebnisse der Zuschauer-Abstimmungen ihren Erfordernissen anzupassen. Aber die Liebe zu dem Format an sich hat darunter nicht gelitten.

Programmdirektor Frank Beckmann will in Zukunft restriktiver mit Online-Votings umgehen. Aber er will die Diskussion um die Sendungen nicht zum Anlass nehmen, die Runterzählformate an sich in Frage zu stellen. Die Leute gucken das ja immer noch.

Damit wir wissen, wovon wir reden, wenn wir von „Ranking-Shows“ im NDR-Fernsehen reden — das hier sind, abgesehen von denen, die ich vergessen oder übersehen habe, die Listensendungen mit den Jahren, in denen sie ausgestrahlt wurden:

  • Die Kultautos der Deutschen (2005, 2005, 2005, 2005, 2005, 2006, 2006, 2007, 2008, 2009, 2009, 2010, 2011, 2011)
  • Die besten deutschen Filme (2005, 2008, 2009)
  • Die größten Sommerhits des Nordens (2005, 2006, 2008)
  • Unvergessene Tore (2005, 2005, 2005, 2007, 2009, 2011)
  • Die besten Comedy-Songs des Nordens (2005, 2006)
  • Die besten Comedy-Songs im Norden (2006, 2008, 2008, 2009, 2010, 2010, 2010, 2011, 2012, 2012, 2013, 2013)
  • Die schönsten Backrezepte des Nordens (2005, 2005)
  • Die schönsten Weihnachts-Momente im TV (2005, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010)
  • Die größten Skandale der Republik (2006, 2006, 2006, 2006)
  • Die schönsten Fußball-Songs (2006, 2006, 2008, 2008, 2009, 2010, 2014)
  • Die schönsten Operetten (2006, 2006, 2006, 2007, 2009, 2009)
  • Die beliebtesten Bücher des Nordens (2006, 2006)
  • Die beliebtesten Trecker Norddeutschlands (2008, 2009, 2010, 2011, 2011, 2012, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • Die 100 schönsten Bauwerke Norddeutschlands (2006, 2006, 2006, 2008, 2009)
  • Die schönsten Shantys und Seemannslieder (2008, 2009, 2009, 2010, 2012, 2013)
  • Die schönsten Urlaubsziele Norddeutschlands (2008, 2008, 2008, 2009, 2010, 2011)
  • Die größten Kabarettisten (2007, 2008, 2010)
  • Die bewegendsten Sportmomente (2005, 2005, 2006, 2006)
  • Kuriose Sportmomente (2007, 2007, 2007, 2007, 2007, 2007, 2008, 2008, 2009, 2009, 2009, 2010)
  • Die schönsten Love-Songs (2007)
  • Die größten Modesünden (2007, 2007, 2008, 2008, 2009, 2009, 2009, 2010, 2011, 2012, 2012, 2013, 2013, 2013)
  • Die schönsten Musicals (2007, 2007, 2010)
  • Die schönsten Brücken Norddeutschlands (2007, 2008, 2010)
  • Die beliebtesten Tänze (2007, 2010, 2012)
  • Die schönsten Leuchttürme Norddeutschlands (2008, 2010, 2010, 2011)
  • Die besten Party-Hits (2007, 2007, 2008, 2008, 2009, 2009, 2010, 2011, 2011)
  • Die beliebtesten Eisenbahnen (2007, 2007, 2008, 2008, 2012, 2012)
  • Die größten Fußballer aller Zeiten (2008, 2008, 2008, 2008, 2009, 2009, 2011)
  • Die berühmtesten Zitate (2008, 2009, 2010, 2011, 2011, 2012)
  • Die schönsten Schiffe Norddeutschlands (2008, 2009, 2010, 2011, 2012)
  • Die größten Fußballpannen (2008, 2008, 2008, 2008, 2009, 2011)
  • Die verrücktesten Spektakel Norddeutschlands (2008)
  • Die schönsten Schmuse-Songs (2008, 2009, 2009, 2010, 2010, 2011)
  • Die schönsten Tierparks Norddeutschlands (2009, 2009, 2009, 2009)
  • Die beliebtesten norddeutschen Schauspieler (2008, 2009, 2009)
  • Die größten Schlagzeilen der Politik (2009, 2010, 2011)
  • Die beliebtesten Kult-Schlager (2009, 2009, 2010, 2011, 2012, 2012, 2013, 2013, 2013, 2014)
  • Die schönsten Fußballgeschichten (2009, 2009, 2011)
  • Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Norddeutschlands (2009, 2010, 2010)
  • Die besten Witze aus der DDR (2009, 2009, 2011)
  • Die schönsten Märchen (2009, 2010)
  • Die besten Sportler des Nordens (2009, 2010)
  • Die beliebtesten Sketch-Klassiker (2009, 2009, 2010, 2010, 2011, 2011, 2012, 2012)
  • Die schönsten Weihnachtslieder des Nordens (2008, 2009, 2010, 2010, 2010, 2011, 2011, 2012, 2013, 2013, 2013)
  • Die bedeutendsten Norddeutschen (2010, 2011, 2011, 2013, 2014)
  • Die besten Witze des Nordens (2010, 2011, 2011, 2012, 2013)
  • Die schönsten Bauernhöfe des Nordens (2010, 2010, 2011, 2011, 2011, 2011, 2011, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • Meisterwerke im Norden (2010)
  • Die schönsten Evergreens des Nordens (2011, 2011, 2012, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten Gerichte des Nordens (2010, 2010, 2010, 2011, 2012, 2013)
  • Die schönsten Inseln Norddeutschlands (2010, 2011, 2011, 2011, 2011, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • So plietsch ist der Norden – Die größten Erfindungen (2010, 2010, 2011)
  • Die schönsten Ohnsorg-Momente (2010, 2010, 2011, 2012, 2013)
  • Die beliebtesten Fernsehpaare (2010, 2010, 2011, 2011, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten Tiere Norddeutschlands (2010, 2010, 2011, 2011, 2011, 2012, 2013)
  • Legendäre Talkshow- und Interviewmomente (2011, 2011, 2011, 2011, 2014)
  • Die schönsten Schlösser Norddeutschlands (2012, 2012, 2012, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten Party-Hits (2012, 2012, 2013, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten norddeutschen Pop-Musiker (2013, 2013, 2014)
  • Die schönsten Flüsse Norddeutschlands (2013, 2013, 2013, 2013, 2013, 2014)
  • Die erstaunlichsten Dörfer Norddeutschlands (2012, 2012, 2012, 2012, 2012, 2013, 2013, 2013, 2014)
  • Die spannendsten Seen Norddeutschlands (2012, 2012, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten Motorräder Norddeutschlands (2008, 2008, 2011, 2011)
  • Die schönsten Naturparadiese des Nordens (2011, 2012, 2012, 2013, 2013, 2013, 2013, 2014, 2014, 2014)
  • Die schönsten Gärten und Parks des Nordens (2013, 2014, 2014, 2014)
  • Die schönsten Werbeklassiker (2013, 2013)
  • 50 Jahre Bundesliga im Norden (2013, 2013, 2014)
  • Die schönsten Wälder des Nordens (2013, 2013, 2014)
  • Die beliebtesten Oldtimer (2014)
  • Die größten Designsünden (2012, 2013, 2013, 2013, 2014)
  • 50 Dinge, die ein Norddeutscher getan haben muss (2011, 2012, 2013, 2013, 2013)
  • Die 30 legendärsten Fernsehshows (2013)
  • Die legendärsten Sex-Affären (2013, 2013)
  • Die legendärsten Rücktritte (2011)
  • Die schönsten Mühlen des Nordens (2013, 2013)

Man könnte angesichts dessen schon zu dem Schluss kommen, dass da im Dritten Programm des NDR noch etwas ganz anderes schief gelaufen ist, als dass der Rhododendronpark Ammerland um seinen Platz als zehntschönster Garten oder Park Norddeutschlands gebracht wurde, weil es angeblich von ihm nicht so gutes Bildmaterial gab wie von Planten un Blomen. Könnte man. Ist der NDR aber nicht.

Er hat nun „vorläufige Regeln für den redaktionellen Umgang mit Listing-Formaten“ veröffentlicht, in denen es unter anderem heißt:

Auswahllisten der Redaktionen müssen bereits mit Blick auf Lizenzfragen und Materiallage vor Veröffentlichung geprüft sein, um nachträgliche Änderungsnotwendigkeiten zu minimieren. Wiederholungsrechte werden bei der Prüfung berücksichtigt.

Im Zweifel werden die Rhododendrongärten Ammerlands also gar nicht mehr zur Auswahl stehen, um von ein paar Dutzend Teilnehmern in die Top Ten gewählt werden zu können.

Eine besonders irreführende Art, die Opfer des Gaza-Krieges darzustellen

Auf „Spiegel Online“ steht ein Diagramm, das illustrieren soll, wie sich die Zahl der Todesopfer im gegenwärtigen Gaza-Krieg entwickelt hat. Die Redaktion hat die vermutlich abwegigste Art gewählt, diese Entwicklung darzustellen.

Wenn Sie mal schauen mögen:

Darauf muss man erst einmal kommen. „Spiegel Online“ zeigt nicht die wachsende Gesamtzahl der Opfer. „Spiegel Online“ zeigt auch nicht den täglichen Zuwachs an Opfern in absoluten Zahlen. „Spiegel Online“ zeigt, um wie viel Prozent die Zahl der Opfer an diesem Tag im Vergleich zur bisherigen Gesamtzahl angestiegen ist.

Das ist aus mehreren Gründen eine sehr schlechte Idee. Es reduziert einzelne Opfer auf eine Prozentzahl, auf einen bloßen Anteil an einer Gesamtzahl. Es ist weder intuitiv verständlich noch anschaulich. Vor allem aber vermittelt es einen völlig falschen Eindruck vom Verlauf dieses Krieges.

Auf den ersten Blick (und ich würde wetten, für die meisten Betrachter auch auf den zweiten oder dritten) sieht es so aus, als ob der Krieg mit fortschreitender Dauer weniger tödlich wurde. Denn die Balken werden, grob gesagt, nach unten immer kürzer.

Das liegt aber daran, dass die Bezugsgröße jedes Balkens immer größer wird. Ein Zuwachs entspricht einem immer kleineren Prozentsatz, weil die Gesamtzahl der Opfer immer weiter ansteigt. Der relativ kurze Balken ganz unten steht für 193 Tote. Der lange Balken ganz oben steht für 34 Tote.

Würde man nicht den prozentualen Zuwachs zeigen, sondern den absoluten Zuwachs, also schlicht: wie viele Menschenleben der Krieg an jedem Tag gekostet hat, ergäbe sich ein ganz anderes Bild:

Der blutigste Tag war der letzte in der Grafik. Aufgrund der „Spiegel Online“-Darstellung würde man das nicht erahnen.

[mit Dank an BILDblog-Leser Johann H.]

Nachtrag, 7. August. „Spiegel Online“ hat mit einem Eintrag im „Datenlese“-Blog reagiert, der einräumt, dass sich „der Informationsgehalt der Grafik nicht ganz intuitiv erfassen“ lasse. Eine nachvollziehbare Erklärung für die bizarre Darstellung enthält er nicht.

Vermitteln deutsche Medien ein extrem einseitiges, negatives Israel-Bild?

Eine Studie hat in den vergangenen Tagen Aufmerksamkeit erregt. Sie soll beweisen, dass Kritik an Israel in deutschen Medien keinesfalls, wie häufig zu hören ist, ein Tabu sei. Im Gegenteil: Kein anderes Land der Welt werde in deutschen Medien so oft und scharf kritisiert wie Israel.

Ich bin nicht sicher, ob das stimmt. Vor allem aber habe ich Zweifel an der Studie und an ihrer Darstellung durch den „Stern“.

In seiner Online-Ausgabe stellt er die Arbeit der Linguistin Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin so dar:

Das Forscher-Team um Schwarz-Friesel untersucht, wie oft bestimmte negative Begriffe und Wendungen in Artikeln über Israel vorkommen, etwa Ausdrücke wie „Verbrecherstaat“ und „Unrechtssystem“, Vergleiche mit Nazi-Deutschland und Superlative wie „der schlimmste“ und „die größte Gefahr für den Weltfrieden“. Zum Vergleich werten die Linguisten Artikel über Konflikte und Menschenrechtslagen in anderen Ländern aus, darunter Russland, Nordkorea und Saudi-Arabien. Keines von ihnen kam so schlecht weg wie Israel.

Moment mal: „Verbrecherstaat“? Ich kann mir kein deutsches Medium vorstellen, das nicht dem links- oder rechtsextremen Spektrum zuzurechnen wäre, das eine solche Formulierung im Zusammenhang mit Israel benutzen würde.

Ich habe beim Blick in die Archive in den vergangenen fünf Jahren auch keines gefunden. Der „Spiegel“ berichtete 2013 im Nachruf auf den rechtsextremen Verleger Gerhard Frey, dass dessen Blätter Israel gern als „Verbrecherstaat“ bezeichnet hätten. Josef Joffe benutzte im „Handelsblatt“ den Ausdruck 2012, um sich scharf von Günter Grass zu distanzieren, der Israel wohl als solchen sehe. Die „Berliner Morgenpost“ schrieb 2009, dass das türkische Volk Israel überwiegend als „Verbrecherstaat“ sehe, und kritisierte die AKP, die das nachplappere.

Ganz ähnlich sieht es bei der Suche nach der Beschreibung Israels als „Unrechtssystem“ aus. Ich habe in den Artikeln der vergangenen Jahre genau ein Beispiel dafür gefunden, ein Interview in der „Ostthüringer Zeitung“ 2011 mit einem Jenaer Studenten, der nach einer Reise in den Nahen Osten berichtete, dass in einem Dorf Wassertanks vom israelischen Militär zerstört worden seien, die erst kurz zuvor gespendet worden waren. Er sagte: „Ich bin dankbar, einige sehr sehr engagierte israelische Gruppen zu kennen, die dieses Unrechtssystem kritisieren und für die Einhaltung der Menschenrechte und internationaler Gesetze in ihrem Land kämpfen.“

Der Gedanke erscheint mir völlig abwegig, dass deutsche Medien über Israel als „Verbrecherstaat“ schreiben könnten, wollten, würden; dass es da überhaupt etwas an Artikeln zu zählen gäbe, wie der „Stern“ suggeriert. Tatsächlich schreibt mir Schwarz-Friesel auf meine Anfrage, dass ihr Team nicht nur regionale und überregionale Zeitungen nach solchen Begriffen durchsuche, sondern auch die Kommentarbereiche von Online-Zeitungen. Das allerdings glaube ich sofort, dass die Menschen dort in solcher Weise gegen Israel hetzen. Das ist aber doch ein völlig anderer Untersuchungsgegenstand als „Artikel“ in „Medien“, wie der „Stern“ schreibt.

Es ist schwer nachzuvollziehen, wie die Studie zu dem Ergebnis kommt, dass „im deutschen Kommunikationsraum ein extrem einseitiges und sehr negatives Israel-Bild vermittelt wird“ und, wie der „Stern“ es formuliert, „kein anderes Land der Welt in deutschen Medien so oft und scharf kritisiert wird wie Israel“. Die Studie ist nämlich noch nicht abgeschlossen, und Frau Schwarz-Friesel bittet um Verständnis, „dass Daten, die noch nicht veröffentlicht wurden, prinzipiell nicht von uns herausgegeben werden“.

Sie schreibt nur:

Oft kommt es zu einer sogenannten De-Realisierung, d.h. einer verzerrten oder sogar falschen Sicht, die mit der Realität nichts zu tun hat.

So hat z.B. die Analyse von Schlagzeilen jeweils im Gaza Konflikt 2012 und im aktuellen Konflikt ergeben, dass in 75 % der Schlagzeilen Israel als Agens benannt wird (auch wenn es nicht aktiv, sondern reaktiv gehandelt hat).

Zur Verdeutlichung schickt sie ein paar Auszüge aus einem ihrer Bücher mit, die offenbar auch die „Stern“-Kollegin bekommen hat. Die schreibt nämlich als Beispiel dafür, wie Israel als „handelnder Part“ bezeichnet wird, wenn es „in Wahrheit nur reagiert“:

So titelte eine deutsche Zeitung während einer früheren Gaza-Kampagne: „Israelischer Raketenangriff“ — dabei hatten sich zuvor Palästinenser auf israelisches Militärgelände geschlichen und zwei Soldaten erschossen.

Das Beispiel ist elf Jahre alt. Es stammt aus der „Thüringer Allgemeinen“ vom 11. April 2003 und beruht auf einer AP-Meldung:

Israelischer Raketenangriff

Bei einem Raketenangriff im Gazastreifen hat Israel einen militärischen Führer der Untergrundorganisation Islamischer Dschihad getötet und zwölf Passanten verletzt. Die vier von Hubschraubern abgefeuerten Raketen sollen Mahmud Satme in seinem Auto getötet haben. Es handelte sich um den zweiten Raketenbeschuss in Gaza innerhalb von drei Tagen. Zuvor waren zwei Palästinenser im Westjordanland in ein israelisches Militärgelände eingedrungen und erschossen zwei Soldaten. Auch die beiden Angreifer wurden später getötet.

Schwarz-Friesel kritisiert, dass der Leser „erst im vierten Satz des kleingedruckten Fließtextes über den Auslöser dieser Aktion“, also des Raketenbeschusses, informiert werde.

Aber war der Überfall von zwei Palästinensern auf ein Militärgelände im Westjordanland wirklich der „Auslöser“ dafür, dass Israel Raketen im Gaza-Streifen abfeuerte? Zu dem Überfall im Westjordanland hatten sich die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) und die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden bekannt. Beide sind nicht mit dem Islamischen Dschihad identisch, der Ziel des Raketenangriffes an anderer Stelle war.

Das scheint mir, vorsichtig formuliert, nicht das ideale Beispiel zu sein, an dem sich eine vermeintliche Tendenz deutscher Medien zeigen lässt, Israel irreführenderweise als Handelnden darzustellen, wenn es in Wahrheit nur „reagiert“.

Im übrigen behaupteten die Palästinensergruppen in ihren Bekenneranrufen, dass ihr Überfall im Westjordanland eine „Vergeltung für die zweitägigen Gefechte im Gazastreifen“ gewesen sei, bei denen zwölf Menschen ums Leben gekommen waren. Wer will in diesem Konflikt unterscheiden, welche Aktion in Wahrheit nur eine Reaktion ist?

Schwarz-Friesel spricht davon, dass „die sprachliche Ereignisdarstellung in diesen Beispielen nicht der in der Realität stattgefundenen Ereignisabfolge [entspricht], Ursache und Folge werden durch die Informationsstrukturierung umgekehrt.“ Das aber ist Nachrichtenalltag und keine Besonderheit beim Thema Israel: Die neueste Entwicklung steht am Anfang; was ihr vorausgegangen ist, folgt danach.

Das eigentliche Problem ist hier und in vielen ähnlichen Meldungen natürlich das deutsche Wort „Angriff“. Es ist einerseits bloß ein Synonym für „Beschuss“: Wenn jemand mit Raketen schießt, kann man das immer als „Raketenangriff“ bezeichnen. Andererseits schwingt dabei das Gegensatzpaar „Angriff — Verteidigung“ mit, und der Angreifer erscheint womöglich als Aggressor. Auch da habe ich Zweifel, ob es sich um ein spezifisches Problem der Israel-Berichterstattung handelt.

Ich habe, wie gesagt, Zweifel, ob es stimmt, dass kein anderes Land der Welt in deutschen Medien so oft und scharf kritisiert wird wie Israel. Vielleicht ist mein Blick auch getrübt von der übermäßigen Lektüre der „Bild“-Zeitung, in der Israel nicht nur nicht kritisiert wird, sondern die Berichterstattung über den Konflikt von Berichten über palästinensische Opfer weitgehend bereinigt ist.

Jedenfalls: Diese Studie — oder das, was es über sie schon zu lesen gibt — überzeugt mich nicht.

Im weiteren Sinne zum Thema: